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Re: Mein Kind ...
Verfasst: 15.12.2025, 11:50
von aida1903
Cryptomon hat geschrieben: 15.12.2025, 08:43
Ich würde halt gern verstehen, WARUM es ihm so schwer fällt.
Ich (und auch meine Schwestern) habe(n) damals die Buchstaben/Laute aus der Sesamstraße gelernt und nach dem Hinweis meiner Mutter "die Buchstaben aneinanderreihen" alle sehr früh lesen gelernt. Also... Mit 3. (Meine Mutter ist dafür immer blöd angemacht worsen, sie wolle uns drillen

)
Ck2 hatte bisher wenig Interesse an Buchstaben

Aber ich war davon ausgegangen, dass er, sobald er die Buchstaben kennt, diesen Schritt "aneinanderreihen" problemlos hinbekommt. Zumal er sonst ja sehr "sprachbegabt" ist. Also Silben klatschen/zählen gar kein Problem. Wenn man ihm einen Satz sagt und fragt, aus wie vielen Wörtern der besteht, kann er das auch ohne Probleme. Er erkennt anlaute und Wortendungen (wobei in sehr vielen berichten von Fachärzt:innen in letzter Zeit "verwaschene Aussprache" steht. Das ist aber mMn hauptsächlich der Präfix ge-, der bei ihm bei vielen Wörtern noch de- ist, also desagt, demacht etc. Das wird aber täglich besser). Er spricht Sätze mit x Nebensätzen. Er verwendet den Genitiv richtig, er fasst Hörspiele oder Bücher sowohl mit eigenen Worten zusammen als auch kann er sie wortwörtlich wiedergeben.
Wenn ich verstehe, *warum* er da das Problem hat, könnte ich einen anderen Ansatz versuchen... (Aber dass er da nicht der einzige ist, hilft mir auch)
Bei meinem Großen war das auch so. Sehr früh gesprochen. Wortgewandt, super Umgang mit Sprache und Wörtern. Vorleseliebe. Um die Zeit jetzt in der 1. Klasse noch keine Chance. Und Ostern hat es dann plötzlich click gemacht
Re: Mein Kind ...
Verfasst: 15.12.2025, 12:32
von cutetemptation
Meine Tochter vermeidet Situationen, wo sie Fehler macht.
Sie hat dann erst zu Weihnachten in der 2. Klasse (laut) gelesen. Wahrscheinlich konnte sie es schon ein bisschen früher, aber da hat sie das wahrscheinlich alles im Kopf gemacht.
Mein Sohn hat zu Weihnachten in der 1. Klasse begonnen typische Erstleser Bücher zu entziffern. Da hat er für einen Absatz anfangs 15 Minuten gebraucht. Und er war total zappelig und hinterher aufgedreht (als Aktivität vorm schlafen gehen war es total ungeeignet

).
Jetzt liest er ganze Bücher mit großer Schrift.
Und wir lesen uns abwechselnd Die Schule der magischen Tiere vor (11 Bücher haben wir in einem Jahr geschafft. Vorher hat er sich nur Sachbilderbücher vorlesen lassen).
Er liest aber je nach Konzentration/Müdigkeit sehr ungenau. Vom Inhalt bekommt er in solchen Fällen dann auch nichts mehr mit...
Re: Mein Kind ...
Verfasst: 15.12.2025, 19:49
von Waldbewohnerin
Ich wollte auch nur vermelden, dass es hier genau so ist. So richtig Klick hat es einfach noch nicht gemacht. Er reiht die Buchstaben aneinander, alle verstehen was er gelesen hat nur er selbst nicht

