Ich habe mich nun hier durchgeackert und mir schwirrt der Kopf. Und ich kann nicht mehr anders, ich MUSS mich äussern, und ich tue es offen. Das tut vielleicht weh.
Du hast geschrieben:
Und ich denke sehr wohl, daß FB und Stillen meinen Kindern bisher die Chance genommen hat, zu lernen, sich selber zu beruhigen und sich auch alleine geborgen und sicher zu fühlen. Und mit "alleine" meine ich nicht alleine im Keller oder sonstwo, sondern ich meine in meiner unmittelbaren Nähe, aber eben ohne Körperkontakt bzw. ohne Stillen.
Und daß meine beiden, ansonsten sehr unterschiedlichen Kinder genau dasselbe Schlafverhalten an den Tag legen deutet für mich eben schon darauf hin, daß es an der Schlafsituation liegt.
Das ist in meinen Augen - Sorry - Quatsch. Es gibt so viele Familienbett-Kinder, die das alles mühelos schaffen. Ich weiss nicht mehr, wer das geschrieben hat, aber ich fand das viel, viel zutreffender für Dich und Deine Kinder: Es ging darum, dass Du unsicher bist, dass dadurch die Kinder unsicher werden, und sich Deiner versichern wollen, was Dir auf den Nerv geht und Dich noch unsicherer macht. DAS trifft den Nagel auf den Kopf! DAHER kommt dieses Schlafverhalten! Schlafen bedeutet loslassen, und Deine Kinder können Dich nicht loslassen, weil Du unsicher bist. Du möchtest was ändern, traust Dich aber irgendwie nicht und ziehst es nicht wirklich durch. Es tut Dir weh, wenn Deine Kinder schreien.
Erziehen bedeutet, so hart das klingt, auch mal Grenzen setzen. Das geht durchaus auch liebevoll, aber es muss
konsequent sein. Sobald ich denke "Ich will, dass er duchschläft, aber er könnte weinen, dann halte ich nicht durch", hat man verloren. Es klappt nur, wenn man aus tiefster Seele davon überzeugt ist von dem, was man tut. Sich nicht vom Weg abbringen lässt. Das kann weh tun, aber manchmal kann ein Schnitt heilsam sein!
Klar ist das Weinen schwer auszuhalten, aber was bringt eine ausgelaugte Mama den Kindern, die ihrerseits ausgelaugt sind? Also - durchhalten! KONSEQUENT sein!
Ich weiss, was ich schreibe. Ich war bei beiden Kindern gezwungen, im Alter von etwa 15 - 18 Monaten nachts abzustillen. Beim ersten Kind war es wegen der neuen Schwangerschaft, die mich nach nächtlichem Stillen nicht mehr einschlafen liess. Nach wenigen Wochen war ich auf dem Zahnfleisch!
Beim 2. Kind musste ich es tun wegen körperlicher Beschwerden.
Ich habe es so gemacht: Nachdem die Schmerzgrenze überschritten war, liess ich es das Kind wissen, dass sich was ändern würde, und was es nachts erwarten würde. Nämlich, dass ich es nicht mehr stillen würde, aber dass es bei Durst Wasser bekommen kann, und dass ich ja da bin und sie nicht alleinelasse.
Ich habe das jedem Kind einige Male während einiger Tage gesat, und das hat mich auch bestärkt.
So habe ich es durchgezogen. Beim ersten Mal stillen nachts haben beide natürlich geweint, aber es waren immer Arme da. Ich habe mitgeweint, ich konnte zunächst nicht anders. Da tobten unglaubliche Kämpfe in mir drin. Ich blieb innerlich aber standhaft. Ich sagte mir "es ist nur zu unserem Besten!" Ich war so tief davon überzeugt, dass sich meine Ruhe übertragen haben musste. Beim zweiten Mal aufwachen nachts schon viel weniger Weinen usw. In der zweiten Nacht haben beide nur noch beim ersten Mal Aufwachen geweint, aber nur kurz. In der dritten Nacht zu er gewohnten ersten Aufwachzeit nur noch ein kurzes Jammern, umgedreht und weitergeschlafen, selbstverständlich mit Mamas Hand auf dem kleinen Körper!
Nina, Du tust Deinen Kinden nicht weh, wenn sie mal schreien müssen. Schreien lassen à la Ferber ist Quälerei, aber wenn es ein Schreien ist, das aus Trauer und Irritation über die Änderung kommt und das begleitet wird, ist das ein Unterschied. Das Kind spürt jederzeit, dass Du für es da bist, wenn auch in einer anderen Form als bisher gewohnt.
Ich meine, es ist ganz wichtig, dass Du felsenfest von dem überzeugt bist, was Du möchtest. Dann klappt es auch.
Deine Kinder suchen Grenzen, und Du sollst sie ihnen geben, auch wenn das gerade zu Beginn ein schmerzlicher Prozess ist. Aber heilsam!
Ich würde mir ausserdem eine gute Erziehungsberaterin holen. Die sind nicht alle nur schlecht! Eine gute Beraterin geht auch auf Deine Vorstellungen und Wünsche ein! Wenn Dir da jemand Kompetentes zur Seite steht, schaffst Du es besser.
Das so meine Gedanken dazu.
Liebe Grüsse
Dorothea