Leira, ich finde auch, dass man auch die Bedürfnisse der Mutter ernst nehmen muss. Ich respektiere auch den Wunsch, nachts nicht mehr zu stillen. Und jede Frau kennt ihre Bedürfnisse und ihre Belastungsgrenze am Besten, da will ich gar niemandem rein reden.
Ich finde aber, es ist ein grosser Unterschied, ob man sagt, man habe sich entschieden, die eigenen Bedürfnisse in diesem Punkt über die des Babys zu stellen, oder ob man behauptet, das entspreche dem eigentlichen Schlafbedarf des Kindes. Das finde ich fragwürdig.
Was ich auch in Frage stelle, ist dass auf diese Weise das eigentliche Schlafbedürfnis eines Babys oder Kleinkindes ermittelt werden kann.
leira hat geschrieben:
Wach halten: viel ablenkung nützt. Rausgehen zimmer wechseln auf dem arm tragen essen man wird kreativ. Stillen in unbequemen stellungen
Das zeigt für mich ganz klar, dass es eben nicht seinem Schlafbedarf entspricht. Ein Kind, das nicht das Bedürfnis hat, zu schlafen, muss nicht so wach gehalten werden.
leira hat geschrieben:Schlafbedarf wurde mit einem schlafptotokoll ermittelt.
Es geht darum dem körper zu lernen sich nachts im tiefschlaf zu erholen und nicht oberflächlich mit x schlafepisoden und die im bett liegezeit nicht zu lange zu haben sonst wird eben rumgewälzt. Wenn wir ja wie zu teeniezeiten bis 12 mittags gelegen haben war das ja auch nicht richtig schlafen. Und ausgeriht ist man nicht.
Ich glaube auch nicht, dass man einem Kind beibringen muss, wann sich sein Körper zu erholen hat. Das ist doch instinktiv in unserer Entwicklung verankert. Ich finde, das geht in die gleiche Richtung wie die Ansicht, man solle dem Kind beibringen, nur zu bestimmten Zeiten zu essen und so viel, dass es dazwischen keinen Hunger mehr habe, damit sich sein Körper an den Rhythmus gewöhnt. Das kann man auch machen, und ich akzeptiere die Begründung, das es praktisch ist durchaus. Aber man kann nicht behaupten, dass es viel mit den Bedürfnissen des Kindes zu tun hat. Ich denke auch nicht, dass du es mit deinen Teenie-Schlafzeiten vergleichen kannst. Zum Einen ist der Schlaf von Kleinkindern und Babys und der von Teenagern völlig verschieden und zum Anderen ist dein Kind ja offensichtlich müde. Wenn nicht, wird es wohl eher aufstehen wollen und nicht, wie viele Teenager, möglichst lange liegen bleiben. Soweit ich weiss, entspricht es dem natürlichen Schlafverhalten von Babys und Kleinkindern eher, kürzere Schlafphasen zu haben.
Auch die Art, wie der angebliche Schlafbedarf ermittelt wurde, finde ich fragwürdig. Mein Kind schläft beim Stillen. Das nicht zu zählen ist doch völlig willkürlich. Natürlich ist es nicht im Tiefschlaf, aber das ist es sonst auch nicht immer und das wird ja auch nicht unterschieden. Konsequenterweise müsste man also auch jede Schlafenszeit mit Schnuller abziehen und da bleibt bei vielen Babys gar nicht mehr viel übrig. Das ist meiner Ansicht nach einfach nicht seriös.
Ausserdem hast du geschrieben, dass du dem Baby so das Stillen nicht entziehen musst. Stattdessen entziehst du ihm aber Schlaf (und weil es dieses Bedürfnis zuerst aufholen muss, stillt es nicht, dass heisst nicht, dass das Bedürfnis nicht vorhanden wäre). Ihr entzieht ihm also schon etwas. Ich finde es wichtig, sich das bei der Entscheidung für diese Methode bewusst zu machen.
Selbstverständlich könnt ihr das so machen und es ist schön, wenn das für euch so funktioniert. Für mich geht der Ratschlag aber in die selbe Richtung, wie abends ein Breifläschchen zu geben, damit das Kind möglichst viel trinkt und lange satt ist und schläft. Auch das funktioniert für viele Familien, die ich kenne. Aber mit den natürlichen Bedürfnissen des Kindes hat das wenig zu tun.
Ich finde auch, dass die Bedürfnisse der Eltern auch zählen. Auch ich stelle meine Bedürfnisse manchmal über die meines Kindes. Aber so kam bei mir dein Text nicht an. Für mich hat es vermittelt, du wollest sagen euer und vielleicht auch das KIND der anderen brauche weniger Schlaf und schlafe deswegen schlecht und ich glaube nicht, dass das so stimmt.