Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)
Verfasst: 12.04.2014, 01:51
Hallo Berenike,
es freut mich, wenn die Stillberaterin Dir weiterhelfen konnte - ist sie eine IBCLC?
Okay, das ist dann wohl der Moment, wo vor-Ort-Beratung einfach hilfreicher ist als "fernmündliche". Ich war immer davon ausgegangen, dass Dein Baby tendenziell "auf Dir drauf" liegt, so dass es die Schwerkraft an Dich drandrückt (auch in Wiegenhaltung, erst recht natürlich beim bäuchlings Stillen) - näher dran geht ja eigentlich nicht
. Wie dem auch sei:
Schön, dass Du jetzt eine bessere Position gefunden hast!
Welche Maßnahmen hat die IBCLC Dir denn diesbezüglich empfohlen? Hat Sie Dir Übungen gezeigt, die Du machen sollst? (Deinem Baby z.B. mit Ansage das weite Öffnen des Mundes vorzumachen)?
! Es ist ja erstmal gar nicht so leicht, gewohnte Beruhigungsstrategien wieder zu ändern. Ich denke, das ist ein ganz entscheidender Schritt, bei Eurem Baby auf künstliche Sauger komplett zu verzichten! Ich drücke die Daumen, dass der Erfolg anhält.
. Wenn das Baby den Mund nicht weit genug aufmacht und man darum Schmerzen beim Stillen hat, hat das aber ganz gewiss nichts mit "zu doof" zu tun!!
Klappt das Stillen im Liegen inzwischen wieder?
.)
1. Kannst Du natürlich nicht "als Nuckel herhalten", da der Nuckel ja ein Brustersatz ist, nicht umgekehrt
! Ein Baby an der Brust nuckeln zu lassen zur Beruhigung, zum Einschlafen, zum Befriedigen seines natürlichen Saugbedürfnisses ... ist das Original und der Nuckel der (für das Stillen leider oft nicht unproblematische) Ersatz.
2. Ob Ihr Euer Baby (wenn Du oder Papa es mit einer Alternative zum Einschlafstillen versucht) nun im Liegen oder beim Herumtragen zum Einschlafen bringt, hat ja nun beides NULL mit Stillen zu tun und ist folglich für die Behandlung von Saugproblemen und schmerzenden BW völlig irrelevant
(Klammerbemerkung:
3. Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich (sondern im Gegenteil: angeborenes, instinktgeleitetes und evolutionär sinnvolles Verhalten), wenn ein Menschenbaby nur einschläft, wenn es sich des schützenden Körperkontaktes einer Bezugsperson ganz sicher ist. Für die meisten Babys funktionieren darum Einschlafstillen, Einschlaftragen, Einschlafkuscheln/-streicheln (eng an Mama oder Papa geschmiegt) - oder eine Kombination aus allen dreien - ganz hervorragend. (Und keine Sorge: diesem Bedürfnis entwachsen Kinder auch ganz von selbst mit der Zeit
)
Zu diesem Thema verweise ich gern nochmal auf den oben verlinkten Fachartikel von Dr. med. Herbert Renz-Polster: "Schlafprobleme aus Sicht der Evolution".
Jede Familie findet da letztlich ihren eigenen Weg mit den angeborenen Bedürfnissen ihres Babys umzugehen... - es macht es aber einfacher, die "eingebauten Grundschemata" von Babys zu kennen, um einzuschätzen, mit wieviel Aufwand/Kosten und Ersatz-Bemühungen man sich vom "Original" jeweils wegbewegen mag
)
LG, blueberry
es freut mich, wenn die Stillberaterin Dir weiterhelfen konnte - ist sie eine IBCLC?
Berenike hat geschrieben:Es gibt - wie ich jetzt weiß - einen Unterschied zwischen "ganz nah am Körper" (meine Interpretation) und "GANZ nah am Körper", bezogen auf die Position des Kindes.
Schön, dass Du jetzt eine bessere Position gefunden hast!
