Hui, das ist hier aber eine erregte Diskussion geworden!

Bin doch etwas erstaunt.
[quote="Sandküste]
Und Stillen ist nicht immer was intimes - ich sehe das anders. Ich stillte meine Säuglinge nach Bedarf. Das war auch mal alle 1-2 Stunden, anfangs auch dann längere Stillmahlzeiten. Dafür kann und will ich mich nicht immer ins stille Kämmerlein auf meinen Schaukelstuhl zurückziehen, mein Spitzennachthemd anziehen und verzückt lächlen (Achtung: überspitzt

). Das muss und soll auch mal unterwegs gehen, mal beim Kaffee mit dre Freundin, auf dem Spielplatz, bei einem Elterngespräch im Kindergarten, im Wartezimmer beim Arzt. Dann ist es halt mal nebenher, nebenbei, ich bin dabei in Gedanken woanders.[/quote]
Gut gesagt - genau diese Beiläufigkeit ist es m.M. nach, die das Stillen eigentlich braucht, um in der Öffentlichkeit einfach wieder als etwas ganz Natürliches und NORMALES wahrgenommen zu werden.
Allerdings kann das halt nicht jede Frau; es geht schließlich um das ganz persönliche "Schamgefühl" - auch wenn es beim Stillen m.M. nach und rein verstandesmäßig betrachtet einfach nichts zu schämen gibt, aber Gefühl und Verstand gehen eben leider nicht immer Hand in Hand...
Ich hab ne Freundin, die 3 Kinder sehr lange gestillt hat, für mich immer ein ganz tolles Vorbild. Sie war genauso eine Mutter, die so ganz beiläufig stillen konnte, mit einer völligen Selbstverständlichkeit. Natürlich gab es hier im Kuhkaff auch mal dumme Kommentare - natürlich nie zu ihr persönlich

, GAAAANZ schlimm war es natürlich, als sie an unserer Hochzeit wagte, in der KIRCHE zu stillen (Gott sei uns gnädig...

), aber insgesamt hatte sie einfach so eine ganz selbstsichere Haltung was das Stillen anbelangt. Oft hab ich es auch gar nicht bemerkt, wenn sie stillte, Söhnchen 3 kam kurz angeflitzt mit knappen 2 Jahren, sie schob das T-Shirt nur kurz hoch, ließ in ganz kurz trinken, und das war´s. Wie soll ich sagen: Sie ruhte einfach in sich selbst, und nichts konnte ihr was anhaben. Das hat mich immer sehr beeindruckt.
Ich selbst merke mit einem nun 14 Monate alten Kind, dass ich diese Haltung in der Öffentlichkeit leider nicht immer an den Tag legen kann. Mich nerven zurzeit einfach die eeewigen Fragen, warum ich denn IMMER NOCH stille. Oder die gelegentlich etwas erstaunt-entsetzten Blicke, wenn ich mich doch mal traue. Letztens hab ichs im Restaurant auch einfach mal wieder "gewagt" - hab mich etwas zur Seite gedreht und gut war´s; ist glaub ich gar nicht groß aufgefallen. Es hat auch keiner was gesagt. an dem Tag hab ich aber auch ganz sicher und gut damit gefühlt.
Was ich damit sagen will: Wenn es einer Frau einfach nicht behagt, wenn das "Schamgefühl" einfach zu groß ist, in er Öffentlichkeit zu stillen, dann zieht man sich zum Stillen einfach besser zurück, weil es einem damit einfach besser geht. Hab das Gefühl, je unsicherer man sich selber im entscheidenden Moment fühlt, desto eher kommen negative Reaktionen.