Re: Für alle Ökos und die es werden wollen: Plastik..
Verfasst: 25.03.2013, 11:27
Wow! Vielen Dank, Bienenmeister, für die hochinteressanten Einblicke! Toll!
Spontan fällt mir ein, ob Du nicht auch noch kurz was zu dem "Aufmacher" der Sendung was sagen möchtest. Also der Schocker am Anfang war ja das Ding mit dem Joghurtbecher, wo es hieß daß da 600 Additive drin sind von denen die Mehrzahl selbst Chemikern unbekannt seien. (Ich hoffe, ich gebe das richtig wieder, ist schon wieder so lange her mit der Sendung
). Mir ist schon klar, daß die Sendung so nen "Reißer" braucht denn sonst würden die meisten ja ausschalten, weil sie sich generell nicht für chemische Analysen interessieren, na und für die Umwelt vielleicht schon gleich gar nicht.
Ich weiß eigentlich gar nicht wie ich mit so ner Information umgehen soll. Letztendlich war es ja eher eine "Nichtinformation". Nun kann sich jeder denken was er möchte, entweder in Panik ausbrechen oder sagen, was ich nicht weiß macht mich nicht heiß. Hmmmm...
Böse gesagt, laß ich als Produzent von sagen wir Schulranzen nicht auf etwas prüfen von dem ich weiß, daß ich da womöglich über dem Grenzwert liege? Ist es so? Naja, Schulranzen sind ein schlechtes Beispiel, die fallen bei sämtlichen Tests immer unten durch.
Nehmen wir Ökotest.. Die lassen sich doch auch von Analytikern beraten. Und die Analytiker gehen nach ihrer Erfahrung. Das heißt, es ist auch bei Ökotest eher unwahrscheinlich daß da nun die bahnbrechende Entdeckung gemacht wird, dann man macht sich ja logischerweise nicht auf die Suche nach Unbekanntem sondern eher auf die Suche nach Bekanntem, also nach dem was man kennt aufgrund von Erfahrungwerten.
Aber wenn Ökotest nun Biopaprika und konventionell angebaute vergleicht, dann geht es doch nicht um Grenzwerte sondern da vergleicht man hoffentlich die Werte der Biopaprika mit den Werten der anderen? Bei Ökotest gibt's ja immer die Biorubrik und die andere, bei Lebensmitteln, bei Kosmetika etc.
Das ist ein guter Satz, der letzte, mit der Unbedenklichkeit. Der gilt für vieles, fast alles. Es ist auch so ein bißchen die Arroganz der Menschen so zu denken. Wir sind vom Gefühl her so weit was den "Fortschritt" betrifft, glauben an Meßbarkeiten und Grenzwerte und wollen die absoute Unbedenklichkeit. Das macht sich besonders deutlich hier bei Impfdiskussionen. Und da wird dann ganz schnell deutlich, daß es die garantierte Unbedenklichkeit eben nicht gibt (also auf beiden Seiten natürlich).
Nicht unbedingt bei Paprika, aber bei Kosmetika, Kinderspielzeug u. v. m.
Stichwort Vertrauen..
Sehe ich ähnlich, auch ohne jegliches Fachwissen. Auch weil ich denke, wenn schon Bio, dann richtig. Was nicht heißen soll daß Bioland und Demeter alles richtig machen, nein, aber sie haben zumindest strengere Richtlinien. Wobei ich natürlich nach Deinem Posting schon denke, ob mir die groß was nützen.. Es wäre also wieder Vertrauenssache.

Spontan fällt mir ein, ob Du nicht auch noch kurz was zu dem "Aufmacher" der Sendung was sagen möchtest. Also der Schocker am Anfang war ja das Ding mit dem Joghurtbecher, wo es hieß daß da 600 Additive drin sind von denen die Mehrzahl selbst Chemikern unbekannt seien. (Ich hoffe, ich gebe das richtig wieder, ist schon wieder so lange her mit der Sendung
Ich weiß eigentlich gar nicht wie ich mit so ner Information umgehen soll. Letztendlich war es ja eher eine "Nichtinformation". Nun kann sich jeder denken was er möchte, entweder in Panik ausbrechen oder sagen, was ich nicht weiß macht mich nicht heiß. Hmmmm...
Und letztendlich schafft der an, der zahlt?!bienenmeister hat geschrieben: Vereinfacht (!) gesagt, steigt der Preis der Analyse mit der Anzahl der Komponenten, auf die getestet werden soll.
Böse gesagt, laß ich als Produzent von sagen wir Schulranzen nicht auf etwas prüfen von dem ich weiß, daß ich da womöglich über dem Grenzwert liege? Ist es so? Naja, Schulranzen sind ein schlechtes Beispiel, die fallen bei sämtlichen Tests immer unten durch.
Nehmen wir Ökotest.. Die lassen sich doch auch von Analytikern beraten. Und die Analytiker gehen nach ihrer Erfahrung. Das heißt, es ist auch bei Ökotest eher unwahrscheinlich daß da nun die bahnbrechende Entdeckung gemacht wird, dann man macht sich ja logischerweise nicht auf die Suche nach Unbekanntem sondern eher auf die Suche nach Bekanntem, also nach dem was man kennt aufgrund von Erfahrungwerten.
