Mein Kind ist so unemphatisch

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Missie
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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von Missie »

Hihi.
Zu mir meinte mal ein Spielplatz-Vater als Nr1 "hohldrehte" und einfach nicht aufhören konnte, Sand auf die Rutschbahn zu werfen (das ist schon seit immer sein "Zeichen", dass er genug Spielplatz hatte): "Na, der hört aber super!" (im ironischen Tonfall natürlich...).

Ich weiß. Kann ich aber nicht ändern. Will ich vllt auch gar nicht. Ich lasse ihn jetzt mal kurz werfen und suche den kleinen Bruder, den müssen wir ja auch mitnehmen.

Gesagt habe ich damals:" Der muss nicht hören. Ist ja kein Hund.". 😬
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Cecily
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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von Cecily »

Ach ja, ich hätte auch gern ein dickeres Fell.

Irgendwie fällt es mir sehr schwer, wenn andere mein perfektes, tolles Kind kritisieren. ICH darf das, mein Mann auch, vorsichtig meine Mama. Aber andere??? Auch, wenn ich genau weiß, dass es berechtigt ist. Wenn das aber vernünftig und mit einer Lösung präsentiert wird, reagiere ich völlig anders. Im Kindergarten wird es von meiner Lieblingserzieherin etwa so angesprochen: "Heute haben die Jungs ein bisschen Quatsch gemacht und Steine ins Klo gworfen. Die mussten sie dann mit Handschuhen wieder rausholen. Also nicht wundern, wenn Maxi Klogeschichten erzählt."

Also, Verhalten und Lösung geschildert, Sache abgehakt. Diese "Maxi hat schon wieder ....."-Sachen finde ich so anstrengend. Ich berede das mit ihm, aber ich bin ja in der Situation nicht dabei. Aggressiv, hm. Also, dem Bruder mal eine hauen (und andersrum) kommt schon vor. Sonst eher passiv aggressiv (wie sich vor die Tür legen). Ab und an kriegt er so einen wilden Blick, solche Situationen sind aber noch nie eskaliert. Gestern war er böse, weil wir reingegangen sind (konnte ich verstehen, wir hatten so toll mit Kreidebomben gespielt und dann war Bettzeit) und hat einen Stein aufgehoben und so ungefähr gesagt: "Den schmeiße ich jetzt und ihr seid daran schuld". Da haben wir klar und deutlich erklärt, dass das ja nun gar nicht geht und er hat den Stein zurückgelegt. Kaputtmachen macht er auch eher selten (abgesehen vom ab und an einreißen Bauwerke anderer, weil er jetzt Platz für sein viel tolleres Bauwerk will), wenn, dann weil ihn eine bestimmte Sache "stört". Irgendwelche Unregelmäßigkeiten, Fäden an der Decke, kleine Hosenlöcher ins unendliche vergrößern, sowas. Piddeleien.

Wenn es echt störend wird, würde ich das wohl wie Missie machen, damit eine gute Förderung möglich ist. Bei uns klappt manchmal ein Spiel mit so Karten, wo Sachen wie miteinander tanzen, lachen, singen, umarmen etc. drauf sind. Das löst öfters schlechte Stimmungen.

Mit 1-3 Kindern klappt es gut, wenn auch hier eindeutig seine Interessen im Vordergrund stehen. In größeren Gruppen ist es - glaube ich nach Hörensagen - ein Problem. Er durfte z.B. nicht mehr mit auf den Gemüseacker. Ausflüge dann wieder gar kein Problem, weil, ist ja interessant. Mich tröstet manchmal, dass bei vielen Sachen, in denen andere Kinder stören (Oper / Thater / Führungen (sofern von Interesse) / Gerichtstermine (wenn er mal mitmuss, kommt nicht oft vor) er ganz ruhig und interessiert mitmacht und Fragen stellt und sehr nett wahrgenommen wird. 1:1 mit Erwachsenen, das geht oft stundenlang gut, auch und gerade mit Erwachsenen die eigentlich keine Kinder mögen.
Missie
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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von Missie »

