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Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 02.02.2011, 13:38
von Teazer
Ich denke, es geht darum, dass man schlagfertig genug ist, WENN mal etwas eher Negatives kommen sollte. Ich werde in solchen Momenten eher unruhig und druckse herum. Das Bild einer nicht überzeugten, unsicheren Mutter, die keine Ahnung hat, will ich aber nicht abgeben. Daher habe ich mir ein, zwei neutrale Antworten zu den Bereichen, in denen Ablehung kommen kann, zugelegt. Gebraucht habe ich sie bisher nur bzgl. TT uns FB. Ich gehe aber nicht prinzipiell davon aus, dass mich jemand blöd anmacht.
Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 02.02.2011, 14:28
von klimaforscherin
Noch die andere Frage, ob man nun darüber reden muss, immerhin ist das ja was intimes.
Aber wenn man gefragt wird, dann einfach sagen "geht dich nix an" ist auch nicht so schön.
Hm.
Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 02.02.2011, 14:34
von Teazer
Also wenn mich jemand nach dem Grund fragen würde, würde ich die fachliche Schiene fahren und dann noch sagen, dass es für uns so stimmig ist.
Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 02.02.2011, 14:51
von Drachenblut
Ja, es ist wichtig, zu unterscheiden. Mir hat mal jemand gesagt, dass mein Kind ein schweres sexuelles Problem durch das LZS bekommen würde. Ich gebe zu, das fand ich übergriffig und ich war sprachlos...
Aber häufig habe ich eben den Eindruck, dass man zu schnell in die Offensive geht. Wenn jemand fragt, dann kann ich lügen, wenn ich es zu privat finde oder ich sag erst einmal die Wahrheit. Schlicht "Ja, tu ich noch!". Wenn derjenige dann komisch wird, finde ich es gar nicht so wichtig, schlagfertig zu sein, sondern man kann doch einfach sagen: "Ich fühle mich dadurch jetzt ganz schön angegriffen!".
Mir kommt da immer in den Sinn, dass hier immer wieder gepostet wird, dass man so genervt ist von den Sprüchen von Leuten, die das Tragen so nicht kennen. Ich glaube, in den seltensten Fällen will einem jemand was Böses, wenn er sagt "Bekommt das Kind da so tatsächlich Luft?". Klar, ne dämliche Frage, aber stellen wir nicht alle mal blöde Fragen?! Es ist halt nicht immer als Angriff gemeint.
Und grundsätzlich finde ich nicht, dass man sich gegen Angriffe mit Schlagfertigkeit verteidigen muss, sondern ich versuche für mich den Weg zu gehen, dem anderen klar zu machen, dass er jetzt meine Grenzen verletzt und ich das nicht zulassen will/werde.
Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 02.02.2011, 18:31
von Giraeffchen
Maren hat geschrieben:
Und grundsätzlich finde ich nicht, dass man sich gegen Angriffe mit Schlagfertigkeit verteidigen muss, sondern ich versuche für mich den Weg zu gehen, dem anderen klar zu machen, dass er jetzt meine Grenzen verletzt und ich das nicht zulassen will/werde.
Das finde ich einen ganz guten Ansatz!
Jedenfalls für die, die wirklich neutral und interessiert fragen.
Mein persönliches Limit ist erreicht, wenn ich mich immer und immer wieder erklären soll, ohne dass der Andere meinen Standpunkt wenigstens respektiert und immer wieder nur SEINE Meinung kundtun will.
Da habe ich mühsam lernen müssen, dass ein kurze, knappe (aber dennoch freundliche) Antwort entspannender für mich ist.
Liebe Grüße,
E.
Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 02.02.2011, 18:35
von blauviolett
Maren hat geschrieben:
Mir kommt da immer in den Sinn, dass hier immer wieder gepostet wird, dass man so genervt ist von den Sprüchen von Leuten, die das Tragen so nicht kennen. Ich glaube, in den seltensten Fällen will einem jemand was Böses, wenn er sagt "Bekommt das Kind da so tatsächlich Luft?". Klar, ne dämliche Frage, aber stellen wir nicht alle mal blöde Fragen?! Es ist halt nicht immer als Angriff gemeint.
Und grundsätzlich finde ich nicht, dass man sich gegen Angriffe mit Schlagfertigkeit verteidigen muss, sondern ich versuche für mich den Weg zu gehen, dem anderen klar zu machen, dass er jetzt meine Grenzen verletzt und ich das nicht zulassen will/werde.
Ich bin ein Mensch, der eigentlich immer vom Guten im Anderen ausgeht und freundlich reagiert, wenn man ebenso angesprochen wird. Wenn man von vornherein unfreundlich angesprochen oder gar angemacht wird reagiere ich gar nicht darauf, weil ich keine Lust auf solche Energieverschwendung habe. Leider habe ich bisher was das Tragen angeht (und das sind
erst 3 Monate) die Erfahrung gemacht, dass die Menschen immer interessiert und skeptisch schauten, mich auch oft freundlich ansprachen. Ich erklärte dann immer begeistert, welche Vorteile es bietet und warum es gut ist. Wenn meine Kleine dann beim Einbinden geweint hat kam eigentlich immer ein dummer Spruch von wegen "Siehst Du, das gefällt dem Kind ja doch nicht, die hat unrecht und tut dem Kind nichts Gutes damit, macht den Rücken kaputt, engt es ein, sollte lieber einen KiWa nehmen... bla bla". Die Meisten wollten leider nichts Neues respektieren. Mir ists Wurscht, in dem Moment dreh ich mich eben freundlich verabschiedend um und geh. Ich bin kein Mensch, der besonders schlagfertig ist, wenn es unsachlich wird. Ich will auch niemandem mein Ding aufzwingen, wer nicht will dann eben nicht. Ich lebe so wie ich es für richtig halte, sollen das die Anderen auch tun.
Ich wohne hier aber auch auf dem Land und man sieht leider überwiegend nur Eltern mit MaxiCosi und Gestell herum fahren. Ich bin also schon echt ein bunter Vogel mit dem TT.

