Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

mein sohn hat eher spät gesprochen, aber ich glaube nicht, dass es an der dreisprachigkeit liegt. er ist motorisch sehr früh gewesen und dann halt in anderen bereichen spät.

und sprachgenies sind einfach alle kinder, oder? ich finds total krass, schon allein eine sprache von der pike auf zu lernen..
tania mit sohn *09 und sohn *12
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clermontine
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von clermontine »

Isabella hat geschrieben:Gab es bei irgendjemanden von euch auch Probleme mit der zweisprachigen Erziehung? Verzögerungen, Störungen?

Wenn man hier so liest, hat man den Eindruck dass lauter Sprachgenies unterwegs sind :oops: .
Also wie schon erwaehnt, faengt unser Sohn jetzt so langsam erst an zu sprechen, mit ueber drei Jahren. Er geht jetzt auch zum Logopaeden und dort macht er so gar nicht mit. Er geht sehr gern hin und findet alles lustig, aber redet nicht. Unser Sohn ist sehr waehlerisch mit wem er spricht. Er nimmt sehr viel auf und ich vermute, dass es eines Tages einfach nur so aus ihm raussprudeln wird. Momentan spricht er nur so viel wie noetig. Allerdings, wenn er allein im Spiel ist und sich unbeobachtet fuehlt bin ich erstaunt, wie gross sein aktiver Wortschatz ist, wenn er will. Dann kommentiert er fast alles und spricht wesentlich deutlicher als im Zwiegespraech.

Ich glaube aber nicht, dass es an der Zweisprachigkeit (englisch sprechen wir nur noch ganz selten) liegt. Er kann sehr gut zwischen den zwei Sprachen differenzieren. Wenn wir mit meinen Eltern in D skypen spricht er auch wesentlich mehr, als mit mir.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
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greenie bird
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von greenie bird »

Meine Tochter hat auch einige Probleme aber Ich glaube auch nicht, dass es von der Zweisprachigkeit kommt. Es gibt schließlich genug einsprachige Kinder, die nicht der Durchschnitt sind.
Meine Tochter hat Schwierigkeiten mit den Geschlechtern und einen kleinen Wortschatz. Sonst macht sie altersgerechte Fehler.
In der Zweitsprache hat sie noch größere Konjugationsprobleme. Aber das liegt ganz klar daran, dass die Sprachstruktur anders ist und sie das natürlich seltener mit allen Facetten hört.
Mein Sohn hingegen- spricht natürlich im Verhältnis weniger als sie, macht aber Dinge, die sie falsch macht, richtig- gerade strukturell.

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Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

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youtee
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von youtee »

tania hat geschrieben:
und sprachgenies sind einfach alle kinder, oder? ich finds total krass, schon allein eine sprache von der pike auf zu lernen..
wie wahr!
ClauWi Trageberaterin, MK 06/12
Sibi
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Sibi »

June hat geschrieben: Und jetzt wird es kurios: Ihm antwortet das Kind auf Englisch, mir dagegen fast nie. Neulich im Restaurant saßen am Nachbartisch Iren, ganz nette junge Leute. Die Motte war ständig dort und sprach mit denen auch ohne weiteres Englisch. Schade, dass sie das mit mir nicht macht. Wir beide unterhalten uns meist zweisprachig.
Ich finde das Verhalten Deiner Tochter völlig normal. Ich glaube ehrlich gesagt, dass gerade Kinder schnell mitbekommen, für wen welche Sprache die Muttersprache ist oder auch einfach die gängige Umgangssprache. Ich kenne viele Kinder aus bilingualen Familien, bzw. von Eltern, die zwei Sprachen sehr gut sprachen. Aber die Kinder haben sich immer an der Umgebungssprache orientiert, wenn zwei Sprachen gleichwertig gesprochen wurden und die "andere" Sprache nur mit den Leuten, die eben die deutsche Sprache nicht oder nicht so gut können. Und wenn ich es richtig verstanden habe, bist Du kein native speaker. Kinder sind da viel sensibler als Erwachsene, die hören und spüren das - selbst wenn man fließend spricht. Diese Sensibilität ist es ja auch, die es Kindern ermöglicht, völlig akzentfrei sprechen zu lernen - natürlich nur, wenn sie entsprechende Vorbilder haben, die auch akzentfrei sprechen. Daher finde ich es auch völlig normal, dass sie mit native speakern englisch spricht, aber nicht mit dir.
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hajar
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von hajar »

