Ich hatte heute eine bindungsorientierte Elternberatung und möchte diese zusammenfassen, vielleicht hilft es jemandem.
Also grob gesagt: Tränen, die am Tag nicht geweint werden (dürfen) werden oft nachts geweint.
Ich scheine leider eine ziemliche "Angst" vor Babytränen entwickelt zu haben. Trösten ist wichtig und richtig, aber ich muss lernen, dass man das Weinen nicht immer abstellen kann und das Baby auch einfach mal erzählen darf, dass es gerade was super doof findet. Die Meeresprinzessin ist satt, sauber, nicht müde und quengelt. Statt sofort das Quengeln abzustellen, sie abzulenken, ihr Essen oder Schnuller oä in den Mund zu stecken, einfach der Meeresprinzessin widmen und sagen : "du findest das jetzt grad ein bisschen doof, ich versteh das und ich bin bei dir und höre dir zu" und dann empathisch widmen, zuwenden aber nicht die Unzufriedenheit sofort wegzumachen versuchen. Wenn sie dann richtig weint, hochnehmen, trösten, wiegen. Aber ihr dann auch wieder Raum geben, sich selbst zu regulieren.
Andere Situation: sie sitzt im Hochstuhl, ich mach grad noch das Essen fertig. Sie ist unzufrieden. Gefühle benennen, zuwenden, ev Löffel in die Hand und kurz fertig kochen mit den Worten: "Ich sehe und höre dich, du bist unzufrieden, ich bin da. Aber wir brauchen alle ein Mittagessen, ich mache das jetzt kurz noch fertig".
Ehrlich gesagt, war ich der Meinung, dass sie sowas mit 8 Monaten nicht versteht und ich dazu da bin, sofort alles stehen und liegen zu lassen im ersten Babyjahr...
Und weinen und quengeln will ich abstellen und wegmachen, am besten sofort aber das ist für die psychische Entwicklung gar nicht so gut. Wir haben alle unsere Bedürfnisse und klar, als Jüngste kommt sie zuerst, wenn sie Hunger oder Unwohlsein hat, aber auch die Bedürfnisse der anderen Familienmitglieder zählen. Sogar meine...

Zum Thema Schlaf hab ich ein Konzept an die Hand bekommen, das ich anwenden kann, wenn es sich stimmig anfühlt.
Vor dem Einschlafen ausreichend stillen, ruhig ein bisschen wach halten dabei und fucken, daas sie gut trinkt "Jetzt kannst du essen und trinken bevor wir dann schlafen gehen". Also schlafen und stillen ein Stück weit trennen.
Mit der Meeresprinzessin im Arm auf einen Stuhl oder den Gymnastikball setzen, sie im Arm halten, sanft wiegen. Wenn sie weint, Empathie zeigen, "du bist jetzt ganz schön müde" Das Meckern und Erzählen aushalten, einfach da sein, empathisch und ruhig. Wenn sie richtig zu weinen beginnt, mehr wippen, herumtragen, sanft beruhigen, angenehm fest an sich drücken. Wenn sie sich beruhigt hat, wieder mit ihr hinsetzen, "Ich wollte dir nicht ins Wort fallen". Vielleicht möchte sie noch was loswerden. Aushalten, da sein. Bei mehr schreien wieder aufstehen...Das kann durchaus 20 Minuten dauern.
Wenn sie dann ganz entspannt ist, kurz vorm Einschlafen, die Atmung ruhig ist, dann noch 3-4 Minuten warten, mit einem Ruck aufstehen, oft gehen die Augen dann nochmal auf und es wird nochmal geweint an sich drücken "Du hast mir noch was zu sagen" ein Küsschen geben, "ich leg dich jetzt schlafen" dann langsam über die Seite ablegen, ganz langsam und behutsam, baby 3-4 Minuten drücken, kuscheln, Hand halten und dann verabschieden.
Bei meckern schukeln, wiegen. Bei Schreien hochnehmen "komm ich erkläre es nochmal" und sanft wiegen, beruhigen, ablegen. Vor dem Aufstehen nochmal drücken, einfach einen kurzen Impuls geben, dass man jetzt geht aber trotzdem immer da ist.
Wenns trotzdem nicht funktioniert, wie gewohnt zum Schlafen bringen und nächsten Tag wieder probieren. Es sollte immer besser werden. Wichtig wäre, dem Baby zu helfen, da zu sein aber die letzten Sekunden vom Einschlafen nicht abzunehmen. Das Baby sollte die Orientierung behalten und nicht irgendwo aufwachen, wenn es ganz woanders eingeschlafen ist. Babys können die Schlafphasen besser verbinden, wenn sie selbst die letzten Sekunden des Einschlafens meistern und wir ihnen vorher sanft helfen und sie ruhig begleiten. Nachts stillen nach Bedarf, aber wenn möglich nicht ganz bei der Brust einschlafen lassen, sondern Brust sanft lösen, wenn es schon fast schläft und selbst einschlafen lassen, angenehm drücken dabei um dem Baby zu zeigen, ich bin da und du in Sicherheit.
Ich wollte es einfach mal da lassen und werde mal beobachten, was ich damit anfangen kann...