Re: Säuglingspension
Verfasst: 25.07.2011, 11:26
Oh, Antje, das hört sich ja spannend an! 
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aus: Lehrbuch der Wöchnerinnen- Säuglings- und Kleinkinderpflege für Pflegerinnen, Schwestern und Mütter, Prof. Dr. W. Birk und Prof. Dr. A. Mayer, Verlag Ferdinand Enke, Stuttgart, 1930"Die größte Schwierigkeit des Stationsbetriebes in einem Kinderkrankenhaus liegt darin, daß die meisten Kinder keine Ordnung halten, daß sie in ihren Betten herumwühlen, die Spielsachen zum Bett herauswerfen und möglichst einen Erwachesnen für sich allein zur Unterhaltung haben möchten. Dem läßt sich nur dadurch einigermaßen steuern, daß man ein gewisses System, dass den Neigungen der Kinder Rechnung trägt, in den Stationsbetrieb hineinbringt, und daß man die Kinder von vornherein an Anstaltszucht gewöhnt: Sobald in den frühen Morgenstunden die Kinder gebadet oder gewaschen, und die Betten geordnet sind, erhalten sie das erste Frühstück. Nach diesem werden sie auf den Topf gesetzt und dann wird solange gelüftet, bis die ärztliche Visite kommt. Die Kinder sind vom ersten Tag an zu gewöhnen, solange still zu liegen und zu schweigen, als ein Arzt im Zimmer weilt.
Nach der ärztlichen Visite werden die Spielsachen verteilt, während die nicht-bettlägerigen Kinder angezogen und in den Tagesraum oder ins Freie geschickt werden, wo sie mit Reigenspielen, Gesellschaftsspielen oder Turnübungen beschäftigt werden.
Um 10 Uhr werden die Spielsachen eingesammelt, und wird das 2. Frühstück gegeben, Dann wird gelüftet, und danach werden neue Spielsachen verteilt, jedoch so, daß das Kind, das in der ersten Spielstunde Bilderbücher besehen hat, nun Bauklötze bekommt oder Farbstifte, um zu malen, oder buntes Papier zum Ausschneiden und Kleben. Auf diese Weise wird dem Drang der Kinder nach etwas Neuem Rechnung getragen, und es wird vermieden, daß ihm die Spielsachen langweilig werden.
Um 12 Uhr wird das Essen gereicht, und danach werden die Kinder auf den Topf gesetzt. Während dessen wird ihr Bett geordnet, dann werden ihnen Mund und Hände gewaschen, die Fenster geöffnet, und es beginnt der Mittagsschlaf (bis gegen 3 Uhr).
Nach dem Vesper wird wieder gelüftet, und danach werden Märchen erzählt, vorgelesen, Fröbelarbeiten gefertigt.
Hienach werden Betten und Krankenzimmer zur Abendvisite gerichtet, Sobald diese vorbei ist, treten das Grammophon, das auf einer Kinderabteilung unentbehrliche Instrument, oder der Rundfunk in Tätigkeit. Währenddessen richten die Schwestern die Abendmahlzeit, erledigen die abendlichen Bäder, reichen dann das Essen und richten Kind und Bett zum Schlafen. Um 7 Uhr tritt Ruhe auf der Abteilung ein.
Medikamente sind zu den vorgeschriebenen Stunden zu geben. Morgens und abends, alle Tage zur gleichen Zeit, sind die Kinder auf den Topf zu setzen, um ihren Stuhl zu lassen. Nach jeder Mahlzeit ist ihnen das Harnglas zu reichen. Es ist - nach Möglichkeit - nicht zu dulden, daß sie Harn und Stuhl lassen, wann es ihnen paßt, sondern sie sind zu gewöhnen, diese Geschäfte zu erledigen, wann es Zeit ist, und wann die übrigen Kinder es auch tun.
Auf diese Weise erreicht man es, daß es auf den Abteilungen nicht allzu unordentlich aussieht, daß Ruhe herrscht, und daß die Kinder nicht nur Genesung, sondern auch etwas Erziehung mit nach Hause nehmen und gern an die im Krankenhaus verbrachte Zeit zurückdenken.
Dem stimme ich in so weit zu, als dass es sich nicht um einen Säugling handelt! Natürlich ist es bei jedem Kind unterschiedlich, wann es reif dafür ist ein paar Tage bei jemandem außerhalb der Kernfamilie zu bleiben.julkus hat geschrieben: Generell kann ich übrigens nichts verwerfliches daran finden, wenn Eltern ihr Kind für ein paar Tage bei vertrauten Menschen (Oma, Opa, Tante, Onkel, Freunde) lassen um einen Kurzurlaub zu verbringen. Solange man den Menschen vertraut, es dem Kind gut geht und das Kind dort eingewöhnt ist natürlich.
Ich habe meine Jungs als sie Babys waren nicht länger als ein paar Stunden abgegeben aber im Notfall hätte ich sie ohne schlechtes Gewissen (nicht wegen Urlaub, das hätte ich selbst nicht über mich gebracht) bei meinen Eltern gelassen. Diese gehören aber auch zu den Hauptbezugspersonen meiner Kinder.susisstrolche hat geschrieben:Dem stimme ich in so weit zu, als dass es sich nicht um einen Säugling handelt! Natürlich ist es bei jedem Kind unterschiedlich, wann es reif dafür ist ein paar Tage bei jemandem außerhalb der Kernfamilie zu bleiben.julkus hat geschrieben: Generell kann ich übrigens nichts verwerfliches daran finden, wenn Eltern ihr Kind für ein paar Tage bei vertrauten Menschen (Oma, Opa, Tante, Onkel, Freunde) lassen um einen Kurzurlaub zu verbringen. Solange man den Menschen vertraut, es dem Kind gut geht und das Kind dort eingewöhnt ist natürlich.
Bei einem Säugling wage ich zu behaupten ist das in keinem Fall soweit! So kleine Babys sind einfach auf ihre Hauptbezugsperson angewiesen und verkraften eine Trennung nicht gut.
Im Kleinkindalter kann ich mir das durchaus vorstellen. Davor finde ich es egoistisch, weil es nur um die Bedürfnisse der Eltern geht, die sich auf Kosten des Kindes für ihre Freiheit oder Erholung entscheiden!!
Heißt es nicht immer, das Säuglinge in den ersten Monaten sehr wohl ihre Bezugspersonen ändern können und auch ohne Probleme, solange ihre Bedürfnisse erfüllt werden? Größere Säuglinge und Kleinkinder hängen doch viel eher an Mama und Papa. Meine Tochter fremdelt bisher überhaupt nicht - ob ich in Sichtweite bin oder nicht - sie fühlt sich bei jedem wohl. Außer sie hat Hunger - das Problem kann nur ich lösen.susisstrolche hat geschrieben:julkus hat geschrieben: Dem stimme ich in so weit zu, als dass es sich nicht um einen Säugling handelt! Natürlich ist es bei jedem Kind unterschiedlich, wann es reif dafür ist ein paar Tage bei jemandem außerhalb der Kernfamilie zu bleiben.
Bei einem Säugling wage ich zu behaupten ist das in keinem Fall soweit! So kleine Babys sind einfach auf ihre Hauptbezugsperson angewiesen und verkraften eine Trennung nicht gut.
Im Kleinkindalter kann ich mir das durchaus vorstellen. Davor finde ich es egoistisch, weil es nur um die Bedürfnisse der Eltern geht, die sich auf Kosten des Kindes für ihre Freiheit oder Erholung entscheiden!!