Hier gehts ja rund.
Als erstes:
Tiphy hat geschrieben:sind mir in der Berufsgruppe schon vermehrt Dummerchen begegnet oder welche die unter heilloser Selbstüberschätzung leiden.
Ich empfinde das auch als Beleidigung. Ich überlege bei sowas natürlich immer zuerst, ob ich es als beleidigend empfinde, weil ich selber Ärztin bin. Aber wenn ich hier schreiben würde, unter Primaballerinas/Bäckereifachverkäuferinnen/Erzieherinnen/Mathematiklehrerinnen begegnen mir VERMEHRT Dummerchen, dann würde das mit Sicherheit auch jede Primaballerina/Bäckereifachverkäuferin/Erzieherin/Mathematiklehrerin als unfreundlich auffassen, der Knackpunkt liegt beim Wort
vermehrt. Daher kann ich mich den anderen nur anschließen: Verunglimpfungen ganzer Berufsgruppen sind im SuT nicht erwünscht.
Zum Gläschen-Selberkoch-Teil: Deine Ärztin liegt insofern falsch, als dass es in der Tat nicht stimmt, dass nur Gläschen eine gute Ernährung sichern. Das ist natürlich Quatsch. Genauso unwahr ist es, dass Ernährung mit Gläschen zwingend schlechter sei als andere.
Babynahrung in D wird sehr gut kontrolliert und unterliegt als Säuglingsnahrung auch anderen Anforderungen als normale Konserven. Trotzdem kommt es immer wieder mal zu Rückrufaktionen wegen Verunreinigungen. Den Gläschen wird zudem zu wenig Fett zugesetzt, das, was drin ist, ist in aller Regel kein hochwertiges Fett sondern oft Baumwollkapselöl u.ä. Ich halte das für ein großes Problem, da viele Eltern kein Fett hinzugeben. Die enthaltenen Schadstoffe und Inhaltsstoffe werden gut kontrolliert, was für selbstgekochte Sachen nicht zutrifft. Auch Biogemüse liegt oft lange an Luft und Licht im Laden, wird dann zuhause totgekocht etc. Wiederum enthalten viele Gläschen von Anfang an oft Mischungen von verschiedenen Zutaten, so dass das Kind die einzelnen Bestandteile nicht unterscheiden kann. Zu Inhaltsstoffen, Bestandteilen und anderen Kriterien gibt es gute und durchaus interessante Untersuchungen von Stiftung Warentest und Ökotest, das kann ich als Lektüre empfehlen.
Ich will damit sagen: sowohl Selbstgekochtes als auch Gläschen haben Vor- und Nachteile. Wie so oft gibt es keinen Königsweg sondern jede Familie sollte gucken, wie sie sich am wohlsten fühlen und vor allem: was das Kind mag.
Da spielt mit Sicherheit auch mit rein, was man selbst mag und was man nicht mag. Ich kenne Mütter, die essen mit Begeisterung selbst die Gläschen und nehmen sich diese z.B. mit zur Arbeit, um dort was zu essen zu haben. Meine Kinder haben nie Brei gegessen, was sicherlich auch daran liegt, dass ich passierte Kost nicht mag. Auch von mir selbst püriertes Essen finde ich eklig. Ich hab kein Problem mit eitrigen Wunden, aber am Bett eines Patientin zu stehen und zu sehen, wie dieser mit passiertem Gemüse gefüttert wird, erzeugt mir Würgereiz. Ich denke, das kriegen die Kinder mit. Was ich und mein Kind mögen oder nicht, sollte aber bitte völlig unerheblich sein für andere Leute und deren Kinder. Und daher sollte man sich mit Ratschlägen, zumindest mit ungefragten, echt zurückhalten und ich kann gut verstehen, dass diese ganzen ungefragten Ratschläge Dich gestört haben, Tiphy!
Umso wichtiger finde ich es, dass wir uns hier damit zurückhalten, die Wahl oder den Weg anderer Eltern zu werten.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung