Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
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ich will aber
- alter SuT-Hase
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
Auch wenn sie das Wort nicht kennen, so ist Ihnen doch häufig klar, dass sie eine Grenze überschritten haben.
Ich habe das Gefühl, dass wir hier wirklich sehr behütet leben - einiges von dem hier geschriebenen kenne ich nicht und könnte ich nicht bestätigen.
In der Regel ist es doch so, dass Kinder in dem Alter noch auf die Ansprache erwachsener reagieren. Und ja, es kommt vor, dass Grenzen schon in dieser Art überschritten werden, aber ein thematisieren in der Klasse reicht doch meist aus, um solches Verhalten zukünftig zu unterbinden. Den „Tätern“ ist - denke ich in der Mehrzahl der Fälle - nicht bewusst, was sie tun und welche Gefühle das bei dem „Opfer“ auslöst...
Ich habe das Gefühl, dass wir hier wirklich sehr behütet leben - einiges von dem hier geschriebenen kenne ich nicht und könnte ich nicht bestätigen.
In der Regel ist es doch so, dass Kinder in dem Alter noch auf die Ansprache erwachsener reagieren. Und ja, es kommt vor, dass Grenzen schon in dieser Art überschritten werden, aber ein thematisieren in der Klasse reicht doch meist aus, um solches Verhalten zukünftig zu unterbinden. Den „Tätern“ ist - denke ich in der Mehrzahl der Fälle - nicht bewusst, was sie tun und welche Gefühle das bei dem „Opfer“ auslöst...
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Lösche Benutzer 1828
Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
Sexueller Missbrauch vielleicht nicht - aber ein sexueller Übergriff, doch.Jadzia hat geschrieben: 10.10.2018, 14:01 Ich fände es katastrophal diesen Schulhofspielen generell den Stempel sexueller Mißbrauch aufzudrücken, denn damit wird nicht nur den Kindern Unrecht getan, sondern der tatsächliche sexuelle Missbrauch wird auch noch bagatellisiert.
J
Und genaus hat es sich für mich als Kind angefühlt, als mir das passiert ist.
Das war schon etwas ganz anderes, als das übliche Festhalten/Hauen was auch mal vorkommt.
- Missy
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
Das ist leider nicht so, wie die Erfahrung zeigt. Übergriffige Kinder sind aus ihrer Biographie heraus sehr oft auch Opfer, in welcher Form auch immer. (Sexueller) Gewalt, Grenzüberscheitungen, Mobbing, Vernachlässigung..ich will aber hat geschrieben: 10.10.2018, 15:58 Den „Tätern“ ist - denke ich in der Mehrzahl der Fälle - nicht bewusst, was sie tun und welche Gefühle das bei dem „Opfer“ auslöst...
Und das sage ich ganz ohne Relativierung der Taten.
Zartbitter vermeidet z.B. den Begriff "Täter" und spricht von (sexuell) übergriffigen Kindern, da sie dadurch zu sehr in einen kriminalisierenden Kontext gerückt werden.
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
So sagte es unsere Schulsozialarbeiterin auch über einen Sechstklässler, der mehr als einmal übergriffig gegenüber gleichaltrigen Mädchen wurde. Sie kennt die Familie und weiß, dass seine Grenzen dort auch stets übertreten werden. Er kennt es quasi nicht anders. Was natürlich keine Entschuldigung für sein Handeln sein soll, aber womöglich eine Erklärung ist.Missy hat geschrieben: 10.10.2018, 17:54Das ist leider nicht so, wie die Erfahrung zeigt. Übergriffige Kinder sind aus ihrer Biographie heraus sehr oft auch Opfer, in welcher Form auch immer. (Sexueller) Gewalt, Grenzüberscheitungen, Mobbing, Vernachlässigung..ich will aber hat geschrieben: 10.10.2018, 15:58 Den „Tätern“ ist - denke ich in der Mehrzahl der Fälle - nicht bewusst, was sie tun und welche Gefühle das bei dem „Opfer“ auslöst...
Und das sage ich ganz ohne Relativierung der Taten.
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
Jadzia hat geschrieben: 10.10.2018, 14:01
Jeder Mensch ist mal übergriffig. Nicht zwingend im sexuellen Bereich, aber auch da mal und auch mal aus Versehen.
Das ist noch nich per se ein Missbrauch. Dazu gehört schon mehr.
