LottiBerlin hat geschrieben:Hallo Nuala, ich platz hier nur kurz rein um Dir und Deiner Großen ganz herzlich zur Einschulung zu gratulieren! Alles, alles Gute!
Du Liebe, jetzt bin ich voll gerührt... DANKE!!!!!
Es war wundervoll! Einfach nur... wie Nachhause-Kommen.
Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich in dieser Schule selbst in der Oberstufe war. Ein alter Lehrer von mir hat uns gleich mit einer herzlichen Umarmung begrüßt - wir haben uns so willkommen gefühlt! Die Stimmung war feierlich und liebevoll, aber ohne gekünstelt oder aufgesetzt zu sein.
Der Ablauf war fantastisch eingeübt. Anfangs trat die gesammelte Lehrerschaft auf und sang zwei Lieder - erst ein feierliches, dann ein fröhliches. Dann trat die Partnerklasse auf (die ehemalige Klasse unserer jetzigen Klassenlehrerin) und die Lehrerin - eine ganz tolle Frau - begrüßte alle. Dann rief sie die Kinder nach Alter auf (also das älteste Kind als erstes).
Meine Große ging mutig und freudig zum Rosentor und wurde zum ersten Mal von ihrer Lehrerin begrüßt.
Überhaupt war es spannend zu beobachten wie unterschiedlich die Kinder diesen doch schweren und unheimlichen Gang alleine (alle schafften es alleine) bewältigten: manche hüpften fast nach vorne, manche sah man an wie viel Überwindung es brauchte, von denen wurden wiederum einige ganz langsam, fast wie erstarrt, andere ganz schnell nach dem Motto dann ist es schnell vorbei... Die Lehrerin schaffte es aber alle zu beruhigen mit ihrer herzlichen liebevollen Art, so dass dann alle ruhig und stolz mit ihren Sonnenblumen vorne standen. Denn nach dem Begrüßen durch ihre Lehrerin bekamen sie von einem großen Kind die Sonnenblume und wurden auf ihren Platz geführt. Am Schluss standen dann also statt der großen Schulkindern nur noch die neuen Erstklassler samt Sonnenblumen auf den Holzstufen der kleinen Bühne und wurden am Schluss ("Das ist unsere neue erste Klasse!") mit feierlichen Applaus von allen bejubelt.
Danach setzten sie sich nach vorne und die Lehrerin begann ein Märchen zu erzählen. Alle lauschten gespannt - auch die Eltern. Doch der Schluss wurde erst im Klassenzimmer erzählt. Dazu bildeten die Kinder eine lange Schlange und verließen mit ihrer Lehrerin den Festsaal. Wir Eltern blieben gerührt und stolz zurück und einige waren enttäuscht weil sie den Schluss der Geschichte nicht kannten (ich schon, hehehe).
Meine Tochter erzählte mir, dass sie sich in der Klasse gemeinsam aussuchten wo wer sitzt (die neben ihrem Kindergartenfreund) und dann das Ende erzählt bekamen. Dann gab es den Abschlussspruch und danach wurden sie nach unten geführt wo die Eltern auf sie warteten.
Es war so berührend da auf sie zu warten. Mein Mann und ich sind seit unserem Waldorfschultagen zusammen. Hier standen wir als Schüler - hier,wo alles begann mit uns, als wir 17 und 18 Jahre alt waren. Und hier stehen wir wieder und warten auf unsere Tochter, die ein Schulkind ist. Und alles ist wie früher, so warm und wunderbar.
Sie kam strahlend und wir gingen dann in den angrenzenden Park, wo sie dann die Schultüte bekam.
Es war eine Freude und ich bin jede Sekunde dankbar, dass wir nach jahrelangen Hin- und Her (welche Schule? Überhaupt Schule?) SO entschieden haben.
Ein Foto folgt eventuell noch, falls ich's technisch hinbekomme.