Guten Abend, Nadine.
Danke für die Videos. Was ich sehe ist, dass Deine Kleine mit den Stillhütchen recht wenig Brust im Mund hat. Mit der gleichen Technik versucht sie auch ohne Hütchen zu stillen. Eine ganz klassische Saugverwirrung. Aber die lässt sich überwinden.
Beim Video ohne Stillhütchen fällt mir auf, dass sie zu weit oben liegt und deshalb den Mund nicht weit genug öffnet. Deine Brustwarze muss auf ihrer Nasenhöhe sein.
Deine Hand müsste näher zu Deinen Rippen wandern. Wenn Du die Brust so weit vorne zusammendrückst, verformst Du den vorderen Bereich und sie kann sie nicht einsaugen. Das Einrollen passiert ganz von alleine, wenn Du die Brust von hinten her anhebst.
Dass sich Deine Tochter aufregt, habe ich nicht gesehen. Sie meckert ein wenig. Aber das ist normal. Ich denke, das legt sich, sobald es bei ihr "klick" macht. Die Stillhütchen sind jedenfalls ein Fallstrick. An sich saugt sie nämlich schön. Sie braucht bloß etwas mehr Brust im Mund.
Meine Empfehlung wäre, das Stillhütchen ganz weg zu lassen. Ihr braucht es nicht. Du brauchst etwas Geduld, aber sie weiß, wie es geht. Weißt Du noch wie toll sie ohne Hütchen gestillt hatte? Du warst so begeistert, trotz Deiner Schmerzen. Und das war vor gerade mal zwei Wochen! Sie kann das. Aber nur, wenn Du konsequent bist. Sie braucht Deine Zuversicht.
Du kannst ihr mit Brustkompression toll helfen. Dann wird sie saugen. Du wirst sehen.
Brustkompression -> schlucken -> saugen -> nuckeln -> Brustkompression -> schlucken - ...
Nadine212 hat geschrieben: 19.05.2019, 08:19
Ne das mit dem pumpen mache ich jetzt wie dz gesagt hast, sie hat ja ein Rhythmus entwickelt tagsüber und ich Pumpe einfach da ab wo sie schläfrig ist und schlecht trinkt.
Ich empfehle Dir, überhaupt nicht zu pumpen. Denn damit bestellst Du Milch, die gar nicht gewollt ist. Das bedeutet, Du wirst viel Milch haben, in Zeiten, in denen sie gar nicht stillen
will. Und wenn sie dann doch mal Durst hat, fließt die Milch zu langsam.
Ganz ehrlich: Was versprichst Du Dir davon? Du hast
genügend Milch. Sonst würde Deine Tochter nicht
so gut zunehmen und würde auch nicht
so gut ausscheiden.
Die Gewichtsentwicklung ist
völlig unauffällig.
Babys und ihre Mütter arbeiten beim Stillen wie
ein Organismus. Auch wenn der mütterliche Körper die Milch produziert, so sind die Babys für die Produktion zuständig. Denn sie geben die Signale zu Menge, Zeitpunkt und Zusammensetzung.
Mir ist klar, dass das die meisten Mütter anders im Kopf haben, denken, sie seien für die Produktion zuständig. Kommt - wie bei Dir - eine Zeitlang die Notwendigkeit des Pumpens dazu, dann verfestigt sich dieses Bild. Aber Du bist jetzt keine Pumpstillerin mehr. Du und Dein Baby stillt jetzt
zusammen. Sie zeigt Dir, wann sie das Stillen braucht. Und wenn Du zulässt, dass sie die Kontrolle übernimmt, dann spielt sich das auch ein.
Es ist großartig, was Du in den ersten Wochen nach ihrer Geburt geleistet hast. Was für eine Löwenmutter Du bist! Aber jetzt musst Du den Mut und das Vertrauen fassen, dass Deine Tochter sich und Dir jetzt helfen kann.
Mit Pumpen machst Du alle ihre Bemühungen zunichte. In den ersten Wochen ging es darum, genug Milch für den Tag zu pumpen. Hauptsache den Tagesbedarf decken. Beim Stillen spielt aber nicht primär die Menge über den Tag eine Rolle - klingt absurd, ich weiß - sondern dass die Milch dann produziert werden kann, wenn das Baby sie abrufen will. Und ja, das ist unterschiedlich, je nach Tageszeit und Laune.
Die letzten Tage hat sie immer wieder nachmittags/abends eine Flasche bekommen. Signal an die Brust: Zu der Zeit wird weniger Milch benötigt.
Dann hast Du zu Zeiten in denen sie gar nicht trinken wollte gepumpt. Signal an die Brust: Zu dieser Zeit wird mehr Milch gebraucht.
Verstehst Du jetzt, warum ich Dir vom Pumpen abrate? Du erhöhst nicht die Milchmenge. Du veränderst bloß die Abrufzeiten. Und das bringt das ganze System von Angebot und Nachfrage durcheinander.
Ein gut gedeihendes Baby wie Deine Tochter, braucht keine Mutter, die pumpt, sondern eine, die ihr Baby die Milchproduktion regulieren lässt. Das ist nämlich ihr Job, nicht (mehr) Deiner.
