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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 14.12.2009, 17:49
von xknäckebrotx
ihr kennt sicher die geschichte von adam und eva.dadurch dass sie von den verbotenen früchten gegessen haben wurden sie bestraft.die bestrafung war dass sie unvollkommen sind und es weitergeben.du sollst unter schmerzen dein kind gebären,oder so...wenn sie diesen fehler nicht gemacht hätten,wäre die geburt (anscheinend) ganz schmerzlos,und alles würde normal verlaufen,ohne komplikationen.
Da glaube ich aber nicht dran, nicht im Geringsten - das ist für mich eine der übelsten Geschichten, mit denen Frauen dazu angehalten werden, schön still zu halten und sich dafür zu schämen, dass sie eine Frau sind - weil es ja letztendlich alles Evas Schuld ist
Anders herum: Warum hat Gott denn dann irgendwann die Medizin und Geburtshilfe mit ins Spiel gebracht, wenn es sein Wille wäre, dass Frauen unter der Geburt leiden müssen?
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 14.12.2009, 17:59
von uvd
xknäckebrotx hat geschrieben:ihr kennt sicher die geschichte von adam und eva.dadurch dass sie von den verbotenen früchten gegessen haben wurden sie bestraft.die bestrafung war dass sie unvollkommen sind und es weitergeben.du sollst unter schmerzen dein kind gebären,oder so...wenn sie diesen fehler nicht gemacht hätten,wäre die geburt (anscheinend) ganz schmerzlos,und alles würde normal verlaufen,ohne komplikationen.
Da glaube ich aber nicht dran, nicht im Geringsten - das ist für mich eine der übelsten Geschichten, mit denen Frauen dazu angehalten werden, schön still zu halten und sich dafür zu schämen, dass sie eine Frau sind - weil es ja letztendlich alles Evas Schuld ist
es ist ja auch nicht wahr, was da seit generationen behauptet wird. in der bibel steht eben NICHT "unter schmerzen sollst du gebären etc. blabla".
das ursprüngliche wort, das da verwendet wurde, lautet "etzev".
und etzev bedeutet wörtlich übersetzt "mühsal" bzw. "anstrengung".
es kommt mehrmals in der bibel vor, z.b. wenn ein bauer einen ganzen tag lang sein feld pflügt, dann ist das auch "etzev", hat aber in keinem fall etwas mit schmerz zu tun.
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 14.12.2009, 18:09
von LaLeMi
Hallo,
ich kenne das Buch/die Schrift leider nicht.
Kurz zur Adam-und-Eva-Nummer: da unterschreibe ich mal ganz ganz fett bei Knäcke !!! Also etwas unsäglicheres, um Unterdrückung zu verteidigen, gibt es ja fast nicht. Da ist diese Geschichte das "Allheilmittel"
Zum Kaiserschnitt: ich hatte ja einen, sogar einen geplanten; aufgrund BEL und einiger medizinischer Vorgeschichten bei mir.
Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sie aber ganz bewußt getroffen. Wir wurden im KH schon gut aufgeklärt bzgl. des KS und ich habe viel, viel gelesen und lange Gespräche mit meiner Geburtshaus-Hebi geführt.
Ich habe ebenfalls übrigens eine Riesenangst vor OPs
In Sorge um die Gesundheit des Kindes und meine eigene habe ich diese Entscheidung getroffen. Und ich würde es wieder so tun.
Ich denke auch, wenn da solche Dinge sind - medizinisch oder psychisch - dann könnte man sich unter der Geburt ohnehin nicht entspannen und das Ergebnis wäre vermutlich ohnehin ein KS oder eine zumindest nicht "optimal schön" verlaufende Geburt.
Der KS war kein PRoblem, die Schmerzen hinterher waren erstmal nicht soo toll. Leider bekam ich dann zudem noch eine Infektion.
Schmerzen am inneren Schnitt hatte ich über ein Jahr lang. Auch war die Narbe recht lang taub.
Das sind Dinge, von denen ich vorher wußte, daß sie passieren können. Toll waren sie freilich trotzdem nicht.
Anpassungsschwierigkeiten gab es trotzdem; Gelbsucht und Stillschwierigkeiten; KiSS (das aber IMHO eher durch die BEL).
Trotzdem, ich bin da mit mir sehr ausgeglichen; vermutlich aber auch, weil es eben eine bewußte Entscheidung war. Der Vergleich zu einer "natürlichen" Geburt fehlt mir bisher; vielleicht klappt es ja diesmal - ich würde gerne, aber auch hier: nicht um jeden Preis (derzeit liegt mein Baby übrigens quer...)
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 14.12.2009, 18:21
von Zierbanane
xknäckebrotx hat geschrieben:ihr kennt sicher die geschichte von adam und eva.dadurch dass sie von den verbotenen früchten gegessen haben wurden sie bestraft.die bestrafung war dass sie unvollkommen sind und es weitergeben.du sollst unter schmerzen dein kind gebären,oder so...wenn sie diesen fehler nicht gemacht hätten,wäre die geburt (anscheinend) ganz schmerzlos,und alles würde normal verlaufen,ohne komplikationen.
Da glaube ich aber nicht dran, nicht im Geringsten - das ist für mich eine der übelsten Geschichten, mit denen Frauen dazu angehalten werden, schön still zu halten und sich dafür zu schämen, dass sie eine Frau sind - weil es ja letztendlich alles Evas Schuld ist
Ich habe eigentlich nicht gedacht das die Schreiberin das ernst gemeint hat. Ich mein, sowas kann man doch nicht
wirklich glauben.

