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Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 19:04
von Lotti
bienesmama hat geschrieben:LottiBerlin hat geschrieben:bienesmama hat geschrieben:
*kurzreingrätsch*
was für ein hauen und stechen?!

Ich denke damit ist gemeint, dass unsere Erde nicht genug landwirtschaftlich nutzbare Fläche bietet? Viele Böden sind nicht für den Anbau von Getreide und Gemüse geeignet, wohl aber als Weideland.
ich denke, man könnte alle menschen vegan ernähren. allerding nicht mit unserer ach so modernen landwirtschaft, den megakonzernen, dem kunstdünger und den megastädten. und auch nicht mit dem überall gängigen glauben an das unendliche wachstum.
aber ich denke, daß es möglich wäre.
Bei den Mega Konzernen stimme ich dir zu. Die Landwirtschaft muss wieder viel kleinteiliger werden. Aber wenn man auf künstliche Dünger verzichten will, braucht man tierische exkremente als Dünger. Tiere gehören einfach seit jeher zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Und man kann auch nicht Jahr für Jahr Getreide anbauen, das laugt den Boden aus (deshalb würde es ohne Dünger nicht funktionieren).
Grünland ist immens wichtig für das ökologische Gleichgewicht, dafür dass der Mutterboden erhalten wird und die Böden nicht auslaugen.
Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 19:08
von Teazer
sabbelschnuut hat geschrieben:Habt ihr keine Bedenken vor gentechnisch verändertem Soja? Ich meine, die Sojabohne ist doch eigentlich DIE Frucht in der Gentechnik. Und viele veganen Produkte sind doch aus Soja.
Interessiert mich wirklich.
Ich kaufe Sojaprodukte ausschließlich bio oder gmo-frei. Und so viel Soja konsumiere ich gar nicht. Ich koche das meiste selbst und benutze nur gelegentlich vegane Fertigprodukte.
Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 19:12
von Teazer
LottiBerlin hat geschrieben:Aber wenn man auf künstliche Dünger verzichten will, braucht man tierische exkremente als Dünger.
Tierischer Dünger ist nicht per se gut, künstlicher nicht per se schlecht. Unser Bio-Gemüsebauer düngt nicht mit Dung und hat seit 25 Jahren tolle Ernten.
Und man kann auch nicht Jahr für Jahr Getreide anbauen, das laugt den Boden aus (deshalb würde es ohne Dünger nicht funktionieren).
Wechselfolgen und Brachjahre können diese Problematik gut umgehen. Aber das passt halt nicht in unsere heutige Zeit mit Monokulturen. Es gibt genügend Bauern, die erfolgreich ohne Dung arbeiten.
Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 19:20
von Lösche Benutzer 17612
Ich habe als Ex-Vegetarierin für mich irgendwann definiert dass Menschen und Tiere nicht auf einer Stufe stehen und dass es für mich ebenso OK ist Fleisch zu essen wie Medikamente aus Tierversuchen zu mir nehmen. Dass ich vegetarisches Essen oftmals leckerer finde und ich meine Kinder und mich unter der Woche meist vegetarisch ernähre steht auf einem anderen Blatt. Schlicht dem, dass ich persönlich größere Mengen Fleisch irgendwie schon immer unappetitlich finde und zweitens wir uns Biofleisch einfach nicht in der Menge leisten können wie mein Mann und meine Kinder es verzehren würden. Und ich weigere mich, irgendeinen antibiotikaverseuchten Wasserfleischberg zu mir zu nehmen, der wahrscheinlich mit Soja gefüttert wurde und durch Massentierhaltung voller Stresshormone ist. So etwas möchte ich nicht in großen Mengen in meinen Kindern haben ( wobei es hier auch Ausnahmen gibt, z.B. Grillsaison. Bei unserem fleischliebenden Freundeskreis artet das immer so aus, dass Bio schlichtweg zu teuer ist. Ich esse dann aber lieber meinen Schafskäse oder Grillgemüse).
