Pumpstillen bei Frühchen

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Lösche Benutzer 24346

Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von Lösche Benutzer 24346 »

Liebe Nadine,

was glaubst du, wird deinem Kind passieren, wenn du nicht ganz genau aufpasst?

Du hast so wahnsinnig viel Angst, dass muss unheimlich anstrengend sein. Hast du mal überlegt, eine Beratungsstelle aufzusuchen? (Erste Anlaufstellen können jede Schwangerschafts- und Familienberatungsstelle bilden (ProFamilia, Caritas, SOS... - wenn das nicht passt, helfen die auch, dir etwas passenderes zu suchen)
So eine Geburt kann unheimlich traumatisierend sein, vielleicht wäre es gut, wenn du dir jemanden suchst, der dich im Alltag kompetent begleitet?
Es kann durchaus sein, dass du durch euren schwierigen Anfang in eine Wochenbettdepression geraten bist oder gerätst, starke Ängste das Kind betreffend und starke innere Anspannung/ Unruhe können ein Symptom davon sein.

Wenn man hier mitliest, hat man das Gefühl, dass es dir schwerfällt, die positiven und beruhigenden Kommentare anzunehmen, und du dich sehr darauf fokussierst, Gefahr zu wittern. Kann das sein?
Was könnte dir dabei helfen, die positiven Kommentare wirklich zu verinnerlichen? Was könnte dir Sicherheit geben?
Hast du den Eindruck, dass dir medizinische Apparate/Geräte helfen, den Zustand deines Kindes zu beurteilen? Es braucht viel Zeit, die Signale des Kindes verstehen zu lernen und um beurteilen zu können, wie es ihm gerade geht. Ständige Überwachung VERLÄNGERT diesen Prozess..
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Kleine
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Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von Kleine »

aus der Sicht einer Mama, die als zweites Kibd ein instabiles Frühchen hatte:
Trotz meiner verdammt guten Mamainstinkten und trotz meiner Erfahrung mit einem vollkommen fitten Kind, war es mir unmöglich in den ersten Wochen zuhause meinen Fähigkeiten zu vertrauen. Es ist so eine Grenzerfahrung, das ist etwa so wie wenn man sich vorstellen soll wie es ist, ein Kind zu haben. Oder wusste wirklich jemand vorher wie sich das anfühlt?
Mit jedem Fehlalarm wächst das Vertrauen in einen selbst, denn ganz tief drinnen war man nur nicht sicher, ob ernst oder nicht. Wird aus einem gehofften Fehlalarm ein echter, fängt man mit sich selbst wieder von vorne an. Mit so einem schweren Start dauert es ewig bis man sich halbwegs vertrauen kann. Wenn ich ehrlich bin, schaffe ich selbst heute noch manchmal nicht. Beim Großen klappt das interessanterweise ohne Probleme...

Ich will damit nicht sagen, dass Hilfe gut tut, im Gegenteil, aber eine dicke Portion Verständnis muss auch her. So Frühchen kippen bei Infekten dermaßen schnell, da muss man sehr früh reagieren und ja, das macht automatisch panisch, wenn die Temperatur steigt oder irgendwas anderes anders ist wie sonst. Meinem Mini hat diese Panik aber auch dreimal das Leben gerettet...
LG
Anika

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Lösche Benutzer 7681

Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Anika, das hast du schön geschrieben.
Ich schliesse mich an.

Mein Frühchen mit schwerem Herzfehler, Duodenalathresie, Verdacht auf Leukämie, etc konnte ich die ersten 2-3 Jahre nicht einschätzen.
Mich hat immer mein Mann beruhigt und geerdet.
Glyzinie
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Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von Glyzinie »

Wir sind ja trotz Frühchen eher von der gelassenen Sorte bei solchen Dingen. Blöde Frage aber hast du sie versuchsweise einfach mal dünner angezogen? Unser Sohn bekam und bekommt bei zu dicker Kleidung gerne erhöhte Temperatur. Diese Neigung hatte er schon immer.
Wenn es sich heute nicht noch verschlimmert und auch nicht bessert, kannst du ja morgen früh gleich zum Arzt.
Uns hat man übrigens nie was von speziellen Frühchen-Temperaturen gesagt.
Mit eiligem Piffi (11/2016)
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Kleine
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Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von Kleine »

Das mag daran liegen, dass meiner einen Immundefekt hat (wobei die genaue Ursache seiner Infektanfälligkeit auch erst etwa ein Jahr bekannt ist), er in der Klinik aufgrund einer Infektion dreimal reanimiert werden musste und wir auch sonst sehr viele Probleme hatten (und zum Teil ja auch immer noch haben). Ich habe gelernt, dass man Frühchen nicht mit Frühchen vergleichen kann. Ich kenne so viele aus der 28.-30. Woche, die deutlich fitter sind und von Anfang an fitter mit weniger Problemen waren wie meiner aus der 33..

