Wer zur Hölle gibt einer Wöchnerin denn noch Abführmittel?

Verdauungsprobleme nach der Geburt kann man doch auch mit einem Microclist beheben... auweia. Das tut mir sehr leid für euch, auch dass es Dir jetzt so schlecht geht.
Wie hier schon geschrieben wurde, kannst Du das Eisen auch per Infusionen auffüllen lassen. Das ist sehr effektiv und geht auch schnell, allerdings musst Du dafür organisieren, 1-2x pro Woche eine halbe Stunde beim Arzt zu sein. Mit Mini-Baby nicht immer so einfach. Wenn ihr es eingerichtet bekommt und Deine Hausarzt das macht, wäre das prima, ansonsten geht das natürlich auch mit den Tabletten. Es dauert dann etwas länger, da musst Du Dir Zeit geben! Eisen plus Kräuterblut plus Femibion ist vielleicht etwas viel des Guten, solange Deine Verdauung es mitmacht ist ok, ansonsten schau dass Du die Eisen-Gesamtmenge nicht zu hoch machst.
Zum allgemeinen "Wiederaufbau" ist neben Schonung und Ruhe erstmal auch gute Ernährung sinnvoll. Das muss nicht heißen, dass nun dauernd aufwendig gekocht wird, dazu ist gar keine Zeit mit zwei kleinen Kindern. Aber was Du den ganzen Tag so isst, sollte Dich gut versorgen. Sinnvolle Snacks, die auch mal ganze Mahlzeiten ersetzen können, sind Nüsse jeder Art, Erdnüsse, Mandeln, Kerne - geröstet, gesalzen, pur, wie auch immer Du sie magst. Auch Nussmus/Mandelmus/Kokosmus auf Brot oder schnell in Flüssigkeit eingerührt liefern Eisen, Proteine & Co. Und wenn Du dann noch strategisch günstig getrocknete Aprikosen, Datteln, Rosinen, Cranberrys etc. an Sofa und Bett verteilst bist Du gut vorbereitet. Vielleicht kann jemand einen Großeinkauf im dm Ernährungsregal für Dich machen. (Als stillfreundliche Alternative zu Kakao kannst Du auch noch Ovomaltine probieren, da sind auch noch mal ein paar Vitamine zugesetzt und Malzextrakt drin.)
Ausreichend trinken ist natürlich auch wichtig, aber das weißt Du ja. Stilltee wenn Du magst und es Dir gut tut, sonst einfach Wasser, natürlich für den Geschmack auch gern alkfreies Hefeweizen, Malzkaffee, Saftschorlen, Milchshake, ...
An weiteren Mitteln brauchst Du nicht unbedingt was. Aber falls Du noch etwas nehmen möchtest, schließe ich mich den Schüßler Salzen an, oder wieder Weleda Aufbaukalk (falls zu kriegen), oder wenn Du es homöopathisch versuchen möchtest: China D6 2x täglich für 7-10 Tage, ggf. ergänzt durch einmal täglich Staphisagria D30 und Silicea D12 (5-7 Tage) falls die Kaiserschnittnarbe noch zwickt.
Und dann ist die Psyche natürlich noch äußerst wichtig, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Wegen Deines Sohns kannst Du wirklich unbesorgt sein. Seine "Zuwendungs-Akkus" sind randvoll aufgeladen, selbst wenn Du jetzt einige Wochen komplett ausfallen würdest hätte er viele Reserven um von eurer intensiven Zeit zu zehren, aber Du bist ja "nur" geschwächt, er kann Dich sehen und fühlen und sogar ab und zu stillen. Das ist alles gut. Toben, rausgehen, spielen, vorlesen sollte er aktuell mit einer anderen zugewandten und aufmerksamen Bezugsperson machen, wenn möglich - ist der Papa mit zuhause? Wenn nicht, oder wenn bald nicht mehr, schaut unbedingt nach einer Babysitterin, einer Paten-Oma, einer Wellcome-Helferin oder irgendwie sowas. Ist er inzwischen in der Kita? Du wirst vermutlich mit diesem Hb-Wert nicht so schnell wieder so ganz fit auf den Beinen sein, dass Du ein Baby, ein Kleinkind und einen Haushalt versorgen kannst - eventuell müsst ihr umplanen, falls ihr das optimistischer vorausgeplant hattet.
Das gefährliche am schlechten Mütter-Gewissen gegenüber dem "großen Kind" ist, dass Kinder so gut kooperieren. Das heißt, er wird genau Deine Erwartung erfüllen und "leiden", wenn Du erwartest, dass er "leidet". Wenn Du es innerlich schaffst, wirklich guten Gewissens und guten Mutes die "aktiven" Anteile an jemanden abzugeben (vorausgesetzt, es gibt jemanden der das machen will und kann), und Dich darauf fokussierst, dass Du gerade die gemütliche Kuschel- Sing- Erzählmami bist und dass es auch völlig ok für Dich ist, mal exklusiv fürs Schwesterchen da zu sein, hast Du beste Chancen, dass Dein Sohn auch damit kooperiert und die neue Rollenverteilung schnell akzeptiert. Dass er natürlich im besten Alter ist, mal ein paar Grenzen zu testen, steht auf einem anderen Blatt

Aber weißt Du, ohne Geschwisterchen wäre er dann eben wegen etwas anderem frustriert. Das ist mehr altersabhängig und weniger von den äußeren Umständen.
Wie läuft das Stillen? Hat die Kleine schon wieder angefangen zuzunehmen? Und werden die guten Stillmahlzeiten langsam mehr und die "wurschteligen" weniger? Bei so Mini-Babys beim Tandemstillen bitte drauf achten, dass das Kleine zuerst versorgt ist, es sei denn, es tut sich leichter wenn das große Kind schon den Milchspendereflex auslöst, muss man einfach schauen was sinnvoll ist. Auf jeden Fall braucht das Kleine ausreichend Brustzeit, um seine Milchmenge rauszuholen, stillende Kleinkinder sind ja hingegen meist ziemlich fix beim Trinken.
Es wird sich einspielen. In drei, vier Wochen wird es schon viel leichter sein. Ihr schafft das. Es ist eine trubelige und aufregende Zeit, und nicht immer einfach, aber im Rückblick dann meistens doch nicht mehr so schlimm wie wenn man gerade drinsteckt. Nehmt Tempo raus wo es geht. Es kommen bald wieder andere Zeiten!
Weiter alles Gute für euch!