Film Elternschule im Kino
- soda
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Re: Film Elternschule im Kino
Vielleicht fällt es mir deswegen schwer, diesen Konflikt zu verstehen, weil ich keins der beiden Extreme persönlich erlebt habe.
Es tut mir sehr leid, wenn ich jemanden kränke. Das möchte ich nicht.
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- Pelufer
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Re: Film Elternschule im Kino
Ich habe eins dieser Extreme kennen lernen müssen, und sicher sind meine Kinder deutlich mehr im Zentrum meiner Aufmerksamkeit als ich es als Kind jemals war. Allerdings bekommen beide Kinder ihre Grenzen aufgezeigt, mit der Erklärung dass sie sonst meine persönlichen Grenzen überschreiten. Sicher habe ich Bereiche in denen ich meine Kinder vor meine Bedürfnisse stelle, das sind aber genau die Bereiche in denen ich als Kind ignoriert wurde.
Gewalt ist in meiner Kindheit auf allen Ebenen normal gewesen, körperlich, seelisch, es gab keine Grenzen. Davor versuche ich meine Kinder so gut es geht zu schützen und finde die Zentrierung für mich vollkommen gerechtfertigt.
Gewalt ist in meiner Kindheit auf allen Ebenen normal gewesen, körperlich, seelisch, es gab keine Grenzen. Davor versuche ich meine Kinder so gut es geht zu schützen und finde die Zentrierung für mich vollkommen gerechtfertigt.
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- soda
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Re: Film Elternschule im Kino
Ich verstehe dich ja auch! Ich will gar nicht sagen, dass du „Kindzentrierung“ nicht zum Besten deiner Familie nutzt!
Ich habe aber anhand des wirklich kurzen Artikels, der da als pdf verlinkt war, den Eindruck, dass Frau D. W. historische Zusammenhänge darzustellen versucht (siehe auch Bibliographie) und da lassen sich auch für mich als eher unbelesene Person anhand der wenigen Kenntnisse, die ich habe, Entwicklungen und Abfolgen erkennen, die eben mit der Kindzentrierung bei weitem NICHT das Beste für Kinder und Familien zum Ziel hatten bzw. haben.
Ich bin davon überzeugt, dass unter Wahrung der Menschenrechte Erziehung etwas sehr individuelles und intuitives ist, bei dem lehrerhafte Einmischung von außen meistens nicht von Nutzen ist. Was aber, wenn Eltern Fragen haben? Unsicher sind? Fürchten, zu scheitern? Wenn sie dann in Gelsenkirchen fragen???
Lieber nicht.
Vielleicht besorge ich mir Literatur von og. Autorin, es interessiert mich nun wirklich. Dann würde ich weiter berichten.
Andere Frage:
Die Mediathek gibt 90 Minuten Film her. Im Kino war es doch viel mehr????? Ich wundere mich, wieso ich trotz 2x Ansehen bei manchen Szenen in der Diskussion überhaupt nicht mitkomme und nicht weiß, wo/wer/was das gewesen sein soll! Was bedeutet das nun schon wieder?!
Ich habe aber anhand des wirklich kurzen Artikels, der da als pdf verlinkt war, den Eindruck, dass Frau D. W. historische Zusammenhänge darzustellen versucht (siehe auch Bibliographie) und da lassen sich auch für mich als eher unbelesene Person anhand der wenigen Kenntnisse, die ich habe, Entwicklungen und Abfolgen erkennen, die eben mit der Kindzentrierung bei weitem NICHT das Beste für Kinder und Familien zum Ziel hatten bzw. haben.
Ich bin davon überzeugt, dass unter Wahrung der Menschenrechte Erziehung etwas sehr individuelles und intuitives ist, bei dem lehrerhafte Einmischung von außen meistens nicht von Nutzen ist. Was aber, wenn Eltern Fragen haben? Unsicher sind? Fürchten, zu scheitern? Wenn sie dann in Gelsenkirchen fragen???
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Vielleicht besorge ich mir Literatur von og. Autorin, es interessiert mich nun wirklich. Dann würde ich weiter berichten.
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Die Mediathek gibt 90 Minuten Film her. Im Kino war es doch viel mehr????? Ich wundere mich, wieso ich trotz 2x Ansehen bei manchen Szenen in der Diskussion überhaupt nicht mitkomme und nicht weiß, wo/wer/was das gewesen sein soll! Was bedeutet das nun schon wieder?!
