Der Pferde-Fred

Basteltipps, Handarbeiten, sonstige Freizeitaktivitäten mit und ohne Kind(er)

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Doro31
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von Doro31 »

Für Kindererziehung und -verhalten gibt's hier im Forum ja immer jede Menge gute Tipps, vielleicht fällt Euch ja auch zu meinem Pferd was ein? :lol:

Meine Stute hat extreme Angst vor Kühen. Also wirklich extrem, näher als 50 Meter komme ich mit ihr an keine Kuh ran :roll: Da ist es auch völlig egal, ob wir mit anderen unterwegs sind oder nicht. Wobei Kühe im Stall immerhin weniger furchteinflößend sind als auf der Wiese, vielleicht weil da weniger zu sehen ist?
Jedenfalls gibt es in der Nähe des Stalles einen Hof mit Kühen. Die Kühe sind meist auf einer Wiese, die so weit weg ist von der Straße, dass selbst meine Stute dran vorbeiläuft (nicht ohne misstrauisch hinzugucken natürlich am Anfang des Jahres, im Laufe des Sommers wird es besser). Vorgestern aber hatten sie auf einem schmalen Streifen an der Straße zwei Kühe extra stehen als "Rasenmäher". Prima, dachte ich, ich mache ein bißchen Kuhtraining. Also habe ich meine Stute in die Nähe geführt, bis so knapp vor den Punkt, wo ich merkte, dass sie nicht weitergehen würde. Da habe ich sie stehenlassen, Leckerli gegeben und versucht zu beruhigen. Mein Pferd stand da mit geblähten Nüstern und hat immer wieder laut geblasen. Irgendwann einmal hat sie auch angefangen, vom Wegrand ein bißchen Gras zu rupfen. Total hektisch zwar, immer wieder zwischendurch den Kopf hochgerissen und auf die Kuh gestarrt, aber immerhin. So standen wir da bestimmt 20-30 Minuten (in denen ich der Kuh sehr dankbar war, dass sie nicht auf uns zukam :wink: ), aber mein Pferd hat sich kein bißchen beruhigt. Wir sind immer mal ein bißchen rumgelaufen, ein paar Meter zurück, ein paar vor, aber es hat sich nichts geändert. Irgendwann mal ist die Kuh hinter einem kleinen Hügel außer Sicht verschwunden, und ich dachte, wir treten nun den Rückweg an. Sobald ich wieder zurück in Richtung Stall gewendet habe, hatte ich ein explosives Geschoss neben mir, das nur noch weg wollte. Und dann hat mein verrücktes Vieh beschlossen, dass das kleine Fohlen auf der Weide auf der anderen Seite nun auch ein Grund zum Durchdrehen wäre, und ist erst recht schier ausgeflippt... Ich glaube, wenn ich sie nicht mit Führkette geführt hätte, wäre sie mir auf und davon, so hat sie nur wild getänzelt, getöltet und ist vorne leicht gestiegen :roll: Und ich habe Blut und Wasser geschwitzt bei der Aktion! Am Stall hat sie sich dann zum Glück aber schnell beruhigt.

Ich bin nun aber etwas ratlos... Was mich völlig verblüfft, ist dieses Ausflippen, nachdem die eigentliche "Gefahr" ja schon vorüber war. Kennt das hier noch jemand?
Und man sollte doch meinen, dass ein Pferd, wenn es eine halbe Stunde lang eine Kuh angeschaut hat, sich doch zumindest ein bißchen entspannt, oder? Ich bin mit ihr bewusst nicht näher an die Kuh gegangen, sondern immer auf ihrem "Anfangsabstand" geblieben.

Ach ja: Die Züchterin hatte diese Kuhangst auch schon bemerkt, und meine Stute zusammen mit einer anderen und drei Kühen für zwei Wochen auf einer Weide geparkt. Das andere Pferd hat seither keine Probleme mehr mit Kühen. Meine hatte vor genau diesen drei Kühen dann wohl auch keine Angst mehr. Aber vor allen anderen Kühen weiterhin... Args. Ich glaube deswegen auch nicht unbedingt, dass ich ihr die Kuhangst absolut abtrainieren kann, aber ich will zumindest imstande sein, sie an einer Kuhweide vorbeizuführen. Es gibt ja nicht immer Ausweichmöglichkeiten...
Doro mit den drei Blondschöpfen (11/09, 07/12 und 02/15)
Jonathan
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von Jonathan »

Liebe Doro,

Eine Isländer Stute?
Mein Wallach wäre ganz genau so. Genau so. Möglicherweise hätte er sich mit seinen 22 Jahren seit heute etwas mehr beruhigt.

Umdrehen ist bei ihm immer die schlechteste Option, heimwärts mit Gefahr im Rücken wird's wild 🧐😜. Ich erinnere mich an seine jungen Jahre....tja, mh. Und ein Fohlen ist ja ein richtiger Grund, eine lahmende Ameise hätte ihm gereicht. Einfach alles..🤗.

