Ich wage es mal, als relativer "Montessori-Laie"

eine Frage zu stellen.
Nicht, dass ihr denkt, ich möchte irgendwas oder irgendwen angreifen oder verkappte Kritik üben ... ich frage tatsächlich, weil mich eure Antworten dazu interessieren!
Sonderlich viel weiß ich über Montessori nicht. Theoretisch hab ich im Studium etliches gelesen, praktischen Kontakt mit "Montessori-Einrichtungen" hatte ich nie.
Vor dem Hintergrund ihrer Zeit finde ich die Ideen von M.M super und sehr revolutionär! Keine Frage!
Für unsere Zeit kommt mir einiges aber "überholt" vor
Diese ganze Rubrik "Selbsttätigkeit" und von Elternseite "Unterstützung" und "vorbereitete Umgebung", "Persönlichkeit des Kindes" ... - würd inzwischen nicht (fast) jedes Elternhaus solche "Grundideen" unterschreiben? Mag ja sein, dass diese breite Richtung auf M.M. zurückgeht - aber ist das inzwischen nicht ziemlicher Konsenz vieler Erziehungsstile? Wer möchte nicht sein Kind zu und in möglichst breiter Selbstständigkeit erziehen? Wer möchte heute bezweifeln, dass Kinder aus sich selbst heraus ein wahnsinns Entwicklungspotential zur Verfügung haben? Wer möchte Kinder nicht als eigene Persönlichkeiten achten und sie ernst nehmen?
Ich vermute, ihr werdet mir widersprechen

) - aber dann: Was "tun" Montessori-Familien darüber hinaus? Was ist heute "das Spannende" an der M-Pädagogik??
Neben dieser eher grundsätzlichen Frage gibt es außerdem einen Punkt, an dem ich bein "den Montessoris" nicht mehr mitkomme: Von außen betrachtet beschleicht mich der Verdacht, dass MIR dieser "Erziehungsstil" zu verschult ist

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Na klar: Letztlich ist alles, was Kinder sehen, spielen, fühlen, entdecken mit Lernen & Erfahrung verbunden, könnte man jetzt einwenden. Das weiß ich.
Montessori wirkt auf mich aber außergewöhnlich stark "schulend". Alles, was man den Kindern anbietet, hat ein "Ziel", oder? Einen Zweck, den ich mir denke. Ein Material, von dem ich meine, dass mein Kind daran lernen kann. Mir kommt das so "steuernd" vor. Wenn auch subtil im Hintergrund.
Gibts auch "zweckfreies Spiel" in so nem "Montessori-Haushalt"

Oder was würdet ihr denken über meine Vorbehalte?
Gerade in unserer Zeit find ich es wichtig, den Kindern "Freiräume" zu lassen... Gerade auch zuhause - als Gegenpol zu Schule etc ...
Falls ihr jetzt denkt, dass solche Beiträge in diesem Thread nix zu suchen haben (ihr wollt euch unter Gleichgesinnten austauschen, ich weiß

): Sorry für´s Querschießen.
Ich dachte aber, ich schreib bewusst hier, weil es mich tatsächlich interessiert, wie ihr zu meinen Überlegungen denkt.
Ich lass mich gern belehren

- denn es gibt einiges, das ich an der M-Pädagogik sympathisch finde. Und vielleicht ist mein Wissen auch nur zu plakativ & etwas mehr Ahnung würde mir gut tun

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