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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 10:28
von Alexandra
Liebe Julia,
daß Du Deine Kinder ins perfekt gebundene Tuch ferberst, könnte ich mir wirklich nie vorstellen

Tut mr leid, wenn das nun so rüberkam. Deine Aussagen kamen einfach bei mir so an - klar, daß das gut gebundene TT die Visitenkarte der Trageberaterin ist (und ich gestehe, ich werde immer noch nervös, wenn ich das Tuch auf einem SuT Treffen binde nd alle drehen sich plötzlich verstohlen um

).
Ich möchte lediglich um Verständnis für Beraterinnen (und Referentinnen

) bitten, deren Kinder das so eben leider nicht immer mitmachen und die trotzdem wissen, wie es geht. Übrigens hat sogar Petra schon Johannes getragen und auch bei ihr ließ er sich z.B. die Kopfkante nicht hochziehen (ist so eine seienr Eigenheiten, Kopfkante bis MAX: Schulterhöhe

).
Aber ich glaube, im Grunde reden wir hier höchstens ein klein wenig aneinander vorbei, im Großen dürften wir einer Meinung sein, gell?
Liebe Grüße Alex
Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 10:31
von Dawn79
Ich bin froh, dass einige hier gesagt haben, dass wir es mit Kindern zu tun haben.
Und was der Vergleich zu den Pädagogen angeht: Da habe ich wahrscheinlich versagt, denn nicht alles, was ich zuhause tue ist automatisch "pädagogisch wertvoll", nur weil ich es eigentlich besser wissen müsste. Wissen schützt ja nicht vor Fehlern. Man macht eben Fehler, ob in der Erziehung oder eben auch beim Tragetuch binden.
Aber wichtig ist in beiden Fällen, dass man die Fehler erkennt. Und da bin ich wiederum sehr ehrgeizig. Mit Puppe gibts bei mir sicher kein schlampig gebundenes Tuch und auch in meinen Trageberatungen bin ich hoch konzentriert und exakt. Auch ich nehme mir gerne im Alltag 2 Minuten mehr, damit das Tuch gut sitzt - vorausgesetzt, ich habe diese 2 Minuten! Mia ist auch ein eher zappeliger Tragling. Jonah war da wesentlich anschmiegsamer. Da kann ich Alexandra gut verstehen, zeitweise wird hier auch "nur" im MT getragen.
Wie auch immer, ich hoffe, dass ich hier nicht falsch verstanden wurde. Ich plädiere nicht für schlampiges Binden! Wer mich kennt, der weiß, dass ich in nahezu jeder Hinsicht eher zum Perfektionismus neige.
Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 10:39
von jusl
Ich möchte lediglich um Verständnis für Beraterinnen (und Referentinnen

) bitten, deren Kinder das so eben leider nicht immer mitmachen und die trotzdem wissen, wie es geht.
Darum brauchst Du mich nicht zu bitten - dieses Verständnis hatte ich bereits.
Wir sind uns da schon einig, denke ich
GLG;
Julia
Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 11:48
von Lösche Benutzer 1828
Mein Kind mag nicht mehr oft getragen werdne- zum Tuchbinden hat er schon gar keine Lust mehr. Meine Übungen finden mit Puppe statt. Unterwegs sieht man mich mit Kinderwagen oder Laufkind. Und: jedes Kind wird ja nun älter.
Trageberatung kann ich ja auch machen, wenn ich keinen Tragling mehr habe.
Und was mich mehr überzeugen würde, als perfekt gebundene Tragetücher wäre die Freude, die dabei rüberkommt, die Leichtigkeit. WEnn ich eine Frau sehe, die froh und zufrieden udn scheinbar mühelos ihr Kind am Körper trägt, dann macht das doch Lust aufs Tragen.
Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 14:23
von Dawn79
Sandküste hat geschrieben:
Und was mich mehr überzeugen würde, als perfekt gebundene Tragetücher wäre die Freude, die dabei rüberkommt, die Leichtigkeit. WEnn ich eine Frau sehe, die froh und zufrieden udn scheinbar mühelos ihr Kind am Körper trägt, dann macht das doch Lust aufs Tragen.
Sowas meinte ich, genau! Tragetuch als wirkliche Alltagserleichterung, nicht als Verkomplizierung des Alltags. Und Perfektion kommt mit der Übung, das ist nicht angeboren. Auch wenn man hier manchmal den Eindruck haben könnte...

Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 14:31
von Lösche Benutzer 1828
Ich werde auch oft auf den Sling angesprochen - weil die Leute das superpraktisch finden. Und darüber kommen wir auch oft mal auf das Tuch.
Und ich denke auch: worüber hier gesprochen wird ist kein schlampig gebundes Tuch. Mit dem Wissen, was man als Tragerberaterin hat, wird man wohl kaum so losgehen, auch der eigenen Bequemlichkeit zuliebe. Es ist etwas, was man nur sieht, wenn man genau weiß, wo man schauen muss.
Ich merke bei mir auch, dass ich an den meisten Tragetüchern in Aktion etwas auszusetzen haben - viele sind wirklich grottig gebunden. Aber so läuft doch keine Beraterin herum.
Als tragende Mutter habe ich mir selber das Leben schon manchmal schwer gemacht - habe noch mal und noch mal neu gebunden und an manchen Tagen dann oft auch die Lust verloren und bin mürrisch los. Es gibt sie in der Tat- die "Bad-Tuch-Days". An anderen Tagen ging es ruckzuck ohne groß nachzudenken von der Hand.
Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 14:58
von Alexandra
DAnke Sandküste, so sehe ich das auch

Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 15:26
von liahl
hallo julia,
wenn ich sage, dass ich mir nicht ehrlich dabei vorkommen würde draußen immer perfekt rumzulaufen und zuhause nicht mehr, sollte dass im rückschluss nicht heißen du wärst unehrlich!Bitte!
auch meine frage, was du machst, wenn ein kind nicht will, war ernst und praktisch gemeint!!
ich habe selbst einen hohen anspuch, dennoch komme ich nicht umhin, dass es mir beim wort "perfektionismus" und "immer 100%" mulmig wird...
mir fehlt vielleicht einfach die vorstellungskraft, dass das immer funktioniert ohne das etwas anderes auf der strecke bleibt..
oft setzten doch eltern und gerade frauen, sich so unter druck und vorallem setzten sie maßstäbe, die sie selbst niemals immer 100% erfüllen können!!! ich finde es wünschenswert davon abzukommen...
und wie schon gesagt, wir binden ja kinder ein und zweitens ein auch nicht zu verachtender fakt, wir sind menschen und keine maschinen..
ich weiß nicht, vielleicht sollten wir darüber diskutieren, was perfekt heißt?!vielleciht sind dass unterschiedliche maßstäbe?
liebe grüße
lisa
Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 17:29
von Lösche Benutzer 1828
Ich möchte das auch ehrlich gesagt so gar nicht vermitteln - dass nur ein 100% gebundenes Tuch akzeptabel ist.
Das Optimum vermitteln ja - aber auch die Angst nehmen. Viele schrecken ja vor dem Tuch zurück, weil sie es als zu umständlich empfinden.
Und natürlich wird es am Anfang auch nicht immer perfekt sitzen - und auch an einigen Tagen zwischendurch nicht. MAn sollte wissen, wie und warum so und nicht anders gebunden wird - aber nicht gleich verzeifeln, wenn es eben mal nicht klappt. Für mich steht auch die Freude am Tragen, die Erleichterung des Alltags, die Nähe und Verbundenheit ganz weit oben.
Ich trau mich auch mit nicht 1000% gut gebundenem Tuch raus

Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra
Verfasst: 19.05.2009, 17:35
von jusl
Hm *grübel* - also unter "perfekt" könnte ich mir als Definition z.B. vorstellen: "so gebunden, dass man dafür Fotos für ne gute Trageanleitung machen könnte".
SO laufe ich quasi immer rum (hatte eben gute Lehrer

), versuche das zumindest.
Und: SOLCHES Binden geht bei mir tatsächlich viel schneller(!) als unordentlich zu binden. Ein Kind in ein unordentliches Tuch zu friemeln - DAS empfinde ich als total kompliziert!
Sorgfältig dauert's nur wenige Sekunden, meine Kinder freuen sich mit - und ich bin absolut sicher, dass Freude und Leichtigkeit bei mir da NICHT auf der Stecke bleiben, im Gegeteil: ich genieße es.
"Druck" empfinde ich dabei nicht

- ich mag es einfach.
Und niemand hat in diesem Fred geschrieben, dass er "
vermitteln möchte, dass dass nur ein 100% gebundenes Tuch akzeptabel ist." ...
LG;
Julia