Gut, das verstehe ich, denn sobald Bio nicht mehr seinen Ansprüchen gerecht wird, ist's halt auch nicht mehr Bio.Vergleiche ich nun eine Bio Paprika und eine konventionelle Paprika aus Spanien, bitte ich den Analytiker auf sagen wir mal 12 "übliche" Pestizide, Konservierungsmittel testen, und bin gespannt auf das Ergebnis.
Was ist dieser Test wert? Die Grenzwerte für PestizidRÜCKSTÄNDE (sagt nichts darüber aus, wieviel auf den Acker gekippt wurde) sind für Bio Produkte geringer als für konventionelle Waren, sodass die Bio Paprika als belastet eingestuft werden kann, obwohl sie weniger Schadstoff enthält als die konventionelle Paprika, die mit einer deutlich höheren Belastung verkehrsfähig bleibt. Dieser Umstand hat in den öffentlichen Medien schon Verunglimpfungen der Bio Branche nach sich gezogen (Stichwort Nitrofenskandal bei Eiern).
Aber wenn Ökotest nun Biopaprika und konventionell angebaute vergleicht, dann geht es doch nicht um Grenzwerte sondern da vergleicht man hoffentlich die Werte der Biopaprika mit den Werten der anderen? Bei Ökotest gibt's ja immer die Biorubrik und die andere, bei Lebensmitteln, bei Kosmetika etc.
Seufz, ich hab die übelsten Dinge von türkischen Landsleuten und DDT in ihrem Land gehört.Auch wird oft missverstanden, dass der Test nur den Gehalt der Schadstoffe widerspiegelt, auf die getestet wurde. Es gibt TAUSENDE Schadstoffe, die vom Menschen in die Umwelt eingetragen worden sind, zum Teil sehr lange Verweilzeiten in der Umwelt haben, ergo vor Jahrzehnten in die Umwelt eingebracht worden sind und noch heute Böden und Wasser belasten. Bei Proben aus dem Ausland, v.a. sogenannter Schwellenländer, ist die Wahrscheinlichkeit ungleich höher, auf Schadstoffe positiv zu testen, die in Europa gar nicht im Verkehr sind (DDT zum Beispiel zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten, landet in Baumwoll-, Papierprodukten als auch in Lebensmitteln) und dort weiterhin munter auf Anbauflächen ausgebracht oder als ungeklärte Industrieabwässer anfallen. Es ist eine Utopie zu glauben, dass man Produkte auf UNBEDENKLICHKEIT testen könne.
Das ist ein guter Satz, der letzte, mit der Unbedenklichkeit. Der gilt für vieles, fast alles. Es ist auch so ein bißchen die Arroganz der Menschen so zu denken. Wir sind vom Gefühl her so weit was den "Fortschritt" betrifft, glauben an Meßbarkeiten und Grenzwerte und wollen die absoute Unbedenklichkeit. Das macht sich besonders deutlich hier bei Impfdiskussionen. Und da wird dann ganz schnell deutlich, daß es die garantierte Unbedenklichkeit eben nicht gibt (also auf beiden Seiten natürlich).
Jetzt könnte ich ganz böse hinzufügen, daß eine gewisse Umsatzorientierung immer zu kriminellen Energien führt, fast immer.Um die Grenzwerte einzuhalten und die Verkehrsfähigkeit seiner Produkte zu erreichen, bleibt Produzenten mit einer gewissen kriminellen Energie also übrig, statt VIEL von EINEM Pesitzid, WENIG von VIELEN Pesitziden (Giftcocktail) einzubringen. So hast du eine völlig verseuchte Paprika, die verkehrsfähig ist, weil die einzelnen Pestizidkomponenten jeweils den zulässigen Grenzwert unterschreiten.
Leider. Aber es macht sich gut in der Werbung.Überspitzt gesagt, wenn Galileo eine "Studie" in Auftrag gibt, und sagen wir mal ZWEI Paprikas auf DREI Pestizide testet, hat diese Analyse KEINEN Wert, es kann daraus kein "Urteil" über die Produzenten oder Anbaumethode gefällt werden.
Irgendwie ist's tatsächlich so wie beim Impfen....In diesem Sinne bleibt es jedem selbst überlassen, zu "wem" er mehr Vertrauen aufbauen kann.
Supermarkt Bio ist für mich gestorben,
Sehe ich ähnlich, auch ohne jegliches Fachwissen. Auch weil ich denke, wenn schon Bio, dann richtig. Was nicht heißen soll daß Bioland und Demeter alles richtig machen, nein, aber sie haben zumindest strengere Richtlinien. Wobei ich natürlich nach Deinem Posting schon denke, ob mir die groß was nützen.. Es wäre also wieder Vertrauenssache.
Ja, das war für mich nach der Sendung klar. Da hab ich ne BPA freie Flasche (haben wir tatsächlich seit ein paar Monaten hier, um nicht immer die schweren Emilflaschen zu schleppen) von Nalgene und wiege mich in Sicherheit, dabei sind 100e von anderen Schadstoffen drin, die aber niemand getestet hat, denn in den Medien war ja nur von BPA die Rede.
Oder: Nur weil Babyflaschen von Avent BPA frei sind, halte ich sie noch lange nicht für unbedenklich.