Erst mal ist es eine Grenzverletzung.
Je jünger das Kind ist, desto mehr ist es 'nur' Grenzverletzung und je älter es wird, desto mehr geht es in den Bereich übergriffig. Bevor als nächste Stufe dann der Missbrauch steht.
Ich denke, der überwiegende Tenor hier ist schon, das wir in der genannten Altersgruppe Grundschule von Übergriffen sprechen.
Je älter die Kinder werden, verstehen sie auch immer deutlicher, was Übergriffe im Einzelnen bedeuten und auch, wieviel Macht sie verleihen können.
Natürlich kann es auch mal sein, dass ein Kind Signale falsch deutet, dass es Dinge tut, die der andere als übergriffig erlebt, obwohl es nicht so gemeint war.
Meine Erfahrung ist aber, dass es oft eben doch um Macht geht. Um die Stellung in der Gruppe, ums cool sein- und ganz oft auch darum, dass der/ die andere sich doch nicht so anstellen soll.
Und auch, was schon geschrieben wurde: Übergriffige Kinder (ich fasse es einfach mal so zusammen) bringen meist ihre eigene Biographie mit und daraus entstehen dann oft sehr ungute Dynamiken (vorsichtig formuliert), die nur sehr schwer aufzubrechen und zu verändern sind. Das empfinde ich als besonders frustrierend und belastend, für alle Beteiligten.
Umso wichtiger wäre eine enge (vorschulische und schulische) Begleitung von klein auf gerade im Umgang mit Grenzverletzungen, damit später nicht Übergriffe daraus werden. Da sehe ich gerade ganz große Versäumnisse und Probleme und weiß auch nicht, wie dagegen am besten anzugehen ist- unter den Umständen, die dafür zur Verfügung stehen.
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Lösche Benutzer 17612
Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
Manchmal schätzen Kinder das Verhalten auch einfach falsch ein. Eine Mutter hat sich mal bei mir beschwert, dass mein Sohn ihre Tochter immer wegen etwas aufzog. Er war total irritiert, weil sie dann auch immer dabei lachte.
Fazit war: das Mädchen fand es anfangs witzig, hat XY dann absichtlich gemacht um meinen Sohn und seine Freunde zum Lachen zu bringen und dann irgendwann hat sie gemerkt dass sie es doch nicht gut fand und wollte, dass er es dann nicht mehr thematisiert. Sie hat einmal ( lachend) gesagt, das sie das nicht mehr möchte. Sie hat gesagt sie hat einfach weitergelacht wenn er seine Witze gemacht hat weil sie nicht wusste, was sie sonst machen soll.
Auf meine Frage warum sie nicht klar gesagt hat dass sie das nicht mehr möchte, antwortete sie, dass sie jetzt kein Spielverderber sein wollte und nicht wusste, wie sie aus der Situation rauskommt.
Mein Sohn stand da mit tausend Fragezeichen vor dem Kopf, da er von uns recht klare Aussagen gewohnt ist bei denen Aussage und Körpersprache zusammenpassen.
Das war zwar alles ganz und gar nicht in sexuellem Zusammenhang, hätte da aber GENAU SO passieren können.
Fazit für mich: Ich habe meinem Sohn gesagt dass es in so einem Fall auf jeden Fall mit XY aufhört sobald ein Nein ausgesprochen ist, auch wenn das Verhalten eine andere Sprache spricht. Dass er dem anderen Kind jegliche Interaktion in diesem Spiel "verweigert", so lange das Verhalten nicht zum Gesprochenen passt.
Damit wären tatsächliche Handlunge gegen den Willen verhindert, und in den Fällen in denen das "Nein" nicht ernst gemeint war lernt das andere Kind vielleicht auch etwas dazu wenn diese komische Art von Spiel abgestraft wird.
Einem Mädchen habe ich in einer ähnlichen Situation ( nicht ganz so krass) schon beigestanden indem ich sie zur Seite genommen habe und gefragt habe ob sie sich gerade in der Situation überfordert fühlt und ob wir dafür sorgen sollen, dass die anderen aufhören. Es sah nämlich auch etwas nach Spiel aus, ich konnte die Situation nicht wirklich einschätzen. Als sie sagte sie möchte dass die anderen aufhören, hab ich ihr gesagt wie sie das anstellen kann ( in ruhigem Ton, klar formuliert ohne Lachen oder Kreischen). Sie ist dann selbst hingegangen und hat die Situation geklärt, mit den anderen Kindern hab ich gar nicht geredet sondern nur beobachtet.