S-O-F-A, was soll das sein S, O, F, A. Ihm fällt da dieses zusammen ziehen schwer. Das mit dem "t" was sich wie "tö" anhört macht er auch. Was dann zu A-L-Tö führt und überhaupt nicht als Wort erkannt wird.
Hier wurde am Anfang mit so Buchstaben Treppen gearbeitet. Das war ungefähr so :
S
SO
SOF
"ah ja Flamingo" hääää? Wie kommt er da auf sowas?
Das ist aber inzwischen besser geworden. Ich glaube da muss man einfach echt viel üben (was hier absolut schwierig ist)
Re: Mein Kind ...
Verfasst: 16.12.2025, 15:47
von Atsusa
Ich kenne das Phänomen von mir selber auch. Ich lese sehr gern und viel, habe meines Wissens auch relativ früh damit angefangen, aber wenn ich laut vorlese, weiss ich hinterher nicht, was ich gelesen habe. Oder ich muss mich seeehr konzentrieren, aber das funktioniert nur mässig. Keine Ahnung, woran das liegt. Irgendwie liegt da einfach der Fokus auf was anderem als Textverständnis.
Wobei ich auch Mühe habe, wenn jemand anderes laut liest und ich selber gleichzeitig mitlesen soll.
Das gleiche passiert mir beim Karaoke singen, was ich auch sehr gerne mache. Ich singe die Melodie und den Text perfekt und habe zuletzt keinen Schimmer, worum es in dem Lied ging.
Und ebensowenig achte ich bei den meisten Liedern auf den Text, wenn ich sie irgendwo höre. Für mich ist einfach der Klang wichtiger als der Inhalt. Aber das ist vielleicht nochmal was anderes.
Übrigens lese ich sehr langsam, weil ich den Text, den ich lese, in meinem Kopf mitspreche. Also eigentlich lese ich meinem inneren Ich immer "laut" vor. Keine Ahnung, ob da ein Zusammenhang besteht.
Re: Mein Kind ...
Verfasst: 16.12.2025, 20:28
von heckojam
Atsusa, das mit dem lauten Vorlesen geht mir auch so. Da weiß ich selten, was ich gelesen hab oder muss mich sehr darauf konzentrieren. Ich kann tatsächlich auch laut vorlesen und gleichzeitig über etwas komplett anderes nachdenken.
Beim Lesen selbst bin ich aber superschnell. Ich scanne Text normalerweise nur und nehme alle wichtigen Informationen trotzdem mit. Da brauche ich einen Bruchteil der Zeit und wenn ich konzentriert bin, kann ich den Inhalt aber komplett erfassen, was im Studium sehr praktisch war.
Re: Mein Kind ...
Verfasst: 16.12.2025, 20:42
von sanilii
Re: Mein Kind ...
Verfasst: 16.12.2025, 20:43
von sanilii
Hörbücher kann ich auch so garnicht. Podcasts oder auch Hörspiele gehen aber.
Re: Mein Kind ...
Verfasst: 16.12.2025, 20:46
von Cryptomon
sanilii hat geschrieben: 16.12.2025, 20:43
Hörbücher kann ich auch so garnicht. Podcasts oder auch Hörspiele gehen aber.
Ich schalte bei allem drei komplett ab.
Außer ich höre wirklich aktiv zu, aber dann kann ich NICHTS nebenbei machen und muss mich inner wieder zusammenreißen, zuzuhören...
Ganz anders als meine Kinder. Die hören Hörspiel, erzählen mir gleichzeitig irgendwas UND machen noch irgendwas wie malen oder Hausaufgaben

dabei UND können hinterher wortwörtlich wiedergeben, was da Grad lief.
Re: Mein Kind ...
Verfasst: 16.12.2025, 21:13
von JoJu
Hörbücher gehen nur beim Autofahren.
Re: Mein Kind ...
Verfasst: 16.12.2025, 21:19
von fragolapopulare
Heckojam, sanilii, ich auch! Cool, dass es noch jemanden gibt. Mein Mann sagt immer, Du kannst das gar nicht schon gelesen haben. Doch, habe ich. Ich kann hinterher nicht unbedingt den Wortlaut widergeben, aber den Sinn habe ich erfasst.
Ein gutes Buch lese ich mit Vergnügen - zwar schon vergleichsweise schnell, aber ich rase nicht durch den Text. Schlechte Texte mag ich nicht, die lege ich wieder weg. Wenn das was Fachliches ist, werde ich richtig ärgerlich, weil ich dann da durch muss. Die halten mich auf, ich stolpere dann bzw. springe drüber hinweg. Dann fehlt mir aber inhaltlich was.
Einem Vortrag, einer Vorlesung oder Unterricht zu folgen, macht mir gar nichts aus - wenn ich merke, meine Gedanken schweifen ab, mache ich mir nebenher passende Notizen, dann läuft das ganz gut.
Hörspiel, Podcast oder Hörbuch kann ich dagegen gar nicht. Online-Schulungen leider auch nicht.

Ich hab mittlerweile gemerkt, dass meine Hände dabei was machen müssen, z.B. aufräumen, Wäsche falten oder Handarbeiten. Origami geht auch. Dann kann ich besser folgen und drifte nicht ab. Ist das eigentlich ein ADS-Merkmal? Ich hab da so einen leisen Verdacht...