Seite 6 von 6

Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Verfasst: 03.02.2009, 22:11
von Baumknutschende
Hm, ich mache es generell nicht - ich MUSS aber auch nicht.

Was schonmal vorkommt ist, dass der Papa abends zur Schlafenszeit mit ihr allein ist. Meistens versuche ich zwar, sie erst hinzulegen und dann wegzufahren, geht aber nicht immer... Wenn sie nicht schläft, lässt er sie länger wach, sodass sie dann umso müder wird. Und dann packt er sie in den Manduca, in dem sie dann nach einigen Minuten und manchmal auch etwas Protest einschläft. Sie trägt es aber weder ihm, noch mir nach. Ich habe ein schlechtes Gewissen dabei, aber das wird langsam weniger. Das Problem ist dabei nur, dass sie abends öfter wach wird, wenn sie so "unfriedlich" eingeschlafen ist. Und da kann Papa nicht mehr viel ausrichten, so dass er mich spätestens um zwölf zurückrufen muss. Ich treffe sie dann schläfrig-schniefend vor dem Fernseher sitzend an. :shock: Aber so schreit sie sich wenigstens nicht um den Verstand bis ich da bin.

*hilft dir alles nicht unbedingt, gell...*

Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Verfasst: 03.02.2009, 22:58
von Uta
Bettina hat geschrieben: (Übrigens geht meine Freundin abends Schwimmen, obwohl ihr vier Monate altes Kind noch voll stillt, es ist manchmal eine Sache von ureigensten Bedürfnissen, die man mit sich vereinbaren kann, wenn man erfahrener ist - es ist ihr drittes Kind! ;) Ich kann das heute noch nicht.
Ich gehe auch öfter schwimmen, habe aber auch ein Schwimmbad vor der Tür. Darüberhinaus pumpe ich auch mal ab und vermisse mein Baby erst nach zwei bis drei Stunden. Zum Abstillen kann ich aus eigener Erfahrung auch nichts beitragen, weil das einmal in der Folgeschwangerschaft und einmal auch erst danach so langsam passierte.

Ich würde aber empfehlen, das Stillen wirklich nicht mehr von dir aus anzubieten und mal zu gucken, ob man auf diesem Weg abstillen kann. Dann könnte man auch das Stillen auf gewissen Situationen und Zeiten beschränken. Das kann auch sehr langsam und in Kooperation mit dem Kind geschehen.

Viele Grüße

Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Verfasst: 04.02.2009, 13:50
von Bettina
Da ich auch selbst wieder angefangen habe zu arbeiten in der Stillzeit, mein Senf dazu:
Lechera hat geschrieben:Meine Tochter wird in zwei Wochen 1 Jahr alt. Ich habe sie bisher sehr gerne gestillt bzw. tue das immer noch gerne, aber im März fange ich wieder an zu arbeiten und wir müssen uns auf folgendes einstellen:

