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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 10.08.2009, 14:27
von LaLeMi
Ich bin auch mal gespannt, was Du berichtest :-)
Ich hätte als größtes Problem hier auch gesehen, ob der Kleine das Stillen nicht verlernt hat in dieser Zeit.
"Vergessen" geht Mama mit bei Papa beschütztem Baby und täglichen Telefonaten bestimmt nicht.
(Auch ich bin froh, daß Mausi auch zum Papa eine fantastische Bindung hat ;-) )

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 10.08.2009, 15:15
von thea
monsmasima hat geschrieben:Hui, was habe ich da ganz unbeabsichtigt für eine Diskussion losgetreten! Ich hatte doch nur zwei stilltechnische Fragen gestellt, und gar nicht, ob ich mein Kind allein beim Papa lassen sollte.
(Zur Beruhigung: niemand hat mich verletzt oder groß verunsichert. Und von mir aus kann jeder gern schreiben, was er denkt.)

Ich würde eigentlich auch gern mitdiskutieren, aber ich fühle mich unwohl in der Rolle des konkreten Beispiels, weil ich dann immer das Gefühl habe, mich rechtfertigen zu müssen.

Wir könnten vielleicht in einem passenderen Unterforum eine allgemeine Diskussion dazu anfangen. Ich weiß nur nicht so richtig in welchem.
tata hat geschrieben: Meiner Meinung nach kann mein Mann, der eine innige Bindung zu den Kindern hat, MAL auf die Kids aufpassen, aber dauerhaft ist er kein Mutterersatz. Bindung ist nicht gleich Bindung.
Hier bin ich grundsätzlich anderer Meinung. Es ist uns ein sehr wesentliches Anliegen, daß mein Mann eine möglichst ebenso intensive Beziehung zu unserem Kind aufbaut wie ich. Natürlich ist Bindung nicht gleich Bindung und Mutter nicht gleich Vater, weil sie einfach verschiedene Menschen sind.
Aber ich wünsche mir für unsere Familie, daß der Vater genauso wichtig ist wie die Mutter, daß er nicht nur MAL aufpassen kann, sondern dauerhaft die Verantwortung teilt, nicht als Mutterersatz, sondern als Vater. Und ich halte das durchaus für möglich.

Väter haben es sicher schwerer eine innige Bindung zum Kind aufzubauen: sie werden nicht durch Hormone unterstützt, sie stillen nicht, sind meist nicht so oft da, etc. Besonders in der Zeit, wenn die Kinder noch klein sind, fühlen sie sich bestimmt oft weniger nützlich, stelle ich mir aus meiner Nicht-Insider-Perspektive so vor. Die Mutter weiß immer besser, was das Kind will und kriegt es schneller beruhigt, usw. Und sie macht es dem Vater oft noch schwerer, in dem sie ständig besser weiß, wie Dinge zu tun sind. Da muß ich z.B. echt aufpassen. :?

Man kann sicher auch sagen, solange die Kinder klein sind, ist die Mutter hauptverantwortlich, und für viele Familien paßt das bestimmt auch. Aber für uns wünschen wir es uns anders.
Yeah, seh ich auch so! 8)

Außerdem wollt ich noch loswerden:
1. Ich finde es im Gegenteil oft in erster Linie narzistisch und vor allem um die eigene Wichtigkeit besorgt (und nicht ums Wohl des Kindes), wenn Mütter sich selbst als von Natur aus wichtigste Bezugsperson darstellen. Nebenbei reduziert diese These soziale Kontakte zwischen Eltern und Kindern auf Hormone und Stillen.

2. Dass alle ihre Meinung äußern können ist ja klar, aber so zu tun, als wärs wertfrei zu sagen: "ist ja ok bei euch, aber bei MIR könnte ich mir das nicht vorstellen." ist doch echt aAgenwischerei. Ob es für Euch ginge, wollte nämlich niemand wissen.

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 13.08.2009, 07:28
von BEcKa
Die Spannung steigt!

Mich würde es auch interessieren, wie ihr es bewältigt habt!