Fazit war: das Mädchen fand es anfangs witzig, hat XY dann absichtlich gemacht um meinen Sohn und seine Freunde zum Lachen zu bringen und dann irgendwann hat sie gemerkt dass sie es doch nicht gut fand und wollte, dass er es dann nicht mehr thematisiert. Sie hat einmal ( lachend) gesagt, das sie das nicht mehr möchte. Sie hat gesagt sie hat einfach weitergelacht wenn er seine Witze gemacht hat weil sie nicht wusste, was sie sonst machen soll.
Auf meine Frage warum sie nicht klar gesagt hat dass sie das nicht mehr möchte, antwortete sie, dass sie jetzt kein Spielverderber sein wollte und nicht wusste, wie sie aus der Situation rauskommt.
Mein Sohn stand da mit tausend Fragezeichen vor dem Kopf, da er von uns recht klare Aussagen gewohnt ist bei denen Aussage und Körpersprache zusammenpassen.
Das war zwar alles ganz und gar nicht in sexuellem Zusammenhang, hätte da aber GENAU SO passieren können.
Fazit für mich: Ich habe meinem Sohn gesagt dass es in so einem Fall auf jeden Fall mit XY aufhört sobald ein Nein ausgesprochen ist, auch wenn das Verhalten eine andere Sprache spricht. Dass er dem anderen Kind jegliche Interaktion in diesem Spiel "verweigert", so lange das Verhalten nicht zum Gesprochenen passt.
Damit wären tatsächliche Handlunge gegen den Willen verhindert, und in den Fällen in denen das "Nein" nicht ernst gemeint war lernt das andere Kind vielleicht auch etwas dazu wenn diese komische Art von Spiel abgestraft wird.
Einem Mädchen habe ich in einer ähnlichen Situation ( nicht ganz so krass) schon beigestanden indem ich sie zur Seite genommen habe und gefragt habe ob sie sich gerade in der Situation überfordert fühlt und ob wir dafür sorgen sollen, dass die anderen aufhören. Es sah nämlich auch etwas nach Spiel aus, ich konnte die Situation nicht wirklich einschätzen. Als sie sagte sie möchte dass die anderen aufhören, hab ich ihr gesagt wie sie das anstellen kann ( in ruhigem Ton, klar formuliert ohne Lachen oder Kreischen). Sie ist dann selbst hingegangen und hat die Situation geklärt, mit den anderen Kindern hab ich gar nicht geredet sondern nur beobachtet.
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
Ich habe einfach andere Situationen im Kopf - oft ist den Kindern nicht deutlich und es macht sie betroffen, wenn gesagt wird, was das Verhalten beim anderen Kind auslöst.
Unser Kind wurde in der ersten Klasse von einem anderen Kind extrem übergriffig angegangen - es hat gedauert, bis er erzählt hat, was dort passiert.
Das andere Kind hatte ähnliches bei den älteren Kindern gesehen...und war betroffen, dass das kein akzeptiertes verhalten war, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Unser Kind wurde in der ersten Klasse von einem anderen Kind extrem übergriffig angegangen - es hat gedauert, bis er erzählt hat, was dort passiert.
Das andere Kind hatte ähnliches bei den älteren Kindern gesehen...und war betroffen, dass das kein akzeptiertes verhalten war, um es mal vorsichtig auszudrücken.
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
Aber es gibt auch Kinder, das will ich nicht leugnen, die sexuelle Gewalt erleben und auch weitergeben.
Mit dem Begriff „Täter“ habe ich mich sehr schwer getan, deshalb auch in Anführungszeichen - mir ist auf die Schnelle nichts anderes eingefallen. Danke für die Alternative!
Mit dem Begriff „Täter“ habe ich mich sehr schwer getan, deshalb auch in Anführungszeichen - mir ist auf die Schnelle nichts anderes eingefallen. Danke für die Alternative!
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Lösche Benutzer 17612
Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
Ich habe mir nochmal viele Gedanken zum Thema gemacht, wie Kinder intuitiv erfühlen können was angebracht ist oder nicht.
Und mir stellt sich die Frage was die *Spiele* die wir Erwachsenen miteinander spielen mit ihnen machen, wie sie lernen können was "echt" ist. Es gibt ja Dutzende solcher Mann-Frau- Spiele, von Schmollen bis zu Drama.
