[quote] So wie ich aber mitgekriegt habe, gibt es hier niemanden mit grösseren 2-sprachigen Kindern???
Ich überlege namlich, ab wann bringt man lesen und schreiben in der nicht-Landesprache bei?
Hat da jemand Erfahrung oder mache ich mir Illusionen, dass meine Kinder das nicht lernen könnten?[/quote]
Naja , wenn fast 12 und grade 9 geworden als grösser gilt, kann ich das bieten
Also wie schon gesagt, ich hab das Ganze ziemlich strukturiert von Anfang an. ZIemlich konsequent OPOL, zu hause nur Bücher, Videos usw auf deutsch, die Grossen waren ca 2-4x im Jahr in Deutschland, dort auch mal in der Schule, Mutter-Kind-Kur usw.
Mein Grosser hatte "Sprachverzögerung", konnte mit 3 nur Mama und Papa sagen, sonst erst mal Nichts. War natürlich fürs Umfeld die Zweisprachigkeit dran schuld, ich musste zur Schuldirektorin, Kind wurde von Pontius zu Pilatus geschickt, mir wurde Druck gemacht, usw usw....
Daraufhin hab ich mich informiert, hatte Gott sei Dank grade Internet bekommen und die » richtigen » Adressen, Buchtips und Lektüre gefunden.
Alles gelesen, was es über das Thema gibt, Foren und mailinglisten abonniert und sehr aktiv dran beteiligt, weil ich den grundsätzlichen hohen (und wie ich heute weiss, sehr ,bzw sogar zu hohen) Anspruch hatte, dass meine Kinder ihre Muttersprache vollkommen verstehen, möglichst fliessend sprechen, und lesen und schreiben können sollen

.Ganz schön viel, nicht? Habe auch inzwischen Abstriche machen müssen.
Mein Grosser hat seine Sprachverzögerung schnell aufgeholt.
Wir haben dann in der Vorschule, vorletztes und letztes Jahr, parallel zum dortigen Programm ( das komplette Alphabet, seinen Namen schreiben können und Verschiedenes mehr wird einfach vorausgesetzt), deutsche Anlauttabelle und Lesespielchen im Internet CD-ROms und Bücher gespielt. Dafür hab ich meine Kinder dann immer wieder mal einen halben oder ganzen Tag aus dem System rausgnommen, was gar nicht gerne gesehen wurde.
Aber nach einem ganzen Tag Schule, und Schule heisst lernen, auch für 3-Jährige, sind sie halt gar nicht mehr aufnahmefähig für NICHTS. Die Grossen konnten dann deutsch entziffern in der Vorschule. Ab richtige Schule ging dann nichts mehr mit nebenbei deutsch lernen, weil Ganztagsschule und Hausaufgaben, da kann man sie nicht mal einfach so rausnehmen, ausser man unterrichtet komplett zu Hause. Dadurch haben sie dann auch nicht schreiben und Grammatik gelernt und das Leseniveau ist nicht so toll, halt auf dem Niveau geblieben, was wir in der Vorschule so nebenbei und sehr spielerisch gemacht haben.
. Deshalb ist der Grosse auf der weiterführenden Schule in einer Klasse, wo 2 Fremdsprachen neu angefangen werden . Er lernt deutsch als Fremdsprache ( und englisch) , weil es die einzige Möglichkeit ist, Grammatik und lesen und schreiben zu lernen. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, hatten Angst, er würde sich zu Tode langweilen, schliesslich ist er Muttersprachler, auch wenn er nicht gut schreiben kann und grammatisch Fehler macht. Ihn in eine richtig zweisprachige Schule zu geben, würde Internat bedeuten, weil die Nächste ist 200 km weit weg, da haben wir keine Lust zu und ausserdem können wir uns das nicht leisten.
Rückblickend ist es die richtige Entscheidung gewesen. Diese zweisprachige Klasse ist ein bisschen « elitär » , da sind nur die Besten des Jahrgangs drin, das Tempo ist rasend, und er schafft es durch das Deutsche, dort bei den Besten zu sein, ohne Nachtschicht mit 11 Jahren einlegen zu müssen

und lernt nun tatsächlich Grammatik, Rechtschreibung und noch sehr viel über Deutschland.
Die 9-Jährige hatte keine Sprachverzögerung, im Gegenteil, war sehr früh mit dem Sprechen in beiden Sprachen und dem Durchschnitt der Einsprachigen in beiden Sprachen voraus. Sie ist eine Leseratte und liest inzwischen auch deutsche Bücher, wenn sie nicht zu dick sind, magisches Baumhaus und so, in franz ist das ihre Lieblingsbücherserie und in Deutsch gibt es die bis über Band 30, hier in F sind wir erst bei 28

. Mit Speck fängt man Mäuse

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Wir bangen jetzt drum, ob es in 2 Jahren, wenn sie auf die weiterführende Schule kommt, diese 2-sprachige Klasse noch geben wird, denn für sie steht fest, das sie da rein möchte. Auch bei ihr dürfte es die einzige Möglichkeit sein, Grammatik und Rechtschreibung in ihrer Muttersprache zu lernen.
Die fast 5 Jährige spricht ganz gut deutsch, mischt aber noch viel , kann nun auch das komplette Alphabet dank Schule und wir steigen nun da wieder ein mit Anlauttabelle und Lesespielchen auf deutsch.....
Tja une der 3 Jährige ist noch zu klein, um sich zu äussern. Beide Kleinen haben leider viel weniger deutschen Input als die Grossen, da mit 4 kindern 1200km alleine nach Deutschland zu reisen ist schwierig, und leider, ja leider sprechen sie untereinander franz.