Cecily hat geschrieben: 21.07.2020, 15:15 [...]
Also, Verhalten und Lösung geschildert, Sache abgehakt. Diese "Maxi hat schon wieder ....."-Sachen finde ich so anstrengend. Ich berede das mit ihm, aber ich bin ja in der Situation nicht dabei. Aggressiv, hm. Also, dem Bruder mal eine hauen (und andersrum) kommt schon vor. Sonst eher passiv aggressiv (wie sich vor die Tür legen). Ab und an kriegt er so einen wilden Blick, solche Situationen sind aber noch nie eskaliert. Gestern war er böse, weil wir reingegangen sind (konnte ich verstehen, wir hatten so toll mit Kreidebomben gespielt und dann war Bettzeit) und hat einen Stein aufgehoben und so ungefähr gesagt: "Den schmeiße ich jetzt und ihr seid daran schuld". Da haben wir klar und deutlich erklärt, dass das ja nun gar nicht geht und er hat den Stein zurückgelegt. Kaputtmachen macht er auch eher selten (abgesehen vom ab und an einreißen Bauwerke anderer, weil er jetzt Platz für sein viel tolleres Bauwerk will), wenn, dann weil ihn eine bestimmte Sache "stört". Irgendwelche Unregelmäßigkeiten, Fäden an der Decke, kleine Hosenlöcher ins unendliche vergrößern, sowas. Piddeleien.

Wenn es echt störend wird, würde ich das wohl wie Missie machen, damit eine gute Förderung möglich
Mit 1-3 Kindern klappt es gut, wenn auch hier eindeutig seine Interessen im Vordergrund stehen. In größeren Gruppen ist es - glaube ich nach Hörensagen - ein Problem. Er durfte z.B. nicht mehr mit auf den Gemüseacker. Ausflüge dann wieder gar kein Problem, weil, ist ja interessant. Mich tröstet manchmal, dass bei vielen Sachen, in denen andere Kinder stören (Oper / Thater / Führungen (sofern von Interesse) / Gerichtstermine (wenn er mal mitmuss, kommt nicht oft vor) er ganz ruhig und interessiert mitmacht und Fragen stellt und sehr nett wahrgenommen wird. 1:1 mit Erwachsenen, das geht oft stundenlang gut, auch und gerade mit Erwachsenen die eigentlich keine Kinder mögen.
Ersteres kann ich sehr gut verstehen (und hoffe, dass da der Förderfaktor davor schützt, aus ihm ein Problemkind zu machen). Da geht es ja auch ganz grundsätzlich darum, wie das Kind gesehen wird!

Und zweites wäre hier auch so (aber leider sind mehr als 1 Kind schon schwierig...).

Ich finde es gerade total verblüffend, wie "typisch" dieses Verhalten zu sein scheint, obwohl es anscheinend von der Norm abweicht. Da mögen die Ausprägungen etwas variieren, aber die Verhaltensweisen sind so ähnlich. Verrückt.
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Cecily
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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von Cecily »

Ich war auch verblüfft zu lesen, dass das wirklich sehr ähnlich öfters vorkommt.

Auch die Sand-Rutsche-Geschichte (also genau dasselbe) hatten wir auch öfters, inkl. Kommentar. :lol:
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soda
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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von soda »

Meine hätte den Stein eventuell geworfen.

Meine weint dafür kaum, sie äußert Enttäuschung und Ärger fast nie übers Weinen (was ich bei den meisten anderen Kindern zwischen 4-8 aber noch sehr oft beobachtet habe), eher über Wut (und ich muss/möchte dann sagen, dass ich mir vorstellen kann, dass sie in Wirklichkeit nicht hauen oder zerstören will, sondern zeigen will, wie traurig/wie enttäuscht sie ist und dass ich das verstehen kann. In letzter Zeit kommt dann öfter mal ein: Ja.).


