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Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 13.03.2015, 11:31
von Winterwunschkind
So,
Fieber ist weg, Brust noch Handteller-groß rosa. Schmerzt nur noch wenig. Ist aber immer noch etwas hart im Untergrund. Ich hab heute beim Gyn angerufen und einmal bzgl. der Verhärtung gefragt und dann auch wegen des AB. Er sagt solange meine Milch nicht blutig ist, ist alles okay und das wird sich auflösen bzw. ist von der Entzündung geschwollen. Das AB wäre in der Länge ausreichend.
Wenn morgen das AB abgesetzt wird soll ich weiter lokal kühlen und dafür sorgen, dass die Milch aus der Brust kommt. Dann solle ich mich Montag noch einmal melden.
Von Embryotox berichte ich ihm am Montag 8).

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 17.03.2015, 10:42
von Winterwunschkind
Zwischenbericht:

Verzeiht mir bitte Tippfehler, ich weine grade.

Wir waren beim Osteopathen.
Ihre Diagnose:
Blockaden in der Halswirbelsäule, in der oberen Schulterwirbelsäule und ein steifes Becken. Den Drang nach rechts und eine verkürzte Muskulatur und Sehne in der rechten Schulter, daher das starke Kopfneigen und liegen auf der rechten Seite. Null Muskulatur zwischen den Schulterblättern und kein Bauchmuskulatur. Der Bauch ist weich.
Ihre Vermutung woher das kommt: Durch die lange Geburt (knapp 27 Std). Und die Lage im Mutterleib. Weiter, so sagt sie, habe ich meinen Teil durch das Tragen im Tuch dazu beigetragen und es signifikant verschlimmert. Versteifung des Beckens durch Druck auf die untere Beckenregion, durch mangelnde Stützung im Tuch "Das ist ja so als würde sie schon sitzen, und dsafür haben so keine Babys keine Muskulatur!". Weiter Das ständige eingepfercht sein und sich dadurch nicht bewegen können, daher fehlen der Lütten Bewegungsanreize die sie zur wichtigen Entwicklung braucht. Ferne habe sie schon eine Skoliose zwischen den Schultern. Auch das bedingt durch die Blockaden die seit der Geburt vorhanden und durch das Tuch verschlimmert wurden.
Das Verdauen klappt nicht, da die Stoffwindeln (Bindewindel+Wollüberhose/Microfaserhose), dass sie sich bewegen kann. Daher rührt dass der Darm nicht in Arbeit kommt und sie nicht Ausscheiden kann.
Ihre "Empfehlung": Stricktes liegen im Kinderwagen bei Spaziergängen, entfernen der Stoffwindeln und auf WWW umsteigen. Das Tuch nicht mehr benutzen. Übungen um sie auf den Bauch zu bringen.

Meine Einwände: Wie haben das Menschen vor der Erfindung des Kinderwagens gemacht? -Da haben die Kinder auf dem Boden gelegen. Dann sprach ich von der Rundung des Rückens und der Ausbildung der S-Form der Wirbelsäule die erst mit Laufalter anfängt. Und sie sagte, die Lüte habe durch das Tragen im tuch eine M-Form und das bereite ihr Probleme. Dann gab es ein ich würde sagen Streitgespräch bei dem ich sagte ich fühle mich durch ihre Äußerungen tatsächlich angegriffen und möchte diese Unstimmigkeiten aus dem Weg räumen und eine Lösung finden die für das Kind gut ist. Daraufhin sagte sie, ihr geht es darum dass es der Lütten besser geht und ihr ist egal wie.
Dann ging sie nocheinmal auf die Stoffwindeln ein und mein Einwand eines wunden Popos sagte sie, dann müsste ich eine Tuch in die WWW packen damit es nicht wund wird.

Ich bin gerade so nervlich am Ende, ich kann das gar nicht beschreiben. Ich hab nun 7 Wochen schreien an der Brust hinter mir, letzte Woche eine fette Brustentzündung und jetzt musste ich mir über eine Stunde anhören, dass ich mein Kind kaputt gemacht habe, durch das Tragen im Tuch und Wickeln mit Stoff. Und ich kann einfach nicht mehr aufhören zu weinen, es geht nicht.

Die Lütte liegt zum Glück schlafend im Bett. Ich frage mich was ist richtig was ist falsch? Bind ich wirklich so eine schlechte Mama? Was soll ich davon halten von dieser Diagnose, Empfelhung, Stunde beim Osteopathen? Ich bin soo unendlich fertig, ich kann nicht mehr..

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 17.03.2015, 11:19
von Teazer
Oje. (((Winterwunschkind))) Ich bin überzeugt, dass weder das Tragen noch das Stoffwickeln Grund oder Verschlimmerer waren. Das Baby sitzt nicht im TT. Da hat der Ostepath eine falsche Vorstellung. Ich hol mal eine Trageberaterin hier her.

