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Re: Schmerzen beim Stillen seit 4,5 Monaten

Verfasst: 13.09.2016, 23:40
von Teazer
Liebe Silja,

es tut mir sehr leid, dass Dich meine Antwort so mitnimmt. Du hast nichts falsch gemacht und Deinem Sohn das größte Geschenk gemacht, dass eine Mutter ihrem Kind geben kann: Geborgenheit, Liebe, Abwehrstoffe, ... Gräm Dich bitte nicht. Du hast immer wieder Deine Sorgen geäußert und auf diese wurde nicht genügend eingegangen. Ich bin mir jedoch sicher, dass Hebammen und Ärzte, die von Deinem Sohn mehr als nur Zahlen gesehen haben, ihre Gründe für die andere Auswertung hatten. Daher gehe ich davon aus, dass Dein Sohn trotz der langsameren Zunahme gut versorgt war.
Silja86 hat geschrieben:Ich bin davon ausgegangen, dass das nur wieder eins meiner Hinrgespinste ist, dass ich zu wenig/nicht nahrhafte Milch habe.
Deine Milch ist so nahrhaft wie sie nur sein kann. Ich vermute jedoch, dass das Zeitfenster für die maximale Steigerung verstrichen ist, ohne dass alle Möglichkeiten der Steigerung ausgeschöpft wurden. Gerade für die Zukunft und eine im Raum stehende zweite Stillzeit möchte ich Dir sagen, dass es mit kompetenter Unterstützung anders gelaufen wäre. Es gibt viel, was man in den ersten Wochen zur Milchsteigerung machen kann. Leider wurdest Du da nicht gut beraten.
Zu lesen, dass mein Baby die ersten 7 Monate nicht satt geworden ist (Hunger leiden musste? :cry:) tut weh. Und es macht mich wütend, dass niemand etwas bemerkt hat.
Das macht mich auch wütend. Vor allem, weil Du Dich jetzt im Nachhinein mit solchen Fragen quälen musst, obwohl Du alles getan hast, damit es Deinem Baby gut geht. Du bist eine tolle Mutter. Du wurdest bloß nicht gut begleitet.
aber zum Glück relativ bald wieder meinem Gefühl vertraut und gestillt, wenn er unruhig wurde - das hat ihn immer beruhigt.
Du hast ein gutes Bauchgefühl und daher bin ich überzeugt, Du hättest Hunger erkannt. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Hunger haben und wenig zunehmen. Du hast Dein Baby nicht hungern lassen. Unter anderen Umständen hättest Du mehr Milch gehabt und er mehr zugenommen. Ein Baby kann auch mit weniger als der optimalen Milchmenge gedeihen. Und das hat Dein Sohn auch.
Hat ihm das geschadet? Wird sein Essvehalten langfristig davon geprägt sein, mal nicht genug bekommen zu haben?
Das kann ich Dir nicht sagen. Und es entzieht auch wahnsinnig viel Energie, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Fokussier lieber auf das Hier und Jetzt. Die Vergangenheit kannst Du nicht mehr ändern.
Für mich ist das wirklich ein weiterer Tiefschlag. Ich dachte, ich quäle mich wenigstens, damit mein Sohn das Beste bekommt. Aber es war gar nicht das Beste. Das ganze Stillprojekt scheint von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen zu sein.
Das sehe ich völlig anders. Deine Milch, jeder einzelne Tropfen, hat eine Grundlage für eine gesunde Zukunft gelegt. Dein Baby ist gesund und entwickelt sich gut. Ich sehe da kein Scheitern. Was ich sehe, sind schlechte Ratgeber und eine tolle Mutter, die ihrem Kind "weißes Gold" geschenkt hat. (((())))

Viele Grüße,
Teazer (Modteam Stillberatung)

Re: Schmerzen beim Stillen seit 4,5 Monaten

Verfasst: 14.09.2016, 08:31
von EhMijaf
Guten morgen,
ich hoffe sehr, dass er nicht gehungert hat. Ich versuche mir Deine lieben und aufbauenden Worte zu Herzen zu nehmen und nicht im Grübeln und in Sorgen zu versinken. Sollte es ein nächstes mal geben, werde ich besser gewappnet sein und im Zweifelsfall früher handeln. Ich muss das jetzt einfach erstmal verdauen.

Ich hatte heute morgen noch den Gedanken, dass mein Sohn sehr viel gespuckt hat. Er spuckt heute noch, zb Wasser oder wenn es mal einen Getreidebrei gibt und auch ab und zu Milch, allerdings deutlich weniger und seltener. Kann das auch eine Rolle spielen?

Er ist gestern abend um 22 Uhr etwa eingeschlafen und wälzt sich schon wieder seit Stunden hin und her, wach auf und weint, weil er noch total müde ist und fällt immer wieder für kurze Zeit in einen eher unruhigen Schlaf. Vielleicht hat er Sodbrennen?
Ich wirke wahrscheinlich etwas zwanghaft, aber ich bin so unsicher und habe Angst, noch etwas zu übersehen.

Vielen Dank für Deine Begleitung.

Viele Grüße,
Silja

Re: Schmerzen beim Stillen seit 4,5 Monaten

Verfasst: 14.09.2016, 09:47
von Teazer
Liebe Silja,

ich kann Deine Unsicherheit gut verstehen. Ich möchte noch gerne den Gedanken einbringen, dass es Babys gibt, die sich nicht an Perzentilen halten und dennoch wunderbar gedeihen. Die Ärzte hätten Alarm geschlagen, wenn etwas außer des Gewichts auffällig gewesen wäre. Von daher war Dein Sohn gut versorgt, wenn auch nicht für Fettpölsterchen.

Hast Du mit Eurem KiA mal über Reflux gesprochen? Das kann natürlich eine Rolle gespielt haben. Wenn Du weiterhin unsicher bist, dann geh zu dem anderen KiA. Vielleicht kann der Deine Sorgen zerstreuen oder neuen Input geben.

Viele Grüße,
Teazer (Modteam Stillberatung)

Re: Schmerzen beim Stillen seit 4,5 Monaten

Verfasst: 14.09.2016, 21:37
von EhMijaf
Hallo Teazer,
ich habe mich wieder ein bisschen gefasst und sortiert.

Ich habe demnächst einen Termin zum impfen und werde in diesem Kontext den KiA noch mal auf die ganze Problematik mit der Unruhe ansprechen. Ich hoffe, ich kann dabei das Thema stillen weitgehend raus lassen, sonst geht es nur wieder darum, dass ich abstillen soll und schlechtes schlafen in der Regel Erziehungssache sei. Medizinisch gesehen vertraue ich dem Arzt und hoffe, dass er Ursachenforschung betreibt. Wenn organisch alles gut ist, kann ich mich entspannen und hoffe auf die Zeit und ruhigere Nächte. Sollte der Arzt sehr doof reagieren, versuche ich es bei dem, der im Internet als stillfreundlich beschrieben wurde.

Viele Grüße,
Silja

Re: Schmerzen beim Stillen seit 4,5 Monaten

Verfasst: 15.09.2016, 08:41
von Teazer
Ich drück Dir ganz fest die Daumen, dass das Gespräch dieses Mal konstruktiv ist.

Viele Grüße,
Teazer (Modteam Stillberatung)