Huhu IndieRina,
dein Beitrag hat mich ein bisschen an unsere eigene Situation momentan erinnert - mein erstes Kind ist auch von 2015, jetzt kam noch ein kleines Baby mit sechs Wochen dazu. Der kleine zeigt abends genau das gleiche Verhalten, wie Du auch beschrieben hast *lach* Allerdings hat er seine wachste Phase im Moment zwischen halb elf Uhr nachs und zwei Uhr morgens. Ich schreib Dir mal, was bei uns so funktioniert im Moment, vielleicht ist ja was für Dich dabei
Zu den Brustwarzen: Hast Du die Kombi aus Lanolin (dick auftragen) und Heilwolle mal ausprobiert? Das hat bei mir beim ersten Kind super geholfen, und diesmal dazu geführt, dass ich erst gar keine Probleme bekommen hab, obwohl er in den ersten Tage teilweise stundenlang an der Brust war. Dazu immer dick Lanolin nach dem Stillen auftragen, dann einen dicken Batzen Heilwoll drauf und bis zum nächsten Stillen drauflassen. Das Lanolin muss vor dem Stillen auch nicht abgewaschen werden. Ist eine fettige Angelegenheit, hat bei mir aber wirklich gut geholfen.
Zur Frage, ob die Milch abends reicht...die haben wir uns in den ersten Wochen auch gestellt. Haben in den ersten Tagen nachts auch etwas zugefüttert - meistens hat mein Mann hier eine Mahlzeit überbrückt (teilweise mit minimal Pre, teilweise mit abgepumpter Mumi, im Becher gefüttert), damit ich einmal ein bisschen Schlaf am Stück bekommen hab. Inzwischen machen wir es so, dass mein Mann abends vorschläft, ich geh dann gegen halb elf ins Bett, und er bringt in mir um 2 Uhr zum Nachtschlaf. Die Zeit dazwischen bringt er ihn mir, wenn er Hunger bekommt. Ich bin nachts dann viel entspannter, wenn ich schon ein bisschen Schlaf hatte. Außerdem hab ich immer alles am Bett gebunkert (Süßigkeiten in Massen, Trinken, gutes Lesefutter, Windeln, damit man nicht mehr aufstehen muss). Damit fällt es mir nachts viel leichter, wenn der Zwerg längere Wachphasen hat. Hat Deine Kleine immer noch die ausgeprägten Clusterphasen? Bei uns ist es inzwischen eher so, dass ich das Gefühl habe, dass er sich regelrecht überfrisst - er spuckt auch in Massen...er hatte aber auch ganz lange Phasen, wo er tagsüber lange trinken wollte - da hab ich ihn einfach gelassen, wenn die Brustwarzen es mitgemacht haben. Zum "Espresso"-Trinkverhalten - meiner macht das auch gerne, wenn er mal kacken muss oder wenn die Windel nass ist

Was er im ersten Fall ganz gerne mag, wenn man ihn auf den Rücken legt und die Beinchen anhockt - am liebsten mit nackten Beinchen und viel Hautkontakt. Dabei kann er sich oft ganz gut entspannen.
