Liebe Annie,
da macht Ihr aktuell eine ganze Menge mit. Ich wünsche Euch viel Kraft und, dass Ihr bald nach Hause könnt.
Ich gebe den Userinnen Recht: Kooperation wird wahrscheinlich am schnellsten dazu führen, dass es Deinem Baby besser geht und Ihr nach Hause dürft. Nicht alles, was das Klinikpersonal empfehlen wird, wird stillfreundlich sein. Die gute Nachricht ist jedoch, dass wir, wenn Ihr wieder zu Hause seid, aufs Vollstillen hinarbeiten können. Die Weichen können wir jetzt schon dafür stellen.
Ich liste mal auf, was Euch helfen wird, die nächsten Tage zu überstehen und zukünftiges Stillen zu ermöglichen:
a) Es muss Deinem Baby besser gehen
Dazu ist es wichtig, dass es genügend Nahrung bekommt und wieder fit wird. Neben der gewonnenen Milch (s.u.) ist evtl. die Gabe von PRE notwendig.
Es ist in Ordnung, wenn dafür eine Flasche genutzt wird. Fingerfeeding ist keine bessere Alternative. Neben der gleichen Gefahr für eine Saugverwirrung kann es auch noch zu Problemen z.B. mit dem Gaumen führen.
Es ist i.O. wenn Dein Baby im KH die Flasche erhält. Sobald es kräftig genug dazu ist, kannst Du stillen.
Direkter Hautkontakt - auch ohne zu trinken - tut Euch beiden gut.
Wenn irgend möglich, versuche durchzusetzen, dass Dein Baby kleine Portionen bekommt (z.B. 10-20 ml), damit es nicht ins sog. "Fresskoma" fällt. Sein Magen ist noch klein und die gewöhnlichen Trinkmengen noch gering.
b) Es muss Dir und Deiner Milchbildung gut gehen
Ich kann gut verstehen, dass Du bei dem ganzen Stress das Essen vergisst. Aber wenn Du Dich nicht gut versorgst, dann kannst Du auch nicht gut für Dein Baby da sein. Iss, trink und schlaf. Das ist sehr wichtig.
Für Deine Milchproduktion ist regelmäßiges Entleeren der Brust wichtig. 8-10x in 24h solltest Du daher pumpen oder stillen. Wenn die Milch gut fließt, wird Dein Baby schneller wieder an die Brust zurück finden. Kläre, wie Dein Baby die gewonnene Milch erhalten kann. Muttermilch sollte immer zuerst gegeben werden, PRE lediglich ergänzend, wenn diese alle ist.
c) Klinikalltag
Erfahrungsgemäß ist es der bessere Weg, im Krankenhaus zu kooperieren, um möglichst schnell entlassen zu werden. Wir können danach in Ruhe auf das Vollstillen hin arbeiten. Das bekommen wir hin.
Noch ein paar Bemerkungen:
AnnieMerrick hat geschrieben: 04.06.2018, 20:25Geburtsgewicht 3470g
Weitere geeichte habe ich nicht zu sehen bekommen.
Lass sie Dir bitte geben und poste sie hier. Du hast als Mutter ein Anrecht auf die Daten. Die aktuellen Gewichte sind später auch für die Auswertung wichtig, wenn Ihr wieder zu Hause seid.
Stillprobe im schockzustand auf ddr waage ,hebi meinte das wäre relevante info.
Ergänzung ich hab heulend meine hebi angerufen.
Trinkmenge null
Ich hätte angeblich keine milch.
Stimmt aber nicht! Sieht man ja beim stillen.
Einzelne
Stillproben sind wie würfeln. Aber das weißt Du vermutlich. Lass Dich nicht verunsichern. Du hast sicher Milch.
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Meine Empfehlungen im Überblick:
- regelmäßig Pumpen (möglichst 8x oder öfter)
- mit Flasche Muttermilch und ggf. PRE füttern
- Hautkontakt, wenn möglich
- Stillen, wann immer möglich
- Auf genügend Schlaf und Nahrung/Wasser achten.
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Gute Nacht. Morgen sieht die Welt schon anders aus.