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Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 12:23
von Daria
Angela83 hat geschrieben: Man muss sich nur vor Augen führen von was sich der Mensch ernähren würde wenn es keine Nahrungsmittelindustrie geben würde :wink:
ja...so denke ich im prinzip auch. und das heisst pflanzliche kost - gemüse, getreide etc - nach meinem verständnis. und nach verständnis manch anderer noch dazu fleisch.
oder?

Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 12:45
von Chris-Cross
Johana hat geschrieben:Toller thread :D ! Und zugleich blöder thread :| !

Je mehr ich lese, desto mehr bekomme ich das Gefühl man kann es nur falsch machen! Kennt ihr das?

Rohkost zum Beispiel ist randvoll mit Vitaminen und solch gesundem Zeug :wink: .
Gegenstimmen behaupten, dass rohes Obst und Gemüse gar nicht gut für die menschliche Verdauun geeignet ist. Am Abend schon gar nicht :roll: !
Gekochtes essen ist wunderbar Vielfältig und leicht bekömmlich, aber alle feinen Vitmanine sind kaputtgekocht!?
Kuhmich: Wunderbarer Kalciumlieferant. Ach nee, doch nicht.
Lieber Soja milch! Bloß keine Sojamilch: sowas von allergen und für Frauen gaaar nicht gut...!?

So, und was es gibt es heute zum Mittag (und Abendbrot und morgen zum Frühstück...???)?

LG
Ich würde mich nicht vedrrückt machen lassen.
Klar, wenn man nur genug Zeit zum Lesen hat, dann kann man zu beinahe allem eine Gegenstimme finden.
Ich denke, jeder sollte da auf seinen körper hören und schauen, was ihm gut bekommt.
Ich z.B. esse seit meiner Kindheit VK-Produkte und viel Getreide und habe sehr selten Durchfall (und der hatte dann andere gründe wie Lactose, Soja, Magen-Darm oder wenn ich ne Prüfung vor mir hab), mir bekommt es gut.
Andere Menschen haben wirklich starke Beschwerden bei Rohkost, vorallem bei rohem Getreide.

Zudem denke ich, dass wie bei fast allem die Menge das Gift macht. Ich habe mal von einem Mann gelesen, der täglich mehrere Gläser Tomatensaft getrunken hat, weil das gut für die Gesundheit ist, und der dann hinterher krank wurde davon.

Wie sieht das eigentlich mit Nudeln aus? Essen Menschen, die auf Brot und Müsli vertichten, auch keine Nudeln? Wahrscheinlich nicht.

Ich könnte das nicht. Ich esse gerne Getreide und ich bin da - auch nachdem ich vor eingiger Zeit einen ähnlichen Artikel gelesen hatte - immer noch sehr vollwert-mäßig eingestellt.
Wenn ich zu viele Weißmehlprodukte essen, dann fühle ich mich nach einigen Tagen schlapp und irgendwie so "zugestopft", wenn ich Vollkornprodukte esse, dann geht es mir besser und bin länger satt. Das ist aber mein persönliches Empfinden und ich bin mir sicher, es gibt Menschen, denen es anders geht. Vielleicht, weil ihr Körper kein Vollkorngetreide gewohnt ist, vielleicht weil er gar kein Getreide verdauen kann.

Ich denke mir auch, ich bin bei so vielen Themen total natürlich eingestellt, fahre kein Auto, trage, stille, kaufe bio, versuche, ganz natürlich zu leben - warum sollte ich dann bei meiner Nahrung nicht auch die natürliche Variante wählen?
Der Mensch hat ja begonnen Auszugsmehl herzustellen, weil es edel war. Anfangs bekam das einfache Volk ja noch "normales" Getreide und nur die reicheren Menschen bekamen "reinen" weißen Reis, weißes Mehl...
Als dann über längere Zeit die Menschen nur weißen Reis aßen kamen Vitmain-B-Mangelerscheinungen wie die Krankheit Beri-Beri.
Das hab ich noch in Bio in der Klasse 7 gelernt :lol:

Ich selber esse sowohl rohres als auch gekochtes und auch gekeimtes Getreide. Ich esse auch Obst mit Schale, Hülsenfrüchte und Gemüse mit Schale.
Klar, ungenießbare Bestandteile wie die Schale von Nüssen oder das Grün der Tomate mache ich weg, aber alles, was ich essen kann, esse ich auch.

