Johana hat geschrieben:Toller thread

! Und zugleich blöder thread

!
Je mehr ich lese, desto mehr bekomme ich das Gefühl man kann es nur falsch machen! Kennt ihr das?
Rohkost zum Beispiel ist randvoll mit Vitaminen und solch gesundem Zeug

.
Gegenstimmen behaupten, dass rohes Obst und Gemüse gar nicht gut für die menschliche Verdauun geeignet ist. Am Abend schon gar nicht

!
Gekochtes essen ist wunderbar Vielfältig und leicht bekömmlich, aber alle feinen Vitmanine sind kaputtgekocht!?
Kuhmich: Wunderbarer Kalciumlieferant. Ach nee, doch nicht.
Lieber Soja milch! Bloß keine Sojamilch: sowas von allergen und für Frauen gaaar nicht gut...!?
So, und was es gibt es heute zum Mittag (und Abendbrot und morgen zum Frühstück...???)?
LG
Ich würde mich nicht vedrrückt machen lassen.
Klar, wenn man nur genug Zeit zum Lesen hat, dann kann man zu beinahe allem eine Gegenstimme finden.
Ich denke, jeder sollte da auf seinen körper hören und schauen, was ihm gut bekommt.
Ich z.B. esse seit meiner Kindheit VK-Produkte und viel Getreide und habe sehr selten Durchfall (und der hatte dann andere gründe wie Lactose, Soja, Magen-Darm oder wenn ich ne Prüfung vor mir hab), mir bekommt es gut.
Andere Menschen haben wirklich starke Beschwerden bei Rohkost, vorallem bei rohem Getreide.
Zudem denke ich, dass wie bei fast allem die Menge das Gift macht.
Ich habe mal von einem Mann gelesen, der täglich mehrere Gläser Tomatensaft getrunken hat, weil das gut für die Gesundheit ist, und der dann hinterher krank wurde davon.
Wie sieht das eigentlich mit Nudeln aus? Essen Menschen, die auf Brot und Müsli vertichten, auch keine Nudeln? Wahrscheinlich nicht.
Ich könnte das nicht. Ich esse gerne Getreide und ich bin da - auch nachdem ich vor eingiger Zeit einen ähnlichen Artikel gelesen hatte - immer noch sehr vollwert-mäßig eingestellt.
Wenn ich zu viele Weißmehlprodukte essen, dann fühle ich mich nach einigen Tagen schlapp und irgendwie so "zugestopft", wenn ich Vollkornprodukte esse, dann geht es mir besser und bin länger satt. Das ist aber mein persönliches Empfinden und ich bin mir sicher, es gibt Menschen, denen es anders geht. Vielleicht, weil ihr Körper kein Vollkorngetreide gewohnt ist, vielleicht weil er gar kein Getreide verdauen kann.
Ich denke mir auch, ich bin bei so vielen Themen total natürlich eingestellt, fahre kein Auto, trage, stille, kaufe bio, versuche, ganz natürlich zu leben - warum sollte ich dann bei meiner Nahrung nicht auch die natürliche Variante wählen?
Der Mensch hat ja begonnen Auszugsmehl herzustellen, weil es edel war. Anfangs bekam das einfache Volk ja noch "normales" Getreide und nur die reicheren Menschen bekamen "reinen" weißen Reis, weißes Mehl...
Als dann über längere Zeit die Menschen nur weißen Reis aßen kamen Vitmain-B-Mangelerscheinungen wie die Krankheit Beri-Beri.
Das hab ich noch in Bio in der Klasse 7 gelernt
Ich selber esse sowohl rohres als auch gekochtes und auch gekeimtes Getreide. Ich esse auch Obst mit Schale, Hülsenfrüchte und Gemüse mit Schale.
Klar, ungenießbare Bestandteile wie die Schale von Nüssen oder das Grün der Tomate mache ich weg, aber alles, was ich essen kann, esse ich auch.
Die Länder, wo die Küche immer als gesund angepriesen wird, z.B. Italien/Mittelmeerküche oder die japanische Küche, die essen zwar auch teilweise Weißmehlprodukte (weißes Mehl für die Pizza, für die Nudeln, weißer Reis), allerdings haben diese Kulturen so viele andere Bestandteile, die sich günstig auf die Gesundheit auswirken: Fisch, Olivenöl, frisches Gemüse (der Pro-Kopf-Verbrauch an Gemüse und Obst ist in Italien und Griechenland beinahe doppelt so hoch wie hier!), die Japaner essen sehr langsam, was auch gesünder ist, es werden viel mehr unterschiedliche Sachen pro Mahlzeit angeboten, viel grüner Tee getrunken.
Ich denke, die Esskulturen dieser Länder gelten TROTZ ihres Verbrauchs an Weißmehlprodukten als so gesund, weil sie viele sehr gesunde Bestandteile hat. Nicht WEGEN dieser Produkte.
Und wenn man mal auf die Länder schaut, wo Getreide den größten Teil der Nahrung ausmacht, wie einigen Teilen Afrikas, da sieht man, dass diese Menschen hauptsächlich Vollkorngetreide (wie Hirse, Amaranth) verwenden.
Hier in Europa, besonders Deutschland, England, die skandinavischen Länder, aber auch die USA, dort werden viele Weißmehlprodukte gegessen in Verbindung mit Raffinadezucker, Softdrinks, weniger Obst und Gemüse, viele Fertigprodukte und viele Kuhmilchprodukte.
Weißmehl an sich bringt keinen um, aber dass unsere Ernährung nicht gerade als die gesündeste gilt, dass liegt
unter anderem an den Auszugsmehlprodukten, aber auch an den Fertigprodukten, unserem Zuckerkonsum und dem Zuviel an Kuhmilchprodukten. Auf die Dauer schädigt das den Körper mehr als ein bisschen Weißbrot.
Der menschliche Körper ist aber robust und anpassungsfähig. Er kann Kuhmilch trinken, auch wenn sie nicht für ihn geeignet ist, er kann verarbeitete Produkte essen, auch wenn sie eben nicht natürllich sind. Er kann Zucker zu sich nehmen, auch wenn diese Form der schnellen Energie nicht mehr von Nöten ist, heutzutage arbeiten die meisten Menschen im Büro und nicht auf dem Feld.
Solange der Körper es ausgleichen kann, ist doch alles okay. Nur übertreiben sollte man es nicht. In keiner Hinsicht. Weder mit den Fertigprodukten, noch mit dem Essen einer bestimmten Nahrungsmittelgruppe. Auf die Dauer kann es auch nicht gesund sein, nur Obst und Gemüse zu essen z.B. Da fehlt das Eiweiß.
Es ist alles eine Frage der Ausgewogenheit
