Phytolacca hat geschrieben: 03.12.2017, 22:06
Ich wollte zum einen deiner Nuckel Aussage gerecht werden und zum anderen meinen Mann, der gerade tief in der Theorie steckt „das stillen ist an allem schuld“
Wegen dem Tragen
Ich denke er will nicht mehr, er will sich nicht mehr anstrengen. In seinen Augen sieht es gerade so aus
Andere Kinder haben Nuckel und beruhigen sich ohne tragen, ohne ständiges stillen.
Andere Kinder schlafen durch, bestimmt werden die nicht gestillt.
Andere Kinder schlafen wenn man die ablegt
Er kommt aus einer Flaschen-Nuckel-Kinderwagen-Schrein lassen Familien und Umgebung
Das was wir probiert haben, war Neuland und anstrengend
Er erlebt uns als gescheitert
Von außen ist immer das Stillen schuld

Und später ist dann immer die Mutter schuld

Rein statistisch gesehen hat Dein Mann recht. Ein Kind, welches exzessiv schnullert, stillt meist weniger (manchen macht das nix aus, andere nehmen dann nicht so gut zu oder neigen zu Saugverwirrung, sehr unterschiedlich), und Eltern-Kind-Paare, die Flasche füttern, haben im Schnitt früher (und auch insgesamt häufiger) "feste" , oft selternere "Trinkzeiten" als nach Bedarf gestillte Säuglinge.
Ob das für die Eltern nun alles bequemer ist, ist sicher individuell. Auch mit Flaschenzubereitung und dem ganzen Drumherum kann man erheblichen Zusatzaufwand haben, den manche als nerviger erleben als eine gut laufende Stillbeziehung.
Ob ein Kind durchschläft oder sich schlafend ablegen lässt hängt sehr von der Reife der Gehirns und der generellen Reizempfindlichkeit ab. Die Ernährung hat insofern einen Einfluss, dass manche Kinder sich "ins Milchkoma" saugen, das passiert an der Flasche etwas leichter als an der Brust, aber es gibt auch Stillkinder, die das an der Brust schaffen

Ob das nun erstrebenswert ist, weiß ich auch nicht.
"Gescheitert" ist schon ein hartes Wort. Es ist nicht immer einfach, ein bzw. zwei bedürfnisstarken Kindern UND sich selbst gerecht zu werden. In den ersten Wochen und Monaten mit Neugeborenem schafft man das vielleicht auch mal gar nicht gut. Es ist eine Phase, die geht vorbei, und es wird NIE wieder so anstrengend sein wie jetzt. Du kommst ja auch bald wieder besser auf die Beine. Was euren Großen angeht, frage ich mich, ob der sich vielleicht einfach auch langweilt und er nicht ausgelastet ist, Zweijährige brauchen irgendwie soooo viel Bewegung, Aufmerksamkeit, Action, und sind so wissbegierig und entdeckungsfreudig. (Und wenn man sie nicht auslastet, werden sie nölig, unzufrieden, wollen dies und das und jenes, körperlich unausgeglichen, schlafen schlecht.) Das ist echt schwer zu managen wenn außerdem noch ein Neugeborenes zu versorgen ist und beide Eltern nicht mehr viel Kraftreserven übrig haben.
Ich fand die Jahre, in denen ich jeweils ein Zweijähriges plus alles andere zu erledigen hatte, auch im Rückblick wahnsinnig anstrengend, die körperlich belastendsten Jahre meines Lebens. Manchmal muss man sich auch mal klarmachen, wie extrem viel man gerade leistet, und dass es nicht immer so sein wird, und dass es erlaubt ist, sich jede Art von Hilfe zu holen die man kriegen und sich leisten kann.