Hallo,
schöner Bericht... finde das ganz faszinierend, dass es so einfach funktioniert...
Ich hatte es irgendwie auch immer im Gefühl, dass die Kinder irgendwann schon von selbst essen werden - und dass es eben nicht normal ist, dass man sie dazu "überreden" muß

Mein großer wollte erst mit 9 Monaten mal was probieren, mit 10 Monaten wollte er dann selber löffeln - aber unwissender Weise habe ich versucht, ihm ab 7 Monaten schon was zu geben (weil man das doch so macht

)....es endete nur im täglichen Streit ums essen, bis ich aufgab und ihn wieder voll stillte.
Jetzt bei Nr 2 war ich viel lockerer und hatte überhaupt keine Lust, mir diesen Brei Stress nochmal anzutun - ich beschloss, ihm gelegentlich was anzubieten (wenn er sich für unser essen interessierte) und ihn sonst einfach weiter zu stillen...vom Löffel wollte er erstmal garnichts probieren, mit 8 Monaten dann versuchte er etwas vom Teller zu klauen (ausgerechnet Torte

- aber wegen verschiedener Allergien in unserer Familie möchte ich ihm weder Milchprodukte noch Gluten im ersten Lebensjahr geben...), also bot ich ihm mal gekochte Zuchini, Birne, Banane, Melone oder Reiskeks an... Ja, irgendwie war ich schon etwas wehmütig - mein Stillbaby will doch was anderes als Brust probieren, aber es geht da ja nicht nur um mich, sondern eben auch um sein Wohlbefinden - er hatte lange beobachtet, wie die ganze Familie Dinge in den Mund schiebt nur er nicht, und jetzt wollte er eben auch. Jetzt mit 9 Monaten verlangt er immer etwas, wenn gerade gegessen wird - es gibt ihm glaube ich das Gefühl, dazu zu gehören und ich finde es schön, wenn alle so gemeinschaftlich essen...die Wehmut ist weg, irgendwie bin ich auch stolz drauf, wenn er es schafft, das Essen selbst in seinen Mund zu stopfen und freue mich, wenn er dann über seinen "Erfolg" lacht - er kommt ja trotzdem noch gerne an Mamas Brust

Naja, um den Brei komme ich irgendwie nicht rum - was gibt man denn einem Baby mit 1 Zahn, wenn man kein Brot und keinen Joghurt geben will? Eine ganze Mahlzeit lang nur mit gekochtem Gemüse oder Reiskeks zu spielen, ist ihm nicht mehr genug... er bekommt jetzt immer das Gemüse, was wir essen püriert und mit Hirse, damit es nicht so schlabberig ist. Oder eben mal Apfelmus oder eine Banane (die kann er auch schon ganz alleine essen). Aber es ist überhaupt nicht umständlich - er will essen, macht den Mund auf und schluckt (keine Sabberei, kein "Löffelchen für Mama"), ich kann nebenbei auch essen... genau so habe ich mir das vorgestellt. Kein Stress, einfach essen. Und Zwischendurch und nachts wird eben gestillt...
Für uns die optimale Lösung, zumal ich doch irgendwann auch wieder arbeiten will und gerne bis dahin weitgehend abgestillt haben möchte (bin dann nämlich einmal pro Woche über nacht weg, wäre schon umständlich, wenn mein Mann dann ein Muttermilchfläschchen machen müßte nachts...) - aber eben nicht gezwungener Maßen, sondern weil es für beide ok ist bis dahin (hab ja noch etwas Zeit

)
Ich finde dieses "MUSS" ganz furchtbar, wenn es drum geht, wielange gestillt wird und wann was gegessen wird - und Gonzales hat mit seinem "Mein Kind will nicht essen" wirklich genau den Nerv getroffen - vorher war es nur so mein "Gefühl", danach hatte ich die Bestätigung, dass es so, wie es für Mama und Kind richtig ist, auch gut ist...
OK, genug erzählt - schöner Beitrag, interessante Antworten!
Liebe Grüße,
MUH