Berenike hat geschrieben:Dann hat sie natürlich auch gesehen, wie das Berry-Baby immer schön mit spitzem Mündchen die Brust "einsaugt" - quasi als würde sie Spaghetti essen. Es gibt aber Burger! Das muss ich ihr nun noch beibringen. Leider hat das anlegen bis jetzt nicht noch mal so gut geklappt wie in dem Moment, wo die Stillberaterin da war...
[...]
Gibts irgendwo am Kind einen Knopf, der macht, dass es den Mund weit öffnet?![]()
Welche Maßnahmen hat die IBCLC Dir denn diesbezüglich empfohlen? Hat Sie Dir Übungen gezeigt, die Du machen sollst? (Deinem Baby z.B. mit Ansage das weite Öffnen des Mundes vorzumachen)?
Erstmal: toll, dass Ihr das jetzt so hinbekommen habt ohne SchnullerBerenike hat geschrieben:Abgesehen davon glaube ich, dass es jetzt mit einer Woche Schnuller-"Entzug" schon besser geworden ist. Allerdings hatte ich diese Schwankungen ja schon öfter und wage daher noch nicht wirklich zu hoffen, dass es ab jetzt nur noch besser wird.
Freut mich, dass Du da schonmal Dinge "abhaken" kannstBerenike hat geschrieben:Aber immerhin ist sonst alles mit meinen Brüsten in Ordnung (Infektionen, Vasospasmus etc.) - ich bin also wirklich einfach nur zu doofDas ist ja auch beruhigend.
Klappt das Stillen im Liegen inzwischen wieder?
Hat sie Dir auch gesagt, wie sie diesen Erziehungstipp begründet? (Denn bei einem solchen Vorschlag geht es nicht primär um Stillberatung, sondern um eine bestimmte Vorstellung von Baby-ErziehungBerenike hat geschrieben:Achso, dann meinte die Stillberaterin noch: ich solle nicht "als Nuckel herhalten" sondern dem Kind angewöhnen, ohne zu Nuckeln im Liegen (also nicht beim herumtragen etc.) einzuschlafen. Falls da jemand Tipps hat, wie das geht - gerne. Das längste was wir bis jetzt hatten, waren 45 Minuten im Beistellbett... Aber das wäre dann eher off-topic.
1. Kannst Du natürlich nicht "als Nuckel herhalten", da der Nuckel ja ein Brustersatz ist, nicht umgekehrt
2. Ob Ihr Euer Baby (wenn Du oder Papa es mit einer Alternative zum Einschlafstillen versucht) nun im Liegen oder beim Herumtragen zum Einschlafen bringt, hat ja nun beides NULL mit Stillen zu tun und ist folglich für die Behandlung von Saugproblemen und schmerzenden BW völlig irrelevant
(Klammerbemerkung:
3. Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich (sondern im Gegenteil: angeborenes, instinktgeleitetes und evolutionär sinnvolles Verhalten), wenn ein Menschenbaby nur einschläft, wenn es sich des schützenden Körperkontaktes einer Bezugsperson ganz sicher ist. Für die meisten Babys funktionieren darum Einschlafstillen, Einschlaftragen, Einschlafkuscheln/-streicheln (eng an Mama oder Papa geschmiegt) - oder eine Kombination aus allen dreien - ganz hervorragend. (Und keine Sorge: diesem Bedürfnis entwachsen Kinder auch ganz von selbst mit der Zeit
Zu diesem Thema verweise ich gern nochmal auf den oben verlinkten Fachartikel von Dr. med. Herbert Renz-Polster: "Schlafprobleme aus Sicht der Evolution".
Jede Familie findet da letztlich ihren eigenen Weg mit den angeborenen Bedürfnissen ihres Babys umzugehen... - es macht es aber einfacher, die "eingebauten Grundschemata" von Babys zu kennen, um einzuschätzen, mit wieviel Aufwand/Kosten und Ersatz-Bemühungen man sich vom "Original" jeweils wegbewegen mag
LG, blueberry