Wobei wir selbst das auch nicht sooo streng handhaben, wie es das BLW Buch empfiehlt und ihn woanders als zuhause auch nicht immer selbst essen lassen, sondern ihm das Essen auf Löffeln geben (vor allem, weil er bei bestimmten Konsistenzen sonst wirklich nichts abbekommen würde, z.B. im Restaurant sich nicht immer sattessen könnte - wir bestellen auswärts immer etwas, was er auch essen kann (Salat mit Tomaten, Gurken etc., Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Gemüse...)) - ABER: der Löffel geht nur zum und in den Mund, wenn er das möchte, das respektiert hier jeder und das finde ich ganz wichtig. Nix mit Löffelchen für Oma, da habe ich ganz großes Glück, dass ich das gar nicht diskutieren musste.
Linguanne, ich möchte Dir mal einen Drücker da lassen. Ich habe mir gestern den Muttertag versaut, weil ich morgens mit einer meiner engsten Freundin und zukünftigen Patentante des Astronäutchens geskypt und dabei erfahren habe, dass sie ihren jetzt 6 Monate alten Sohn gerade voller Stolz ins eigene Bett ferbert und ihren Erfolg gefeiert hat, dass er vorgestern eine Stunde, gestern aber nur noch eine halbe Stunde geschrien hat...ich habe es bislang noch nie erlebt, dass jemand, der mir nahe steht, etwas so grundlegend anders sieht und macht und sich in einem Bereich bewegt, der meine Toleranzgrenze überschreitet und muss sagen, es zieht mich total runter und belastet mich.
Ich kann mir also gut vorstellen, wie belastend die Situation für Dich sein muss und ich möchte an dieser Stelle sagen, dass ich es ganz ganz bewundernswert finde, dass Du es durchziehst, Deinen WEg verteidigst und gehst!
Wir wohnen auch bei meinen Eltern im Haus derzeit, aber in einer eigenen Wohnung und vor allem finde ich, wenn wir weg waren, höchstens frischen Flieder in der Vase, aber keinen umgeräumten Haushalt vor, das geht echt so gaaaar nicht. Meine Eltern äußern schon mal Kritik, aber es ist einfach klar, dass sie nicht einfach machen, was sie für richtig befinden. So kann es ja auch überhaupt nur funktionieren.
Für mich hört es sich so an, als hättest Du schon viel Geduld bewiesen und immer wieder erklärt, ohne dass es fruchtet. Vor allem die Umräumaktion überschreitet wirklich dermaßen die Grenzen zu Eurer Privatsphäre, dass ich an Deiner Stelle auch besorgt wäre, dass diese dann auch beim Essen nicht gewahrt werden. Da Ihr in Eurer Wohnsituation von Deinen Schwiegereltern abhängt, ist das sicher schwierig, aber ich könnte mir vorstellen, dass Ihr jetzt nur noch die Option habt, ohne Diskussionen und Erklärungen klare Grenzen zu setzen, um etwas zu erreichen. (hier OT, aber wie ist der Konflikt mit dem Gitterbett eigentlich ausgegangen? Das hab ich sogar meinem Mann vorgelesen, uaaaah, da hab ich so mitgefühlt mit Dir, eine richtig richtig blöde Situation!)
Mich stört derzeit, dass meiner Wahrnehmung nach bei manchen der Eindruck entsteht, wir ernährten unser Kind planlos und hätten uns einfach nicht informiert, wenn ich nebenbei in zwei Sätzen sage, dass mein Kind isst, was es möchte und auch alles (babygerechte) bekommt und die klassischen Breimahlzeitkonzepte deshalb gar nicht kenne. Werde ich aber ausführlicher und erkläre genauer, was BLW bedeutet, kommt es schnell verkopft und "wissenschaftlich" rüber und ich hab so oft auch gar keine Lust auf Dozieren. Tja, ich werde wohl damit leben müssen oder meinem Sohn ein Siegel auf den Hintern nähen müssen "produziert nach BLW Grundlagen - for further informations
www.blw.com" oder so...