Mittelalterliche Gewandung für die Familie
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Also Unterkleidung war fast generell ungefärbt. Es gab aber Fälle, wo wie gesagt über der Unterkotte oder einem Unterkleid mit Trägern eine langärmlige Überkotte und darüber ein Ärmelloses (oder Ärmel abgenästelt) Kleid getragen wurde. Diese 1. Überkotte ist dann bunt. (Also Bunte Ärmel unter Oberüberkleid ist nicht völlig abzuweisen). Was bedeutet hell? Überkleidung in Weiß ist eher unüblich. Wolle ist zwar recht Schmutzabweisend, aber so fleckresistent dann auch nicht und Überkleidung wird seltener gewaschen. Außerdem will man ja gerne Frabe zeigen. Ungefärbt wirkt oft ärmlich oder kirchlich. Wenn es sich aber um eine helle Farbe handelt wie blau, rosa, oder gar grün ist das völlig legetim. Mit hellgelb bitte aufpassen, diese Farbe wird häufig Außenseiterrollen zugedacht.
Trompetenärmel an Unterkotten habe ich noch nicht gelesen oder gehört. Alle Abbildungen die ich zu Trompeten-/Schlaufen-/Hängeärmeln kenne haben enge Ärmel darunter.
Das mit dem Gürtel ist gut. Ein Lederzügel scheint mir super zu sein. (Wir hatten mal in einem Fundus, wo ich geholfen habe Steigbügelriemen als Gürtel. Die waren toll!) Ansonsten ist Flechten auch erst mal in Ordnung, obwohl die historischen Techniken weit über flechten hinausgingen. Stoffbandgürtel waren sehr verbreitet.
Trompetenärmel an Unterkotten habe ich noch nicht gelesen oder gehört. Alle Abbildungen die ich zu Trompeten-/Schlaufen-/Hängeärmeln kenne haben enge Ärmel darunter.
Das mit dem Gürtel ist gut. Ein Lederzügel scheint mir super zu sein. (Wir hatten mal in einem Fundus, wo ich geholfen habe Steigbügelriemen als Gürtel. Die waren toll!) Ansonsten ist Flechten auch erst mal in Ordnung, obwohl die historischen Techniken weit über flechten hinausgingen. Stoffbandgürtel waren sehr verbreitet.
Liebe Grüße
Myeskathry mit Ritter (7/12), Möhrchen (7/14) und kleinem Edelmann (4/20) +
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- Myeskathry
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Ahhh, Glück gehabt
Ich habe fast nur Bilder mit geliehenen Schuhen von mir reingestellt. Das einzige Bild, wo man moderne Schuhe sieht sind sie nicht richtig zu erkennen. Das ist der Vorteil von langen Kleidern =c). Falls deine Tochter Lederhalbschuhe oder Ballerinas in unauffälliger Farbe hat reichen die bestimmt für Fasching.
Liebe Grüße
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Abua
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Ballerina in hellblau, allerdings mit Nieten
Danke für die Infos, das müßte fürs erste reichen!
Ich fange dann mal lieber an, bevor es zu spät ist
Ich werde mal den Stoffbedarf abschätzen und dann Stoffe auswählen.
Danke für die Infos, das müßte fürs erste reichen!
Ich fange dann mal lieber an, bevor es zu spät ist
Ich werde mal den Stoffbedarf abschätzen und dann Stoffe auswählen.
ClauWi Trageberaterin (GK 06/11)
- Myeskathry
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
hmmmm.... Vielleicht doch der Vorschlag von Glöckchen? Mokasins irgendwo aus dem Schlussverkauf? Ich glaube Nanu* Na*Na hatte sowas mal....
Liebe Grüße
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- merkaeserka
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Für Fasching würde ich normale Schuhe anziehen. Wenn es später auf Märkte geht kann ich Pohen Schuhe empfehlen, die FR Reihe ist günstig und sieht (eben fast richtig) aus.