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 13.08.2009, 12:32
von monsmasima
So, ich bin nun seit Sonntag nachmittag wieder zu Hause. Ich hatte bis jetzt noch keine Zeit zu schreiben (werde ich auch in den nächsten Tagen nicht viel haben), außerdem wollte ich in Ruhe ein paar Tage warten. Hier nun der versprochene Bericht.

Während ich weg war, lief alles prima zu Hause. Simon hat Laufen gelernt und viel mit anderen Kindern, die zu Besuch in der Nähe waren, gespielt, und er schläft jetzt nachts meistens besser als vorher. Und er fängt jetzt an erste Zeichen zu machen, die wir ihm schon seit einem halben Jahr zeigen. In drei Wochen entwickelt sich echt viel.

Ich habe während der 3 Wochen Milch gepumpt mit einer Avent Isis Handpumpe, die ich von einer Freundin geborgt habe. Damit kam ich sehr gut zurecht. In der ersten Woche meistens nur morgends und abends, danach 3-4 mal am Tag. Die Milch ist natürlich weniger geworden, was mir aber auch ganz recht war.
Milch pumpen ist ganz schön lästig, und ich habe jetzt großen Respekt vor Müttern, die ihre Kinder pumpstillen.
Am Anfang war ich ganz froh, endlich mal richtig Zeit nur für mich zu haben und nachts in Ruhe schlafen zu können. Am wichtigsten für mich war endlich mal wieder ganz konzentriert stundenlang an etwas arbeiten zu können ohne dauernd abgelenkt zu sein. Das fehlt mir zu Hause sehr.
Aber während der zweiten Hälfte der Zeit hatte ich schon echt Heimweh, aber wenn man mehr als tausend Kilometer weg ist, kann man nicht mal eben für's Wochenende nach Hause fahren. Zum Glück war ich gut beschäftigt mit sehr spannenden und interessanten Dingen.
Ich habe oft zu Hause angerufen und hatte vorher ein paar Fotos von mir auf Pappe aufgeklebt für Simon. Aber das Telefon an sich und auf den Knöpfen rumzudrücken hat ihn mehr interessiert als die Stimme daraus.

Als ich zurückkam war Simon erst etwas skeptisch und durcheinander, so als ob er eine Weile brauchte, um sich zu erinnern, oder als wenn ihm erst durch mein Wiederkommen bewußt geworden war, daß ihm etwas gefehlt hat.
Aber es hat nicht lange gedauert bis er immer fröhlich in meinen Arm gelaufen kam. Am Abend habe ich ihn dann ins Bett gebracht und er ist ganz schnell auf meinem Arm eingeschlafen.
Am nächsten Morgen habe ich ihm dann angeboten zu stillen. Das hat ihn wieder durcheinander gebracht, und er hat angefangen zu weinen. Das habe ich ganz gut verstanden, weil es mir irgendwie ähnlich ging, aber ich habe keine Geduld mir Worte zu überlegen, um es zu formulieren. :)
Ich habe dann morgends und abends Milch für ihn zum Trinken gepumpt und ein paar Mal versucht, ob er noch stillen will. Immerhin hat ihm das Angebot keinen Streß mehr bereitet, sondern er kam dann interessiert mal kurz gucken.

So hatte ich mich nun schon langsam in Frieden vom Stillen verabschiedet, aber gestern nacht hat Simon ganz schlecht geschlafen. Vielleicht kriegt er schon wieder einen Zahn (ich hatte gedacht, nach den Schneidezähnen ist erstmal eine Pause?), jedenfalls hat ihm irgendwas weh getan und ihn vom Schlafen abgehalten. Als er dann um halb fünf wieder geweint hat und sich durch nichts beruhigen ließ, habe ich es ohne viel Hoffnung noch mal mit Stillen versucht und war ganz überrascht, als er dann tatsächlich angedockt hat. Er hat auch gut wie immer getrunken und noch lange genuckelt.
Aber am Tag wollte er deshalb trotzdem nicht stillen. Vielleicht mag er nur noch wenn es ihm gar nicht gut geht. Mal sehen.