Kuhangst hat er auch, Ziegen und Schafe sind aber auch doof. Wir haben in der Nähe so halbwilde Kühe mit langen Hörnern. Die stehen in einem riesen Gelände. Ich bin mit ihm und den Kindern dahin geritten. Die hatten gerade so niedlich kälbchen und meist sind sie irgendwo und man sieht sie aus der Ferne. Genau an diesem Tag in diesem Moment kam der Bauer und hat sie gefüttert, alle kamen hoch. Meinem armen Pony sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Ich habe nur die Kinder runter geholt und an den Wegesrand beordert und habe mein prustendes und tänzelndes Pony wieder umgedreht. Echt keine Chance mit ihm da vorbei zu kommen. Das hätte ich nur in Todesangst hinbekommen. Ich musste fast lachen. Er war sooo goldig mit Kopf hoch, wilder Blick, tänzel pruuust. Meine Nerven.
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chriss
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von chriss »

Keine auch einige Pferde mit Angst vor Kühen - da hilft nur Geduld und langsames annähern glaub ich , immer und immer wieder
Chris mit J 9/10, und S 03/13
Doro31
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von Doro31 »

Jonathan hat geschrieben: 22.05.2021, 23:20 Liebe Doro,

Eine Isländer Stute?
Mein Wallach wäre ganz genau so. Genau so. Möglicherweise hätte er sich mit seinen 22 Jahren seit heute etwas mehr beruhigt.

Umdrehen ist bei ihm immer die schlechteste Option, heimwärts mit Gefahr im Rücken wird's wild 🧐😜. Ich erinnere mich an seine jungen Jahre....tja, mh. Und ein Fohlen ist ja ein richtiger Grund, eine lahmende Ameise hätte ihm gereicht. Einfach alles..🤗.

Kuhangst hat er auch, Ziegen und Schafe sind aber auch doof. Wir haben in der Nähe so halbwilde Kühe mit langen Hörnern. Die stehen in einem riesen Gelände. Ich bin mit ihm und den Kindern dahin geritten. Die hatten gerade so niedlich kälbchen und meist sind sie irgendwo und man sieht sie aus der Ferne. Genau an diesem Tag in diesem Moment kam der Bauer und hat sie gefüttert, alle kamen hoch. Meinem armen Pony sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Ich habe nur die Kinder runter geholt und an den Wegesrand beordert und habe mein prustendes und tänzelndes Pony wieder umgedreht. Echt keine Chance mit ihm da vorbei zu kommen. Das hätte ich nur in Todesangst hinbekommen. Ich musste fast lachen. Er war sooo goldig mit Kopf hoch, wilder Blick, tänzel pruuust. Meine Nerven.
Sind unsere Pferde vielleicht verwandt? :mrgreen: Ja, eine Isländerstute. Und ja, Ziegen und Schafe sind auch doof. Wobei ich sie da mittlerweile vorbeiführen kann. Es gibt einen Hof nicht allzu weit weg, wo praktischerweise ein Schaf und eine Ziege zusammen stehen. Beide wohl schon etwas älter und ziemlich bewegungsarm - ideale "Übungsobjekte" also. Ich weiss nicht, was sich die Leute dort schon gedacht haben - ich stehe da immer wieder mit meinem Pferd rum, führe sie langsam am Gehege vorbei und wieder zurück :lol: Ich könnte allerdings wetten, dass eine ganze Schafsherde trotz aller Übung zu viel wäre...

Und - "lahmende Ameise" als Grund trifft es genau :daumenhoch:


chriss, mit Geduld und langsamem Annhähern habe ich keine Probleme. Nur damit, auf dem Heimweg dann ein Pferd neben mir zu haben, das kurz vorm Durchgehen ist... Und das, wo die "Gefahr" doch weg ist.
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Linda81
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von Linda81 »

Meiner hatte auch Angst vor Kühen. Und dann kam mein Cowboy-Freund zu Besuch. Werd ich nie vergessen. Der hatte noch die schicken Büroschuhe an, nahm den ans Halfter und ging zur Kuhweide. Stellte sich davor, rief die Kühe, und sie kamen. Er stand einfach völlig locker. Hinter ihm sprang mein Pferd entsetzt am Führstrick im Dreieck. Irgendwann wurde er ruhiger. Dann wurde er gelobt. Davor hat mein Kumpel einfach nur da gestanden. Nicht gezuckelt, nicht beruhigt, nix. Hammer.
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von Traeumi »

Meiner mag auch keine Kühe, aber wird dabei nicht kopflos zum Glück.

