Merkt man an deiner Aussage mit den Bezirken ... finde es echt schwierig zu sagen "Marzahn, Lichtenberg, Hellersdorf ... gehen gar nicht" ... vorallem wenn man nie da war. Ich bin nun mal seit über 28 Jahren in Berlin, habe die meiste Zeit in Lichtenberg gelebt, dann auch mal in Lichtenrade, in Tempelhof, ich kenne einige Ecken in Marzahn und auch Spandau, Charlottenburg habe ich gearbeitet, in Köpenick bin ich auch regelmäßig. Wie viele andere hier schon geschrieben haben, es geht nicht um Bezirke sondern mehr um Kieze und es gibt in jedem Bezirk Ecken in die ich aus den selben Gründen auf keinen Fall ziehen würde.Sandküste hat geschrieben:wir wohnen seit 1997 in Berlin und ich war in vielen Stadtteilen noch nieLia hat geschrieben: das andere ist mir alles eher fremd und schon ne halbe weltreise *lach*
Ich hatte ne tolle Kindheit in Lichtenberg, weil auch wenn es von aussen nicht so aussieht, man hat da auch tolle grüne Ecken, man kann die Kinder auch alleine vor die Tür lassen, wenn man einen Hof hat, weil man einfach mal von der Küche aus sehen kann, was für einen Blödsinn das Kind gerade macht (besonders auch wenn man eigentlich nach F'hain muss, sollte man Lichtenberg nicht aussen vor lassen). Wir hatten schöne Schulen und überhaupt. In Marzahn gibt es Einfamilienhäuser und riesige Parks (ja okay, so groß wie den Grunewald nicht, aber das muss ja auch nicht sein). Hellersdorf sind echt auch schöne Ecken dabei. Man muss sich halt immer genauer umgucken.
Ich würde mich nicht trauen über irgendeinen Bezirk zu sagen, der ist doof, da kann man mit Kindern nicht hinziehen ... genauso wie ich es über eine fremde Stadt nicht sagen würde.
Ich mag an Berlin, dass es so gewachsen ist, wie es ist ... mitten in der Großstadt hast du kleine Dörfer und bist relativ schnell in einer anderen Welt. Das liebe ich an der Stadt.
Auf jeden Fall.Mohnblume hat geschrieben:Das tolle an Berlin ist doch, wie man auch an den Statements hier sieht, dass es für jeden das passende Eckchen gibt.
Ich finde es aber trotzdem doof, wenn ich tatsächlich mal ins Berlinern verfalle, dann doof angeguckt zu werden (und Zugewanderte die versuchen zu berlinern finde ich echt schrecklich, ganz ernsthaft) ... allgemein finde ich aber auch, dass die Zugezogenen den Pfeffer ausmachen ... es müssten vielleicht nicht ganz so viele sein, aber ohne wäre es echt langweilig ... nervig sind eher Touris, die anscheinend davon ausgehen, dass jeder in der Stadt ewig Zeit hat und vorallem im ÖPNV nicht wirklich Rücksicht nehmen, in dem sie z.B. Alexanderplatz aus einer S-Bahn aussteigen und direkt vor der Tür erstmal stehen bleiben, genauso bei Rolltreppen. Aber Touris kann man umgehen, in dem man sich eben nicht in Touribereichen auf hält *gg*Mohnblume hat geschrieben: Etwas OT:
Was mir immer wieder etwas sauer aufstößt, ist die latent fremdenfeindliche Haltung vieler (selbsternannter) "Ur-Berliner". Zugezogene Berliner sind auch Berlinerdas sind nicht nur reiche Schwaben aus der Provinz, deren Brezeln und Seelen die gute alte Schrippe verdrängen, wa!
Selbsternannte Ur-Berliner deshalb, weil sich grad in bestimmten Kreuzberger Kiezen viele "Alteingesessene" fürchterlich aufgeblasen als Eingeborene gerieren, wenn sie länger als 8 Jahre da wohnen. Geboren sind se dann doch in Wanne-Eickel oder sonstwo.
Gentrifizierung, Mietsteigerung etc. sind auf jeden Fall ernstzunehmende soziale Themen, die auch politisch angegangen werden sollten. Aber dieses unterschwellige "Berlin den Berlinern" (hab ich so schon auf ner Hauswand in Kreuzberg gesprüht gesehen! da dachte ich echt es hackt!) geht mir auch ziemlich auf den Zeiger.
Meine Lehrerin meinte damals um es um die Gesellschaft Berlins ging, der echte Berliner ist ein Zugezogener, weil Berlin eben daraus entstanden ist und sich geformt hat und immer weiter entwickelt. Es war erstaunlich zu sehen, dass es auch in unserer Klasse kaum Schüler gab deren Eltern schon in Berlin geboren wurden, die meisten sind selbst nicht in der Stadt geboren worden.