- Kinderfrau an drei Tagen i.d. Woche
- Dienstreisen mit meiner Abwesenheit in der Nacht (meine Tochter mitzunehmen ist keine geeignete Möglichkeit)
Kommt die Kinderfrau zu Euch oder ist die Kleien in einer kleiner Kindergruppe untergebracht?
Meine Kinder konnten super schlafen zusammen mit den anderen, ohne Einschlafzustillen.
Das war für mich eine positive Überraschung bei Lisa, bei Mara fand ich es dann nicht mehr verwunderlich!
Lechera hat geschrieben:Jetzt mache ich mir die ganze Zeit darüber Sorgen, wie diese Dinge mit folgenden "Gewohnheiten" von uns zusammen zu bringen sind:
Gewohnheiten ändern sich, das können auch Kinder unterscheiden.
Allerdings brauchen meine immer eine Ansage, wie es nach einer Ritualänderung weiter geht, die Ritualänderung muss ebenfalls ein Ritual nach sich ziehen, also wenn ich morgens aus dem Haus gehe, muss ich Mara mit runter nehmen, in die Karre setzen, egal ob Papa und Lisa schon angezogen sind oder nicht...
Lechera hat geschrieben:- Stillen zum Einschlafen - für die Schläfchen Tags sowie am Abend
Schläft sie beim Stillen ein oder stillst Du sie und legst Dich dann dazu?
Für mich war hilfreich, meine Kinder in der Übergangszeit während des Stillens wach zu halten und sie dann mit mir zusammen hinzulegen, der nächste Schritt (bei Lisa, Mara hat ja ihre Schwester neben sich), immer abwechselnd mit dem Papa das Einschlafen ohne Brust zu begleiten.
Lechera hat geschrieben:- Beruhigung beim Wachwerden über Nacht (zwischen 2 und 5 Mal) nur über's Stillen (sonst wird sie sehr wütend - egal, ob ich oder der Papa etwas anderes versuchen)
War bei uns auch so, aber wenn ich weg war, war ich weg. Niemand konnte mich wieder hin zaubern und nach einer Weile haben beide Kinder die Sinnlosigkeit der Brüllerei erkannt.
Lechera hat geschrieben:- Sie bekommt nur die Brust - keine Flasche und keinen Schnuller (ich habe mal Tagsüber versucht, ihr Wasser in der Flasche anzubieten - sie kaut nur dran rum)
Ja, so lange Du mit der Brust da bist, wenn Durst ohne Mama, dann geht auch die Flasche, fand ich bei meiner Dauernucklerin Lisa mehr als spannend!
Lechera hat geschrieben:Es stellt sich nicht die Frage, ob ich abstille. Das will ich gerne weiter machen. ABER: WIE SCHAFFT DIE KINDERFRAU SIE ZUM SCHLAFEN ZU BRINGEN tagsüber, wenn ich nicht da bin UND WIE SCHAFFT ES DER PAPA SIE ABENDS INS BETT ZU BRINGEN UND NACHTS ZU BERUHIGEN, wenn ich auf Dienstreisen bin????????
Na ja, letztendlich ist ziemlich sicher, dass Deine Tochter ihren Schlaf braucht, irgendwann schläft sie ein!
Wenn Du sie abstillen willst für Deine Sicherheit, dann mach es, aber wie schon erwähnt, ich sehe da keinen großen Sinn drin, zumal es für einem selbst als Mutter sehr brutal vorkommt, man stillt sein Kind ab und lässt es dann auch noch im Anschluss daran alleine!
Für mich war wichtig, dass ich mich selbst wieder beruflich verwirklichen kann, ABER den Kindern in meinem Rahmen noch das gebe, was sie mögen.
Lechera hat geschrieben:Wir haben schon angefangen, anderes zu "trainieren", aber ohne viel Erfolg...
Meine Erfahrung mit sehr sturköpfigen eigenen Kindern, so lange Mutter greifbar, muss alles so bleiben wie es war. :roll:
Wenn dem nicht mehr so ist, greifen sie zu einem ihnen einfallenden Plan B. ;)

Eine Bekannte von mir hat übrigens bei ihrem ersten Kind eine für mich mehr als brutale Abstillmethode gewählt, als sie keine Lust mehr hatte - sie ist einfach zwei Wochen alleine in den Urlaub gefahren. Als sie wieder kam, forderte niemand mehr nach der Brust.

Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Verfasst: 05.02.2009, 13:59
von Dickkopf-Mama
Ganz kurz von mir zur Aufmunterung von Lechera:
Es geschehen immer noch Wunder auf die man nicht eingestellt ist.
Unser Gewohnheitstier Karl, der außer in seinem Bett nur Zuhause bei Mama auf dem Arm oder selten mal im Autositz einschlaft (der nochnichtmal mit Mama zusammen in Gästebett bei Oma und Opa einschläft :shock: ). Genau dieser Kerl ist vorgestern nachmittag alleine bei Oma auf dem Arm weggepennt ohne auch nur zu weinen :shock: :shock: .
Mein Mann und ich hatten einen derart fiesen Magendarmvirus, dass Opa Karl nach dem aufstehen gleich abgeholt hat. Ich habe mir echt Sorgen gemacht wie das klappen soll und dann kam der Anruf von Oma: Er schläft! Sie haben zwar ein wenig getrickst und zusammen einen Tierfilm geguckt (bei uns gibt's keinen Fernseher) aber er ist super eingeschlafen und war höchst zufrieden als er wieder zuhause war :D . Am nächsten morgen wollte er gleich nach dem Aufwachen als erstes Schal und Mütze haben, damit Opa ihn abholen kann :mrgreen: .
Ihr schafft das bestimmt!
Viel Glück!!!!

Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Verfasst: 05.02.2009, 20:13
von Lechera
Danke!! für diese hilfreichen Erfahrungsberichte. Ich denke, ich versuche einfach mal optimistisch und entspannt die Sache anzugehen. Wie ihr es sagt - es wird schon irgendwie gehen und Plan B kommt ja vielleicht in der Tat von meiner Tochter selbst...

Liebe Grüße!

Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Verfasst: 13.02.2009, 23:22
von Luzie
Ich muss mal meinen Beitrag von neulich revidieren.

Stillen war zuletzt nur noch ein einziges Elend. Sie wurde (wieder) ab 2 Uhr nachts wach, konnte nicht mehr richtig schlafen und wollte aufstehen um zu stillen. Sie hat mich nachmittags in der Kinderkrippe mit "Milch" begrüßt und war nicht ansprechbar, bevor sie getrunken hatte. Sie hat -- wenn ich dabei war (ansonsten ist sie bester Laune) -- ständig geningelt, nach Milch gebettelt (und gebrüllt wenn ich "Nein, jetzt nicht" sagte) und mir dauernd in den Ausschnitt gefasst um an der Brust rumzuzerren. Ich hatte den Eindruck, sie war einfach nicht mehr sie selbst in ihrer sinnlosen Gier nach Milch. Als ob die Möglichkeit, irgendwann Milch zu bekommen, ihr ganzes Verhalten beeinflusst. Das Stillen an sich wirkte auch irgendwie so als ob sie da etwas sucht und es aber nicht bekommt: Im 30-Sekunden-Takt musste die Brust gewechselt werden, wenn es was interessantes anderes zu sehen gab, dockte sie ab, kam aber nach ein paar Minuten wieder zurück um weiter zu trinken. Alles "Grenzen setzen" mittels fester Stillzeiten hat zwar meinen Brustwarzen gut getan, aber der Stimmung in der Familie überhaupt nicht. Sie wechelte in Sekunden von Sonnenschein (Mama nicht greifbar) zu unsicherem,weinerlichem, anhänglichem Milchmonster sobald ich dazu kam. Was für ein Krampf. Ich war vor 5 Tagen morgens sooo fertig, dass ich beim Stillen zu ihr gesagt habe, dass ich es nicht mehr schaffe, sie zu Stillen und sie soll der Brust "Tschüß" sagen. Das haben wir dann auch so gemacht. Dh. ganz einfach aufgehört ohne irgendwelche sonstigen Verrenkungen. Sie hat es erstaunlich gut verkraftet. Nachmittags beim Abholen in der Krippe war sie kurz traurig, aber wir haben schon viel schlimmere Wutäußerungen erlebt. Die erste Nacht und der Morgen danach waren nicht so toll, ich kam mir schon ziemlich fies vor. Andererseits hatte ich das Gefühl, es geht jetzt einfach nicht mehr so weiter. Ziemlich schnell wurde es besser. Immer wenn sie nach "Milch?" fragt, sage ich jetzt, dass ich ihr keine mehr geben kann, aber gern mit ihr kuschel und sie tröste. Manchmal schimpft sie dann für ca. 30 Sekunden. Meistens sagt sie einfach "Nuckel", kriegt einen Schnuller und kuschelt kurz mit mir. Sie fragt nicht mehr oft danach (vielleicht drei Mal pro Tag). Die beiden letzten Nächte waren sehr ruhig. Ihre Laune ist (dank ausreichend Schlaf) plötzlich wunderbar. Sie spielt sogar mit Spielzeug wenn ich dabei bin. Sie futtert "Unmassen" (im Vergleich zu "eigentlich gar nichts" vorher) und endlich können wir mal richtig zusammen Abendbrot essen (und nicht nur am Tisch sitzen und Töchterchen zugucken wie sie mit dem Essen spielt -- wenn sie überhaupt sitzen bleiben will). Sie lacht mich an! Sie will nicht dauernd Milch von mir! Alles in allem kommt es mir wirklich vor, als wäre sie jetzt befreit von einem viel zu starken und eigentlich nicht mehr sinnvollen Bedürfnis. Ich hätte es schöner gefunden, dieser Schritt wäre von alleine gekommen, aber sie hat es -- obwohl ich das vorher niemals erwartet hätte -- scheinbar nicht besonders schwer genommen (und mein Eingreifen vielleicht sogar gebraucht).