Ja so kommt mir das auch logisch vor. Wir machen hier ähnliche Erfahrungen, mein Kind spricht mit mir fast nur deutsch, auch wenn ich die Zweitsprache gern fördern würde. Macht er aber kaum mit.
Grüße von hajar mit unendlich geliebtem Sohn (03/09)

Danke für eure Hilfe beim Ausmisten!!! Ich bin so frei. :-) Jetzt.
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clermontine
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von clermontine »

Ich fuehle mich momentan durch die Sprachentwicklung unseres Sohnes irgendwie etwas ausgeschlossen. Er macht grosse Fortschritte auf Franzoesisch und es tut ihm sehr gut sich endlich ausdruecken zu koennen und verstanden zu werden. Das freut mich sehr fuer ihn. Dennoch schmerzt es mir, dass er mit mir gerade gar nicht spricht und wenn dann nur kurz auf franzoesisch antwortet.
Mir persoenlich bedeutet Sprache so viel und meine Mutter-und Herzenssprache ist nunmal das Deutsche, aber dafuer interessiert er sich grad gar nicht.
Ich verstehe, dass ihm klar ist, dass ihm Franzoesich momentan weiterbringt und er sich auf eine Richtung, naemlich die Hauptsprache festlegt bzw das es logischerweise so ist, aber dennoch faellt es mir schwer.
Ich wuensche mir so sehr mehr Austausch mit ihm. Ich weiss zum Beispiel kaum, was sie in der Schule machen und bin immer neidisch, wenn ich hoere, wie die anderen Kindern ihren Eltern erzaehlen, wenn sie abgeholt werden.
Selbst wenn er mit mir franzoesisch mehr sprechen wuerde, wuerde ich es ja verstehen, aber leider verweigert er.
Nun gut, es werden sicher andere Zeiten kommen, haette nur nicht gedacht mal so komplett aussen vor zu sein.
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coccolone
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von coccolone »

Oh je, das tut mir sehr leid. :( Spricht er denn mehr Deutsch, wenn ihr in D seid? Oder habt ihr Kontakt zu anderen Deutschsprachigen Familien/Kindern? Einen wirklichen Rat hab' ich leider nicht fuer dich...
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clermontine
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von clermontine »

Wir waren vor zwei Monaten in D und da hat er schon ein wenig deutsch gesprochen, allerdings nur mit seine Oma. Genauso ist es wenn wir skypen, da packt er dann etwas aus, aber leider nicht mit mir.
Andere deutsche Auslaender kenne ich hier leider nicht.
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coccolone
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von coccolone »

Das ist echt schade. Ich habe ja anfangs auch nur Deutsch mit dem kleinen Mann gesprochen und irgendwann mochte er das gar nicht mehr haben. Aehnlich wie bei euch, denke ich, weil halt die Umgebung Englisch sprach und er mich - ausser mit ihm - auch nur Englisch sprechen gehoert hat. Irgendwie sind wir dann auf Englisch umgestiegen und mittlerweile (wir wohnen ja nun in D) bin ich froh drueber, weil es eben nicht mehr die Umgebungssprache ist und Deutsch immer mehr zur dominanten Sprache wird. So haben wir Englisch wenigstens als gemeinsame Familiensprache. (Kurze Zwischenbemerkung: Ich wundere mich immer wieder darueber, wie vehement darueber diskutiert wird, dass nur die Erstsprache wirklich Herzenssprache sein kann. Aber vielleicht bin ich auch nur die Ausnahme, die die Regel bestaetigt. ;) )

Worauf ich eigentlich hinaus will ist folgendens: vielleicht waere es eine (Zwischen-)Loesung, wenn euer Sohn mit dir auch Franzoesisch spricht, du mit ihm aber weiterhin Deutsch? So mache ich es mit meiner Oma. Ich mag lieber Deutsch mit ihr sprechen, auch wenn ich theoretisch anders koennte. Ist zwar nicht ideal, aber so waerst du nicht aussen vor und vielleicht ist es ja nur eine Phase und demnaechst spricht er auch wieder Deutsch mit dir. Und wenn nicht hat er wenigstens einen grossen passiven Wortschatz und wird sich mit den Grosseltern in D trotzdem verstaendigen koennen.

Fuehl dich gedrueckt, wenn du magst.
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