Ich schleiche schon die ganze Zeit um den thread rum, und finde ihn einerseits schön, andererseits geht es mir wie Mau, und er macht mich auch traurig.
Eigentlich wollte ich immer jung Mutter werden und am liebsten viele Kinder - mindestens 4. wie bei jemand anderem war es bei mir auch so, wir waren 3 und ich fand die ungerade Zahl immer doof.

und 2 viel zu spiessig und wenig.
Aber dann spielt das Leben halt anders, ich war beim ersten Kind 34 und beim zweiten 37 und wir wohnen in einer kleinen Wohnung mitten in einer der teuersten Grosstädte Deutschlands. Damals dachte ich noch, na, auf 3 kommen wir noch trotz meines Alters. Aber inzwischen ist es einfach schon mit den beiden so anstrengend, dass da wohl niemand mehr dazu kommt.
Trotzdem mag ich das Kinder haben und verbringe auch gerne Zeit mit ihnen. Allerdings ist der Ausgleich zwischen anstrengend und schön gerade echt schwierig.
Seifenblasenfrau hat geschrieben: 26.01.2024, 21:59
Ich glaube, ich kann hier herauslesen, dass es Eltern mit neurodiversen Kindern oder neurodiversen Eltern oder Eltern mit psychischen Päckchen oder Eltern von Kindern mit psychischen Päckchen nicht ganz so unbelastet angehen (können), als Eltern mit einfacheren Startbedingungen.
Da fallen wir ja auch rein, und das spielt sicher mit rein. Ich dachte halt immer, nachmittags macht man was zusammen oder ich koche und die Kinder spielen zusammen. Aber so läuft es hier halt einfach nicht. Es gibt im Prinzip ab abholen beim Kindergarten nur Geschrei und Geschläger zwischen den Kindern, oft auch vom Großen zu mir, weil er dann einfach alles rauslassen muss. Aber schön ist es halt trotzdem nicht. Deswegen macht es mich traurig, so etwas zu lesen wie „mit den Kindern durch den Wald streifen“ das wäre auch meine Idealvorstellung gewesen. Es ginge auch, wenn ich gerade die Ressourcen hätte, die Übergangsphase geduldig zu begleiten und auszusitzen und dann halt trotzdem zu gehen. Denn eigentlich ist es draußen oft am entspanntesten. Aber ich bin dann oft so platt, dass ich auch lieber den einfach Weg gehe, und wir halt nach Hause gehen.
Dann glaube ich aber auch, auch von dem was andere hier schreiben: es ist nicht nur die ND oder die anderen Päckchen. Sondern bei uns vor allem auch die Arbeit, die es anstrengend machen. Ich wollte immer weiter arbeiten, musste aber auch, weil wir von nur einem Gehalt hier nicht leben konnten- und die ersten 2 Jahre waren auch super. Da hat mein Mann noch promoviert und ich war selbständig. Wir haben uns sehr gleichberechtigt alles aufgeteilt. Aber dann kam die zweite Schwangerschaft und vor allem Corona. Von den Anstrengungen haben wir uns gefühlt bis heute nicht erholt. Das kennt ihr ja wahrscheinlich alle…am Anfang dachte man noch, da müssen wir jetzt durch und bald ist es wieder rum. Also hat er immer sehr früh gearbeitet und ist ins Labor, ich habe während dem Mittagsschlaf vom Kind angefangen zu arbeiten und danach kam Mann heim und ich habe von zuhause gearbeitet. (Wir waren auch beide als systemrelevant eingestuft, aber ganz am Anfang gabs da noch keine notbetreuung). Meine Eltern hatten solche Angst vor covid, dass sie ab dann ganz rausgefallen sind, und meine Mutter vor allem, aber auch beide, haben uns davor schon viel geholfen.
Dann hat sich die Promotion dadurch ein Jahr verschoben, also weiterhin das geringe Gehalt und ich in Elternzeit. Bei mir war nach der Elternzeit die Auftragslage mau, sowohl im Hauptberuf als auch in der Trageberatung, aber die Anforderungen und Ansprüche immer höher . zB plötzlich Schichtdienst arbeiten, Stillen war kein Argument, weil ich ja selbständig war - Alternative war also, das Projekt ausfallen zu lassen und kein Geld zu bekommen. Also immer auch Sorgen um Geld, ums wie geht es weiter, wie machen wir es mit 2 Kindern…und halt zwei Kinder, die nicht einfach mitlaufen und leicht fremdzubetreuen sind, vor allem eins. Meine Eltern werden dieses Jahr beide 80 und können einfach nicht mehr helfen, die Familie vom Mann im Ausland ist zu weit weg.
Dieses Jonglieren schlaucht finde ich ungemein, und ich denke inzwischen, das „nur“ (ihr wisst hoffentlich wie ich es meine) Muttersein hätte auch große Vorteile gehabt. Oder sollte auch eine Option sein, über die wir jetzt nochmal nachdenken UM die Waage wieder mehr in Richtung „die schönen Dinge überwiegen“ zu bewegen. Die Elternzeit und die ganz kleine Zeit habe ich echt bei beiden sehr genossen, auch das zuhause sein.
Es gehen mir immer noch Dinge im Kopf rum, aber ich belasse es mal dabei und schicke ab.