Es gibt Neuigkeiten… und nein, ich habe nicht aufgegeben
Im September habe ich mich doch noch auf den Weg nach Rosenheim gemacht zu Frau Marta. G. nachdem es zwar immer wieder kleinere Erfolge gab, aber eben nie den großen Durchbruch.
Ja und im Laufe des Gespräches und des Beobachtens kam ihr der Verdacht, dass Maus ein weit hinten liegendes, „verstecktes“ Zungenband hat (Fachbegriff zu kurzes „posteriores Zungenband“), also eine Sonderform des "normalen verkürzten Zungenbandes". Wir haben zu Hause dann Bild- und Videomaterial gesammelt, und es an Frau Marta G. geschickt, die es wiederum an eine ihr bekannte Ärztin an einem Klinikum in Österreich geschickt hat. Die ist u.a. auch Stillberaterin und spezialisiert auf diese Eingriffe. Es ist nur ein Minischnitt ohne Narkose aber wird scheinbar von ganz wenigen Ärzten durchgeführt, weil viele es nicht kennen und können.
Verdacht bestätigt, auf den weiten Weg gemacht, Minieingriff, den Maus gut gemeistert hat und ganz toller Erfolg. Auf einmal konnte sie ihre Zunge ganz weit rausstrecken und bewegen.
Ich wäre niiiieee auf die Idee gekommen, dass da was mit der Zunge nicht passt. Hebamme, KiA, Osteopath wussten doch alle von meinen Stillproblemen aber jeder hatte nur Sprüche wie ich könne ja mein nächstes Kind stillen oder Kinder werden auch mit der Flasche groß und ich wäre ja doch sehr gestresst gewesen usw.
Letztendlich ist aber die Erleichterung über die Entwicklungen viel größer als der Ärger. Abgesehen vom Stillen ist die Zunge ja auch für die Sprachentwicklung sehr wichtig. Wenn ich mir vorstelle wieviel Zeit wir dann beim Logopäden verbringen hätten müssen, ein Albtraum.
Na jedenfalls gab es einen ganz tollen Erfolg.
ich will nichts verschreien, aber es war so unglaublich.
Wir haben nachts gestillt und zwar pur.
Ich habe das BES mit 30ml vorbereitet und ganz bewusst nur eine Seite mit dem Schlauch bestückt. Irgendwie habe ich gewusst, dass es klappen würde. Um großen Frust zu vermeiden aber eine Flasche bereitgestellt.
Ja und siehe da, Maus hat meine Brust genommen, ohne Stillhütchen oder Flaschensauger. Manchmal war sie etwas zappelig, aber ich konnte ihr immer wieder die Brust geben.
Und dann habe ich bemerkt, dass der Schlauch einmal nicht mit in den Mund ging. Aber Maus hat trotzdem geschluckt. Manchmal nach jedem Nuckler und manchmal hat sie aber ganz lange nur genuckelt und nicht getrunken.
Insgesamt mindestens eine halbe Stunde, wenn nicht sogar länger.
Danach hab ich allerdings pausiert. Kurz nach unserem Erfolg sind wir alle inkl. Maus krank geworden. Eine ganz banale Erkältung nur, aber ich war insgesamt schon etwas kraftlos durch die ganzen Aktionen und Ereignisse, so das ich eine Pause eingelegt habe. Vorgestern habe ich - trotz Schnupfen von Maus - einen Versuch gestartet (Brust ohne Hütchen) aber das hat nicht funktioniert.
Gestern der Versuch mit normalem Stillhütchen ging schon besser.
Also insgesamt gibt es gute Erfolge, aber ob das mit dem Stillen letztendlich klappt, wissen wir noch nicht.
Ich merke allerdings eine große Erleichterung, weil ich jetzt weiss, dass es nicht an mir lag, weil ich zu unentspannt war oder an Maus weil sie nicht wollte, sondern es war physisch für sie einfach nicht gut machbar.
Aktuell gehen wir jetzt noch zum Osteopathen damit der die Verspannungen durch die gehemmten Zungenbewegungen lösen kann und vielleicht ist ja auch das Durchstrecken in Wiegehaltung keine Laune von Maus sondern hängt auch mit den Verspannungen zusammen.
Ja und ich hoffe, wir schaffen das einfach noch mit unserer Stillbeziehung. Es erfordert schon sehr viel Geduld und inzwischen habe ich auch gelernt, dass auf jeden Erfolg durchaus wieder ein paar Schritte zurück folgen können, was aber nicht heisst, dass es nicht mehr klappt.
Auf jeden Fall bin ich stolz, so lange mit dem Pumpen durchgehalten zu haben.