Sie kann schon Gefühle zeigen, aber nicht immer so, dass andere das nachvollziehen können (sind dann die anderen zu wenig empathisch?). Na klar, es muss auf lange Sicht einfach sozialverträglich sein. Gibt zwar auch Erwachsene, die immer rumpöbeln und nur mit wenigen Leuten klar kommen, aber das ist für die dann normal auch nicht so einfach.
Ich komme wie Schneekugel manchmal an meine Grenzen, wenn ich sie zu etwas motivieren muss, was ich in meiner Position als Erwachsene mit sehr wenigen äußeren Zwängen privat/beruflich nicht zu tun bereit wäre. Nur allein weil ich genau weiß, dass man da nicht ankommt, wenn man sich vorher nicht an die nötigsten Regeln gehalten und Dinge durchgehalten hat, die doof waren, deswegen verkneife ich mir dahingehend meine Gedanken zu Regeln, die für sie eben nun mal gelten müssen und halte sie dazu an, die einzuhalten.
Könnte aber auch sein, dass sie verstandesmäßig und intuitiv begreift, dass einige dieser Regeln scheinbar nur Selbstzweck sind oder einem Zweck dienen, der ihr nicht wichtig ist und den sie ablehnt.
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Sabina
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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von Sabina »

Missie hat geschrieben: 21.07.2020, 14:34 Und ich muss jetzt auch unbedingt mal erwähnen, dass er auch ein ganz ganz tolles Kind ist! Und oft sind die Leute sehr verwundert, wenn seine "Stimmung" kippt, da er sich zuvor ganz anders verhielt...
Er textet gerne andere Erwachsene zu, die sind immer ganz angetan. Er kann sich auch sehr gut ausdrücken.
1 zu 1 Situationen mit Erwachsenen sind in der Regel absolut problemlos.
Mein ‚solches‘ Kind hat schon jeher bevorzugt mit Erwachsenen zu sprechen. Bis ca. Mitte erster Klasse haben die Gleichaltrigen gar nicht wirklich verstanden, was er sagen wollte weil er so viele Fachwörter etc. benutzt. Das wurde viel besser weil er gelernt hat auf deren ‚Niveau‘ zu sprechen und die anderen Kinder natürlich auch kognitive Fortschritte gemacht haben. Das hat sich also etwas angeglichen.

Trotzdem wählt er immer den Erwachsenentisch wenn wir irgendwo zu Besuch sind und hat gerade heute wieder erwähnt, dass er beim nächsten Treffen mit Familie xy nicht spielen will sonden A. (den Vater) zutexten. Ich weiss, dass ihm das total entspricht und dass A. auch gern mit ihm spricht. Momentan versuche ich aber trotzdem ihm auch beizubringen, dass er manchmal stört. Dafür hat er überhaupt kein Gespür.

Dafür hat er gestern, als ich mit allen drei Zwergen alleine zuhause war und die Jüngste gleich doppelt von einer Wespe gestochen wurde, hervorragend verhalten. Zwar nicht empathisch tröstend aber praktisch organisierend. Er hat sehr wohl gemerkt, dass es jetzt ernst gilt und er helfen muss (vermutlich bin ich einfach genügend ausgetickt🙈).

