An die Berliner

Moderator: Marla84

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blubberin
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Re: An die Berliner

Beitrag von blubberin »

Sandküste hat geschrieben:
Lia hat geschrieben: das andere ist mir alles eher fremd und schon ne halbe weltreise *lach* :D
wir wohnen seit 1997 in Berlin und ich war in vielen Stadtteilen noch nie 8)
Merkt man an deiner Aussage mit den Bezirken ... finde es echt schwierig zu sagen "Marzahn, Lichtenberg, Hellersdorf ... gehen gar nicht" ... vorallem wenn man nie da war. Ich bin nun mal seit über 28 Jahren in Berlin, habe die meiste Zeit in Lichtenberg gelebt, dann auch mal in Lichtenrade, in Tempelhof, ich kenne einige Ecken in Marzahn und auch Spandau, Charlottenburg habe ich gearbeitet, in Köpenick bin ich auch regelmäßig. Wie viele andere hier schon geschrieben haben, es geht nicht um Bezirke sondern mehr um Kieze und es gibt in jedem Bezirk Ecken in die ich aus den selben Gründen auf keinen Fall ziehen würde.
Ich hatte ne tolle Kindheit in Lichtenberg, weil auch wenn es von aussen nicht so aussieht, man hat da auch tolle grüne Ecken, man kann die Kinder auch alleine vor die Tür lassen, wenn man einen Hof hat, weil man einfach mal von der Küche aus sehen kann, was für einen Blödsinn das Kind gerade macht (besonders auch wenn man eigentlich nach F'hain muss, sollte man Lichtenberg nicht aussen vor lassen). Wir hatten schöne Schulen und überhaupt. In Marzahn gibt es Einfamilienhäuser und riesige Parks (ja okay, so groß wie den Grunewald nicht, aber das muss ja auch nicht sein). Hellersdorf sind echt auch schöne Ecken dabei. Man muss sich halt immer genauer umgucken.
Ich würde mich nicht trauen über irgendeinen Bezirk zu sagen, der ist doof, da kann man mit Kindern nicht hinziehen ... genauso wie ich es über eine fremde Stadt nicht sagen würde.
Ich mag an Berlin, dass es so gewachsen ist, wie es ist ... mitten in der Großstadt hast du kleine Dörfer und bist relativ schnell in einer anderen Welt. Das liebe ich an der Stadt.
Mohnblume hat geschrieben:Das tolle an Berlin ist doch, wie man auch an den Statements hier sieht, dass es für jeden das passende Eckchen gibt.
Auf jeden Fall.
Mohnblume hat geschrieben: Etwas OT:
Was mir immer wieder etwas sauer aufstößt, ist die latent fremdenfeindliche Haltung vieler (selbsternannter) "Ur-Berliner". Zugezogene Berliner sind auch Berliner ;-) das sind nicht nur reiche Schwaben aus der Provinz, deren Brezeln und Seelen die gute alte Schrippe verdrängen, wa!
Selbsternannte Ur-Berliner deshalb, weil sich grad in bestimmten Kreuzberger Kiezen viele "Alteingesessene" fürchterlich aufgeblasen als Eingeborene gerieren, wenn sie länger als 8 Jahre da wohnen. Geboren sind se dann doch in Wanne-Eickel oder sonstwo.
Gentrifizierung, Mietsteigerung etc. sind auf jeden Fall ernstzunehmende soziale Themen, die auch politisch angegangen werden sollten. Aber dieses unterschwellige "Berlin den Berlinern" (hab ich so schon auf ner Hauswand in Kreuzberg gesprüht gesehen! da dachte ich echt es hackt!) geht mir auch ziemlich auf den Zeiger.
Ich finde es aber trotzdem doof, wenn ich tatsächlich mal ins Berlinern verfalle, dann doof angeguckt zu werden (und Zugewanderte die versuchen zu berlinern finde ich echt schrecklich, ganz ernsthaft) ... allgemein finde ich aber auch, dass die Zugezogenen den Pfeffer ausmachen ... es müssten vielleicht nicht ganz so viele sein, aber ohne wäre es echt langweilig ... nervig sind eher Touris, die anscheinend davon ausgehen, dass jeder in der Stadt ewig Zeit hat und vorallem im ÖPNV nicht wirklich Rücksicht nehmen, in dem sie z.B. Alexanderplatz aus einer S-Bahn aussteigen und direkt vor der Tür erstmal stehen bleiben, genauso bei Rolltreppen. Aber Touris kann man umgehen, in dem man sich eben nicht in Touribereichen auf hält *gg*

Meine Lehrerin meinte damals um es um die Gesellschaft Berlins ging, der echte Berliner ist ein Zugezogener, weil Berlin eben daraus entstanden ist und sich geformt hat und immer weiter entwickelt. Es war erstaunlich zu sehen, dass es auch in unserer Klasse kaum Schüler gab deren Eltern schon in Berlin geboren wurden, die meisten sind selbst nicht in der Stadt geboren worden.
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Re: An die Berliner

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Touris zum umgehen ist schwer, wenn man Nähe KuDamm arbeitet und täglich am Messegelände vorbei muss 8)
Lösche Benutzer 1828

Re: An die Berliner

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

ach so - das kam aber nicht von mir....
Wobei es Bezirke gibt, die finde ich schon vom Durchfahren so unangenehm, da würde ich nie wohnen wollen. Das finde ich optisch schon so unschön, habe da einfach ein schlechtes Gefühl.
In einigen Ecken, die echt weit draußen sind, war ich halt noch nie.
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tania
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Re: An die Berliner

Beitrag von tania »

ich habe als westberlinerin auch schon in lichtenberg gewohnt. da gibt es seeehr ruhige und grüne ecken - zu empfehlen!