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Cocolin
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Re: Film Elternschule im Kino
Es ist meist so, dass die Kinoversion länger ist (ich glaube hier waren es 120 Minuten). Wenn ein Fernsehsender Geld dazu gibt, wird dann noch eine TV-Version geschnitten, die dann meist 90 Minuten lang ist - das ist das längste Format was es im Fernsehen normalerweise gibt.soda hat geschrieben: 09.07.2019, 06:27
Andere Frage:
Die Mediathek gibt 90 Minuten Film her. Im Kino war es doch viel mehr????? Ich wundere mich, wieso ich trotz 2x Ansehen bei manchen Szenen in der Diskussion überhaupt nicht mitkomme und nicht weiß, wo/wer/was das gewesen sein soll! Was bedeutet das nun schon wieder?!
Sorry übrigens für die Posts mit fehlenden Worten und Rechtschreibchaos gestern, ich hab im Bus beim pendeln geschrieben und da ging einiges beim editieren schief!
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Re: Film Elternschule im Kino
Ach, naja, das mit der Kindzentrierung und den schlimmen Auswirkungen auf die partnerschaftliche Beziehung zwischen den Eltern und das Wohl der Eltern generell ist in der Soziologie ein alter Hut, da gibt es diverse Artikel und Bücher zu. Ich hole jetzt mal meine Bildungsforschungsuberheblichkeit raus und sage: Gibt's denn da Studien zu?! Wenn man mir Studien liefert, die zeigen, dass eine kindzentrierte Pädagogik* fürchterlich schädlich ist, dann denke ich gerne drüber nach. Vorher nicht. Schicke Aufsätze schreiben kann ich auch, bei Bedarf dann halt ins Gegenteil. Ich will jetzt nicht die Soziologie diskreditieren, aber behaupten kann man halt viel - ob es dann stimmt, ist eine andere Sache. Ist wie mit Philosophie. Entweder man findet, Nietzsche war voll schlau und gibt ihm recht. Oder halt nicht. (Oder man findet, er war voll schlau, findet seine Thesen aber trotzdem doof.) Empirische Forschung gibt es zum Beispiel zu Erziehungsstilen. Und da zeigt sich halt, dass ein autoritativer Erziehungsstil, in dem auch auch auf die Kinder eingegangen wird, am förderlichsten für deren Entwicklung ist. (Ein permissiver Stil hingegen, in dem den Kindern wenig Grenzen gesetzt werden, nicht. Aber das verstehe ich auch nicht unter kindzentriert.) Sorry, Soziologie, aber da schlägt Evidenz Meinung, finde ich.
*Irgendwie ein bescheuerter Begriff... Was ich hier zum Beispiel betreibe, ist familienorientierte Pädagogik, mit geht es nämlich durchaus auch um meine Bedürfnisse. Pädagogik ist ja immer auch Beziehungsarbeit (weil mind. zwei Personen involviert sind) und da dürfen nach meiner Auffassung beide Parteien gehört werden, im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten. Das ist nicht kindzentriert in meiner Welt, das ist schlicht empathisch. Aber gut, ich bin auch keine Soziologin.
*Irgendwie ein bescheuerter Begriff... Was ich hier zum Beispiel betreibe, ist familienorientierte Pädagogik, mit geht es nämlich durchaus auch um meine Bedürfnisse. Pädagogik ist ja immer auch Beziehungsarbeit (weil mind. zwei Personen involviert sind) und da dürfen nach meiner Auffassung beide Parteien gehört werden, im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten. Das ist nicht kindzentriert in meiner Welt, das ist schlicht empathisch. Aber gut, ich bin auch keine Soziologin.
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Re: Film Elternschule im Kino
Soda, mir ging's auch so. Aber bei Deinem langen Link von gestern war die Autorin doch extra 2x im Kino und so wie sie das beschrieben hat, liegt's schon auch am Film, dass manche Geschichten da nur angerissen und dann fallengelassen werden.Cocolin hat geschrieben: 09.07.2019, 07:03Es ist meist so, dass die Kinoversion länger ist (ich glaube hier waren es 120 Minuten). Wenn ein Fernsehsender Geld dazu gibt, wird dann noch eine TV-Version geschnitten, die dann meist 90 Minuten lang ist - das ist das längste Format was es im Fernsehen normalerweise gibt.soda hat geschrieben: 09.07.2019, 06:27
Andere Frage:
Die Mediathek gibt 90 Minuten Film her. Im Kino war es doch viel mehr????? Ich wundere mich, wieso ich trotz 2x Ansehen bei manchen Szenen in der Diskussion überhaupt nicht mitkomme und nicht weiß, wo/wer/was das gewesen sein soll! Was bedeutet das nun schon wieder?!
