So, ich bin nun seit Sonntag nachmittag wieder zu Hause. Ich hatte bis jetzt noch keine Zeit zu schreiben (werde ich auch in den nächsten Tagen nicht viel haben), außerdem wollte ich in Ruhe ein paar Tage warten. Hier nun der versprochene Bericht.
Während ich weg war, lief alles prima zu Hause. Simon hat Laufen gelernt und viel mit anderen Kindern, die zu Besuch in der Nähe waren, gespielt, und er schläft jetzt nachts meistens besser als vorher. Und er fängt jetzt an erste Zeichen zu machen, die wir ihm schon seit einem halben Jahr zeigen. In drei Wochen entwickelt sich echt viel.
Ich habe während der 3 Wochen Milch gepumpt mit einer Avent Isis Handpumpe, die ich von einer Freundin geborgt habe. Damit kam ich sehr gut zurecht. In der ersten Woche meistens nur morgends und abends, danach 3-4 mal am Tag. Die Milch ist natürlich weniger geworden, was mir aber auch ganz recht war.
Milch pumpen ist ganz schön lästig, und ich habe jetzt großen Respekt vor Müttern, die ihre Kinder pumpstillen.
Am Anfang war ich ganz froh, endlich mal richtig Zeit nur für mich zu haben und nachts in Ruhe schlafen zu können. Am wichtigsten für mich war endlich mal wieder ganz konzentriert stundenlang an etwas arbeiten zu können ohne dauernd abgelenkt zu sein. Das fehlt mir zu Hause sehr.
Aber während der zweiten Hälfte der Zeit hatte ich schon echt Heimweh, aber wenn man mehr als tausend Kilometer weg ist, kann man nicht mal eben für's Wochenende nach Hause fahren. Zum Glück war ich gut beschäftigt mit sehr spannenden und interessanten Dingen.
Ich habe oft zu Hause angerufen und hatte vorher ein paar Fotos von mir auf Pappe aufgeklebt für Simon. Aber das Telefon an sich und auf den Knöpfen rumzudrücken hat ihn mehr interessiert als die Stimme daraus.
Als ich zurückkam war Simon erst etwas skeptisch und durcheinander, so als ob er eine Weile brauchte, um sich zu erinnern, oder als wenn ihm erst durch mein Wiederkommen bewußt geworden war, daß ihm etwas gefehlt hat.
Aber es hat nicht lange gedauert bis er immer fröhlich in meinen Arm gelaufen kam. Am Abend habe ich ihn dann ins Bett gebracht und er ist ganz schnell auf meinem Arm eingeschlafen.
Am nächsten Morgen habe ich ihm dann angeboten zu stillen. Das hat ihn wieder durcheinander gebracht, und er hat angefangen zu weinen. Das habe ich ganz gut verstanden, weil es mir irgendwie ähnlich ging, aber ich habe keine Geduld mir Worte zu überlegen, um es zu formulieren.

Ich habe dann morgends und abends Milch für ihn zum Trinken gepumpt und ein paar Mal versucht, ob er noch stillen will. Immerhin hat ihm das Angebot keinen Streß mehr bereitet, sondern er kam dann interessiert mal kurz gucken.
So hatte ich mich nun schon langsam in Frieden vom Stillen verabschiedet, aber gestern nacht hat Simon ganz schlecht geschlafen. Vielleicht kriegt er schon wieder einen Zahn (ich hatte gedacht, nach den Schneidezähnen ist erstmal eine Pause?), jedenfalls hat ihm irgendwas weh getan und ihn vom Schlafen abgehalten. Als er dann um halb fünf wieder geweint hat und sich durch nichts beruhigen ließ, habe ich es ohne viel Hoffnung noch mal mit Stillen versucht und war ganz überrascht, als er dann tatsächlich angedockt hat. Er hat auch gut wie immer getrunken und noch lange genuckelt.
Aber am Tag wollte er deshalb trotzdem nicht stillen. Vielleicht mag er nur noch wenn es ihm gar nicht gut geht. Mal sehen.
Alles in allem war alles ganz in Ordnung. Simon ist fröhlich wie auch zuvor, und ich bin sehr froh, daß er und mein Mann Gelegenheit haben eine intensive Beziehung aufzubauen. Ich merke jetzt schon, daß es unserer Familie insgesamt gut tut, daß mein Mann und ich auf diese Weise die Verantwortung für Simon tatsächlich teilen.
Ich werde noch öfter weg sein, es wird immer mit gemischten Gefühlen verbunden sein, aber es wird funktionieren.