Ich wollte nur sagen, dass ich diese Angst ums Kind sowas von verstehen kann und dann ist es ja auch noch Nadines erstes Kind, was lang ersehnt wurde. Meiner hatte ein Jahr lang einen Monitor und da war ich sosososo froh drum, weil es mir Sicherheit gab und ich Infektionen nicht nur an der Temperatur sonder auch an der Herzfrequenz erkennen konnte. Es mag Frühcheneltern geben, bei denen das Kind halt früh kam, aber dann einfach durchmarschiert ist ohne wesentliche Komplikationen. Hier war, wie bei mir auch, schon die Schwangerschaft ein Glücksspiel, das erfreulicherweise mit einem lebendigen Kind endete... Das sind einfach ganz andere Startbedingungen...

Hilfe zur Seelenheilung tut trotzdem Not und verdammt gut ;-)
LG
Anika

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Glyzinie
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Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von Glyzinie »

Das immunologische Problem hätte er ja aber auch als Reifgeborener, oder?

Unser Problem war mehrmals spastische Bronchitis mit Beatmung teilweise. Zum Glück hat es sich inzwischen wohl ausgewachsen und wir haben das passende Medikament. Ich kann dich da gut verstehen und hoffe, dass man deinem Kind helfen kann.
Körperlich haben wir außer Untergewicht keine Probleme mehr aber seine Entwicklung macht halt Probleme. Vieles wächst sich aus.


Generell muss man aber sagen, dass Babys und Kleinkinder keinerlei spezifische Antikörper im Blut haben, die kommen mit der Körpererfahrung. Und deshalb bei jedem Virus etc. sehr schnell Fieber bekommen.
Mit eiligem Piffi (11/2016)
Nadine212
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Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von Nadine212 »

Hallo ihr Lieben.

Ich danke euch für eure Antworten, ich bin zu erschöpft auf alles einzugehen da ich kaum geschlafen habe. Gestern Abend sind wir noch ins Krankenhaus da mausi ohne Ende geweint hat :(
Sie hat sehr viel Luft im Bauch und wir haben Sab Simplex bekommen, habe bisher leider nicht das Gefühl das es hilft.
Ich war heute morgen auch aber schon beim Kinderarzt da mausi seit gestern un 23 Uhr kaum noch getrunken hat,4 stunden geschlafen und trinken wollte sie danach kaum noch.
Die Kinderärztin meinte das sei in ihrer Gewichtsklasse jetzt nicht mehr so dramatisch.
Sie hat auch ein kleinen Infekt, ich soll die Temperatur weiterhin im Auge behalten aber da muss sie wohl durch :(

@Teazer was sagst du dazu? Sollte ich jetzt vielleicht abpumpen 2 mal am Tag oder so? Sie trinkt wirklich kaum was :(
Und ich hab das Gefühl manchmal trinkt sie zu hastig und der starke Milchspendereflex macht ihr dann zu schaffen weil sie die Brust dann völlig erschrocken los lässt und beim ausstreichen hab ich dann gesehen wie sehr es spritzt.


21.02. 1500 g Geburt KH
17.04. 2650 g Hebamme (ET)
08.05. 3.295 g, 9x stillen, 8x Pipi , 2x Stuhl 
09.05. 3.360 g, 11x stillen, 7x Pipi, 3x Stuhl 
10.05. 3.365 g, 9x stillen, 6x Pipi, 2x Stuhl
11 05. 3.435 g, 13x stillen, 1x Flasche (80 MuMi), 6x Pipi, 1x Stuhl 
12.05. 3.460 g, 11x stillen, 1x Flasche (50 ml), 10x Pipi, 0x Stuhl
13.05. 3.510 g, 14x stillen, 8x Pipi 0x Stuhl
14.05. 3.515 g, 10x stillen, 30 MuMi, 5x Pipi, 0x Stuhlgang
15.05. 3.570 g, 12x stillen, 6x Pipi, 0x Stuhl
16.05. 3.540 g, 11x stillen, 7x Pipi, 1x Stuhl, Frenotomie
17.05. 3.540 g, 12x stillen, 50 MuMi, 6x Pipi, 2x Stuhl 
18.05. 3.605 g, 13x stillen, 5x Pipi, 0x Stuhl
19.05. 3.630 g, 11x stillen, 6x Pipi, 3x Stuhl
20.05. 3.660 g, 13x stillen, 7x Pipi, 1x Stuhl
21.05. 3.700 g, 12x stillen, 10x Pipi, 5x Stuhl
22.05. 3.755 g, 11x stillen, 7x Pipi, 2x Stuhl
23.05. 3.810 g, 12x stillen, 7x Pipi, 1x Stuhl
24.05. 3 850 g, 13x stillen, 7x Pipi, 3x Stuhl
25.05. 3.875 g, 11x stillen, 7x Pipi, 2x Stuhl
26.05. 3.880 g, 10x stillen, 7x Pipi, 1x Stuhl
27.05. 3.925 g,
♡ mit Minni Mausi 02/19 ♡
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Teazer
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Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von Teazer »

