Das hängt, finde ich, total von der Erde ab, die man hat. In Theorie klingt "nicht umgraben" sehr schön, und ich verstehe es vollkommen. Ausprobiert haben wir es auch schon mal. Nur war dann nach zwei Jahren der Boden so fest und klumpig, dass die Bodenbearbeitung ein ziemlicher Kampf geworden ist... Wir haben halt schweren Lehmboden (sogar ab 50cm Tiefe so schwer, dass meine Kinder letzten Sommer eine Lehmgrube ausgehoben haben und mit der Erde töpfern konntendaisy hat geschrieben: 14.04.2021, 14:38Bin mir nicht sicher, ob ich das richtig erklären kann, aber ich versuche es mal.Das mit dem Umgraben habe ich auch schon öfter gelesen. Macht ja auch irgendwie Sinn, weil man dadurch Boden nach oben holt (inkl. Bewohner) der nicht an oben angepasst ist. Grabe trotzdem um bzw Kompost ein und habe mich damit noch nicht näher befasst. Also gerne her mit den richtigen Erklärungen.
Ja, es gibt "no dig" oder auch "back to Eden gardening"
bei beiden wird nicht umgegraben, nur der Boden vorsichtig gelockert. Der Boden besteht aus vielen Schichten, in denen sich verschiedene Mikroorganismen und auch grössere wie Regenwürmer aufhalten. Beim Umgraben werden diese Schichten regelmässig zerstört, dadurch muss sich das Ökosystem Boden immer wieder neu finden. Ausserdem bringt man durch das Umgraben immer wieder Unkrautsamen an die Oberfläche, die dann munter wachsen können. Persönlich konnte ich da noch keinen Unterschied feststellen.
Ein weiterer wichtiger Faktor, vor allem bei Back to Eden ist das Mulchen. In der Natur findet man keine leeren Flächen, keine nackige Erde. Der Waldboden ist z B immer bedeckt. Mit Tannennadeln oder altem Laub oder auch da, wo es das nicht gibt, mit Kräutern. Wenn man bei uns im Garten einen Bereich umgräbt und dann einfach so liegen lässt, dann wächst da Unkraut bis zum Umfallen. Wir haben das ausprobiert....als wir unsere vielen vielen Thujawurzeln ausgegraben haben. Das hat echt lange gedauert und darum lag das ganze Beet brach. Ich habe da in wenigen Wochen meterhohes Unkraut rausgeholt. So schnell konnte ich gar nicht jäten, wie das gewachsen ist. Aber das ist eine Reaktion der Natur, eine Methode um den Boden zu bedecken.
Waldbewohnerin: Du könntest mit dem Kompost einfach mulchen, statt ihn einzuarbeiten. So wird es auch in der Permakultur gemacht.
Ich persönlich versuche tatsächlich so wenig wie möglich zu graben. Das meiste wächst bei mir allerdings in Hochbeeten, da wird ja eh nicht umgegraben.
Hoffe, das hilft euch.
Und es macht bestimmt auch einen Unterschied, wie tief man immer umgräbt. Wenn man rigolt, also zwei Spaten tief umgräbt, ist das ja nochmal eine andere Hausnummer als eine halbe Spatentiefe.