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Tatsächlich geht's halt nicht wirklich um das Schicksal dieser Menschen, sondern um die Methoden der Klinik und die Patienten dienen nur der Veranschaulichung
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Re: Film Elternschule im Kino
Über Amazon Prime wär er in ganzer Länge verfügbar, allerdings nur gegen Geld -- und finanzieren will ich den nicht direkt...
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Re: Film Elternschule im Kino
Ich habe auch das Gefühl, dass der Begriff der ‚legitimen Gewalt‘ im verlinkten Artikel gewählt wurde weil es historisch gesehen ja genau das war: der Vater als Patriarch war oberste Instanz und hatte nebst der Befehlsgewalt halt auch die Legitimation körperliche Gewalt auszuführen. So verstehe ich den kurzen Abschnitt, den Pelufer zitiert hat und nicht unbedingt so, dass die Autorin diese Gewalt ebenfalls als legitim empfindet. Andererseits habe ich nur diesen kleinen Ausschnitt gelesen und deshalb kein Gesamtbild. Es gibt ja durchaus Menschen, die Gewalt an Kindern in Ordnung finden.
Für den Rest gehe ich gerne mit Miffi. Ich betreibe hier autoritäres, kindzentriertes AP und versuche auch die Bedürfnisse der beteiligten Erwachsenen noch zu berücksichtigen. Den Ausdruck ‚lasche Eltern‘ aus dem anderen, zugegebenermassen grottigen, Artikel kann ich ebenfalls gut verstehen. Ich mag zwar den Blick auf das Kind in diesem Artikel überhaupt nicht aber diese ‚laschen Eltern‘, die ihren Kindern keine Grenzen setzen oder gleich mit Gewalt reagieren, die kenne ich auch. Alleine in den Klassen meiner Kinder wüsste ich gleich vier Familien, in denen das der Alltag ist.
Für den Rest gehe ich gerne mit Miffi. Ich betreibe hier autoritäres, kindzentriertes AP und versuche auch die Bedürfnisse der beteiligten Erwachsenen noch zu berücksichtigen. Den Ausdruck ‚lasche Eltern‘ aus dem anderen, zugegebenermassen grottigen, Artikel kann ich ebenfalls gut verstehen. Ich mag zwar den Blick auf das Kind in diesem Artikel überhaupt nicht aber diese ‚laschen Eltern‘, die ihren Kindern keine Grenzen setzen oder gleich mit Gewalt reagieren, die kenne ich auch. Alleine in den Klassen meiner Kinder wüsste ich gleich vier Familien, in denen das der Alltag ist.
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…
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- Pelufer
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Re: Film Elternschule im Kino
Ich finde Miffy hat genau das in Worte gefasst was mich an dem Artikel so stört.
Gewalt und legitim gehört für mich auch im historischen Kontext nicht zusammen. Das ist wie Gewalt in der Ehe. Auch wenn sie historisch "legitim" war, ist es in meinen Augen trotzdem falsch.
Gewalt und legitim gehört für mich auch im historischen Kontext nicht zusammen. Das ist wie Gewalt in der Ehe. Auch wenn sie historisch "legitim" war, ist es in meinen Augen trotzdem falsch.
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Re: Film Elternschule im Kino
Den Text mit der legitimen Gewalt habe ich so verstanden, dass nach der patriarchalischen Situation nun das Kind in die Position rückt, die vorher der Vater hatte. Halt das Zentrum eines wirbels, weil sich ALLES nur ums Kind dreht. Und das Kinder hiervon schlicht überfordert sind.
Ich sehe nicht, dass ap hiervon angesprochen wird. Denn die Familien, die so miteinander umgehen, gibt es wirklich und was da abgeht, ist nicht ap.
Ich sehe nicht, dass ap hiervon angesprochen wird. Denn die Familien, die so miteinander umgehen, gibt es wirklich und was da abgeht, ist nicht ap.
Hier mit Eule (2/14) und Lerche (9/18)