Ich hatte beim ersten Kind übrigens auch Probleme mit der Milchmenge und kann nicht bestätigen, dass Kinder dadurch gezwungenermaßen lethargisch werden. Der Große war wahnsinnig unruhig in der Zeit, aber auch tagsüber. Von daher kann ich aber gut verstehen, dass Du Sorge hast, ob Deine Kleine satt wird - ich hab das bis heute nicht richtig verdaut, und jetzt beim Zweiten kommt da auch einiges wieder hoch...allerdings: Der Kleine ist auch unruhig, und der nimmt bombig zu. Das kann also auch andere Gründe haben

Ich war am Anfang auch geneigt, für alles Hunger verantwortlich zu machen. Fazit: Kann daran liegen, MUSS aber nicht
Zur Schlafsituation: Puuh, das klingt megaanstrengend, mit nähebedürftigem Kleinkind. Könnt ihr die beiden vielleicht in "Schichten" betreuen, so dass der jeweils andere in der Zeit schlafen kann? Ich finds zwar schade, dass man dann nicht mehr so viel voneinander sieht, aber bei uns würde es gerade nicht anders gehen. Inzwischen fällt mir das auch deutlich leichter, meinen Mann machen zu lassen, auch wenn man hört, das gerade ein Kind quäkt. Beim ersten wäre ich da sofort aus dem Bett gesprungen...inzwischen dreh ich mich genüßlich um und denke mir "Der macht das schon..." *lach* Vielleicht kann dann derjenige, der gerade mit Schlafen dran ist, bei eurem größeren Kind schlafen, damit es nicht das Gefühlt hat, allein zu sein. Dass nur Du dann akzeptiert wirst, ist natürlich superätzend...ich glaube, ich würde versuchen, ihm tagsüber, wenn er gut gelaunt ist, immer wieder zu erklären, dass Du nachts nicht immer bei ihm sein kannst. Und darauf hoffen, dass mit der Zeit dann auch Papa als Trost akzeptiert wird. Oder ihn fragen, ob es etwas gibt, was ihm nachts zur "Überbrückung" helfen könnte, bis Du da bist - vielleicht ein Kuscheltier? Und dann vor dem Schlafengehen nochmal dran erinnern, dass Du nicht immer sofort für ihn dasein kannst. Ist nur Brainstorming, aber ich glaub, so würde ich es mal probieren.
Nochmal kurz zu den Brustwarzen und den Schmerzen: Deine Kleine hat(te) keinen Mundsoor, oder? (erkennt man an weißen Pünktchen im Rachenraum). Das hatte mein Zwerg damals, er hatte mich damit angesteckt und die Schmerzen waren aus der Hölle...ich musste daran danken, weil Du schreibst, dass Du beim Stillen in ein Mulltuch beißen musstest und Schmerzmittel nimmst. Ich hab auch lange gedacht, die Anlegetechnik sei schuld, war sie im Endeffekt aber nicht. Und meine Hebamme hat das damals nicht erkannt. Vielleicht lässt Du nochmal jemand anderen draufschauen? Ich hab hier auch schon gelesen, dass man die lasern lassen kann, damit hab ich aber selbst keine Erfahrung. Wenn Du Bedenken wegen ihrer Saugtechnik hast, lass auf jeden Fall künstliche Sauger (Schnuller, Fläschchen) weg - das kann Probleme an der Brust unheimlich verstärken (weiß ich leider aus eigener Erfahrung). Falls ihr zufüttern möchtet - bechern ist wirklich kinderleicht und es gibt auch diverse Anleitungsvideos im Netz.
Und: Cool, dass sie die Federwiege mag! Die ist bei uns auch viel im Einsatz, besonders bei meinem Mann, der auch immer schon mit Problemen im Nacken- und Schulterbereich zu kämpfen hat. Zu Deinen Bedenken bezüglich "Ruhigstellen": Wenn man es leisten kann, finde ich Beruhigen mit Körpernähe (sprich, Stillen oder Tragen) auch besser. Wenn das gerade nicht geht, finde ich, ist die Federwiege ein prima Hilfsmittel, das seine Berechtigung hat. Ich schaffe auch noch nicht mehr als zwei "Trageeinheiten" pro Tag - und ich kann auch gut verstehen, dass mein Mann ihn nachts nicht zwei Stunden durch die Wohnung schleppen will. Dann ist mir ein schlafendes oder entspanntes Kind in der Federwiege lieber als ein schreiendes auf dem Arm
Oh mann, das ist ganz schön viel Text geworden...vielleicht ist ja was für Dich dabei. Sei unbekannterweise gedrückt - schmerzende Brustwarzen in Kombination mit der Frage, ob das Kind wohl satt wird, ist eine so fürchterliche Kombi und ich fühle mit Dir!
Liebe Grüße vom banänsche