Empfehlungen von 1980

Was kommt nach dem Vollstillen?

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EhMibima

Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von EhMibima »

Frage an die Mods: Dar ich hier ein paar Auszüge aus nem Buch von 1950 als Foto reinstellen? Bin da grad unsicher. :/
EhMibima

Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von EhMibima »

Hier mal einen Teil zum Thema Stillen.
Aus dem Buch "der neuzeitliche Haushalt" aus den 50ern.
Wie kommen nur Babys mit 5-6Mahlzeiten am Tag aus? Klar, wenn man bei Problemen zum Arzt geschickt wird und der genau so wenig Bescheid weiß...kann man sich denken warum sich das anschließende Kapitel der künstl. Ernährung widmet.
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Seifenblasenfrau
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Seifenblasenfrau »

Naja aber weiter unten steht zum Glück dass auch bei Bedarf öfter angelegt werden kann. Für mich liest sich das irgendwie wie ein moderner Babyratgeber.

Meine Mutter hatte elf Kinder und hat sich bei allen am Stillen nach Bedarf versucht. Ihrer Aussage nach hat sie spätestens abgestillt, wenn die Kinder offensichtlich am Ausschnitt gefummelt haben etc um Stillen zu dürfen. Familienbett war ganz normal, bis vier Jahren meist haben wir Kinder mit im Bett geschlafen. Tragen kannte meine Mutter erst beim sechsten Kind und fand es dann super. Leider haben wir dann als größere Kinder ständig Prügel bekommen, sodass letztendlich die Beziehung zu meinen Eltern sehr schwierig ist. Sie lieben uns und denken, sie haben uns nur das Beste getan. Ich hingegen habe mich zu oft gedemütigt gefühlt und kann meine Eltern kaum ertragen bzw fühle mich bei Kritik sofort wieder als das kleine Kind von früher und ich versperre mich gefühlsmäßig.

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baum
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von baum »

Vieles klingt schon echt grausam :shock:
Das mit dem Schwimmen gehen, ging bestimmt nicht mehr beim zweiten weil dann der 3 jährige nicht mehr "brav" Mittagsschlaf gemacht hat.... :?
Mein Mann wurde übrigens im BEtt angebunden....als ich das erste mal mit meinem Großen(damals so 2 Wochen alt) da war,
fragten Sie ob sie was zum festbinden holen sollten :shock: :shock: :shock:

Ich hab auch ein altes Buch von meiner Mutter...
kennt ihr den biologischen Schwangerschaftstest von damals :shock:

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mrsmurphy
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von mrsmurphy »

Bin auch nicht gestillt worden. Jahrgang 79, Kaiserschnitt und im KH bei Mama mit im Zimmer.
Damals gab es auch alle 4 Stunden "essen" - bloß nicht dazwischen und immer zu festen Zeiten. Ich wollte dann meistens lieber schlafen. Also wurde Flasche gegeben, das ging ja schneller als sich mit dem stillen rumzuquälen. Meine Mama sagte mal, ihr wurde im KH auch nichts gezeigt. Fragen stellen hat sie sich kaum getraut. Wir wurden dann nach 2 Wochen entlassen und meine Eltern standen etwas da wie der Ochs vor dem Tor und mussten gucken wie sie (mit mir) fertig wurden.
Flasche gab es dann zu Hause bei Bedarf (ca. alle 5 Stunden), Karottensaft dann auch recht früh und mit ca. 4 Monaten abends eine Breiflasche, nachdem ich in dem Alter mal einen Abend wieder sehr schnell Hunger angemeldet habe und meine Flasche weggehauen habe, als hätte ich seit Wochen nix bekommen.
Mama erzählte auch mal, dass bei ihr die erste Zeit noch Milch tropfte, wenn ich vor Hunger geweint habe. Ich meinte irgendwann mal, dass es da evtl mit stillen hätte klappen können. Sie war im Nachhinein ganz traurig, dass sie damals nicht versucht hat mich nochmal anzulegen. Auf die Idee kam sie aber auch nicht.
Sie war übrigens auch ganz überrascht, dass man nicht mehr ständig wiegt und dass man auch ohne Zufüttern bis zur Beikosteinführung klar kommen kann.