Das war jetzt viel Text. Vielleicht macht es ja Mut, das Abstillen einfach ohne irgendwelche Tricks anzugehen, auch bei einem Kind mit großem "Dickkopf" und viel eigener Meinung.

Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Verfasst: 15.02.2009, 09:14
von Baumknutschende
Luzie, das hört sich toll an! Gratuliere, ihr habt einen tollen Weg gefunden... Ich denke, ähnlich wird es bei mir auch mal aussehen (naja, ich hoffe!).

Im Moment hat die Kleine sich wieder ein wenig eingekriegt... Es ist gerade nicht mehr so nervtötend wie noch vor kurzem. Konkrete Abstillbemühungen habe ich deshalb derzeit zurückgestellt. Natürlich biete ich die Brust nicht mehr selbst an und versuche Stillen in der Öffentlichkeit zu vermeiden etc. Und wirkliche Still-Euphorie ist das auch nicht, aber kommt Zeit, kommt Rat. Wenn ich's das nächste Mal richtig schlimm finde, greife ich wohl ein - ähnlich wie Du es gemacht hast, Luzie.

Danke für Deinen Bericht! :)

Re: Es ist Zeit, abzustillen. Nur wie???

Verfasst: 16.02.2009, 15:15
von Sonja37
Steff hat geschrieben:Ich denke ihr habt sie missverstanden. Es geht ihr nicht darum ohne das Kind wegzugehen, sondern, dass man sich angebunden fühlt in dem Moment wo das Kind stillen will, man aber gerade mitten dabei ist den Kamin anzuwerfen, weil's so kalt in der Wohnung geworden ist, oder das Geburtstagsgeschenk für die Tante zuende zu basteln zu deren Feier man eh schon zu spät kommt, aber vorher nicht dazu gekommen ist, oder das Essen rechtzeitig fertig kriegen will, weil Mann mit anderem Kind gleich nach hause kommt, oder oder.
Also immer prompt die Brust zu zücken und dann erstmal nichts anderes mehr tun zu können und auf der Couch oder Stuhl angebunden zu sein. Und das zig mal am Tag. Und dass das nervt bei einem fast zweijährigen Kind, das kann ich absolut nachvollziehen.
naja das kinder einem brauchen auch in situationen wos einem grad nicht so passt ist ja mal klar. das hat mit dem stillen doch nix zu tun. auch meine 6 jährige hat manchmal bedürfnisse die nicht warten können und ich mach grad was. aber klar je älter sie werden desto besser können sie mal warten. manchmal aber auch nicht. genau so ist das mit dem stillen. und stillkrisen die gibt es auch immer wieder mal. die hatte ich auch. felix hatte mal eine phase da wollte er ununterbrochen stillen wenn ich mit anderen redete. auch unterwegs. das war sehr anstrengend. aber die phase ging vorbei. für mich überwiegen die vorteile des stillens halt immer. :D.