Für das Unterkleid würde ich die Betttücher nehmen, wenn man weiße Sachen in der Sonne trocknet werden sie sowieso immer weißer, außerdem ist Wiederverwendet und alles aus Stoff rausholen sehr mittelalterlich[emoji4]. Beim Überkleid würde ich einen bunten Stoff nehmen, einfache Überwürfe gab's in den unteren Ständen zeitlich lange. Wenn es konkreter wird, kann man ja immer noch etwas aus Wolle machen.
Ansonsten gibt auch immer wieder Mittelalterflohmärkte auf denen man gute und günstige Sachen findet. Ich bin eher von der Seite lieber etwas gewartet und dafür weniger Geld in Sachen investiert, die man dann nicht brauchen kann. Natürlich habe auch ich Fehlkäufe gemacht und ich meine damit nicht, dass alles von Anfang an perfekt sein muss. Aber wenn ich für 40€ ein paar gute Schuhe bekomme, brauche ich nicht vorher 15 oder 20€ für ein Paar auszugeben, was gar nicht passt. Und für Fasching ist es egal.
Für das Unterkleid würde ich die Betttücher nehmen, wenn man weiße Sachen in der Sonne trocknet werden sie sowieso immer weißer, außerdem ist Wiederverwendet und alles aus Stoff rausholen sehr mittelalterlich[emoji4]. Beim Überkleid würde ich einen bunten Stoff nehmen, einfache Überwürfe gab's in den unteren Ständen zeitlich lange. Wenn es konkreter wird, kann man ja immer noch etwas aus Wolle machen.
Ansonsten gibt auch immer wieder Mittelalterflohmärkte auf denen man gute und günstige Sachen findet. Ich bin eher von der Seite lieber etwas gewartet und dafür weniger Geld in Sachen investiert, die man dann nicht brauchen kann. Natürlich habe auch ich Fehlkäufe gemacht und ich meine damit nicht, dass alles von Anfang an perfekt sein muss. Aber wenn ich für 40€ ein paar gute Schuhe bekomme, brauche ich nicht vorher 15 oder 20€ für ein Paar auszugeben, was gar nicht passt. Und für Fasching ist es egal.
Wintermama '87 mit Herbstkind 09/10 und Frühlingsbaby 05/14 *08/17
- Myeskathry
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Jetzt bin ich doch noch mal dazu gekommen vom Möhrchen mit ihrem ersten Mittelalterkleid ein Foto zu machen ehe es ganz zu klein ist. Leider nicht besonders qualitätvoll. Ich habe es ihr zum Glück auch oft im Alltag angezogen. Gut für kalte Herbst und Wintertage. Aber jetzt geht es nur noch etwas über die Knie. Das war der letzte Rest von dem Stoff für mein rotes Kleid. Die Männer haben Beinlinge daraus.
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Liebe Grüße
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Abua
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Das Kleid hätte ich meinen Kindern auch im Alltag angezogen!
Ich brauche nochmal eure Hilfe!
Wie mache ich denn den Halsausschnitt? Belege waren doch wohl eher unüblich?
Praktisch wäre es aber schon, wenn man die Naht nicht sähe!
Ich brauche nochmal eure Hilfe!
Wie mache ich denn den Halsausschnitt? Belege waren doch wohl eher unüblich?
Praktisch wäre es aber schon, wenn man die Naht nicht sähe!
ClauWi Trageberaterin (GK 06/11)
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Abua
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Und noch was:
Die Ärmelnaht. Läuft die dann über den Ellenbogen, wenn ich den Keil hinten anordne? Bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe...
Danke schonmal!
Die Ärmelnaht. Läuft die dann über den Ellenbogen, wenn ich den Keil hinten anordne? Bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe...
