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Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 12.12.2025, 07:50
von Doro31
Hier ist es so ruhig - wie geht es Euch und den Pferden?
Ich hätte meiner Stute gestern gerne eine Medaille verliehen: Auf dem Rückweg vom Stall bin ich einen Feldweg zwischen größeren Ackerflächen entlanggeritten, als plötzlich hinter dem Wäldchen schräg vor mir ein Hubschrauber auftauchte und in unsere Richtung flog. Er flog ziemlich tief, knapp über der Überspannungsleitung hinweg, die neben dem Weg verläuft. Und er ist wirklich
genau über unseren Kopf geflogen. Ich saß auf dem Pferd und habe versucht, möglichst entspannt zu bleiben. Betonung auf versucht

Aber meine Stute hat nur einmal kurz den Kopf gehoben und ist weitergelaufen, als ob nichts wäre.

Keine 15 Sekunden später kam ein anderer Hubschrauber von hinten, der knapp über dem Boden flog, diesmal seitlich in vielleicht 50 m Entfernung an uns vorbei. Hat meine Stute nicht die Bohne interessiert. Und hej, das Ding war echt laut und riesig!
Das muss wohl irgendein Militärmanöver gewesen sein, zumindest der zweite war eindeutig Bundeswehr, beim ersten dachte ich noch an einen Rettungshubschrauber.
Jedenfalls war ich meiner Stute sehr, sehr dankbar für ihre Coolness. Und sehr erleichtert, als die Helis endlich verschwunden waren.
Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 12.12.2025, 11:21
von Elena
Oh, sehr tapferes Pferd!!!
Meiner findet Maschinengeräusche ganz okay, auch Hubschrauber (wobei wir derart nahe Begegnungen noch nicht hatten). Dafür hat er seit etwa einem halben Jahr eine totale Wildschweinphobie. Im Sommer waren wohl mal welche auf der Weide - entweder hat er die direkt gesehen oder nur gerochen/gehört. Jedenfalls ging Weide ab dem Zeitpunkt nicht mehr und er ist mir seitdem zweimal aus dem Gelände abgehauen und im gestreckten Galopp nach hause geflitzt, weil er wohl etwas gehört/gerochen hat. Er wird dann stocksteif, zittert sogar ein bisschen, die Augen fallen ihm fast raus und dann dreht er ab und weg ist er. Einmal war unsere Stute mit meiner Tochter drauf dabei, die ist dann hinterher gerast bis nach hause. Meine Tochter hat sich tapfer oben gehalten und niemandem ist was passiert (naja, der Kappzaum war mal wieder gerissen

).
Jetzt mache ich erstmal keine Geländespaziergänge mehr und arbeite aber an einer wildschweinfreien Route. Dafür ist er bei der Dressurarbeit total lieb und motiviert. Wir können mittlerweile ganz viel an der Hand machen, in allen Gangarten, weil er so gesetzt galoppiert, dass ich nebenher gehen kann.
Unsere Stute ist ein absoluter Goldschatz. Sie ist soooo ein tolles Kinderpferd, rastet nie aus. Naja, sie macht schon mal einen Buckler, besonders im Winter, und wird im Gelände oder beim Springen auch richtig heiß. Die 12jährige kriegt das auch noch nicht ganz gehändelt. Aber die 14jährige springt mittlerweile souverän einen E-Parcours mit ihr. Letzte Woche waren wir mit ihr im Nachbarstall auf einem kleinen Turnier. Sie war ganz schön aufgeregt und hat ihr spanisches Temperament ausgepackt. Es haben aber alle unverletzt überlebt. Sie ist schlau und geschickt und ein tolles Trailpferd, denke ich. Da machen wir den einen oder anderen Lehrgang, wenn es etwas in der Nähe gibt.
Was richtig, richtig toll ist, ist, dass sie ein Teilzeit-Offenstallpferd geworden ist. Die Besitzerin ihrer Pferdefreundin hat nämlich eine Wiese im Nachbardorf, und da gehen die beiden Pferde oft hin. Wir haben mittlerweile einen Teil als Paddock abgetrennt, so dass wir das das ganze Jahr über nutzen können. Da haben die jetzt 400qm Paddock mit Zelt, Heuraufe und zu 2 Dritteln Kunstrasenbelag. Wir schaffen es nicht, sie jeden Tag hinzubringen, aber oft sind es 5 Tage die Woche. Im Sommer schlafen sie auch oft dort. Ich würde ihr natürlich auch Vollzeit Offenstall gönnen, aber dann können wir die Reitanlage nicht mehr nutzen. Und für die Kinder wäre das auch nicht mehr mit dem Rad alleine machbar. Es ist aber erstmal ein super Kompromiss so.
Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 12.12.2025, 20:57
von PaleFire
Ich kann hier jetzt auch ein bisschen mitschreiben, weil ich seit diesem Monat eine RB habe

