Hi,
ich denke hier passt das ganz gut rein, was ich mal erzählen möchte ... Es geht dabei nicht um mich und auch nicht um meine Tochter, sondern um meine Cousine, die mittlerweile 26 Jahre alt ist.
Als M. zur Welt kam, hatten sich meine Tante und mein Onkel natürlich "informiert", wie man das mit dem Schlafen und so denn wohl macht. Der Frauenarzt (und halt der Kinderarzt später) sagten, es sei für die Babyseele enorm wichtig, zwischendurch mal abschalten zu können - und das ganz allein (genau dies versuchte meine Tante, mir auch zu erklären, als ich gerade mit Lina aus dem Krankenhaus zu Hause war

). Also haben meine Tante und mein Onkel es mit M. so gemacht: Nach jeder Flasche (Stillen war natürlich gar kein Thema gewesen in der Familie) kam M. nach oben ins Kinderzimmer, für 1 ganze Stunde ins Bett, egal ob sie wach war, müde war, schlafen wollte oder nicht. Nachts war es genauso. Wenn sie wach wurde, bekam sie etwas zu trinken, und zurück ins Zimmer. Es gab keine kleine Lampe, denn das würde ja zu sehr "ablenken".
... als M. ein halbes Jahr alt war, hieß es, so langsam dürfe sie nachts auf keinen Fall etwas trinken (sie bekam schließlich genug zu essen und wurde ja schön sattgefüttert abends).
Also ging es so weiter: Abends nach dem Essen gab es noch eine Flasche (welch Luxus!) und dann wurde M. wach ins Bettchen gelegt. Die Tür wurde (komplett) geschlossen, sie lag also wach im stockdunkeln. Dann (jetzt wirds richtig schlimm find ich) zogen meine Tante und mein Onkel ihre Jacke an und gingen 1/2 Stunde spazieren. Wenn sie wiederkamen und M. war noch am schreien, so gingen sie eben eine Extrarunde. Schließlich sollte das Kind ja lernen, allein einzuschlafen.
Mir wird ganz schlecht bei dem Gedanken daran....
Die Situation vor 2 Jahren: M. litt immer stärker unter Verfolgungswahn. Sie konnte nicht alleine sein - war ihr Freund nicht zu Hause abends, so schlief sie bei einer Freundin, immer. Sie hat Panikattacken bekommen, wenn sie abends/nachts im dunkeln allein z.B. vom Bahnhof nach Hause laufen musste. Sie war 2 Jahre in psychologischer Behandlung, wird das ganze wohl nie ganz in den Griff bekommen, nahm sogar 6 Monate betreutes Wohnen in Anspruch.
Ob es da einen Zusammenhang gibt?
...
Meine Mutter hat damals so oft versucht, mit meiner Tante darüber zu reden... Meine Mutter hatte einen anderen Frauenarzt - und einen anderen Kinderarzt. Sie hatte schon im 4. Monat der ersten Schwangerschaft ein Tragetuch zu Hause liegen. Sie stillte meine älteste Schwester 2,5 Jahre, mich 2 Jahre, meine kleine Schwester 1,5 Jahre. Wir alle schliefen bei meinen Eltern im Bett, es war toll! Keiner von uns leidet heute unter Verfolgungswahn, keiner hat ein Problem damit, allein zu sein.
Ständig werde ich von meiner Tante gefragt, ob Lina ENDLICH durchschläft, ob sie ENDLICH mal in ihrem eigenen Zimmer schläft, und als ich ihr erzählt hab, dass Lina sich, als sie 14 Monate alt war, selbst abgestillt hat, sah sie aus als hätte sie am liebsten Champagner spendiert.
Ich diskutiere mittlerweile nicht mehr mit ihr. Soll sie glauben, dass Lina mit 15 Jahren immer noch in meinem Bett schläft und ohne meine Nähe nicht einschlafen kann.
Ich verstehe einfach nicht, wie sie sowas damals machen konnte - und scheinbar immer noch diese Meinung vertritt
Sorry, ist etwas länger geworden .....
Lg!
Hannah