Manchmal frage ich mich, ob ich chinesisch schreibe?
Sicherlich bin ich von BLW überzeugt, aber wenn es für mich fröhlich in Ordnung wäre, dass mein Kind sich ständig verschluckt und würgt, hätte ich dann hier gepostet?
Und welche Vorschläge kamen denn, ausser Brei zu geben? Und wo habe ich diese rigoros abgelehnt? Zum (gefühlt) hundertsten Mal, sie BEKOMMT doch Brei angeboten, und wenn sie den essen möchte, isst sie ihn auch.
Die Stückchen so klein zu schneiden, dass sie sich nicht dran verschlucken kann, erschien mir zunächst unmöglich, da sie schon mit Maiskörnern Schwierigkeiten hatte, und viel kleiner gehts ja kaum. Aber wir haben daraufhin Reis probiert, das ist klein und weich, und siehe da, ihr hat es geschmeckt und sie hat es dennoch irgendwie in ihren Mund bekommen.
Irgendwie hab ich das Gefühl, hier gerade ziemlich angegriffen zu werden. Glaubt ihr denn wirklich, ich würde fröhlich dabeisitzen, während mein Kind sich beim Essen quält? Oder würde aus lauter Faulheit keinen Brei kochen, weil ich keine Lust hab sie zu füttern? Oder sie sich abkämpfen lassen, weil das mal irgendwo in einem Buch stand?
Sagt, wofür haltet ihr mich eigentlich?
Also nochmal zum Mitschreiben:
Sie wird noch so gut wie voll gestillt, sitzt aber mit am Tisch wenn wir essen und bekommt, weil sie Interesse zeigt, immer ein Bisschen was von dem angeboten, was wir auch ungefähr essen (oder etwas, was dem nahekommt): Reis, Gemüse, Obst, Babyzwieback, Nudeln, ein paar Krümelchen Hackfleisch... ungewürzt und babygerecht natürlich. Es ist schon nicht so, dass wir ihr nen Schmorbraten vorsetzen und sagen "nun mach mal"
Sie sitzt also mit am Familientisch und untersucht ihr Essen. Zermatscht es auf dem Tisch, schmeisst es runter, tüddelt es zwischen ihren Fingern rum und steckt es in den Mund. Sie muss nichts essen, das erwartet keiner von ihr.
Unser Problem dabei war, dass sie oft überenthusiastisch ist. Sie wollte essen wie die Grossen, steckte sich viel zu viel auf einmal in den Mund und kam dann nicht damit klar. Und anstatt es dann auszuspucken, hat sie immer wieder versucht, es runterzuschlucken - und natürlich gewürgt deshalb. Wenn das passiert ist, haben wir entschieden, dass sie noch nicht reif dafür ist, es ihr aus dem Mund gefischt und ihr etwas anderes angeboten - ihre heissgeliebten Maisflips zum Beispiel, oder etwas Brei. Dabei war es zu jedem Zeitpunkt ihre Entscheidung, ob sie etwas essen wollte oder nicht.
Mittlerweile jedoch hat sie verstanden, dass man Essen erst kauen muss, und sie weiss auch, wie man etwas wieder ausspuckt, was ihr nicht passt. Sie isst nun also ganz normal die Dinge, die sie essen kann, und spuckt die Dinge wieder aus, die noch nichts für sie sind. Sie geniesst es sichtlich und ist stolz wie Oskar. Also aus welchem Grund sollten wir jetzt damit aufhören, und ihr stattdessen Matschepampe anbieten?
Wenn ihr mich jetzt für eine unverantwortliche Mutter halten wollt, weil ich mein Kind nicht jedesmal davon abhalten wollte, ihre Welt zu erkunden, und auch mit Essen zu experimentieren, woran sie so offensichtliches Interesse bekundet hat - bitte, tut euch keinen Zwang an. *schulterzuck* Ich sehe jedenfalls keinen Sinn darin, ihr feste Nahrung jetzt vorzuenthalten, weil sie anfänglich noch nicht so gut damit umgehen konnte, wie sie es gern gehabt hätte. Sie hat es auch schon mit manchen (wohlgemerkt altersgerechten) Spielsachen geschafft, sich die so weit in den Mund zu schieben, dass sie würgen musste - soll ich ihr jetzt besser alle Spielsachen wegnehmen? Oder ihr das Krabbeln, Sitzen, Hochziehen, Stehen verbieten, weil sie sich schon ein paarmal den Kopf dabei angehauen hat? Das ist schliesslich auch nicht weniger gefährlich, das Kind könnte sich ja einen Schädelbruch holen. Da sperren wir sie wohl besser ins Laufgitter, bis sie alt genug ist, und polstern alles ab, und noch nen Helm obendrauf, und am besten binden wir sie noch an.
Was ist denn das für eine Logik?