was ich problematisch an berlin finde: einen richtig echten kiez (wie du schriebst: alles fußläufig erreichbar) gab es für mich nie. meine freundInnen, meine ärzte, uni, spezielle läden, alles ist recht verstreut, ich hab überallhin eigentlich gleich ne dreiviertel stunde gebraucht usw. ÄTZEND! es gibt halt soooo viele kleinere zentren, aber keines ist groß genug als dass es mich vollumfassend nährt..
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Re: An die Berliner

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

das stimmt allerdings....
Unser KiA ist zwar noch im gleichen Bezirk, aber recht weit weg.
Läden - ja. Aber halt nicht alle, die ich gerne hätte.
Wir wohnten mal recht gut - gut, für spezielle Sachen mußte ich auch fahren, aber war annehmbar.
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Dana
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Re: An die Berliner

Beitrag von Dana »

Das Problem hab ich nicht. Wir sind hauptsächlich in unserem oder den benachbarten Kiezen unterwegs. Wir wohnen in Pankow an der Ecke zum Prenzelberg und zum Wedding. Die Kinderärztin ist mit 1/2 Stunde am weitesten entfernt, aber auch nur, weil wir eine besondere haben wollen ;-).

Touristen finde ich sehr erfrischend, da kommt immer so eine mondäne Brise, das stört mich überhaupt nicht, im Gegenteil. :wink:
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blubberin
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Re: An die Berliner

Beitrag von blubberin »

@Sandküste: ja wenn man zur Arbeit und zum Studium in die Tourigegenden muss, ist das teilweise echt blöd ... ich kenne das, da spurtet man, weil die Vorlesung im Hauptgebäude vor drei Minuten anfangen sollte und da tingelt gerade ein Touri in aller Ruhe durch den Eingang in die interessante Haupthalle und du kommst nicht vorbei.
Aber es ist eben auch möglich in der Stadt zu wohnen, ohne dauernd auf Touris zu treffen finde ich ... wenn man eine passende Arbeitsstelle hat.
Sie stören mich eigentlich auch nur, wenn sie mir im Weg stehen, wenn ich es mal wieder eilig habe. Sonst finde ich Touris nicht schlimm, die Stadt braucht sie ja auch *grin*
tania hat geschrieben:ich habe als westberlinerin auch schon in lichtenberg gewohnt. da gibt es seeehr ruhige und grüne ecken - zu empfehlen!

was ich problematisch an berlin finde: einen richtig echten kiez (wie du schriebst: alles fußläufig erreichbar) gab es für mich nie. meine freundInnen, meine ärzte, uni, spezielle läden, alles ist recht verstreut, ich hab überallhin eigentlich gleich ne dreiviertel stunde gebraucht usw. ÄTZEND! es gibt halt soooo viele kleinere zentren, aber keines ist groß genug als dass es mich vollumfassend nährt..
Stimmt, dass ist doof, besonders wenn man auch mal innerhalb der Stadt umgezogen ist ... ich mag mir einfach keinen neuen Arzt suchen und fahre dann halt auch mit Rückenschmerzen mal ne Stunde mit ÖPNV -.- ... das kann ganz schön Nerven.
An Läden haben wir hier eigentlich alles des täglichen Bedarfs ganz gut erreichbar und in ner halben Stunde bin ich an der Friedrichstraße und damit ja dann auch wieder in Bereichen mit speziellen Läden ... also da habe ich nicht so Probleme.
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Re: An die Berliner

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

normalerweise stören die Touris mich gar nicht - aber manchmal eben schon, besonders zu Messestoßzeiten......
Was viel schlimmer ist, sind die Fußballfans (wir wohnen nah am Stadion) - da komme ich dann hier oft nicht weg bzw. nicht heim, ohne von besoffenen Barbaren umzingelt zu sein - mit KIndern nicht lustig.....
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Minchen
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Re: An die Berliner

Beitrag von Minchen »

Ich habe quasi in einer Touri-Hochburg gearbeitet - mitten auf dem Präsentierteller. Das weiß man eben und dann muss man damit leben. Bei uns war es manchmal laut, wenn es Festlichkeiten außerhalb gab, manchmal musste ich Personenkontrollen passieren - das ist dann eben so. Mich zwingt ja keiner, da zu arbeiten. Messe ist immer nervig, ich glaube, das ist in allen Städten so. Aber Berlin LEBT von den Touristen und auch von den Zugezogenen.

Ich komme übrigens aus einer sehr beschaulichen Ecke, wo ich - zumindest als Kind - alles in der Nähe hatte. Berlin ist eigentlich auch nur eine Anhäufung vieler Mikrokosmen. 8)

Lichetenberg ist wirklich hüsch, da wohnt eine Freundin von mir (kommt auch daher) und es hat mir dort sehr gefallen. Mir wäre es nur zu weit weg von meiner "Ur-Heimat". Ich würde tatsächlich NIE nach Nordosten ziehen, weil es mir schlicht zu weit weg von meinen Wurzel im Südwesten wäre. Das hat aber nichts mit Vorurteilen zu tun.

Achja, und aufblasen tue ich mich sicher nicht, wenn auch schon meine Großeltern aus Berlin stammen. Man wird nur hin und wieder seltsam angestarrt, wenn man das erzählt: "Mensch, Du bist die erste ECHTE Berlinerin, die ich treffe..." :roll: 8)
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
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Dana
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Re: An die Berliner

Beitrag von Dana »

Stimmt, so habe ich es noch nie gesehen. Ich glaube. wir kennen hier eigentlich NUR Zugezogene. :wink:
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