Re: Masernausbruch in Berlin
Verfasst: 06.03.2015, 13:02
Sorry, mein erster Satz bezog sich auf das Nachfragen bei Besuchern, hatte die neuen Posts in der Vorschau nicht gesehen.
Eleanor
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Ja, ist furchtbar. Das Risiko einen Masernkranken zu treffen, ist normalerweise einfach überschaubar. Das fällt für mich unters allgemeine Lebensrisiko. Derzeit geht das Risiko für mich übers allgemeine Lebensrisiko hinaus. In etwas mehr als 3 Wochen habe ich den Impftermin und hoffentlich dann in 6 Wochen die Titerbestimmung. Dann waren das zwei sehr eingeschränkte Monate, dafür trage ich nicht die nächsten 10 Jahre die Unsicherheit mit mir rum, ob meine Tochter die eine von 200 ist, die an SSPE erkrankt (wobei ich nicht weiß, ob das Risiko mit 5 Monaten nicht noch höher ist). Wenn sich in 6 Wochen rausstellt, dass sie keinen Titer hat, aber die Masernwelle weiter anhält, muss ich neu überlegen. Spaß macht das alles zur Zeit nicht.Sandküste hat geschrieben:Aber das kann man doch nicht monatelang so machen?
Schon allein wenn man arbeitet oder mehrere Kinder hat, kommt man unter Menschen.
In Panik leben ist doch auch furchtbar.
Wie gesagt, ich kenne keinen Masernfall in meinem Umfeld.
Vielleicht bin ich da auch sorglos - aber Masernfälle gab es immer mal wieder. Ich weiss, nicht so viele. Aber im Zweifel reicht ja nun der eine, der einem begegnet.
Und selbst wenn das Kind Masern bekommt, ist das ja nun nixht sicher, dass es dramatisch verläuft.
Meine Sichtweise....
Na da hier so viel mit Zahlen gespielt wird, ist es ja nun eher sicher daß es weniger dramatisch verläuft (was ja nicht heißt, daß es nicht unangenehm ist) als daß es dramatisch verläuft.Sandküste hat geschrieben: Und selbst wenn das Kind Masern bekommt, ist das ja nun nixht sicher, dass es dramatisch verläuft.
Meine Sichtweise....
Im Bayerischen Rundfunk war kürzlich ne Talkshow zum Thema Masern und da war gerade Südeutschland genau so rot wie Berlin (also rot unterlegt als Zeichen von erhöhten Masernfällen) und zwar die Gegend um Rosenheim und Berchtesgaden.Miffi hat geschrieben: Im Moment kenne ich aber wirklich Leute, die a) Berlin mit Kindern verlassen (gen Schwiegereltern in Süddeutschland).
Ich glaube nicht, dass es da angemessen /unangemessen gibt. Das ist eine Risikoabwägung, die jeder für sich selbst treffen muss. Wenn ich weiter machen würde wie bisher und mein Baby steckt sich in den Öffentlichen an, dann würde ich mir das nicht verzeihen. Ich nehme da lieber Einschränkungen in Kauf. Beim letzten Ausbruch hatte ich fünf Fälle im nahen Umfeld, diesmal kenne ich bisher nur welche vom Hörensagen, aber für ungeimpfte ist die Ansteckung mit Masern nicht ein völlig unwahrscheinliches Ereignis. In die 8 von 100.000 musst du auch mit einbeziehen, dass ein Großteil der Bevölkerung ja zum Glück immun ist. Mein Baby aber nicht. Ich finde allerdings auch niemanden verantwortungslos, der mit Baby weiter macht wie bisher.Miffi hat geschrieben:Hm. Ich habe ja nun aktuell kein nicht-geimpftes Kind zuhause und Öffis habe ich noch nie gern benutzt (zu voll, zu unpünktlich, zu teuer), vielleicht sehe ich die Dinge deswegen etwas anders. Aber: Im von den Masern am Schlimmsten betroffenen Bezirk (Reinickendorf) gab es letzte Woche 20 Masernfälle, das sind 8 pro Hunderttausend Einwohner. Acht. Auf hunderttausend.
Ich würde einen großen Bogen um die Kita machen, wenn dort Masernfälle aufgetreten sind und vielleicht würde ich auch die Menschen, die meinem Kind regelmäßig nahekommen, fragen, ob sie geimpft sind. Im Moment kenne ich aber wirklich Leute, die a) Berlin mit Kindern verlassen (gen Schwiegereltern in Süddeutschland) oder b) nur noch mit ihrem Kind zuhause sind und weder Supermärkte betreten, noch Spielplätze, noch öffentliche Einrichtungen aller Art. Und ich muss sagen, dass ich das angesichts der Fallzahlen nicht für angemessen halte, obwohl ich die Sorge vor Masern verstehen kann.