Aber gerade wenn es den sexuellen Bereich streift, dann wird es vielleicht bedenklich.
Schon alleine solche Situationen ( kommt bei uns durchaus so vor und es könnte auch unbeabsichtigt passieren dass es ein Kind mitbekommt): Frau steht irgendwo und macht etwas ( haha, Klischee: steht am Herd) , Mann läuft vorbei und kneift grinsend in den Hintern. Frau empört sich erstmal gespielt aber lacht dabei, Mann grinst und gibt noch einen Kuss hinterher.
Hinter den Kulissen ist die Übersetzung klar : " Ich habe Lust auf Dich "- " Ich auch, aber nicht jetzt, vielleicht erwischen wir später einen besseren Moment" -" OK, ich freu mich schon".
Aber von außen kann es auch so aussehen: Mann tatscht Frau einfach ungefragt an, Frau möchte das nicht und sagt das auch, Mann überschreitet gleich nochmal ihre Grenzen und küsst sie. Und das ist scheinbar OK so.
Der Beobachter kann nicht wissen, dass es die unausgesprochene Erlaubnis gibt den Partner anzufassen wenn nicht gerade ein Streit oder schlechte Stimmung vorangehen und was sich zwischen den Beteiligten-die sich gut kennen- durch Augenkontakt abspielt.
Generell, was macht es mit Kindern wenn wir Ja sagen und Nein meinen- oder umgekehrt. Besprecht ihr mit euren Kindern solche Dinge? Ich hab mir vorgenommen das demnächst mal zu thematisieren, das lässt mir nun keine Ruhe. So sehr wir uns auch bemühen mit den Kindern authentisch umzugehen: es gibt reichlich Erwachsenen"spiele" die eben anders verknüpft sind als auf die direkte Art.
Und was macht es mit Kindern wenn wir wiederholt zulassen, dass sie unsere Grenzen überschreiten? Wenn wir nein sagen, aber dann doch "ja" machen?
Können Kinder erfühlen wann Grenzüberschreitungen noch im Rahmen sind und wann richtig schlimm? Weiß ein Grundschüler, der vielleicht noch gar keinen Bezug zur Sexualität hat wie viel schlimmer es ist, jemandem zwischen die Beine zu tatschen als andere Dinge zu tun- während es für das Mädchen, das vielleicht schon weiter und schamhafter ist ein ganz schlimmer Übergriff ist? Insbesondere dann, wenn das Thema " mein Körper gehört mir" niemals wirklich zur Sprache kam?
Ich denke im Rahmen der MeToo- Bewegung sollten solche Themen schon recht früh behandelt werden.
Angenommen ein Junge tut so etwas ohne Unrechtsbewusstsein und er kommt immer wieder damit durch, weil ihm weder von Eltern-/Erzieherseite noch von Seiten der Mädchen Grenzen aufgezeigt werden und thematisiert wird was dies mit dem Opfer macht- dann ist es kein Wunder, dass es vor Trumps und Weinsteins scheinbar nur so wimmelt.
Dann müssen wir uns aber auch als Gesellschaft darüber klar werden, dass wir gemeinsam solche Menschen erschaffen haben.
Und mir stellt sich die Frage was die *Spiele* die wir Erwachsenen miteinander spielen mit ihnen machen, wie sie lernen können was "echt" ist. Es gibt ja Dutzende solcher Mann-Frau- Spiele, von Schmollen bis zu Drama.
Aber gerade wenn es den sexuellen Bereich streift, dann wird es vielleicht bedenklich.
Schon alleine solche Situationen ( kommt bei uns durchaus so vor und es könnte auch unbeabsichtigt passieren dass es ein Kind mitbekommt): Frau steht irgendwo und macht etwas ( haha, Klischee: steht am Herd) , Mann läuft vorbei und kneift grinsend in den Hintern. Frau empört sich erstmal gespielt aber lacht dabei, Mann grinst und gibt noch einen Kuss hinterher.
Hinter den Kulissen ist die Übersetzung klar : " Ich habe Lust auf Dich "- " Ich auch, aber nicht jetzt, vielleicht erwischen wir später einen besseren Moment" -" OK, ich freu mich schon".