Vielleicht habe ich mich aber auch geirrt.
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 14.12.2009, 18:30
von darkdragonsoule
Da glaube ich aber nicht dran, nicht im Geringsten - das ist für mich eine der übelsten Geschichten, mit denen Frauen dazu angehalten werden, schön still zu halten und sich dafür zu schämen, dass sie eine Frau sind - weil es ja letztendlich alles Evas Schuld ist
naja also wer mich kennt wird wissen dass ich sowas nicht vertrete bzw hätte ich vielleicht vor den text schreiben sollen dass ich das mal gelesen habe und das einfach so reinwerfe.ich persöhnlich glaube da nicht dran.allgemein die geschichte adam und eva (obwohl ich schon an gott glaube,aber vieles aus der bibel nicht glaube) finde ich unglaubwürdig.
das war auch eher so ironisch gemeint.
es würde ja auch nicht zusammenpassen wenn ich von sanfter geburt schriebe bzw mich für sowas einsetze und gleichzeitig die meinung vertreten würde dass die frau unbedingt leiden muss weil gott das so gewollt hat.ich hoffe jemand versteht was ich sagen will (ist für mich immer schwer mich auszudrücken).
also nochmal,zieht die krallen ein,ich habe das nur ind en raum geworfen alla "kennt ihr die geschichte" (so hatte ich es auch geschrieben)
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 14.12.2009, 18:31
von LaLeMi
Ah ok

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 15.12.2009, 13:58
von novembersonne
ich habe die Ausgangsthese nicht verstanden (bin doof und kenn die Fremdwörter nicht:):
Die Frage geht darum, warum man bzw frau aus Schmerz explizit den Geburtsschmerz stolz ist?
Und das liegt daran, dass man, um Schmerz aushalten zu können, ihn verdrängt, gleichgültig gegenüber ihm wird?
Und dann, als Folge, Gewaltphantasien unterdrückt? Den Zusammenhang versteh ich nicht.
Oder sind die verdrängten Gewaltphantasien die Ursache für den Stolz bei Schmerzempfindungen? Warum sind die Phantasien unterdrückt? Wie sieht sowas aus?
Und warum genau sollte man genau deswegen auf den Schmerz stolz sein?
Hat der Stolz nicht was mit unserer Tapferkeitskultur zu tun? Ist das nicht überall so, das Tapferkeit etwas tolles ist?
Wird der Stolz den "natürliche Geburt" Verfechterinnen nicht auch unterstellt? Kommt mir so vor, bin aber auch vorbelastet...
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 15.12.2009, 15:41
von xknäckebrotx
Das würde ich auch alles gerne wissen, aber dazu muss ich erstmal das Buch bzw. die zwei Bücher lesen

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 15.12.2009, 18:20
von Lösche Benutzer 1828
Zierbanane hat geschrieben:darkdragonsoule hat geschrieben:ich hab übrigens beim zweiten kind am schluss (kurz vor den presswehen und währenddessen-und ich musste die im auto verheben-) auch übelste schmerzen gehabt.ich hätte nie gedacht dass ich sowas aushalten kann.aber das ist ja ein anderer shcmerz,anderst als "hilfe was stimmt mit mir nicht,ich bin krank und das ist sinnlos.."
Ich fand das grauenhaft. Ich dachte ich reiß von oben bis unten auf und konnte auch den Kopf nicht anfassen. Das hätte mir meinen Schmerz nur noch mehr näher gebracht. Ich konnte das einfach nicht....der Gedanke das da im Geburtskanal, halb drin, halb draußen ein Kopf ist, der die Größe einer kleinen Melone hat....

ich habe das auch erst beim 3. Kind gemacht- weil ichb ei den beiden anderen so "weg" war in dem Moment - es war toll, die weichen, warmen Haare, der seidige Kopf, zu wissen, jetzt, jetzt, jetzt gleich halte ich mein Kind im Arm - doch, das war schon schön, ein tolles Gefühl
ich bin echt sonst nicht so hart bei Schmerzen - aber wie gesagt, ich hatte trotz sehr heftiger Schmerzen nie Angst um mein Leben
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Verfasst: 15.12.2009, 18:23
von Lösche Benutzer 1828
warum ist man stolz darauf - ich weiß es nicht, ich bin ganz einfach stolz, ganz für mich, ohne Vergleich, nur allein
ein Kind ist in mir gewachsen, ich habe es ausgetragen, ich habe es geboren (oh, was hatte ich Angst vor der ersten Geburt....), ich habe es lange Monate nur mit meinem KÖrper genährt - ja, ich bin stolz darauf, das ist mit Abstand das tollste, was ich geschafft habe, was mir passiert ist, es hat mich verändert
Warum ist das so negativ besetzt - ich finde, Frau kann auf eine Geburt stolz sein.