Hier meine Story, wie ich vom Low-Carb-Fleischfresser zum Vegi wurde:
Kohlenhydrate stellten sich bei mir schnell als DIE Verursacher von Übergewicht heraus. Die einzige Alternative die ich fand war: Fleisch und Käse. Damit konnte ich zügig Zwanzig Kilo Ballast abwerfen. Viel Gemüse - LowCarb halt eben.
Ich wurde Schwanger und mit der einen oder anderen Komplikation hatte ich meine Grosse Zuhause. Ich merkte, dass der Verzicht meinerseits auf Milchprodukte sich Positiv auf sie auswirkte. Die Lektüre von C. Gonzales war es auch, die mich sehr sensibel hielt in ihrem Essverhalten.
Tierische Produkte zu nutzen war für mich das Normalste der Welt. Ich habe auch schon mitgeholfen beim Schlachten und Wursten, und wusste darin, was vor sich geht und konnte gut dahinter stehen.
Ein erster "knacks" ergab sich mit dem ersten Schokokuchen den ich buk nach der Geburt der Grossen. Das eine Eigelb wollte und wollte sich nicht dem Mixer hingeben und wich mir immer aus. Da überkamen mich ein erstes mal Mütterliche Vegi-Hormone. Es begann zu arbeiten in mir.
So langsam konnte ich meinen Milchkonsum wieder aufnehmen, ohne, dass ich über das Stillen Veränderungen an meiner Tochter bemerkte.
Wir waren allerdings ab der ersten Impfung Stammgäste auf der Kinderstation des Spitals, da sie wiederkehrende Atemwegsinfekte hatte. erst, als sie etwa Zwei Jährig war, bemerkte ich einen direkten Zusammenhang zwischen ihren "Infekten" und Milchkonsum ihrerseits. Milch an sich verweigerte sie sowieso. Ans Abstillen war in keiner art zu denken, denn sie ass kaum was. Käse wollte sie auch nicht. einzig Fruchtquark und Joghurt war ein Thema für sie.
So stellten wir in der Familie die Beobachtung an, dass meine "Gesunde" Tochter innerhalb von 3-4h plötzlich wieder "Infektsymptome" zeigte, nach dem sie ein Joghurt hatte. Die Ärzte stritten den Zusammenhang ab. Unsere Beobachtungen sprachen jedoch sehr deutlich eine andere Sprache.
So begann ich mich mit Milchfreier Küche auseinander zu setzen. Gar nicht so einfach, als Überzeugte, gelernte Bäuerin und Frau eines gelernten Landwirten.
Ich kochte Vegane Saucen, um anschliessend das Fleisch hinzu zu geben. Das wurde mir irgendwann dann doch zu paradox.
Zeitgleich, in der Frage, wieso weshalb warum meine Tochter so auf Milch reagiert, und der Druck aus dem Umfeld, mein Kind doch EEEEEeeendlich abzustillen brachte mich dazu unser Konsumverhalten generell zu überdenken. So sehr, dass mir der Appetit auf das Fleisch, wie aber v.a. auch auf die Milch komplett verging. Einzig mit Käse hatte ich noch lange zu "kämpfen", aber auch da habe ich alternativen gefunden, die die Bedürfnisse stillen vermögen.
Schlussendlich gelang mir der Absprung vom Fleisch in dem Moment, wo ich Seitan, Soja und Kichererbsen als zuverlässige Proteinlieferaten für meine Küche entdeckt habe. Dies war auch die Bedingung von meinem Mann: Sorge für die Proteine auf meinem Teller. Als wir dieses Problem gelöst hatten, war der rest eine Kleinigkeit.
Vermissen tue ich es gar nicht.
Die Gedanken, die ich zuvor hatte über die teilweise relativ langen Listen der Inhaltsstoffe über den Vegi-produkten hat sich auf das Fleisch übertragen - wo es im vergleich zu den Vegi Sachen einfach nicht deklariert ist.
Joa, und es lebt sich sehr gut.
Wenn mal aus "anstand" was anderes dazwischen kommt, merke ich sofort, wie mein Körper sich davon "verunreinigt". Die Übersäuerung, mit der ich stets zu kämpfen hatte ist kein Thema mehr.
Die Sonnenempfindlichkeit die ich hatte, wo ich noch im tiefsten Schatten im Stand war, einen Sonnenstich zu kriegen ist passee.
Sonnencreme überflüssig
Die Vorteile überwiegen so deutlich, dass ein Zurück nicht in Frage kommt.
Übrigens: ich handhabe es mit den Kindern so, dass sie selber entscheiden dürfen, bzw verwehre ihnen auswärtiges Fleisch nicht. ABER: ich merke so extrem, wie sie nach fleischkonsum einfach so deutlich aggressiver werden, dass es mir meine Entscheidung einfach nochmals bestätigt.
Durch die vielen Infektepisoden hatten wir einige Blutwerte auf Lager. Ich habe das erste Jahr in vegan auch ärztlich begleiten lassen und die Blutwerte BEIDER Kinder sind deutlich besser als sie das zuvor unter Omnivorer Ernährung waren. (y)