Mein Wäschesystem:
Ich habe einen Hauswirtschaftsraum, wo Wama und Trockner stehen. Allerdings steht da auch nen ganzen Haufen anderer Krempel und man kommt nicht gut ran
Wäschekörbe für Schmutzwäsche sind im Bad. Dort wird sich ausgezogen vor der Dusche, also war das ein logischer Platz - dreckiges sofort in den Wäschekorb. Wir haben zwei - einer ist schwarz (für schwarzes und dunkles), einer ist weiß (für helles und buntes). Wenn mal sowas wie Bettwäsche dreckig ist, werfe ich es direkt auf den Boden vor die Waschmaschine und mach die Tür vom Hauswirtschaftsraum hinter mir zu. Idealerweise stell ich es sofort an, aber immer klappt das nicht.
Den Trockner benutze ich mittlerweile nur noch für Bettwäsche und Handtücher. Hat sich so eingebürgert, als der Strom so irre teuer war. Alles andere hänge ich auf.
Ich nehme meinen blauen tragbaren Wäschekorb, gehe ins Bad zu den Wäschesammlern, und sammle mir dort eine Ladung raus. Ich gruppiere dabei ein Bisschen zwischen hellbunt und dunkelbunt, aber nur so grob. Meistens wasche ich nach Priorität - die Sachen, die seltener getragen werden, bleiben öfter mal wesentlich länger liegen

Lieblingsachen sind wichtiger und haben Vorrang beim Waschen. Generell sind meine Waschkategorien: hellbunt - dunkelbunt - dunkel/schwarz - weiß (selten) - Wolle (superselten) - Bettwäsche und Handtücher.
Jedenfalls, wenn mein blauer tragbarer Wäschekorb voll ist, entspricht das genau einer Ladung Wäsche. Ich trag es in den Hauswirtschaftsraum und stopfe es in die Waschmaschine. Wenn ich irgendwelche ganz argen Flecken bemerke, sprüh ich etwas Vanish drauf. Aber das meiste kommt einfach so rein, wie es ist. Auf links, auf rechts - egal, so wie es halt im Wäschekorb lag. Wenn es ganz arg geknüllt ist, dreh ich es in die Richtung, die am nächsten liegt - und rein damit. Wäsche anstellen geht also tatsächlich recht schnell. So höchstens 10 Minuten vielleicht?
Wenn die Wäsche gewaschen ist, trag ich sie mit meinem blauen tragbaren Wäschekorb in die Sauna. Dort stehen meine Wäscheständer und dort häng ich alles auf. Socken hänge ich direkt paarweise auf - deshalb dauert bei mir das Aufhängen am längsten, weil das Sockenmemory größtenteils dort stattfindet. Ich hör meistens Podcast oder Musik beim Aufhängen und mach es mir gemütlich

Ich wasche pro Tag immer nur so viel Wäsche, wie ich Platz auf den Wäscheständern habe. Oder sie letzte Ladung des Tages ist dann halt Handtücher, da die in den Trockner kommen.
Wenn alles trocken ist, dann hab ich in der Sauna auch noch weiße harte Wäschekörbe stehen. Die gehören Familienmitgliedern. Ein Korb für die Wildgurke, einer für die Quatschbanane, einer für die Minimöhrchen, einer für Papa und einer für Mama. Außerdem noch kleine Körbchen für Socken - eins für gepaarte Socken (Randnotiz: die Socken leben bei uns im Korridor in einer Schublade, in der Nähe der Schuhe - die beiden großen Mädels und ich haben die gleiche Schuhgröße, deshalb ist es dann ganz leicht, sich einfach irgendein paar aus der gemeinsamen Schublade zu schnappen, bevor man Schuhe anzieht. Nur der Mann und die Möhrchen haben private Socken

) und eins für einsame Einzelsocken. Beim Wäsche abnehmen mach ich also einfach Zielwerfen in den jeweiligen Korb. Und einmal die Woche, wenn wir die Sauna anstellen wollen, müssen wir vorher die Körbe rausräumen. Also nimmt jeder seinen Korb, trägt ihn zu seinem Schrank und räumt die Sachen direkt rein. Die Körbe werden dann umgehend retourniert, damit sie für die nächste Runde Wäsche bereitstehen. Das klappt erstaunlich gut! Ich falte immer Wäsche in den Schrank, während die Sauna aufheizt. So sammeln sich keine Riesenberge, weil ich quasi gezwungen bin, es regelmäßig zu machen.
Für uns klappt das so super. Ich weiß natürlich, dass nicht jeder eine Sauna hat. Das lässt sich also in den wenigsten Fällen 1:1 übertragen. Manche haben zum Beispiel Platz im Hauswirtschaftsraum, um die Wäsche dort auch aufzuhängen, zu falten etc... aber bei meinem Adhs ist es aus den Augen, aus dem Sinn... ich würde die Wäsche ständig vergessen, wenn sie nicht im Bad und in der Sauna wäre. Ich würde Berge ansammeln, sowohl an gewaschener als auch an ungewaschener Wäsche. Ich hatte früher immer Berge an Socken, für die ich Paare suchen musste... klar war es schneller, sie in den Trockner zu werfen, aber dann lagen sie wochen- und monatelang in einer Tüte und warteten darauf, verpartnert zu werden. Jetzt dauert es länger beim Aufhängen, aber dafür ist die Sockenpaarerei in viele kleine Häppchen aufgeteilt - bei jeder Ladung Wäsche vielleicht so zehn Paar Socken, statt hunderte Einzelsocken aus dem Trockner. Einmal die Woche wenig Kleidung in den Schrank räumen, anstatt dass sich die saubere Wäsche in Ikeatüten stapelt und wieder mit dreckiger Wäsche gemischt wird. Es klappt echt so viel besser jetzt. Damit ich die Wäsche nicht in der Waschmaschine vergesse, stelle ich mir oft einen Wecker am Handy ein. Und ich versuche, jeden Tag eine Ladung anzustellen. Jeden Tag ein Geschirrspüler und eine Ladung Wäsche. Klappt natürlich nicht immer, aber es hilft mir, der Wäsche einigermaßen Herr zu werden.
Zum Glück können zumindest die Großen mittlerweile ihren Teil mit beitragen, und sie haben auch meistens keinen Sand mehr in den Taschen
Das war jetzt ein ellenlanger Roman, nur um letztendlich zu sagen: es gibt kein allgemeingültiges System, was DAS System für alle ist. Es hängt so viel davon ab, wieviel Wäsche man hat, wie dreckig die ist, welche Räumlichkeiten man hat, wer alles mithelfen kann etc... ich habe mein System gefunden, aber das funktioniert nicht für alle. Jeder ist anders. Aber die Einblicke sind interessant
