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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 08.09.2022, 09:14
von 7erendipity
Myeskathry hat geschrieben: 06.09.2022, 21:30
catmastah hat geschrieben: 06.09.2022, 14:29 Ich frag mal hier nach, wir waren am Wochenende in Purgstall und der Samstag war gut verregnet.
Nun gibt es überall Flecken und bei meinem Gelben Überkleid (Wolle) ((dass ich immer noch nicht gesäumt habe….)) bekomme ich die Flecken nur durch ausbürsten leider nicht hinaus.
Habt ihr Tipps für mich?

Ich hab bis jetzt nur gebürstet (weiche Schuhbürste) und da dann auch mit der Holzseite drüber geschrubbt - was erstaunlich gut.
Aber eben nicht komplett
Ich würde es waschen. Die meisten unserer Wollstoffe halten das Wollwaschprogramm unserer Waschmaschine aus. Aber das Programm ist zahm zu echten Flecken. Die bekomme ich meist nur mit einer Handwäsche oder mit Einweichen in warmem Wasser mit Wollwaschmittel heraus. Zwei Stunden Einweichen mit leicht Durchkneten dann und wann und anschließend ins Wollwaschprogramm funktioniert auch recht gut.
Ich nehme das Wollwaschmittel von d*m. Das enthält auch Lanolin. Herausbürsten ist für groben Dreck gut. Aber vieles geht eben doch nicht raus.

Ich bin mir gerade nicht sicher, aber ich glaube es gibt kein extra Thema für Spinnen und Weben. Beim Spinnen bin ich voll dabei. Ich vernachlässige das Nähen zur Zeit 😂. Meine Freundin hat einen großen Webstuhl Zuhause. Der will gefüttert werden.

Das mit dem Bast klingt ja spannend! Ich habe das schon öfter gehört. Machst du da “Strohhüte“ draus oder was?
Genau, so Strohhut-ähnlich wird das, je nachdem mit welcher Technik man das macht.
Die Frau, die mir die Techniken gezeigt hat, war eher so im Frühmittelalter angesiedelt, die Techniken sind jedoch viel viel älter.
Ich habe hier mal ein Video von Sally Pointer, die unfassbar viel und toll dazu veröffentlicht hat:
https://m.youtube.com/watch?v=HmXqSlxLN_Q
Um mal ein bisschen eine Vorstellung zu bekommen. Ich habe mit meiner ältesten Tochter die Brombeeren und Brennnesseln gesammelt und verarbeitet, das können Kinder schon gut lernen und es macht richtig Spaß.

@Cat: wow, hast du das geschmiedet?

Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 08.09.2022, 13:32
von Myeskathry
Ja, aus Brennesseln haben wir auch schon mal Fasern hergestellt. So mittel erfolgreich. Aber eher zum Spinnen.
Mit Bast habe ich noch nicht selbst gearbeitet. Nadelgebunden als Strohhut kann ich mir echt gut vorstellen. Ich frage mich nur für welche Zeit und Verortung man dafür Belege auftreiben kann? Das ist ein sehr spannendes Thema.
Nadelgebunden habe ich bisher nur wenig und mit Wolle. Nicht unbedingt meine liebste Handarbeit. 😅

Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 08.09.2022, 21:00
von 7erendipity
Myeskathry hat geschrieben: 08.09.2022, 13:32 Ja, aus Brennesseln haben wir auch schon mal Fasern hergestellt. So mittel erfolgreich. Aber eher zum Spinnen.
Mit Bast habe ich noch nicht selbst gearbeitet. Nadelgebunden als Strohhut kann ich mir echt gut vorstellen. Ich frage mich nur für welche Zeit und Verortung man dafür Belege auftreiben kann? Das ist ein sehr spannendes Thema.
Nadelgebunden habe ich bisher nur wenig und mit Wolle. Nicht unbedingt meine liebste Handarbeit. 😅
Die genauen Belege kann ich dir nicht mitteilen, die Frau war allerdings Archäologin und hatte da schon ein ziemlich fundiertes Wissen.
Es gibt ja Bildbelege von Strohhüten an sich aus dem Mittelalter, ich könnte mir vorstellen, dass aufgrund des nicht sehr haltbaren Materials keine/nur wenige und dann eher spätere Funde vorhanden sind, kenne mich aber auch gar nicht mit dem Thema aus.

Das Stück was sie gerade angefertigt hatte aus handgezwirbeltem Brennesselgarn war auch eher so Haubenartig; ich könnte mir auch vorstellen, dass das eher so beim arbeiten getragen wurde (auch z. B. Strohhüte als Sonnenschutz).

Seit wann wird denn gestrickt, weißt du das? Nadelbinding ist ja sehr sehr alt, gerade

Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 08.09.2022, 21:37
von Myeskathry
Genaues weiß ich dazu nicht. Bei uns in Dt soll das Stricken wohl ab dem 14. Jh. Als Zunft auftauchen, wenn ich mich richtig erinnere. Aber Angabe ohne Gewähr! Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Technik flächendeckend bekannt war oder das Pullover und Strickjacken gestrickt wurden. In erster Linie wurden damit Kleintextilien wie Socken, Handschuhe und sowas hergestellt. Irgendwann hatte ich da mal einen Artikel zu gelesen. Das könnte auch schon wieder vier Jahre her sein.
Nadelbinden kommt dagegen offenbar in vielen alten Kulturen vor - mit verschiedenen Stichen die jeweils bevorzugt wurden. Gehalten hat sich die Technik z.B. in Skandinavien bis heute.

Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 10.09.2022, 13:42
von Mijoco
Ich hüpfe kurz mal rein, staune sonst immer nur stumm, was ihr so zaubert. Ich habe irgendwann mal Brettchenweben ausprobieren dürfen und davon noch das Zeug hier rumliegen. Ich stelle es gerne in der Kruschelkiste ein, falls jemand Interesse hat. Ich wäre froh, wenn es irgendwo benutzt würde, hier füllt es nur die Schublade.

Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 10.09.2022, 13:48
von Aiyana
Da hätte ich Interesse, was genau hast du denn? Bettchen und Schiffchen mind.?

Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 10.09.2022, 14:37
von Mijoco
Habe gerade nochmal reingeschaut. 20 Brettchen, kein Schiffchen.

Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 10.09.2022, 14:42
von Aiyana
Was sind das für Brettchen? Holz oder papier?

Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 10.09.2022, 14:50
von Mijoco
Dürfte Papier sein, also fühlt sich nicht nach Holz an.

Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie

Verfasst: 10.09.2022, 15:14
von Aiyana
Ok, nehme ich trotzdem gerne. 😀