Aber von außen kann es auch so aussehen: Mann tatscht Frau einfach ungefragt an, Frau möchte das nicht und sagt das auch, Mann überschreitet gleich nochmal ihre Grenzen und küsst sie. Und das ist scheinbar OK so.
Der Beobachter kann nicht wissen, dass es die unausgesprochene Erlaubnis gibt den Partner anzufassen wenn nicht gerade ein Streit oder schlechte Stimmung vorangehen und was sich zwischen den Beteiligten-die sich gut kennen- durch Augenkontakt abspielt.
Generell, was macht es mit Kindern wenn wir Ja sagen und Nein meinen- oder umgekehrt. Besprecht ihr mit euren Kindern solche Dinge? Ich hab mir vorgenommen das demnächst mal zu thematisieren, das lässt mir nun keine Ruhe. So sehr wir uns auch bemühen mit den Kindern authentisch umzugehen: es gibt reichlich Erwachsenen"spiele" die eben anders verknüpft sind als auf die direkte Art.
Und was macht es mit Kindern wenn wir wiederholt zulassen, dass sie unsere Grenzen überschreiten? Wenn wir nein sagen, aber dann doch "ja" machen?
Können Kinder erfühlen wann Grenzüberschreitungen noch im Rahmen sind und wann richtig schlimm? Weiß ein Grundschüler, der vielleicht noch gar keinen Bezug zur Sexualität hat wie viel schlimmer es ist, jemandem zwischen die Beine zu tatschen als andere Dinge zu tun- während es für das Mädchen, das vielleicht schon weiter und schamhafter ist ein ganz schlimmer Übergriff ist? Insbesondere dann, wenn das Thema " mein Körper gehört mir" niemals wirklich zur Sprache kam?
Ich denke im Rahmen der MeToo- Bewegung sollten solche Themen schon recht früh behandelt werden.
Angenommen ein Junge tut so etwas ohne Unrechtsbewusstsein und er kommt immer wieder damit durch, weil ihm weder von Eltern-/Erzieherseite noch von Seiten der Mädchen Grenzen aufgezeigt werden und thematisiert wird was dies mit dem Opfer macht- dann ist es kein Wunder, dass es vor Trumps und Weinsteins scheinbar nur so wimmelt.
Dann müssen wir uns aber auch als Gesellschaft darüber klar werden, dass wir gemeinsam solche Menschen erschaffen haben.
- chennai
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?
Sehr guter Punkt, Ellen.
Ich fürchte auch, dass es je nach Situation doch nicht ganz so holzschnittartig gelagert ist. Meine 7-jährige Tochter hat z.B. auch einen Jungen, den sie als ihren Freund bezeichnet, die beiden sehen sich alle paar Monate mal und mögen sich dann wirklich gerne, haben schon vor einem Jahr ausgemacht, wo und wie sie heiraten usw. Neulich haben sie sich bei der Kirmes getroffen und waren beide hocherfreut, allerdings hat meine Tochter ihn dann gleich abgebusselt, was er überhaupt nicht wollte (sein Freund war daneben gestanden, das spielte vielleicht auch noch eine Rolle). Meiner Tochter war da auch nicht gleich klar, dass sie nicht weitermachen darf, wenn er sich so windet und offensichtlich das gerade nicht will. Das muss halt auch alles erst erlernt werden, sowohl deutlich Nein / Stopp zu sagen, als auch auf Signale zu achten, wenn es nicht so deutlich formuliert wurde.
Ich fürchte auch, dass es je nach Situation doch nicht ganz so holzschnittartig gelagert ist. Meine 7-jährige Tochter hat z.B. auch einen Jungen, den sie als ihren Freund bezeichnet, die beiden sehen sich alle paar Monate mal und mögen sich dann wirklich gerne, haben schon vor einem Jahr ausgemacht, wo und wie sie heiraten usw. Neulich haben sie sich bei der Kirmes getroffen und waren beide hocherfreut, allerdings hat meine Tochter ihn dann gleich abgebusselt, was er überhaupt nicht wollte (sein Freund war daneben gestanden, das spielte vielleicht auch noch eine Rolle). Meiner Tochter war da auch nicht gleich klar, dass sie nicht weitermachen darf, wenn er sich so windet und offensichtlich das gerade nicht will. Das muss halt auch alles erst erlernt werden, sowohl deutlich Nein / Stopp zu sagen, als auch auf Signale zu achten, wenn es nicht so deutlich formuliert wurde.
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
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