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Re: AW: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 20.04.2013, 14:07
von Tutti
Sandküste hat geschrieben: Ich habe jetzt mal bewusst darauf geachtet - hach, meine Kinder sind nicht von mir *gggg*
"Darf ich mal bitte das Nutella?"
"Gib mir mal bitte das Salz"
So ging es heute am Fruehstueckstisch.

Also- entspannt Euch, das geht von ganz allein. 8)
Super :lol:

Ich danke euch übrigens sehr für solche Threads. Das sind für mich alles noch Zukunftsthemen aber (vielleicht auch deshalb) unheimlich spannend, selbst darüber nach zu denken, wie es in der eigenen Familie gehandhabt wurde und wie ich eigentlich dazu stehe. Elk und ich diskutieren häufig abends über solche Themen, die wir hier in Threads gelesen haben :D
Also danke für diese Horizonterweiterung.

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 21.04.2013, 08:05
von fragaria
Spannendes Thema!

Meine Große ist ja fast vier und ich halte sie regelmäßig dazu an, nicht im Befehlston mit mir zu reden, sondern höflich zu sein. Weil ich nämlich auch keine Lust habe, angepampt zu werden ;-) Und in einem "Bitte" steckt ja mehr als das reine Wort und die Konvention. Es bedeutet auch ein gewisses Maß an Freundlichkeit und Respekt. Finde ich.



Gegenüber Fremden verlange ich von ihr nicht, dass sie sich an sämtliche Floskeln hält. Ich finde es aber doch auch einen Punkt, dass man sein Gegenüber mit einem freundlichen 'Danke" sehr freuen kann - allein schon deshalb finde ich das wichtig.

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 22.04.2013, 12:52
von maikeferl
fragaria hat geschrieben:Spannendes Thema!

in einem "Bitte" steckt ja mehr als das reine Wort und die Konvention. Es bedeutet auch ein gewisses Maß an Freundlichkeit und Respekt. Finde ich.



Gegenüber Fremden verlange ich von ihr nicht, dass sie sich an sämtliche Floskeln hält. Ich finde es aber doch auch einen Punkt, dass man sein Gegenüber mit einem freundlichen 'Danke" sehr freuen kann - allein schon deshalb finde ich das wichtig.
Das unterschreibe ich mal so.
Ich bedanke mich auch und man merkt das sich der Gegenüber auch freut wenn ihm ein freundliches "Danke" entgegenkommt.

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 22.04.2013, 13:21
von Lösche Benutzer 9567
Mir ist am Wochenende die Kinnlade runtergefallen,als unser 1,5 ! jähriger sich bei meiner Schwägerin bedankte,als sie ihm einen Teller hinstellte :shock:
Das haben wir ihm nie "beigebracht" .
Ich hab dann meinen Mann gefragt ob ich das jetzt richtig verstanden hätte. :D

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 22.04.2013, 13:49
von MaareMum
Mein Mann hat manchmal so Anwandlungen, wo er das mit dem Bitte-Danke-Erzwingen sogar bei mir macht.
Da bin ich echt total allergisch gegen, denn ich will auch nicht wegen jedem Pups Bitte sagen und ich meine es manchmal auch bewusst ohne Bitte.
Ich bin mir sehr sicher, dass er das auch bei unserem Kind so machen wird, und da werden wir sicherlich noch einige Diskussionen haben. Denn ich bin auch der Meinung, dass dieses Erzwungene nicht sinnvoll ist, sondern ein Vorleben viel Wichtiger ist.

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 22.04.2013, 14:07
von Wortgewitter
Ja, mein Freund macht das leider auch ab und zu. Aber ich habe ihm neulich gesagt, wie ich dazu stehe und wir haben festgestellt, dass wir es eben unterschiedlich machen. Da ich es nicht schädlich finde, wenn jemand auf ein Bitte besteht und ich es anders machen 'darf' :wink: , ist das so okay für mich. Ist ja auch wertvoll, zu lernen, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Ansichten haben.

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 23.04.2013, 09:53
von Panama
Ist schon interessant wie andere über das Bitte und Danke sagen denken.
Für mich selber ist das genauso normal wie Hallo und Tschüss zu sagen. Ist einfach drinnen und ich persönlich finde das gehört sich teilweise auch so.
Ich erziehe Kinder nicht so das sie wie kleine Roboter immer artig bitte und danke sagen, aber in manchen Situationen sollte es schon so sein. Wenn mein großer z.B. etwas geschenkt bekommt und er reagiert darauf nicht indem er sich bedankt sondern nimmt es einfach so hin, dann könnte ich verstehen wenn der schenkende sich denkt, undankbares Kind, dem schenke ich nichts mehr.
Ein Danke schön hingegen tut keinem Weh und erfreut den schenkenden.

