Silja86 hat geschrieben:Serafin, da sprichst du im Scherz was an, was mir neulich von einer Familienberaterin gesagt wurde, die auch die ansprechperson bei Schreibabys bzw Babys mit "schlechtem" Schlaf ist:
Es ist wichtig, dass Kinder rechtzeitig in ein eigenes Bett bzw Zimmer umziehen. Es gäbe teilweise Kinder, die noch im Grundschulalter zu den Eltern ins Bett kommen (und das sei problematisch...). Besonders falsch sei das bei Alleinerziehenden Müttern, die besonders ihre Söhne bei sich im Bett schlafen lassen würden, weil die Kinder dann ja ein Partnerersatz wären und das auch etwas sexuell übergriffiges beinhalten würde.
Tatsächlich habe ich diese Interpretation des familienbettes (bei Alleinerziehenden Müttern) schon öfter gehört und finde das richtig schlimm. Da wird ein normales menschliches (kindliches) Bedürfnis derart pathologisiert bzw auf ganz krude Art und Weise wird den Müttern Übergriffigkeit attestiert, ohne, dass es dafür rationale Anhaltspunkte gibt.
Das sind irgendwie so gesellschaftliche Vorstellungen, die allein auf merkwürdigen moralischen Annahmen beruhen.
Kennt ihr diese These, Alleinerziehende Mütter ließen ihre Kinder bei sich im Bett schlafen (unterstellt wird hierbei ja, die Kinder würden das von sich aus gar nicht wollen, sondern der Mutter zu Liebe machen), um ein eigenes Bedürfnis zu erfüllen?
Nein, kannte ich nicht. Ist ja furchtbar. Warum zum Geier sehen die Leute gleich überall Sex? Was stimmt mit denen nicht?
Es ist gar nicht so lange her, da schlief zumindest in ärmeren Haushalten regelmäßig die ganze Familie in nur einem Bett. Weil man gar nicht so viel Platz hatte und es im Winter arschkalt war. Das war früher normal.
Ein Bedürfnis nach Nähe innerhalb der Familie ist doch nichts schlechtes. Ich hab mit beiden Eltern viel gekuschelt, noch als Teenager, und da war garantiert nichts anstößiges dran.
Ich will meinen Sohn bestimmt nicht ewig bei uns im Zimmer haben. Aber aktuell ist es gut und richtig so und ich sehe das Problem nicht, wenn er später noch ab und zu zu uns geschlichen kommen sollte. Ich glaube, viele vergessen völlig, wie man sich als kleines Kind fühlt, wenn man einen Albtraum hatte, sich vor Gewitter fürchtet etc. Da kann die Nähe zu Mama oder Papa echt einen großen Unterschied machen.
Zum ersten Mal Mama, Sohn wurde 04/2017 geboren.