Ich bin gerade gedanklich wieder bei dem Thread gelandet, weil ich sooo gern ein Pony für die Kinder hätte. Sie machen das so großartig und ich glaube, mit einem Pony könnten sie jetzt sooo viel lernen. Hach. Hätten wir bloß die Kapazitäten (besonders zeitlich, aber auch finanziell haut das ja ganz schön rein)...
... mit (02/2015) & (12/2016) & (06/2022).
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Puschel
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von Puschel »

@ Doro31
Wenn euch das Problem im Alltag wirklich belastet und einfach dem ganzen aus dem Weg gehen nicht möglich ist, könntest du mal über einen Kurs oder ein Training bei einem Ranch Working Trainer nachdenken. Wo die Pferde ganz in Ruhe an die Arbeit mit Rindern herangeführt werden und zumindest haben solche Leute meiste ganz gute Ideen, wie man da ran geht. Dein Pferd soll ja kein Cutter werden, aber zumindest diese Scheu verlieren.
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Doro31
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von Doro31 »

Puschel hat geschrieben: 31.05.2021, 22:31 @ Doro31
Wenn euch das Problem im Alltag wirklich belastet und einfach dem ganzen aus dem Weg gehen nicht möglich ist, könntest du mal über einen Kurs oder ein Training bei einem Ranch Working Trainer nachdenken. Wo die Pferde ganz in Ruhe an die Arbeit mit Rindern herangeführt werden und zumindest haben solche Leute meiste ganz gute Ideen, wie man da ran geht. Dein Pferd soll ja kein Cutter werden, aber zumindest diese Scheu verlieren.
Puschel, stimmt, ich hatte mal gelesen, dass es so was gibt. Wäre schon irgendwie cool. Wobei ich dorthin ja Hänger fahren müsste, das macht mir Angst :lol:
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Alpaka
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von Alpaka »

Wieso finde ich dieses Thema denn jetzt erst ? Bin dabei :)

Thema Kühe , haben wir auch . Ich bin ganz viel an der hand an kuh weiden lang spaziert. Reiten traue ich mich häufig immer noch nicht, obwohl ich mein Pferd schon ewig habe... da fühle ich mich nicht sicher.
Ich achte immer drauf, dass ich zwischen pferd und Gefahr bin als schutz . Fressen lassen ist gut zum Stress abbau. Nur an Tagen üben, wo man selber gut drauf ist. Nur an wiesen üben, wo genug Platz ist , keine Straße, keine nervigen Menschen... Selbst Sicher fühlen können. Langer Strick, sodass man auch etwas Spielraum hat. Bei panik und Bewegungsbedürfnis im Kreis "longieren" bis es wieder geht. Gerte mitnehmen, pferd auf Abstand halten, auf eigenen raum Bestehen, immer . Daa würde der Herdenchef auch machen... Das wären so meine Tipps.
Und generell eine gute Beziehung durch Bodenarbeit aufgebaut haben .
Vielleicht auch Klicker Training nutzen ? Das passte aber für uns nicht...
:D Januar 2020
Doro31
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Re: Der Pferde-Fred

Beitrag von Doro31 »

Willkommen hier bei den Pferden, Alpaka :D

Nachdem mein Pferd vorletztes Wochenende zwei Mal beim ersten Traben einen Hustenstoß losgelassen hat, und ich seit längerem das Gefühl hatte, dass sie irgendwie nicht so spritzig ist wie sonst, habe ich mal den TA kommen lassen. Ergebnis: Extrem viel Schleim, verschleppte Bronchitis :shock: Alle im Stall waren höchst verwundert, quasi jeder meinte zu mir "Aber die sieht doch nicht krank aus! Keine Schnoddernase, und husten tut sie doch auch nicht.". Tjoa. Hat sie halt gut versteckt. Ich hatte echt nur so ein vages Gefühl, dass sie früher weniger gekeucht hat nach dem Berg, oder ihn ein bißchen schneller hochkam. Aber sobald ich mit jemand anderem geritten bin, hat sich meine Stute nichts anmerken lassen, so dass ich das einfach auf "keine Lust, alleine durch den Wald zu tingeln" geschoben habe.
Seit etwas mehr als einer Woche bekommt sie jetzt kräftige Schleimlöser. Seitdem läuft sie - vor allem im Trab - wie ein Staubsauger mit der Nase minimal über dem Boden. Scheint ihr irgendwie gut zu tun. Heute beim Ausritt sind wir erst ganz gemütlich den Berg hinter dem Stall hochgetrottet, dann ein kurzes Stück getrabt. Nach zwei Hustern und einem gigantischen Schnauben ging der Kopf hoch, und ich hatte eine abschussbereite Rakete unter mir :lol: Da war nichts mehr von der tierärztlich verordneten "leichten Bewegung im Schritt mit kurzen Trabreprisen"! Wir sind im Stechschritt durch den Wald gerast, und aus dem ersten Trab (war taktisch unklug von mir, es ging leicht den Berg runter...) wurde ein Galopp. Mir scheint, mein Pferd ist auf dem Weg der Besserung :mrgreen:
Doro mit den drei Blondschöpfen (11/09, 07/12 und 02/15)
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