Hier wird auch kein Hä? gesagt sondern Wie bitte? Das ohne das ich es erzwingenmusste, der Große hates sich einfach bei uns abgeguckt.

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 23.04.2013, 10:08
von Lösche Benutzer 14500
Wir halten es hier (Kind ist anderthalb) bislang so, dass wir es vorleben, dass man "Bitte" und "Danke" sagt. Wir drängen aber nicht darauf, dasss das Kletterkind es selbst tut - bekommt sie von jemandem etwas geschenkt odr ähnliches, dann bedanken wir uns an ihrer Stelle, meist sagt sie dann auch "Danke". "Bitte" hat sie noch nicht so verstanden, sie reicht uns meist Dinge an und sagt "Danke" dazu, was wir dann auch brav wiederholen. Ich bin recht optimistisch, dass sie sich das Bitte/Danke von uns einfach abgucken wird.

Ich bin keine große Freundin von "das macht man so", aber eine große Freundin von freundlichem Umgang. Ich finde es durchaus ok, auch mal ein freundliches "Gibst du mir mal die Butter?" zu hören und würde in dem Fall nie auf ein "Bitte" bestehen. Beim Einkaufen gerade allerdings wurde die Verkäuferin von einem vor mir in der Schlange stehenden Mann ohne ein "Guten Morgen" oder "Bitte" aufgefordert, mal 100 gr Leberwurst einzupacken - sowas finde ich unschön (fand die Verkäuferin offensichtlich auch) und da hoffe ich einfach, durch Vorleben verhindern zu können, dass mein Kind ein eher pampiger Zeitgeselle wird...

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 23.04.2013, 10:24
von chennai
Also grundsätzlich beinhaltet für mich die Form einer höflichen Frage (könntest du, würdest du etc.) schon eine Bitte und ist schon mal kein Befehl. Ob da nun das Zauberwort dann tatsächlich drin ist oder nicht, ist mir noch nicht mal so wichtig. Ich verwende aber Bitte und Danke schon selbst sehr viel und weise meine Kinder durchaus darauf hin, dass das in einer bestimmten Situation nun angebracht wäre. Ob sie es dann sagen oder nicht, hat dann aber keine Konsequenz, abgesehen meine Laune, die dann durchaus auch mürrisch wird.

Ich habe aber z.B. auch schon erklärt, dass man sich auch für Geschenke bedankt, die man gar nicht so gerne mag, weil der Schenker sich ja trotzdem Mühe gegeben hat.

Vorleben alleine bringt jedenfalls nicht überall gleichermaßen den Erfolg, die Große hätte nie von selbst damit angefangen, sich zu bedanken, die Kleine macht und sagt uns eh alles nach, bei der müssten wir auch nicht mahnen...

Beim Entschuldigen ist es auch so, dass ich der Großen sage, dass sie sich ja immerhin entschuldigen könnte, wenn sie was falsch gemacht hat. Meist arbeitet das dann eine Zeit in ihr und sie entschuldigt sich dann auch WIRKLICH. Zu einer geheuchelten Entschuldigung würde sie sich ohnehin nicht zwingen lassen, sie hat da ihren eigenen Kopf.

Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Verfasst: 23.04.2013, 11:04
von Drachenblut
rueckenwind hat geschrieben: Meine Tochter bedankt sich sehr häufig, aber das liegt wohl eher daran, dass wir dies ebenfalls tun, auch bzw. insbesondere in der Familie.
Nicht zwangsläufig. Wir bedanken uns hier auch so ziemlich grundsätzlich. Das hindert meinen Sohn nicht daran, auf dem Sofa zu hocken, "Durst" zu brüllen und sich nicht zu bedanken. Wobei ich das auch längerfristig sehe. Irgendwann wird er sich schon bedanken.

Im Großen und Ganzen ist er jetzt aber in einem Alter, in dem mir schon der Tonfall wichtig ist. Bei uns gibt es kein "Zauberwort", aber ich bin auch nicht weiterhin gewillt, aus einem "Duuuuuuuurst!" oder "Du sollst mir jetzt sofort was zu trinken holen!" ein "Liebe Mama, der Kindergarten hat mich erschöpft, deswegen kann ich Dich nicht freundlich bitten, aber wärst Du so nett und würdest mir was zu Trinken bringen?!" zu hören. Denn ich bin nach einem langen Tag auch erschöpft. Und meine Geduld ebenso. Also kommt hier eher auf "Duuuuuuuuuuuuuurst!" ein "In der Küche steht Wasser! Erheb Deinen Hintern und hol es Dir!", wohingegen auf ein "Holst Du mir bitte was zu trinken?" trotz eigener Erschöpfung dann doch eher ein "Na klar!" kommt.