Rechtschreib"korrektur" lässt grüßen ;)
LG Sabine mit Muck (m, 08/13) & Mini (m, 07/19), sowie Sternchen (8. Woche, 7/18)

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Käthe
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Käthe »

Ich bin Jahrgang 85 (DDR) und wurde 6 Monate gestillt. Allerdings nach der Uhr mit 8 h Pause nachts. Es wurden aber so ab dem 3./4. Monaten Mahlzeiten durch Flasche und dann durch Brei ersetzt. Ziemlich streng nach Plan, bei meiner Schwester (87)genauso. Wir haben den Brei aber wohl immer gerne gegessen. Übergewichtig sind wir beide, Schuld ist da meines Erachtens eher die Ernährung Anfang der 90er.
Meine Eltern haben uns wohl nicht schreien lassen sondern uns nachts rumgetragen. Mit umgebundenem Kopfkissen, sagt mein Papa.
Ich hab kaum Nachfragen und Ratschläge bekommen, es wurde eigentlich alles ganz gut aufgenommen, was wir so gemacht haben. Weiß gar nicht wie es bei meinem Mann war, war aber schon mal Thema. Da weiß ich nur dass seine Schwester draußen auf dem Balkon gebrüllt hat, damit die Mutter lernen konnte für die Uni....
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EhMibima

Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von EhMibima »

Käthe hat geschrieben:. Übergewichtig sind wir beide, Schuld ist da meines Erachtens eher die Ernährung Anfang der 90er.
Bei uns(in der nahen Familie) war auch keiner übergewichtig. Nach der Wende waren von Jahr zu Jahr immer mehr Dicke auf der Strasse zu sehen.
Serafin
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Serafin »

Wir Geschwister waren die typischen Stillbuddhas und mit Bewegung hat sich das alles wieder relativiert. Beim Maulwurf deutet sich diese Entwicklung jetzt auch an. Wir Geschwister sind jetzt Normalgewichtig am Untergewicht dran.
kleiner Maulwurf 12/15
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Nuala
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Nuala »

Mein Vater wurde in der 50er Jahren angeblich (!) ein Jahr gestillt. Nach Uhr halt.
Er hat noch zwei jüngere Geschwister, da reichte dann die Milch nicht mehr, bei jedem Kind wurde also kürzer gestillt.
Beikost weiß ich nicht. Ich schätze aber früh und zuckerreich.
Mein Vater ist vital und gesund, hat aber Fruktoseintoleranz und Verdauungsprobleme.

Meine Großmutter mütterlicherseits stillte ihre Tochter (meine Tante) PLUS den Sohn ihrer besten Freundin. Das finde ich obercool. Meine Mutter wurde kurz nach der Geburt so krank dass sie fast starb (eitrige Lungenentzündung mit Durchbruch), war aufgegeben worden von den Ärzten, hat wie durch ein Wunder überlebt. Ich weiß gar nicht ob das Stillen danach noch geklappt hat, muss ich mal fragen.
Meine Mutter bekam als Kind wenig Zucker (Zahnarzt in der Familie). Sie und ihre Schwester sind beide sehr schlank und mögen Süßigkeiten nur bedingt.

Mein Cousin und meine Cousine sind 70er Jahre Kinder. Meine Tante konnte nicht stillen, weil sie keine Milch hatte. Ich glaube, sie hatte weder Ahnung, noch Unterstützung (meine coole Großmutter starb leider früh und konnte nicht mehr helfen) plus viel Ärzteempfehlungen ala 70er Jahre.
Meine Cousine ist stark übergewichtig. Mein Cousin eher nicht.

Ich bin 1981 geboren worden. Meine Mutter konnte mich nicht stillen, weil ich nichts trank und sie keine Milch hatte. Essen war ein Kampfthema bei mir, alle Tricks wurden angewendet um liebevoll Nahrung in mich reinzubekommen. Ich war immer sehr dünn. Heute tendiere ich eher zu leichten Übergewicht, man hat mich also schlussendlich doch zum Essen gebracht (und ab dem Zeitpunkt dauernd versucht mich einzubremsen).

Meine Schwester wurde nicht gestillt weil ich (damals 22 Monate alt) zu arm und eifersüchtig war. :
Auch sie neigt zum Zu-Viel-Essen und Übergewicht.

Meine jüngste Schwester (1986) wurde 7 Monate lang gestillt (Beikost dazu ab ????). Sie ist die einzige Allergikerin bei uns :shock: und neigt genauso zu Übergewicht wie wir anderen. Macht für mich wenig Sinn irgendwie.

Ich finde sehr spannend hier zu lesen!!!! Danke an alle Beitragenden.
Großes Mädel 10/08 & kleines Mädel 04/11
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Nuala
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Nuala »

PS: Bei meinen Schwestern und mir gab es übrigens schon Rooming-In.
Wir haben ab ca. 3 Monaten Beikost bekommen. Schreien lassen ließ man uns nicht.
Meine Mutter musste Stillproben machen bei mir, immer schön vor und nach dem Stillen. Das stresste ungemein.
Ich glaube mit dem heutigen Wissen und genügend Unterstützung hätte sie uns alle problemlos stillen können. :(
Großes Mädel 10/08 & kleines Mädel 04/11
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