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ClauWi Trageberaterin (GK 06/11)
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Hallo Abua,
Also Belege sind meines Wissens nach zum Teil sogar im Fundgut (Goldkleid der Königen Margareta z.B.). Ich nähe vor allem bei kleinen Radien (Kleinkinder) gerne einen Beleg oder eine Einfassung daran, weil es mit umgefalteten Saum sonst echt schwierig wird. Bei meinen langen Kotten habe ich aber die meisten ohne Beleg, nur mit eingefalteten Säumen. Das kommt aber auch auf den Ausschnitt an, den du nähst. Bei einem Schlitz ist es meist einfacher wenn man einen Beleg näht, da du sonst auf andere Weise den Schlitz vor dem Einreißen bewaren musst. Bei Schlitzen, die bei zwei Vorderstücken entstehen ist das kein Problem, denn du hast ja die Nahtzugabe zum Umfalten nach innen. Ist es ein geschnittener Schlitz, dann kannst du auch umfalten, jedoch solltest du dann am Unteren Ende des Schlitzes entweder mit einem engen Schlingstich versäubern oder von innen ein Quadrat/Dreieck gegen das Aufreißen dagegen nähen. Ich hoffe, das war jetzt verständlich. Ich würde den Beleg aber auf jeden Fall dann auch innen mit Saumstichen am Kleid festnähen. Das ist nach dem, was ich gelesen habe dann die Authentische Variante. Ach ja und Belege aus Leinen.
Das mit den Ärmeln hast du richtig verstanden. Die Naht liegt dann über dem Ellenbogen.
Also Belege sind meines Wissens nach zum Teil sogar im Fundgut (Goldkleid der Königen Margareta z.B.). Ich nähe vor allem bei kleinen Radien (Kleinkinder) gerne einen Beleg oder eine Einfassung daran, weil es mit umgefalteten Saum sonst echt schwierig wird. Bei meinen langen Kotten habe ich aber die meisten ohne Beleg, nur mit eingefalteten Säumen. Das kommt aber auch auf den Ausschnitt an, den du nähst. Bei einem Schlitz ist es meist einfacher wenn man einen Beleg näht, da du sonst auf andere Weise den Schlitz vor dem Einreißen bewaren musst. Bei Schlitzen, die bei zwei Vorderstücken entstehen ist das kein Problem, denn du hast ja die Nahtzugabe zum Umfalten nach innen. Ist es ein geschnittener Schlitz, dann kannst du auch umfalten, jedoch solltest du dann am Unteren Ende des Schlitzes entweder mit einem engen Schlingstich versäubern oder von innen ein Quadrat/Dreieck gegen das Aufreißen dagegen nähen. Ich hoffe, das war jetzt verständlich. Ich würde den Beleg aber auf jeden Fall dann auch innen mit Saumstichen am Kleid festnähen. Das ist nach dem, was ich gelesen habe dann die Authentische Variante. Ach ja und Belege aus Leinen.
Das mit den Ärmeln hast du richtig verstanden. Die Naht liegt dann über dem Ellenbogen.
Liebe Grüße
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Abua
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Re: Mittelalterliche Gewandung für die Familie
Danke Myeskathry.
Ich glaub der Ärmel ist so nicht ganz richtig, muss jetzt so bleiben und passt auch
Ich werde es wohl mit Beleg lösen, der Stoff ist mir sonst etwas labberig.
So und jetzt muss ich nochmal was fragen:
Der Saumstich, ist der von außen immer zu sehen, also ähnlich wie ein Leiterstich, oder wird der auch als Blindstich verwendet?
Die Bilder, die ich finde zeigen immer die linke Seite mit dem versäuberten Teil
Ich glaub der Ärmel ist so nicht ganz richtig, muss jetzt so bleiben und passt auch
Ich werde es wohl mit Beleg lösen, der Stoff ist mir sonst etwas labberig.
So und jetzt muss ich nochmal was fragen:
Der Saumstich, ist der von außen immer zu sehen, also ähnlich wie ein Leiterstich, oder wird der auch als Blindstich verwendet?
Die Bilder, die ich finde zeigen immer die linke Seite mit dem versäuberten Teil
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