Meine Mutter erzählt immer wie spannend sie die Reaktionen ihrer drei Kinder fand wenn sie Migräne hatte (das waren jeweils ungefähr zwei Tage pro Monat). Eines hat Geschenke gemacht, eines hat massiert, gestreichelt, geschmust und eines hat sich um Haushalt, Essen etc. gekümmert. Jedes eine Qualität für sich, keines schlechter.
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von Missie »

So, jetzt müssen wir nur noch heraus finden, warum die Kinder so ähnlich ticken. 😅
Ich bin mir mit der ASS Geschichte nicht so sicher. Und auch die Tatsache, dass das Kind in Therapiesituationen in der Regel so vorbildlich und freudig engagiert mitarbeitet, führte seit jeher zu Unverständnis bei den Menschen, was denn mit DIESEM Kind nicht stimmen solle... Elternhaus ist auch in Ordnung. Dann passt doch alles.
Und dann erzählen einem die Erzieherinnen vom Tag.
Man kommt an den Rande der Verzweifelung, weil das Kind nicht aufhört, seine Schuhe und Jacke durch den Flur zu schleudern und dabei andere Kinder zu treffen. Es fliegt aus dem Schwimmverein. Usw. Usf.

Ich habe oft gedacht oder gehofft, vllt ist ja doch alles ok - gerade, wenn wir lange nur mit der Familie zusammen waren. Dann klappt es oft ganz gut. Aber es kommt IMMER der Punkt an dem klar ist, dass doch irgendetwas nicht stimmt/der Norm entspricht.

Ich bin mal gespannt, wie die Wege weitergehen und sich das entwickelt.

Sabina, deiner ist schon in der Schule - klappt das gut oder besser als der Kiga war?

Soda, meiner hätte den Stein geworfen. Oder abgelegt und dafür den nächst zu ihm stehenden gehauen/ getreten/ gekniffen.
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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von Cecily »

soda hat geschrieben: 21.07.2020, 17:17 Meine hätte den Stein eventuell geworfen.

Meine weint dafür kaum, sie äußert Enttäuschung und Ärger fast nie übers Weinen (was ich bei den meisten anderen Kindern zwischen 4-8 aber noch sehr oft beobachtet habe), eher über Wut (und ich muss/möchte dann sagen, dass ich mir vorstellen kann, dass sie in Wirklichkeit nicht hauen oder zerstören will, sondern zeigen will, wie traurig/wie enttäuscht sie ist und dass ich das verstehen kann. In letzter Zeit kommt dann öfter mal ein: Ja.).


Sie kann schon Gefühle zeigen, aber nicht immer so, dass andere das nachvollziehen können (sind dann die anderen zu wenig empathisch?). Na klar, es muss auf lange Sicht einfach sozialverträglich sein. Gibt zwar auch Erwachsene, die immer rumpöbeln und nur mit wenigen Leuten klar kommen, aber das ist für die dann normal auch nicht so einfach.
Ich komme wie Schneekugel manchmal an meine Grenzen, wenn ich sie zu etwas motivieren muss, was ich in meiner Position als Erwachsene mit sehr wenigen äußeren Zwängen privat/beruflich nicht zu tun bereit wäre. Nur allein weil ich genau weiß, dass man da nicht ankommt, wenn man sich vorher nicht an die nötigsten Regeln gehalten und Dinge durchgehalten hat, die doof waren, deswegen verkneife ich mir dahingehend meine Gedanken zu Regeln, die für sie eben nun mal gelten müssen und halte sie dazu an, die einzuhalten.
Könnte aber auch sein, dass sie verstandesmäßig und intuitiv begreift, dass einige dieser Regeln scheinbar nur Selbstzweck sind oder einem Zweck dienen, der ihr nicht wichtig ist und den sie ablehnt.
Joa, die Sache mit dem Stein kommt mir im Rückblick auch recht knapp vor.

Weinen kommt im Vergleich zu Wut auch deutlich weniger vor. Deshalb hatte ich auch ein schlechtes Gewissen, weil er nur weint, wenn ihn etwas sehr mitnimmt. Und normalerweise versuche ich (meistens erfolgreich) körperliche Zwangsmaßnahmen (von der Tür wegziehen, mit Gewalt ins Auto setzen) echt zu vermeiden. Er war wohl echt verblüfft. Ich hab mich eben nochmal entschuldigt und er sich bei mir und wir wollen einen schönen Abend zusammen haben (in genau 7 Minuten :)). Ich hoffe mal, das wird.

