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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 15:25
von Lösche Benutzer 22277
Noch ein PS, es ist zwar physiologisch also normal, dass der Ferritinwert in der Schwangerschaft absinkt (alleine da das Blutvolumen erhöht ist), dennoch sollte ggf. bei sehr niedrigen Werten supplementiert werden.
Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 15:41
von bluestar
Raya hat geschrieben: 08.10.2018, 15:17
Muttermilch enthält Lactoferrin, welches vom Körper sehr gut aufgenommen wird, so dass die Eisenspeicher des Kindes so schnell nicht leer werden. Der Eisengehalt der Muttermilch ist über die gesamte Stillzeit stabil.
Im Einzelfall kann es sein, dass ein Kind schon mit unzureichend vollem Eisenspeicher zur Welt kommt. Wie erwähnt bei einer Frühgeburt, da die Speicher des Fötus am Ende der Schwangerschaft gefüllt werden. Oder wenn die Mutter im dritten Trimenon eine Eisenmangelanämie hatte (oder einen Speichereisenmangel).
Ein Kaiserschnitt kann auch zu einem Mangel führen, da ja die Nabelschnur nicht auspulsieren kann (es wird diskutiert, ob man das ggf nicht doch auch beim Kaiserschnitt machen kann, ist aber noch nicht Standard). Bei auspulsierter Nabelschnur haben die Babys signifikant mehr Eisen im Körper.
Bei Verdacht auf Eisenmangel würde ich erst einmal Ferritin und CRP bestimmen lassen (CRP, weil bei einer Entzündung der Ferritinwert falsch hoch sein kann).
Meine große Tochter hatte mit acht Monaten einen exzellenten Ferritinwert, obwohl sie zu dem Zeitpunkt nur winzige Mengen Beikost aß.
Fazit, im Einzelfall kann ein Eisenmangel beim Kind auftreten, es gibt aber wenig Gründe, pauschal jedem Kind Eisen zu supplementieren (aufgrund der Nebenwirkungen).
wow, Raya, 1000 Dank für die ausführliche Info!
Von einer Frühgeburt kann bei uns nicht die Rede sein, die Kleine kam 41+3

. Bei mir wurde standardmässig nur der Hämoglobin erhoben, Ferritin wurde nicht gemacht, aber ich hab während der gesamten Schwangerschaft Eisen genommen da wir ziemlich hoch leben und so wohl der Sauerstofftransport im Blut besser gewährleistet ist. Nabelschnur haben wir auspulsieren lassen.
Dann werde ich mal eher schauen ob sich bei ihr in einer paar Wochen Anzeichen finden lassen für einen Eisenmangel und dann ggf. überprüfen lassen. Aber auf Verdacht gebe ich ihr die Tropfen dann wohl eher nicht. Dachte ichs mir doch, ich fand das übertrieben...
Liebe Grüsse!
Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 15:47
von Lösche Benutzer 22277
Gern geschehen!
Anzeichen für einen Eisenmangel wären zum Beispiel geringer Appetit, häufige Infekte, blasse Schleimhäute.
Ohne begründetem Verdacht hätte ich unserer Tochter damals kein Blut abnehmen lassen und würde es auch nicht empfehlen (beim Kind gab es eine unzureichende Gewichtszunahme, es wurden Eisenmangel und Zöliakie ausgeschlossen).
Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 15:53
von bluestar
Super, danke Dir nochmal! Ich behalte das im Auge, bis jetzt gibt es bei uns keine Anzeichen.
Blut abnehmen ohne Verdacht würde ich auch nicht machen. Hoffe das hat sich dann bei Deiner Tochter geklärt!
Ich spreche den Kinderarzt bei der U5 diese Woche dann auch nochmal drauf an, vielleicht hab ich da auch was falsch verstanden (Stilldemenz und so

).
Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 16:01
von Lösche Benutzer 22277
Meine Tochter hat einfach nur ihre eigene Perzentile gefunden, sie nimmt seitdem entlang der neuen Perzentile zu...
Viele Kinderärzte erzählen dieses Märchen, man müsse ab dem siebten Lebensmonat unbedingt Fleisch geben (oder supplementieren), da die Muttermilch "nicht mehr genug Nährstoffe" hätte. Ein Mangel ist bei einem gesunden, reif geborenen Kind mit gesunder Mutter aber eher unwahrscheinlich.
Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 16:05
von Myla
Hier wurde mit 12 Monaten Blut abgenommen, da die Kleine da noch keine nennenswerte Menge Beikost aß, also nicht wenig und kleine Portionen, sondern so gut wie nichts.
Der Kinderarzt wollte sichergehen, dass kein Eisenmangel vorliegt und sie aus dem Grund unter Appetitlosigkeit leidet (kann Begleiterscheinung bei Eisenmangel sein), weil sie auch generell ein sehr hellhäutiges Kind ist. Erst wenn das der Fall gewesen wäre, wäre Eisen supplementiert worden. War aber nicht.
Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 16:10
von pqr
Ich denke, ab 6 Monaten sollte zumindest Eisenhaltige Beikost angeboten werden, ob es sie annimmt kann das Kind entscheiden. Dies muss aber kein Fleisch sein (,kann aber.) Eisentropfen pro forma halte ich auch für unnötig.
Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 16:36
von Lösche Benutzer 22277
Gut zu wissen ist auch, dass man gerne vor und/oder nach der Beikost die Brust anbieten sollte, da das Laktoferrin dazu führt, dass Eisen aus der Nahrung gut resorbiert wird. Leider habe ich auch schon von Müttern gehört, dass ihnen empfohlen wurde nicht vor oder nach der Beikost zu stillen - es gilt aber nur für Kuhmilch, dass diese die Resorption von Eisen hemmt.
Vitamin C verbessert die Resorption von Eisen, man kann zum Beispiel Hirse mit Obst kombinieren.
Meine Tochter wiederum mag und mochte von Anfang an gerne Fleisch, zum Beispiel Eintopf mit Hackfleisch, und hat sehr ungern Getreide-Obst-Brei oder ähnliches gegessen. Das hängt echt stark vom Kind ab.
Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 16:49
von bluestar
Danke für die Rückmeldungen!
Klar, Eisen ist nicht nur Fleisch und Vitamin C zur Resorption wichtig. In den älteren Quellen ist oft auch noch von Fruchtsaft als Getränk die Rede um das zu unterstützen, das wird ja heute nicht mehr empfohlen.
Was die kleine Maus dann letztendlich essen wird bin ich auch gespannt! Sie kriegt jedenfalls was sie möchte, ich bin da nicht festgelegt.
Aber von den Eisentropfen nehmen wir erstmal Abstand würde ich sagen!
Viel gelernt heute, danke nochmal!
Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 08.10.2018, 23:36
von Lämpchen
delfinstern hat geschrieben: 08.10.2018, 15:07
Es kann sich immer ändern... Gerade bei Erkältungen wars beim Zwerg deutlich anders, oft schleimiger, wie als wenn er massenhaft Rotz schluckt.
Danke! Ja, schleimiger wars auch manchmal ... Und dann hab ich noch gelesen, dass es grünlicher sein kann, wenn das Kind hauptsächlich die wässrige Milch vom Anfang erwischt, weil es nur kurz stillt. Aber ich kann sie ja nicht zwingen, länger zu trinken. Mit der Milch wird ja alles noch ok sein...