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 17.03.2015, 11:54
von kapathej
Ich bin zwar kein Profi, mag dich aber gerade nicht einfach weg lassen und dir ein paar Gedanken da lassen.
Hast du der Ostheopathin gezeigt, wie du deine Tochter im Tuch trägst? Viele haben da keine Vorstellung von und bilden sich trotzdem eine Meinung. Es gibt ganze Völker, in denen die Kinder im Tuch getragen werden. Sollen die auch derart geschädigt sein. Nebenbei wird durch das Tragen im Tuch meines Wissens der Darm stimuliert und es hat eine positive Auswirkung bei Bauchschmerzen.
Und wie genau soll der Bewegungsdrang des Kindes im Kinderwagen angeregt werden?
Das Thema mit den Stoffwindeln kann ich auch einfach glauben. Haben generell Stoffwindelkinder mehr Verdauungsprobleme als WWW?

Unabhängig von der Diagnose (wozu ich mir wohl auch eine zweite Meinung holen würde), finde ich den Umgang mit einer besorgten Mutter mehr als unsensibel.
P.S.: Ist die Ostheopathin auf Säuglinge spezialisiert?

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 17.03.2015, 12:07
von Christiane
(((Winterwunschkind)))
Mein Akku ist fast platt, ich melde mich später vom Rechner aus.
Aber schonmal vorab: Nein, Du bist keine schlechte Mama! Du hast nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und da stimme ich Teazer zu, die Kinder sitzen nicht im Tuch, sie hocken im Tuch in einer Entlastungsposition mit dem Körperschwerpunkt über den Sitzbeinhoeckern. Und Bewegungsanreize bekommt sie auch.

...von unterwegs...

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 17.03.2015, 12:13
von Winterwunschkind
Alles was ich die letzten Monate gemacht habe war ihrer Meinung nach fatal falsch. Und wenn ich wolle das die "Behandlung" erfolgreich ist, dann müsste ich auf das Tuch oder sonstige Tragehilfen verzichten. Nicht einmal aufrecht auf dem Arm dürfe ich das Kind tragen, nur noch auf dem rechten Arm liegend im Flieger auf die Rechte Hüfte gestemmt, damit wir der Schokoseite rechts entgegen wirken. Und das soll nicht einseitig sein?

Das mit den Blockaden und der Skoliose ist ihrer Meinung nach auch das Problem für das Schrei/Trink/Stillproblem. Die Lütte hätte wohl genauso wie unten oben Probleme mit dem Durchlaufen durch die Speiseröhre (da frage ich mich wie kann es dann sein, dass sie 7,2 kg wiegt und so ein Brocken ist und gut gedeiht?).

Ferner hätte meine Tochter kaum noch Hals, da sich die Schultern schon so hochgezogen haben.

Ich habe gerade mit meinem Mann telefoniert einfach um auf zu hören zu weinen. Er musste leider kurz nach Beginn weg, da er noch einen Kurs für sein Studium hatte. Ich hab ihn dann gefragt, wie er die Dame empfunden hat. Ich möchte kurz sagen, mein Mann ist nicht Mister Empathie persönlich und vieles bekommt er gar nicht so mit, aber er sagte die war von Anfang an negativ eingestellt. Er sagte er hätte gerne noch eine 2. Meinung und würde dort nicht mehr hin wollen. Mein Sorge jetzt: Machen wir uns das Leben schön in dem wir uns vor wichtigen und vielleicht für uns unverständlichen Dingen sperren und uns Menschen suchen die uns nach dem Mund reden. Ich will das beste für meine Tochter und bin dabei so ratlos.

Etwas das mich persönlich gestört hat war die Frage: Ist das ihr erstes Kind? Ja das ist unser erstes Kind. Und dann kann im Laufe der Stunde der Satz: Ja sie haben das bestimmt nach ihrem Gefühl gemacht. Dieser Satz war so anklagend ich wäre fast in Tausend Scherben zersprungen.
JAA Ich hab vieles nach Gefühl gemacht und ich hab mich zu jeder Entscheidung belesen und mit meinem Mann beratschlagt. Und mein Beruf der Heilpädagogin gibt mir natürlich auch noch mal einen anderen Hintergrund. Und wenn ich höre das mein Kind schon mit fast 4 Monaten nicht "normal" entwickelt ist stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Nicht nur als Mama, sondern auch als Heilpädagogin! Ich war so eine tolle Schwangere, ich war sooo gerne Schwanger und ich habe in meiner Schwangerschaft immer auf mich gehört, immer! Warum sollte ich das nicht auch bei der Erziehung. Ich fälle Entscheidungen nicht leichtfertig und habe mich zu jedem Thema belesen, besprochen und informiert. Bin ich so auf dem Holzweg?

Warum ist meine Tochter denn dann so zufrieden im Tuch, wenn es ihr so schmerzt und so unzufrieden wenn sie auf dem Rücken liegt?