Ich komme auch an meine Grenzen, wenn ich was erklären soll, was ich selbst nicht machen würde und selbst unnötig finde. Ich kann auch jetzt schon im Vorfeld nachvollziehen, dass es keinen Sinn macht ein ganzes Arbeitsblatt voller 1er zu malen, wenn man die 1 schon kann. Ich werde mich da wohl mit der In-der-Schule-ist-der-Lehrer-der-Chef-Erklärung behelfen + dass er die 1 dann eben schneller schreiben kann. Und je schneller er ungeliebte Aufgaben macht, umso schneller sind sie fertig. Für unser Kind wäre dieses System gut mit den Klassen 1-3 (hab vergessen wie das heißt).
Sabina hat geschrieben: 21.07.2020, 17:24
Missie hat geschrieben: 21.07.2020, 14:34 Und ich muss jetzt auch unbedingt mal erwähnen, dass er auch ein ganz ganz tolles Kind ist! Und oft sind die Leute sehr verwundert, wenn seine "Stimmung" kippt, da er sich zuvor ganz anders verhielt...
Er textet gerne andere Erwachsene zu, die sind immer ganz angetan. Er kann sich auch sehr gut ausdrücken.
1 zu 1 Situationen mit Erwachsenen sind in der Regel absolut problemlos.
Mein ‚solches‘ Kind hat schon jeher bevorzugt mit Erwachsenen zu sprechen. Bis ca. Mitte erster Klasse haben die Gleichaltrigen gar nicht wirklich verstanden, was er sagen wollte weil er so viele Fachwörter etc. benutzt. Das wurde viel besser weil er gelernt hat auf deren ‚Niveau‘ zu sprechen und die anderen Kinder natürlich auch kognitive Fortschritte gemacht haben. Das hat sich also etwas angeglichen.

Trotzdem wählt er immer den Erwachsenentisch wenn wir irgendwo zu Besuch sind und hat gerade heute wieder erwähnt, dass er beim nächsten Treffen mit Familie xy nicht spielen will sonden A. (den Vater) zutexten. Ich weiss, dass ihm das total entspricht und dass A. auch gern mit ihm spricht. Momentan versuche ich aber trotzdem ihm auch beizubringen, dass er manchmal stört. Dafür hat er überhaupt kein Gespür.

Dafür hat er gestern, als ich mit allen drei Zwergen alleine zuhause war und die Jüngste gleich doppelt von einer Wespe gestochen wurde, hervorragend verhalten. Zwar nicht empathisch tröstend aber praktisch organisierend. Er hat sehr wohl gemerkt, dass es jetzt ernst gilt und er helfen muss (vermutlich bin ich einfach genügend ausgetickt🙈).

Meine Mutter erzählt immer wie spannend sie die Reaktionen ihrer drei Kinder fand wenn sie Migräne hatte (das waren jeweils ungefähr zwei Tage pro Monat). Eines hat Geschenke gemacht, eines hat massiert, gestreichelt, geschmust und eines hat sich um Haushalt, Essen etc. gekümmert. Jedes eine Qualität für sich, keines schlechter.
Das mit dem Wespenstich hätte hier ebenfalls 1:1 so ablaufen können. Er rennt zu hause auch immer nach dem Kühlpack.... .

Und was die Erwachsenengespräche betrifft: Es kommt halt immer bei allen komisch an, wenn das Kind nicht mit den anderen Kindern spielen will. Außerdem möchte ich mich auch male mit den Erwachsenen unterhalten und andersrum. Hahaha - stören??? Die Idee kommt ihm gar nicht. Obwohl er sich selbst ja durchaus gestört fühlen kann.