Alles in allem war alles ganz in Ordnung. Simon ist fröhlich wie auch zuvor, und ich bin sehr froh, daß er und mein Mann Gelegenheit haben eine intensive Beziehung aufzubauen. Ich merke jetzt schon, daß es unserer Familie insgesamt gut tut, daß mein Mann und ich auf diese Weise die Verantwortung für Simon tatsächlich teilen.

Ich werde noch öfter weg sein, es wird immer mit gemischten Gefühlen verbunden sein, aber es wird funktionieren.

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 13.08.2009, 14:20
von darkdragonsoule
:cry: bitte schimpft mich nicht dafür,aber ich musste heulen..

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 13.08.2009, 14:48
von tata
Ich finde es trotzdem nicht richtig und auch wenn allerlei abgekühlte Kommentare dazu vorliegen ;)
bin ich eben narzistisch und reduziere uns auf Hormone :D so wie es mein Schöpfer durch eben diese vorgesehen hat, würde ich NIE mein Kind alleine lassen, nennt mich Glucke aber mir tun solche Kinder leid.
Wer meint er muss es tun soll doch. Aber dass es hier im SuT so jemanden gibt, find ich erschreckend :?
Klar, dass es GEHT bezweifle ich nicht! Aber dass es für eine gesunde Entwicklung gut ist bezweifle ich stark, Stillen hin oder her.
So dann :) wäre schön wenn der arme Simon wenigstens ab und zu stillen darf um sich zu vergewissern dass seine Mama noch für ihn da ist :wink:

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 13.08.2009, 14:56
von Ehut
tata hat geschrieben:Ich finde es trotzdem nicht richtig und auch wenn allerlei abgekühlte Kommentare dazu vorliegen ;)
bin ich eben narzistisch und reduziere uns auf Hormone :D so wie es mein Schöpfer durch eben diese vorgesehen hat, würde ich NIE mein Kind alleine lassen, nennt mich Glucke aber mir tun solche Kinder leid.
Wer meint er muss es tun soll doch. Aber dass es hier im SuT so jemanden gibt, find ich erschreckend :?
Klar, dass es GEHT bezweifle ich nicht! Aber dass es für eine gesunde Entwicklung gut ist bezweifle ich stark, Stillen hin oder her.
So dann :) wäre schön wenn der arme Simon wenigstens ab und zu stillen darf um sich zu vergewissern dass seine Mama noch für ihn da ist :wink:
tut mir leid, mir gehts genauso. ich will nicht wissen was für'n knacks kinder bekommen, denen man sowas antut. mag ja sein dass es ihm oberflächlich gut geht aber ich glaube dennoch dass er das nicht ohne weiteres weg steckt. just my 2 cents.

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 13.08.2009, 14:59
von darkdragonsoule
ich glaube an das continuum und ich bin mir sicher dass meines zerstört wurde im kindes bzw babyalter.ich glaube nicht,auch wenn es jetzt mecker gibt,dass ein verlassen richtig ist.ich bin mir sicher dass kinder einens chaden von sowas tragen

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 13.08.2009, 15:26
von thea
Liebe Monsmasima,
schön, dass es für Euch so gut gelaufen ist! Schön, dass Simon und sein Vater eine tolle Papa-Sohn-Zeit hatten und schön, dass Du in Deiner Ausbildung weitergekommen bist.
Toll, dass Simon noch stillen kann!
Ich finde, das klingt nach einem echten Erfolg.
Liebe Grüße
Thea

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Verfasst: 13.08.2009, 15:33
von Lolomama
Hallo Monsmasima,

Ich war beruhigt, Deinen Bericht zu lesen, es scheint, als hätte es wirklich gut geklappt. Und schön, dass Simon jetzt auch wieder fröhlich ist.

Allerdings finde ich es traurig, dass er zunächst irritiert war, Dich zu sehen... ich denke, 3 Wochen sind in seinem Alter sehr sehr lang. Musst Du denn in nächster Zeit noch öfter für so lange Zeit weggehen? Gibt es keine Möglichkeit, ihn mitzunehmen und vielleicht jemanden zu engagieren, der ihn tagsüber betreut?