Liebe Nadine,

erst einmal gute Besserung für Deine Kleine.

Nein, kein pumpen. Deine Milchbildung ist voll etabliert und passt sich Änderungen schnell an. Versuch den Schlaf nachzuholen und lass Deine Maus an der Brust. Sie holt sich, was sie braucht.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
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SchwarzwaldMama
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Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von SchwarzwaldMama »

Gute Besserung deiner Kleinen!

Ja, da muss sie durch... Als Mutter würde man gerne alle Unannehmlichkeiten von seinem Baby fernhalten, leider geht das nicht immer. Versuch es positiv zu sehen, der kleine Infekt wird ihr Immunsystem stärken und das Stillen unterstützt dabei perfekt!
(Als wir mit unserer kleinen mit starkem Husten beim Bereitschaftsarzt waren meinte dieser zb "sie wird gestillt, oder? Das sieht man gleich, sonst würde sie schlimmer aussehen")

Zum Thema Blähungen:
Sab Simplex oder lefax sind Entschäumer, das Medikament macht aus vielen winzig kleinen Gasbläschen im Darm ein paar große. Die sollen dann schneller den Weg nach draußen finden.
Damit das funktioniert braucht der Darm im Normalfall Bewegung. Da so kleine Babys aber sich kaum selbst bewegen können darfst du da helfen 😊
Fahrrad fahren mit den Beinen
Die Beine sanft an den Bauch drücken und ein bisschen nach rechts und links drehen
Bauchmassage (nicht nur zart streicheln, du willst ja nicht dir Haut sondern den Darm aktivieren)
Tragen (deine Bewegungen werden auf dein Baby übertragen und die Wärme die zwischen euch entsteht hilft zusätzlich)

Ich finde es richtig Klasse zu lesen dass deine Milchbildung jetzt voll etabliert ist!
Da kann jetzt eigentlich nichts mehr schief gehen 😊

Du kannst richtig stolz auf dich und deine Tochter sein!

Und ja, sie wird lernen mit dem starken Milchspendereflex umzugehen.
Liebe Grüße von der Schwarzwaldmama mit der Zaubermaus (17.06.2018)
Geliebt, gestillt, getragen und familiengebettet
Leominor
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Re: Pumpstillen bei Frühchen

Beitrag von Leominor »

Gute Besserung an die kleine Maus! Ein Infekt ist natürlich doof. Als Mama leidet man ja doch immer sehr mit.

Ich habe mir dann immer versucht zu sagen ,dass jeder Infekt auch das Immunsystem stärkt, also ist es gut, wenn sie ab und zu mal ne Schnupfnase hat.

Ich war auch immer froh zu stillen und ihr damit helfen zu können, schnell wieder gesund zu werden und hatte den Eindruck, dass sie das nuckeln sehr beruhigt. Auch Tragen fand sie dann immer super.

Als sie schon etwas älter und einmal ziemlich krank war hat sie tatsächlich ihre Trage geholt um uns zu zeigen, dass sie getragen werden möchte! So süß!!! 😍

Und dass sie weniger Trinken (bzw. später essen) wenn sie krank sind ist auch völlig normal.

Wenn es ihr wieder besser geht, holt sie das schon nach! Wenn eure Kleine mal isst wirst du das wahrscheinlich ziemlich deutlich an ihrem Verhalten sehen.
Bei uns wird bei Krankheit gerne mal Essen und Trinken komplett eingestellt und nur noch gestillt. Und sobald sie wieder gesund ist futtert sie umso mehr...

Alles Gute und schnelle Genesung!
Leominor mit Tigermädchen (2017) und Bärenjunge (2020)
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