Als jemand der gerne kocht habe ich eine große Wertschätzung für Lebensmittel. Ebenso wie ich mir darüber bewusst bin wo und wie mein Romanesco heute Abend gewachsen ist, wie ich das Obst aus unserem Garten genieße und immer die liebevoll hergestellten Produkte der Hofläden gegenüber Massenproduktion bevorzugen würde bin ich mir auch darüber im Klaren, dass für mein Fleisch ein Tier geboren, großgezogen und geschlachtet wurde. Und ich kann das nur richtig genießen wenn ich weiß, dass mit dem Lebewesen und Lebensmittel Tier möglichst respektvoll umgegangen wurde. Dass ich bereit bin für bestimmte Dinge den Tod von Tieren hinzunehmen bedeutet nicht, dass ich bereit dazu bin, unnötig zugefügtes Leid hinzunehmen.
Die Entscheidung in welchen Verhältnis Mensch und Tier zueinander stehen ist für mich ebenso persönlich wie die religiöse Einstellung.
Ich möchte nicht dass jemand versucht mich von seiner Religion zu überzeugen , und noch weniger von seiner Ernährungsweise die auf einer persönlich getroffenen Einschätzung des tierischen Lebens basiert. Aber ebenso wie ich nicht in einem islamischen Land halbnackt vor den Leuten rumspaziere und damit ihre relligiösen Gefühle verletze , wedele ich nicht mit nem Würstchen vor nem Veganer herum und mache Witzchen. Was ich dann in meinem Haus anziehe oder auf meinem Teller habe geht weder erstere noch zweitere irgendetwas an, und ich verbitte mir da auch jegliche Kommentare.
Ich muss sagen ich habe ein deutlich schlechteres Gewissen wenn ich wider besseren Vorsätzen mal wieder bei Esprit ne echt schicke Hose gekauft habe von der ich weiß dass die Arbeiter in den Produktionsländern ausgebeutet werden, als wenn ich in ein Rumpsteak beiße. Aber wenn ich mich noch nicht mal im Griff habe wenn es um MENSCHEN geht kann ich schwer von meinem Mann erwarten, dass er freiwillig im Kampf um das tägliche Stück Fleisch nachgibt.
Ich bin aber der Meinung-entgegen dem momentanen Paleotrend- dass große Mengen Fleisch ungesund sind. Schadstoffe werden vom Tier mit der Nahrung aufgenommen und können sich dort anreichern, und wir nehmen sie dann konzentriert zu uns. Abgesehen davon gibt es ja doch immer mehr Hinweise darauf dass manche Krebsarten von Tierviren ausgelöst werden, also hab ich da aus gesundheitlicher Sicht nicht sooooo die Überzeugung dass das alles so prima ist mit den großen Mengen tierischer Produkte.
Rein gesundheitlich ist es doch eh s dass niemand weiß, was wirklich das Beste ist. Jede Seite kann-wie immer bei solchen Diskussionen-irgendeine Studie hervorzerren die dann wieder mit einer anderen gekontert wird. Ich bewege mich da eher in der sicheren Mitte und esse das was mir schmeckt, mit dem Bestreben mir aber immer wieder Gedanken darüber zu machen was ich da so in mich hineinstopfe.
Einen Großteil meiner veganen Freunde und Bekannten hab ich allerdings auf Facebook geblockt. Ich weiß nicht ob es nur mir so geht was meine Bekannten betrifft, aber die haben echt Endlosschleifen von Veganpropaganda gepostet und diese Selbstbeweihräucherung ging mir einfach auf den Keks.Ich hab noch keinen meiner maximalmengen-fleischessenden Freunde dabei ertappt, wie er ein Loblied auf den Verzehr von Fleisch postet und sich über Veganer beschwert . Höchstens mal ein Bild von ihrem Steak, aber ich hab auch kein Problem damit wenn jemand ein Foto von Kuchen postet. Oder von Tofubratlingen.
Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 19:22
von Lotti
Teazer hat geschrieben:LottiBerlin hat geschrieben:Aber wenn man auf künstliche Dünger verzichten will, braucht man tierische exkremente als Dünger.
Tierischer Dünger ist nicht per se gut, künstlicher nicht per se schlecht. Unser Bio-Gemüsebauer düngt nicht mit Dung und hat seit 25 Jahren tolle Ernten.
Ich bezog mich damit explizit auf Bienesmama und ihre Aussage, man könne die Welt vegan und ohne künstliche Dünger ernähren. Das bezweifle ich einfach. Und klar, die riesen Monokulturen sind ein Riesen Problem, das ist einer der vielen Punkte in denen sich Paleos und Veganer einig sind [emoji4]
Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 19:34
von Seerose
LottiBerlin hat geschrieben:
Die Argumentation verstehe ich nicht.
War doch gar keine.
Ich hab kein für und wider, mir ist's schlichtweg wurscht.
Das war ein Beispiel in meinem Bekanntenkreis von Menschen die andere aufgrund ihrer Ernährung einstufen.
Hat so gut gepaßt zu Deinem Stufenbeispiel.
Laß doch die anderen einstufen wie sie wollen, und?
Und ich erlebe das oft. Bin ja recht viel unterwegs wie jetzt auch in den Sommerferien und esse dann hin und wieder zusammen mit Menschen die ich nie vorher gesehen habe. Und immer wieder kommt es zu ähnlichen Diskussionen.
Da stellen sich dann die Veganer über die Vegetarier, die Vegetarier über die Fleischesser, letztere wiederum über die Veganer... Heidanei, so ein Schmarrn!
Und die erwähnten 1000%igen meinen in der Tat sie seien die besseren Menschen...
Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 19:49
von Kunigundi
Wissenschaftlich gesehen ist sogar die Bundesrepublik überbevölkert, da sie die eigene Bevölkerung nicht mehr durch die im Land erzeugten Lebensmittel versorgen kann.
Und das mit unserer, im globalen Vergleich doch recht effizienten Landwirtschaft und auch noch in einem fast durchgängig fruchtbaren Terrain.
Da fällt mir doch schwer, mir eine Vollversorgung der Menschheit unter Verzicht der derzeitigen Landwirtschaftstechnologien vorzustellen.
Vor allem, wenn ich mir die Gegenden ansehe, wo auf Hunderten von Kilometern kein Strauch wächst.
Das ginge vielleicht mit 500 Millionen Menschen, aber nicht mit 7 Milliarden.
Ich gebe aber zu, daß mich das globale Thema bei meinem Speiseplan kaum behelligt. Man kann nicht immer und überall die Welt retten.
Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 19:58
von EhMibima
lottiberlin, es gibt menschen die sich mit dem thema "alternative zum kunstdünger" auseinandersetzen. ich schreib gern was dazu wenns dich interessiert.
Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 20:03
von Lotti
bienesmama hat geschrieben:lottiberlin, es gibt menschen die sich mit dem thema "alternative zum kunstdünger" auseinandersetzen. ich schreib gern was dazu wenns dich interessiert.
Klar interessiert mich das! Wenn du dir die Mühe machen möchtest, ich würde mich freuen [emoji4]
Re: Diskussionsthema vegan
Verfasst: 30.09.2015, 20:08
von merkaeserka
Es ist definitiv leichter die 7milliarden zu ernähren mit mehr Pflanzlicher Kost und wenig Fleisch, als mit viel Fleisch. Allerdings spielt da nicht nur Tierhaltung sondern besonders in unseren Breitengraden die Einstellung gegenüber Lebensmittel im Allgemeinen eine große Rolle. Die Wertschätzung für Essen ist durch billigste Preise und dauerhafte Verfügbarkeit völlig verloren gegangen. Deshalb ist für mich jeder, der sich kritisch mit Lebensmitteln und deren Herkunft auseinandersetzt ein Schritt in die richtige Richtung.