Die Länder, wo die Küche immer als gesund angepriesen wird, z.B. Italien/Mittelmeerküche oder die japanische Küche, die essen zwar auch teilweise Weißmehlprodukte (weißes Mehl für die Pizza, für die Nudeln, weißer Reis), allerdings haben diese Kulturen so viele andere Bestandteile, die sich günstig auf die Gesundheit auswirken: Fisch, Olivenöl, frisches Gemüse (der Pro-Kopf-Verbrauch an Gemüse und Obst ist in Italien und Griechenland beinahe doppelt so hoch wie hier!), die Japaner essen sehr langsam, was auch gesünder ist, es werden viel mehr unterschiedliche Sachen pro Mahlzeit angeboten, viel grüner Tee getrunken.
Ich denke, die Esskulturen dieser Länder gelten TROTZ ihres Verbrauchs an Weißmehlprodukten als so gesund, weil sie viele sehr gesunde Bestandteile hat. Nicht WEGEN dieser Produkte.
Und wenn man mal auf die Länder schaut, wo Getreide den größten Teil der Nahrung ausmacht, wie einigen Teilen Afrikas, da sieht man, dass diese Menschen hauptsächlich Vollkorngetreide (wie Hirse, Amaranth) verwenden.

Hier in Europa, besonders Deutschland, England, die skandinavischen Länder, aber auch die USA, dort werden viele Weißmehlprodukte gegessen in Verbindung mit Raffinadezucker, Softdrinks, weniger Obst und Gemüse, viele Fertigprodukte und viele Kuhmilchprodukte.
Weißmehl an sich bringt keinen um, aber dass unsere Ernährung nicht gerade als die gesündeste gilt, dass liegt unter anderem an den Auszugsmehlprodukten, aber auch an den Fertigprodukten, unserem Zuckerkonsum und dem Zuviel an Kuhmilchprodukten. Auf die Dauer schädigt das den Körper mehr als ein bisschen Weißbrot.

Der menschliche Körper ist aber robust und anpassungsfähig. Er kann Kuhmilch trinken, auch wenn sie nicht für ihn geeignet ist, er kann verarbeitete Produkte essen, auch wenn sie eben nicht natürllich sind. Er kann Zucker zu sich nehmen, auch wenn diese Form der schnellen Energie nicht mehr von Nöten ist, heutzutage arbeiten die meisten Menschen im Büro und nicht auf dem Feld.
Solange der Körper es ausgleichen kann, ist doch alles okay. Nur übertreiben sollte man es nicht. In keiner Hinsicht. Weder mit den Fertigprodukten, noch mit dem Essen einer bestimmten Nahrungsmittelgruppe. Auf die Dauer kann es auch nicht gesund sein, nur Obst und Gemüse zu essen z.B. Da fehlt das Eiweiß.
Es ist alles eine Frage der Ausgewogenheit :wink:

Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 12:49
von Chris-Cross
kittiefred hat geschrieben:
in dem einen buch sind immer praxistipps drin da steht: wenn brot dann zb pumpernickel.

zu amaranth und quinoa schreit udo pollmer auch: diese getreidesorten aus südamerika sind für die dortige bevölkerung mittlerweile unerschwinglich geworden. das zeug wird jetzt in die westlichen europäischen länder exportiert und von den wohlhabenden europäern gegessen. die ökobilanz ist katastrophal.
Hast du dazu mal einen Link?
Klar, Getreide, das erst importiert werden muss und nicht hier in Deutschladn wächst ist alleine vom CO2-Außstoß schon nicht so toll, aber dass es unerschwinglich geworden ist, das wäre mir neu. Ich kaufe mein Getreide allerdings im Bioladen/Eine-Welt-Laden udn hoffe somit auf faire Löhne.

Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 13:17
von Altraia
und altraia: udo pollmer schreibt auch dass unser körper das erkennt und der effekt ist dass man dann keinen appetit mehr auf das brot hat
Das würde bei mir dann ja hinkommen, und bei meinem Sohn auch. Mann und Tochter lieben aber Brot, hmmmm. Ist deren Körper dann nicht so sensibel? Oder einfach robuster?

"Die Deutschen" beschweren sich ja gerne, dass es im Ausland kaum Vollkornbrot gibt. Wie ist das denn, sind wir wirklich fast die einzigen, die bewusst Vollkorn essen?

Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 13:22
von Chris-Cross
Altraia hat geschrieben: "Die Deutschen" beschweren sich ja gerne, dass es im Ausland kaum Vollkornbrot gibt. Wie ist das denn, sind wir wirklich fast die einzigen, die bewusst Vollkorn essen?
Naja, die Vollkornwelle schwappt nun auch in andere Länder :lol: Und die Schweizer essen doch schon sehr lange ihr Birchermüsli, das ist ja bekanntlich aus Vollkorn und auch noch roh.

Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 13:27
von Altraia
Okay, aber Schweizer und Deutsche sind ja sehr benachbart ;-).

Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 13:36
von Chris-Cross
Die Südamerikaner essen Mais auch ungeschliffen.
Die Afrikaner essen ihr Getreide vorwiegend auch ungeschliffen.
Bevor Weißmehl "in" wurde, aßen die Menschen in Europa und Amerika ihr Getreide auch unverarbeitet.
Dass es so viele Weißmehlprodukte gibt, das ist erst seit kurzem so.

Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 13:50
von Daria
Toll dass Du Dir so viel Zeit und Mühe machst, das alles zu schreiben, Chris - danke, das ist sehr schön und umfassend geschrieben!

Mir geht es ähnlich wie Dir. Ich esse das was mir schmeckt und mir bekommt und versuche, hier so wenig wie möglich nach Konventionen oder gar Zwängen zu gehen. Der einzige "Zwang" ist hier, dass bitteschön nicht nur der Käse oder die Wurst gegessen wird sondern auch Brot. Aber man muss es Theo nicht reinprügeln. Er isst es, wenn er Hunger hat, schnell, wenn er was anderes leckerer findet, langsamer.
Ich selber esse gern Vollkornbrot -wenn schon Brot- oder Roggenbrot. Aber es haut mich halt nicht um, ich mag lieber warm. Aber ich weiss nicht, ob ich das vielleicht auch lieber mag, weil es eben dem Körper auch mehr Energie zuführt. Nicht kalorisch sondern energetisch - warme Speisen sind ja energieträchtiger auf dieser Ebene.

Ich mag bei Nudeln nur helle und bei Pizza lieber helleres Mehl, 550 oder 600irgendwas. Dunkeln Reis hasse ich weil ich den als Kind immer (auf)essen musste - so richtig mit Sitzenbleiben bis zum Schluss und so.
Und Müsli essen wir morgens alle gern. Wir mögen auch Körner im Eintopf, entweder ganz oder als Schrot.

Rohkost zb ist hier eher gespalten. Vieles vertrage ich roh nicht aufgrund von Allergien. Aber gekocht (und ungeschält) esse ich gern Eintöpfe oder Saucen aus Gemüse - wir alle eigentlich.

Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 14:35
von corradomaus
kittiefred hat geschrieben:jetzt noch mein senf:

ich geh bei meiner antwort von einer grundlegend gesunden ernährung in der familie aus (kein nutellatoast als frühstück zb).

wenn ein kind kategorisch das gemüse ablehnt, hat das sicherlich einen grund. vor allem wenn es ein schmales kind ist. in gemüse ist nicht viel zum wachsen drin. lediglich die vitamine. und bei dem thema wird den müttern ein immerwährendes schlechtes gewissen verpasst. aber was deine tochter offensichtlich weiß - und du nicht, ist: sie braucht grad kein gemüse. offensichtlich braucht sie grade zeug mit mehr energie zum wachsen. also biete ihr sachen an die sie auch gerne isst. und die paar vitamine weniger werden sie nicht krank machen.

in kartoffeln sind zb riesige mengen an vitaminC drin. wenn sie also kartoffeln mit kräuterquak isst ist das ok. oder haferflocken mit milch (wenn ihr milch trinkt).

mein zweiter punkt: jedweger zwang gehört in dem ernährungsthema verboten. zwang bringt nichts ausser die grundlage für essstörungen.

und noch ein letzter punkt: bitte kein vollkorn. mag jetzt revolutionär klingen, aber der mensch hat aus gutem grund immer dafür gesorgt dass er das mehl so weiß wie möglich bekommt - weil es dann bekömmlicher (bzw. überhaupt erst bekömmlich) wird.
in den randschichten des getreides sind auch alle giftstoffe drin, die die pflanze als abwehr gegen mikroben und pilze braucht. diese stoffen sind auch für den menschen problematisch. die vollkorn-bewegung macht jetzt etwas reichlich unsinniges und verkauft zb die natürliche abwehrreaktion des körpers gegen diese stoffe (durchfall) als umstellungszeichen 8) .

nach der lektüre der dazu veröffentlichten texte gilt bei uns folgende linie: wenn unbedingt mehl dann dinkel (der schützt sich mechanisch statt chemisch) und wenn schon unbedingt weizenmehl dann weißes.

hättest du dazu buchtipps/lektüretipps hab schon ein buchüber ernährungsirrtümer gelesen da stand ähnliches drin aber auch unschönes zu rohköstlern...daher würde ich mich da gern weiter informieren

Re: ist frisch gepreßter saft gesund?

Verfasst: 25.06.2010, 14:37
von corradomaus
wieder nicht weiter gelesen...danke