Bei guten Bekannten (z.B. meiner besten Freundin / seinen Cousins) klappt es gut. Mein Patensohn (schon 10) ist noch sehr verspielt und sie bauen und bauen. Das läut alles gut. Immerhin. Habe auch noch keine Negativ-Botschaft vom Wasserspielplatz heute mit den Nachbarn bekommen, juchu!
Missie hat geschrieben: 21.07.2020, 17:59 So, jetzt müssen wir nur noch heraus finden, warum die Kinder so ähnlich ticken. 😅
Ich bin mir mit der ASS Geschichte nicht so sicher. Und auch die Tatsache, dass das Kind in Therapiesituationen in der Regel so vorbildlich und freudig engagiert mitarbeitet, führte seit jeher zu Unverständnis bei den Menschen, was denn mit DIESEM Kind nicht stimmen solle... Elternhaus ist auch in Ordnung. Dann passt doch alles.
Und dann erzählen einem die Erzieherinnen vom Tag.
Man kommt an den Rande der Verzweifelung, weil das Kind nicht aufhört, seine Schuhe und Jacke durch den Flur zu schleudern und dabei andere Kinder zu treffen. Es fliegt aus dem Schwimmverein. Usw. Usf.

Ich habe oft gedacht oder gehofft, vllt ist ja doch alles ok - gerade, wenn wir lange nur mit der Familie zusammen waren. Dann klappt es oft ganz gut. Aber es kommt IMMER der Punkt an dem klar ist, dass doch irgendetwas nicht stimmt/der Norm entspricht.

Ich bin mal gespannt, wie die Wege weitergehen und sich das entwickelt.

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Soda, meiner hätte den Stein geworfen. Oder abgelegt und dafür den nächst zu ihm stehenden gehauen/ getreten/ gekniffen.
Ich würde auch gern wissen "ob was nicht stimmt" oder "ob was nicht der Norm entspricht". Letzteres wäre ja erträglich. Im Kindergarten ist er ne zeitlang mit ausgestrecktem Arm durch die Garderobe gegangen und hat 70Jacken von den Haken gefegt. Das hat zum Glück aufgehört.

Aber, ja, genau solche Situationen sind das.
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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von Sabina »

Mein Sohn war nie sonderlich aggressiv, zumindest nicht körperlich, ist also nicht so wirklich vergleichbar. Der KiGa gehört hier zur Schule und startet mit ca. 4-5 Jahren. Vorher war er nicht in Betreuung. Unser KiGa war leider unterirdisch was Förderung von sozialem Miteinander betrifft. Da er aber eh ein Einzelgänger ist/war hat das nie sonderlich gestört. Seine sozialen Fähigkeiten sind aber in den drei Jahren Schule MASSIV gestiegen. Wir haben an verschiedenen Fronten mit ihm gearbeitet. Den Hauptteil hat aber wohl seine ganz persönliche Entwicklung geschafft.
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Re: Mein Kind ist so unemphatisch

Beitrag von Missie »

[...]
Ich würde auch gern wissen "ob was nicht stimmt" oder "ob was nicht der Norm entspricht". Letzteres wäre ja erträglich. Im Kindergarten ist er ne zeitlang mit ausgestrecktem Arm durch die Garderobe gegangen und hat 70Jacken von den Haken gefegt. Das hat zum Glück aufgehört.

Aber, ja, genau solche Situationen sind das.
Ja, das hätte original meiner auch so machen können mit der Garderobe. Oder mal im Vorbeigehen ein Regalfach leerräumen... Alle Hausschuhe aller Kinder aus den Fächern auf einen Haufen schmeißen... Usw usf
[Und alle sehen einen an und denken, man sei als Elternteil völlig unfähig. Zumindest kommt es mir häufig so vor.]


Also hier hat es zumindest gereicht (in Verbindung mit den Aggressionen auch gegen Menschen und den unfassbaren Wutausbrüchen), um den Antrag auf sonderpädagogische Betreuung durchzukriegen...
Das heißt aber ja nicht, dass es eine dauerhafte Behinderung sein muss.
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