Genug OT, sorry
Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 02.02.2011, 22:06
von carrymeclose
Mein gefühltes Dilemma ist irgendwie immer, dass ich finde wenn man das LZS eifrig verteidigt mit guten Gründen usw, dann schnell genau in die Schublade kommt, in die ich gar nicht will: nämlich die der eifrigen Übermutter, militant alternativ, zu ideologisch usw...Eine schlagfertige Antwort kann da auch schnell aufmüpfig wirken und man ist auch wieder schnell in dieser Schublade. Hach....eigentlich hab ich inzwischen auch gar keine Lust mehr drauf einzugehen wenn ich gefragt werde.
Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 03.02.2011, 07:38
von klimaforscherin
Oh Mann, alle guten Vorsätze dahin.
Gestern bin ich gefragt worden "Stillst du noch?" und was mache ich?

Rumdiskutieren/Rechtfertigen. Der arme Mensch (ganz frischer Papa) wusste nicht, wie ihm geschah. Dabei war er ja nur interessiert.
Mensch, ich will auch
praktische Weisheit und Gelassenheit, nicht nur in der Theorie. So schwer kann das doch nicht sein. Es ist normal, auch wenn es andere anders machen, ich muss mich nicht rechtfertigen, es reicht ein natürlich/gelassener Umgangston, in dem ich "Ja, klar" oder einfach nur "Ja" sage.
Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 03.02.2011, 07:49
von prinzesschenmama
Hexe Verstexe hat geschrieben:"Ach du Schreck! Jetzt wo du es sagst fällt mir das auch auf!" dazu leicht verwirrter Blick


Re: Die besten Antworten auf "Was, du stillst noch?"
Verfasst: 03.02.2011, 11:10
von evizentrum
Ich glaube ich werde das nächste Mal einfach zurückfragen "Warum fragst du?"
Nicht weil ich schlagfertig sein möchte, sondern weil es mich echt interessiert.
Es dauert meist keine zehn Minuten, wenn ich jemand länger nicht gesehen habe und ihn spreche, dass diese ominöse Frage nach dem Stillen kommt, auch gern formuliert "Aber du stillst doch jetzt nicht mehr?"
Ich verstehe nicht, warum das für die Leute so ein wichtiges Thema ist. Wenn Großeltern oder enge Freunde fragen, ok, aber die Bekannten?
Kann denen doch egal sein, was das Baby trinkt oder isst.
Es fragt ja auch keiner "isst es morgens Brot oder Brei?"
Ich verstehe das echt nicht.
Nur wenn meine Schwägerin mich fragt (selbst NOCH keine Mutter, aber sie möchte es gern bald werden), dann weiß ich das es echtes Interesse ist. Sie findet das spannend, da sie immer dachte, nach 6 Monaten wäre die Brust leer getrunken. Jetzt ist sie ganz fasziniert, dass ich meine inzwischen 10 Monate alte Tochter "noch" stille (und das mit kleinem Busen, hihi! Wo hab ich den heimlichen Milchtank in mir versteckt?).