Sehe Christiane in der Vorschau - Danke schon mal!

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 17.03.2015, 12:25
von Winterwunschkind
kapathej,

Ja auch das sind alles Fragen und Sachen die in meinem Kopf sind! Und ja sie ist eine Physiotherapeutin mit der Zusatzausbildung der Osteopathie und der Säuglingsosteopathie. Und ja unsensibel passt. Zeigen brauchte ihr es ihr nicht, als sie hörte wir Tragen im Tuch, war das Thema ihr Fixpunkt Nr. 1, darauf wurde jedwede Argumentation aufgebaut, so viel, dass es mir zu bunt wurde und ich sie darauf ansprach und wunderbar erlernt in einem Feedbackburger-Ich-Gespräch vermitteln wollte, dass ich mich weder gut aufgehoben noch gut beraten fühlte. Vom Tuch hält sie gar nichts, das war offen ihre Aussage, akzeptieren, dass ich das nicht so sehe, konnte sie nicht. Dann stellte sie mich indirekt vor die Wahl, die Behandlung nicht weiter zu führen, da es so oder so dann keinen Sinn hätte. Mit dem Satz, SIE wolle nur das beste für meine Tochter.

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 17.03.2015, 12:42
von Winterwunschkind
Ach und danke für die Gedanken! Mein Kopf schwirrt und schmerzt und es ist gut, dass du noch einmal einige meiner Gedanken mit aufgeschrieben hast.

Ach und Teazer: Mensch, bei mir hast du ein richtiges Lernobjekt gefunden! Erst eine Mama die es nicht Bedarfgestillt hinkriegt, mit Schnuller, Milchverkrustungsschorfgedöns und komische Antibiotikumsbehandlungen und nun eine so "kaputte" Tochter, die nicht ordentlich stillen kann, weil die Mama sie kaputt gemacht hat. Entschuldige dass ich dir so viel abverlange. Aber herzlichsten Dank für all deine Mühen! Selbst mein Mann fragte grade schon am Telefon, was du geschrieben hast, er vertraut auf dich.

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 17.03.2015, 12:59
von Hyndla
Ach herrjeh, du Arme. Vergiss nach Möglichkeit den Quatsch, den die unsensible, meiner Meinung nach bösartige Osteo. dir da einreden will. Du machst alles ganz toll und richtig! Such dir eine andere, kompetente Fachkraft! Ich werd richtig sauer beim Lesen[emoji35] ...

Re: AW: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 17.03.2015, 13:14
von Teazer
Liebe Winterwunschkind,

vorhin konnte ich leider nur ganz kurz schreiben.

Ich finde, Du bist eine ganz tolle Mutter. Du suchst nach Lösungen für Eure Probleme, informierst Dich und hörst auf Deinen Bauch. Zu lesen, wie gerade letzteres abgewertet wurde, macht mich richtig wütend. Klar, auch das Bauchgefühl kann mal falsch liegen. Aber die meisten Fehler beim Umgang mit Babys passieren eher weil der Kopf über den Bauch siegt.

Menschenkinder sind weder Nesthocker noch Nestflüchter. Sie sind Traglinge. Und das ist auch gut so, denn sonst wären sie Löwen- oder Bärenfutter. An den Genen unserer Babys ändern dicke Mauern und abschließbare Haustüren rein gar nichts. Deshalb ist ihre Anatomie immer noch aufs getragen Werden ausgelegt und ihre Bedürfnisse auch. Christiane wird dazu später als Fachfrau noch mehr sagen können.

Ich selbst habe alle meine Kinder mit Stoff gewickelt. Werden Stoffies normal angelegt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen wie das die Verdauung behindern soll. Natürlich kannst Du Deine Maus mal nackig strampeln lassen, aber dass eine Www da irgendeinen Vorteil in Bezug auf bessere Verdauung geben soll, kann ich mir nicht vorstellen.

Ich vermute, Du bist in die Falle der Negativ-Checkliste der Osteopathin getappt. Ich bin sonst eher vorsichtig bei Beurteilungen der Aussagen von Fachleuten, aber diese Frau wirkt auf mich nicht kompetent im Bereich Tragen, Stoffwindeln und Menschheitsgeschichte. Das wäre nicht so wild, wenn sie Dir gegenüber empathisch aufgetreten wäre. Ich bin ehrlich geschockt, wie sie mit Dir umgegangen ist und was Du Dir anhören musstest. ((()))

Ich persönlich würde eine Zweitmeinung einholen. Eine vertrauensvolle Basis für eine gute Therapie ist bei Euch ohnehin nicht gegeben.

Es tut mir so leid, dass Du da durch musst(est). Du hattest schon so viele Fallstricke und hast schon so viele gemeistert. Du bist eine tolle Mama und Du hast ein tolles Baby. Lass Dir von niemandem etwas anderes einreden.