auf einem 15-jährigen Wallach, Englisches Vollblut. Er ist sehr groß und schlaksig

, aber ein ganz Lieber. Nur etwas schreckhafter ist er, als die anderen Pferde am Stall, die ich bisher geritten habe (Hafis und Tinker

). Momentan gewöhnen wir uns noch aneinander und machen noch nicht so viel Spektakuläres

, er ist Western ausgebildet und wird von mir auch so geritten. Er geht auch echt schön am langen Zügel, trotz seines Temperaments.
Bei mir hat sich das Reiten und generell das am-Stall-Sein sehr intensiviert, seit meine Reitlehrerin, die gleichzeitig Stallbesitzerin ist, im Oktober einen schweren Unfall hatte (ich hatte damals im geschützten Bereich einen Thread dazu aufgemacht), den ich miterlebt habe. Ihr geht es soweit wieder ganz okay, aber sie braucht einfach noch viel Hilfe und irgendwie hab ich seit dem Unfall ein ganz tiefes inneres Bedürfnis, ihr zu helfen und sie zu unterstützen, so gut es geht. Ich bin 2-3 mal die Woche in der Früh da, um beim füttern etc. zu helfen und wenn es geht, miste ich auch noch. Ich muss sagen, dass ich fast die Einzige bin, die ihr so regelmäßig hilft, aber das mag eben auch damit zu tun haben, dass ich bei dem Unfall dabei war. Jedenfalls liebe ich die viele Zeit am Stall

und bin echt gerne dort.
Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 13.12.2025, 20:01
von Plueschwuschel
Wir haben ein neues Familienmitglied:
Flóki, ein dreijähriger Islandwallach. Er hat den Platz unseres verstorbenen Familienpferdes eingenommen und füllt die wirklich großen Fußstapfen bisher tatsächlich aus. Er ist ein Schatz, Angst vor nichts, immer gespitzte Ohren, vor allem mit den Kindern. Angeritten ist er noch nicht, aber ich bin ganz sicher, dass wir gut zusammenwachsen werden, wenn er soweit ist. Nachdem wir pferdemäßig wirklich viel Pech hatten, mit unserem ersten Herz und dann auch noch mit der RB (nie wieder...), ist er unser absolutes Glück

Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 13.12.2025, 20:33
von Doro31
Herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienmitglied! Das klingt schon wirklich toll mit ihm!
Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 15.12.2025, 08:02
von Apis
Der schaut richtig süß, interessiert und freundlich aus, Plueschwuschel.
Ich hoffe es läuft weiterhin so gut mit ihm!
Bei mir hat es sich jetzt (erstmal) so ergeben, dass die Besitzerin die Stute doch erstmal nicht verkaufen wird. Ich reite/bewege sie 2x pro Woche, die andere RB ebenfalls. Die Besitzerin versucht jetzt auch 2x die Woche etwas mit ihr zu machen. Dieses regelmäßigere gearbeitet werden tut ihr gut und so langsam merke ich Fortschritte. Aber es waren jetzt auch zähe Wochen, wo ich dachte wir finden gar nicht zusammen…
Eine tiefere Zuneigung habe ich leider noch nicht entwickeln können. Aber ich bin auch nicht der Typ, der jedes Pferd/Pony sofort fantastisch findet. Bisher gab es in meinem über 30 jährigen Pferdemenschleben 3 Pferde/Ponys, die mir sehr schnell ans Herz gewachsen sind. Das sagt glaube ich schon einiges aus…
Gegen den Kauf genau DIESES Pferdes haben die Sarkoide letzendlich den Ausschlag gegeben.
Dazu kam eine realistische Einschätzung der Situation und unseres Alltages. Diese hat mir gezeigt, dass ein eigenes Pferd nicht passt. Wenn es ein Tier gäbe, was wir drei alle reiten könnten, wäre das ganz eventuell vielleicht möglich. Aber das ist aufgrund der Größe der Jüngsten noch nicht möglich. Sie passt ideal auf das 1,20/1,25m Pony, welches sie als RB hat. Außerdem müssten wir dafür auch das Pflegepferd aufgeben, wo wir neben unserem festen Dienst an einem Nachmittag immer wieder mal weitere Stalldienste (Offenstall in Eigenregie) übernehmen. Diese Zeit hätten wir mit eigenem Pferd nicht mehr. Doch der Kerl ist ein Herzenspferd und wird so lange von uns weiter begleitet und betreut, bis er über die Regenbogenbrücke zieht. Er ist 30 Jahre alt und hat seine Baustellen, aber jeden Tag, den es ihm noch gut geht und er uns interessiert entgegenkommt, genießen wir.
Außerdem sehe ich auch die hohen finanziellen Kosten eines eigenen Pferdes und bin da nicht sicher, ob wir das auf Dauer gut tragen könnten.
Insofern sind wir weiterhin an 3 Ställen unterwegs, reiten und Pflegen insgesamt 4 Pferde/Ponys und arrangieren uns mit dem, was man vielleicht gerne ändern würde, als RB aber nicht kann.
Wobei es beim Pflegepferd eigentlich immer erholsam ist; dort passt es einfach sehr gut. Die Einstellung der Besitzerin ist der meinen sehr ähnlich und die Haltung sowie ihr Umgang mit ihm top.
Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 15.12.2025, 19:36
von Sam
Kann ich hier mal eine total naive Frage in die Runde stellen: wie schwierig ist es, Ponys, also Islandpferde oder noch kleiner, selbst zu halten? Wir halten derzeit Schafe, im Offenstall, und manchmal erwischt mich mein damals sehnlicher Mädchenwunsch nach einen eigenen Pferd. Aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was es alles braucht, um kleine Pferde gut zu halten. Die Schafe haben Weide, frisches Gras und Heu zur freien Verfügung, bekommen täglich ein paar Körner als Leckerli und um sie zutraulich zu halten. Sie haben einen Offenstall mit Stroh und eine Tränke. Sie müssen einmal jährlich geschoren werden und Hufpflege bekommen, manchmal auch entwurmt werden. Das wars eigentlich. Was brauchen (kleine, robuste) Pferde, um glücklich und gesund zu sein?
Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 15.12.2025, 20:39
von Doro31
Ich fange mal an, meine Liste wirdaber sicher noch nicht vollständig sein...
- Offenstall ist schonmal gut

- Pferdegesellschaft
- Hufbearbeitung alle 6-8 Wochen
- Entwurmung, Impfung
- je nach Rasse muss das Futter rationiert werden, sonst hast Du Kugeln mit vier Beinen dran... Also u. U. sollte es einen Auslauf geben, auf dem nichts Fressbares ist. Meine Isistute z. B. darf etwa alle 3 Stunden 15 Minuten fressen, außerdem kommt sie 2- 4 Stunden am Tag auf die Weide.
- täglicher Kontrollblick, ob alles ok ist ( brauchen die Schafe aber bestimmt auch?)
- immer mal wieder putzen und führen, damit das im Zweifelsfall abrufbar ist
Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 16.12.2025, 05:43
von Sam
Ja klar, die werden täglich besucht und sind auch in Sichtweite vom Fenster.

Du meinst, Pferde sollten gar nicht den ganzen Tag auf die Weide dürfen? Bzw. eher in so einen Bereich wie bei Pferdeställen, wo der Untergrund sandig/mit Sägespänen ist.
Re: Der Pferde-Fred
Verfasst: 16.12.2025, 08:30
von Kambly
Sam hat geschrieben: 16.12.2025, 05:43
Ja klar, die werden täglich besucht und sind auch in Sichtweite vom Fenster.

Du meinst, Pferde sollten gar nicht den ganzen Tag auf die Weide dürfen? Bzw. eher in so einen Bereich wie bei Pferdeställen, wo der Untergrund sandig/mit Sägespänen ist.
Es kommt halt aufs Pferd an. Es gibt schon Pferde, die können gut 24 Stunden auf einer mageren Wiese stehen. Aber andere (und vor allem Ponys), die dann Probleme haben.